m ■n TH-QMA3 1.WC0LX CA3EY LIBRARY 1925 Die Iiisekteijfaiiiia der Tertiär^ebilde von Oeniriä;en und von Radohoj in C r () a t i e n ©^ ©SWÄI^iD KEIEB, E r s i e A Jj l li e i 1 u n <> : K 51 f e r. DIE I^SEKTE^FAIIM il t' r Tertiär|2,ebiläe von Oeninj^en und von UadohoJ in C r o a t i (' n / D'^ OSWALD HEER, Professor der Naturgeschichte an der Hochschule und Gymnasium zu Zürich und Diredui des botanischen Gartens. Erster Tlieil: Käfer. LEIPZIG, Verlat; von Wilhelm Entjelniann. 1847. Den hocliverdienlen Geologen Dr. Bernhard S t u d e r , l'rof((ss(ir in Bern , Johann von Charpendcr, Salincn-Directni in Bc\ und Dr. Irnohl Eseher von der Linfh widniel diese Blätter \()ll Hocliaclituriff mid Frciindscluin der Verfasser. VORWORT. In unscrn geologischen Handbücliern liiideii wir ein j)aar hundert Arten von fossilen Insekten aufgeführt. AUein von weitaus der Melirzald derselben kennen wir nichts, als die trockenen (jaltungsnamen, von welchen überdies nicht wenige unsicher und schwankend sind, indem sie auf älteren iJeslim- mungen (z. B. den ganz unbrauchbaren Kargs) l)eruhen. In den letzten I)e- cennien haben wir zwar die Beschreibungen und Abbildungen melnerer vor- wcltlichen Insekten erhalten, doch ist die Zahl der auch nur einigermassen genauer bekannten Enloraolithen inunerhin noch so unbedeutend , dass sie uns noch kein Bild von der Insektenwelt der früheren Erdperioden zu geben vermögen. Es haben daher die grossen Fortschritte, welche die Kenntniss der organischen Felseinschlüsse in neuerer Zeit gemacht hat , die Insekten nur in sehr geringem Grade berührt, woher es wolil kommen mag, dass derjenigen Klasse von Thieren. welche in der gegenwärtigen Schöpfung in der grössten Mannigfaltigkeit von Formen sich entfaltet hat und zur Beur- Iheilung des Naiurcharakters der verschiedenen Theile unserer Erde so wich- tige Hilfsnnttel an die Hand giebt , nur eine sehr geringe geologische Be- deutung beigemessen wird *). Jeder, der aber die so unendlich mannigfalti- gen Beziehungen kennt , in welchen die Insekten zur übrigen Thierwelt. wie zum gesammten Pflanzenreich stehen , die Beziehungen derselben zur BeschalVerdieit des Bodens und den klimatischen Verhältnissen des Landes, wird linden, dass sie zum Studium der Geschichte unserer Erde von grosser ■) Man sfliu z. B- Miircel de Serres. Gäognosie des Terrains lertiaires, Monlpcll. p. 'iJ2., der ilocli Gelcv-fnlifil lialle, viele fossile liisckicn -rii seilen, dessen Art)eil ül)cr die fossilen Inseklen von \i\ aber nur ein sehr i;eringer Werlli beizuleeen ist. _ 4 - Bodeulmii!: worden können, ancli wenn er nicht unsere Ansicht theilen sollte, (lass wir niemals ein genügendes Biid der Naturwelt eines Landes, wie einer Krdepoche Gjhalien können , w enn uns in demselhen ein so grosses Glied der Schöplnng (ehll. Die Einführung noch unhekannler fossiler Insekten in die VVissenschail schien mir daher keine ganz unnütze, ohwohi allerdings sehr müiisame und Zeit rauhende Arheit zu sein. Niemand der den Zustand kennt, in welchem diese Insekten auf uns gekommen sind, kann die Schwie- rigkeit einer solchen L'nternehnmng verkennen; doch heruhigl mich dabei der (iedanke, dass man nicht allein das Resultat, sondern auch die Schwie- rigkeit mit der es erhältlich war, in's Auge fassen und mich somit entschul- digen werde, wenn es mir nicht überall gelungen sein sollte, die vorliegenden Jläthsel auf genügende Weise zu lösen. Hei Bestimmung der fossilen Insekten können wir nicht auf dieselbe weise zu Werke gehen, wie bei den lebenden. Die Organe auf welche ge- genwärtig' die Familien und Gattungen gegründet werden, sind entweder nicht erhalten oder aber in einem solchen Zustande, dass sie selten eine genaue Bestimmung zulassen , w enn wir nur sie berücksichtigen w ollten. Ich musste daher neue Wege aufsuchen. Während die weichern und zarteren Organe, namentlich die des Mundes, häutig aber auch Fühler und Beine, verschwun- den oder doch undeutlich geworden sind, haben sich dagegen die harten Körperbedeckungen meistens erhallen. Die komplicirle Zusammensetzung der Brustringe, dann die Zahl und Form der Abdonnnalsegmente geben uns viele wichtige Aufschlüsse und müssen um so mehr berücksichtigt werden, als die fossilen Insekten häutig so stark zusammengedrückt sind, dass die Platten der untern Seite durch die der obern durchsclnünen und es so einer sorgfältigen Untersuchung zuweilen gelingt, die Bücken- und die Bauchseite des Thieres darzulegen. Noch wichtiger ist aber für die fossilen Käfer die .Sculptur der Flügeldecken. Fs wird diese wohl gegenwiirtig vielfach zur Unterscheidung der Arten benutzt und dabei auf Tiefe und Art der Scidptur gesehen. Dagegen hat man kein (Jewicht auf die Zahl und den Verlauf der Streifen und Punklreihen gelegt und doch sind gerade diese Momente \on dem grössten Gewicht und geben uns wichtige Merkmale zur Unterscheidung — o — von (Tallungen iiiul selbst l'jiinilicn ati die iland. Ks öffncl sich hier ein neues, sehr firosses Fehl der lieohacliüinjj:, anl wehdieni ich eine Keiht- \(»n \or- ail)eilen goniachl liabe; jedoch bedarf es noeli lan^uM- aund zeilraidtender Stndien bis wir hier zu ganz befriedigenden, und (he ganze Käfeiuclt um- fassenden, Kesullalen gelangen. Das haben aber schon meine jetzigen Ar- beiten ergeben, dass die Art und Weise wie die Streifen an (h-r S|)iizc der Flügehlecken aushülfen, uns eine Reibe von Merkmah-n an die ILmd gibt, welche nicht aliein für das Bestimmen der fossilen Käfer xon grösster Wich- tigkeit , sondern auch für das Studium (Um- lebenden Arten aller Beachtung v\('rlh sind; daher ich die weitere \ erfolgung dieses Weges, der uns die natürlichen \ erwandtschaften auflinden hilft, allen Jinlornologen aufs ange- legenste empfehlen möchte. Es steht die Zahl und der \'erlauf der Streifen in einem gewissen Verhältnisse zur Form und namentlich zur Breite und Wöl- bung der Flügeldecken; allein der Umstand, dass wir vorherrschend 8 bis lO Streifen oder l'unkireihen auf jeder Flügeldecke haben, mag sie schmal oder breit sein, dass der Verlauf dieser Streifen ferner bei den \on nur untersuchten Fannlien, ') bei allen noch so verschiedenen Formen, in wesent- lichen l'unklen übereinkonunt, beweist, dass diese Verhältnisse eine noch tielere Bedeutung haben. Zwar sind meine rnlersuchungen über diesen Gegenstand noch nicht so weit gediehen , dass ich es wagen dürfte, allge- mein gültige Kegeln aufzustellen; man wird aber bei Durchsicht der einzel- nen Arten und Gattungen, so namentlich bei den Laulkälern. Hydrophilen, Bu|)resliden, Elaleriden und Curculioniden sehen, welche wichtige Dienste Ulli die sorgfällige Beachtung dieser Charactere geleistet hat. **) Weniger wichtig als die Flügeldecken sind die Flügel selbst, aber mir. weil sie seltener zum Vorschein konmien: wo dies der Tall ist. haben wir den Verlauf der .Vdern aufs sorgfältigste zu \erlolgen. iiidefu dieser auch ■) Icli verweise z.H. ;ui( die Buprestidcii. hei wcldiin hei den breiten cnssidaurdgeu Formen ( l'.ihlii>lliri>) der X'eilaiif der SireiCon niil deiiijenifien «ler .srhnialen und langen l"ornien iJberclDSlimnil •■) Wie wenig man bis jetzl dieselben lienchlet liat, zeit;! am beslcn der UmsUnd , dnil)oI. physic.), von J. Slurm. iu Giierin's .Ma^'a/.in u. a. der Ausiaul dieser Streifen last diircliL'cljends iinrielUi!; dargestellt ist. — 6 — bei den Käfern viel wichtiger ist, als man gegenwärtig anzunehmen scheint. Der Verlauf der Adern und die Stellung des Flügelniaales, steht in nächster Beziehung zu der« Art der Flügellältung, auf deren Bedeutung ich vor eini- gen Jahren (Enlomolo;.',. Zeitung 1843, S. 49.) hingewiesen habe und die nun seitdem von unserem ersten Systemaliker (Erichson) unter die Familienmerk- niaale aufgenommen worden ist. Es sind die [iisekten sowohl in Oeningen, wie in Radoboj, meist stark zusammengedrückt, zuweilen so stark, dass sie nur papierdünne Platten dar- stellen. Der Lmstand, dass aber auch die festen Körpertheile Iheilweise platt gedrückt sind, ohne zu zersplittern, zeigt uns, dass die Thiere in wei- chem Zustande und in weiche Massen eingehüllt wurden, und dass die Zu- sammendrückung derselben nur sehr allmählig vor sich gegangen sei. Da- durch, dass diese Thiere in der Regel platt gedrückt sind, v.ird uns das Durchscheinen der untern Körpertheile durch die obern erklärlich, ^'icht selten scheinen die Vorderbrustplatten und zuweilen die Vorderbeine durch den Vorderrücken durch, ebenso die Hinterbeine durch die Bauchplallen und diese durch die Flügeldecken, so dass in manchen Fällen die Täuschung entstehen kann, als hätten wir vorne die Oberseite des Thieres, weiter hinten aber seine Bauchseite vor uns, und das um so mehr, da die weichhautigen Rückensegmente des Abdomens fast durchgehends verschwunden sind, wäh- rend die aus Hornplatten gebildete Bauchseite sich erhalten hat. In der Regel haben wir bei dem Thiere auf der Oberseite den Vorderrücken, dann die Brust- platten und die Bauchsegmente, durch welche die Beine durchscheinen; sel- ten dagegen den Mitte!- und Hinterrücken und eben so selten die Rücken- segnienle, was bei der Bestimmung dieser Thiere um so mehr zu beachten ist, wollen wir nicht auf Irrwege gerathen, als bei den Käfern die Rückenseg- mente meist in ganz anderer Zahl auftreten als die Bauchsegmente, wie ich dies in meiner Arbeit über die systematische Stellung von Trichopteryx (En- tomolog. Zeil. IHi^i. S. 54 u. f.) nachgewiesen habe. Zunächst habe ich im- mer nach den einzelnen Theilen des Kopfes und der Brust gesucht, dann die Stellen wo die Augen lagen, wo die Fühler und Beine befestigt waren zu bestimmen gesu<;ht und dann nicht selten einzelne Fragmente der Letz- — 7 — leren «jefunden, die dem ersten Blicke sicii g:änz)icii entzogen lintten: dann wurden die Sej;inente des Hinterleibes, die Flügeldecken und Fiiigel. wenn diese hervortreten, in l'ntersuclnnig gezogen. Sind die Flügeldecken gc- sclilossen, so sind die Abdrücke der Beine, der Brust -und Baucliplatlen nicht seilen auf diesen zu linden. Wo beide Steinplatten sich vorlinden, müssen beide gleich sorgfältig untersucht werden , indem sie nicht seilen sich gegenseitig ergänzen. Zuw eilen enthält die eine Platte das Thier, die andere den einfachen Abdruck dessel- ben, oder, und dieser Fall kommt nicht selten vor (man sehe z.B. Ontophagus [Jrus Taf. IL Fig. 10.. (^apnodis antiqua Taf. II. Fig. 18 b. und III. Fig. 1.), das Thier ist in der Mille auseinander gerissen, so dass die eine Platte die Ober- seile Flügeldecken und \ orderrücken), die andere aber die l'nlerseite (Brust- und Bauchpialten) erhalten hal. Natürlich sieht man in diesem Falle alle diese genannten Theile von der innern Seite, was bei Beschreibung der Sculptur wohl zu beachten ist, weil hier die Eindrücke der Oberseite als Erhabenheiten erscheinen, die Streifen als hervorstehende Linien, die Punkte als kleine Höckerchen oder Körnchen. Oder das Thier isl unregelmässig auseinander gerissen, so hat z. B. bei Trogosita Koeliikeri (Taf. M. 3.) die eine Platte den Mittel - und Hinlerleib des Thiercs sammt den Flügeldecken erhallen, die andere aber Kopf und Vorderrücken und die Flügeldecken nur im Abdrucke; so ferner bei Hydrophilus Braunii (Taf. H. Fig. 5.) die eine Platte Kopf, Yorderrücken und den Band der Flügeldecken, während die andere die miniere Partie der Flügeldecken und selbst einige Stücke der Bruslplalten und die Abdominalsegmente. — Das Thier isl in manchen Fäl- len so von der Steinmasse überkleidel, dass nur seine Fmrisse hervortreten, wo wir dann nur undeutliche schwache Linien auf dem weissen oder weiss- gelben Steine bemerken; in den meisten Fällen indessen isl die Substanz des Thieres erhallen und liegt frei auf der Platte. Sie hal meistens eine bald heller bald diinlJcr braune Farbe und nur in seltenen Fällen lässl sich die ursprüngliche Farbe noch mit Wahrscheinlichkeil ausmitteln . so bei Lytla, Perotis. Ampedus, Clerus und Lina. Bin Blick auf die Tafeln zeigt, dass die Thiere in sehr Nerscliiedcticn — 8 — Lagen in die Steinmasse eingehülU wurden. Die Einen sehen wir von der Rüciienseite, die Andern von der Baucliseite oder auch in seitlicher Lage. Bei den Einen haben sich fast alle Körpertheile, mit Ausnahme sämmtlicher, oder doch der meisten, Beine und der Fühler, erhalten, ja seihst die Haar- bekleidung der Fühler (Tal. IV. iO. d.), der Tarsen Taf. IV. 10. d., V. 12. b.) und Flügeldecken (Taf. V. 8. c.) ist geblieben, während Andere nur in ein- zelnen Ivörperlheilen vorliegen. Wäre ich bei Bearbeitung dieser fossilen Insektenfauna allein vom entomologischen Standpunkte ausgegangen, hätte ich nur diejenigen Arten aufgenommen, die so erhalten sihd, dass ihnen mit Sicherheit ihre Stellung im Systeme angewiesen werden kann; allein der Zweck meiner Arbeit ist ein doppelter. Auf der einen Seite wünsche durch dieselbe neue Thierformen in die Wissenschaft einzufüliren und das Bild der vorwelllichen Schöpfung durch Einführung der Insekten zu vervollstän- digen; auf der anderen aber versuche den Geologen einen Haitpunkt mehr zu den Altersbestimmungen der verschiedenen Formationen zu verschaffen." Zu letzterem Zwecke kann aber oft ein Naturkörper, den wir erst fragmen- tarisch kennen und noch nicht naturhistorisch zu bestimmen vermögen, wich- tige Dienste leisten, was mich veranlasst hat, auch unvollständig und nur in einzelnen Fragmenten erhaltene Arten milaufzunehmen, indem diese mit der Zeit vielleicht einen geologischen Werth erhalten können. Ueberhaupt wird diese Arbeit erst dann ihre volle Bedeutung bekommen, wenn einmal die fos- silen Insekten anderer Lokalitäten sorgfältig sludirt werden , wozu ich durch diese Blätter einige Anregung geben wollte. Gattungsnamen wird man nur wenig neue finden; wo ich mit einiger Sicherheit das fossile Thier einer jetzt lebenden Gattung einreihen konnte, wurde dies gethan und der Gattungsname nicht verändert. Nur in den Fällen habe demselben die Endung ites angehängt, wenn ich nicht mit einiger Sicherheit das Thier der jetzt lebenden Gattung einverleiben konnte (md die Art der Erhaltung nicht beurtheilen liess, ob es eine neue Gattung bilde. Dem Vorschlag von Prof. Göppert, alle fossilen Gattungen durch ites auszuzeichnen, «da man nie in den Fall kommen werde, die fossilen Orga- nismen mit den jetzt lebenden in Ein System zusammen zu stellen", kann — 9 — ich nicht beipflichten, denn abgesehen davon, dass es unpassend ist einen und denselben Begriff mit zwei Namen zu l)ezeiclmen, hoffe ich, es werde eine Zeit kommen, in der jener Fall eiiilreten wird. Erst dann wird sich vor uns der Plan der Schöpfung aufrollen, wenn wir in den Stand gesetzt sind, die geschaffenen Typen aller Erdperioden zusammenzustellen und sie alle in Ein System zu vereinigen. — Die Endung ites bezeichnet also immer die zur Zeit noch unvollständige Renntniss des Thieres; die neuen Namen dagegen bezeichnen der jetzigen Schöpfung fehlende, also ausge- storbene Gattungen. Grosses Gewicht lege ich auf die Zeichnungen und ich hoffe man werde den auf sie verwandten Fleiss nicht verkennen. Zuerst habe das Thier sorgfältig untersucht und mir ein Bild von demselben zu ver- schaffen gesucht, hierauf habe es bei 2 bis ömaliger Vergrösserung gezeich- net und dann erst durch glashelles Slrohpapier durchgezeichnet. Das häufig rauhe Korn des Steines, Verbiegungen des Petrefaktes. mannigfache Ku- gositäten und Linien, die nicht in der Natur der Versteinerung liegen und an- deres mehr, erschweren das Zeichnen nicht selten sehr. Es ist namentlich die Ausmittluug der Sculptur zuweilen mit grossen Schwierigkeiten \erl)unden. indem es nicht selten sehr schwer hält zu entscheiden, ob Verliefungen oder Erhabenheiten vom Steine und der Art der Erhaltung herrühren oder aber dem Thiere angehören. Es sind die Figuren von Herrn Sulzer (aus der Li- tliographie von Wurster und Comp.) unter meiner Aufsicht mit vielem Fleisse auf Stein gestochen worden, so dass dieselben im Ganzen ein treues Bild der Versteinerungen geben. Wo sich Versehen eingeschlichen haben, (und Jeder, der weiss, wie schwer es einem Künstler, der nicht Naturforscher ist, wird, so kleine Figuren ganz genau wieder zu geben, wird diese ent- schuldigen,; habe sie bei der Erklärung der Figuren zu verbessern gesucht. — Manche werden vielleicht einwenden, die Figuren seien zu scharf gezeich- net, die Umrisse und Linien seien in der Natur nicht so deutlich gezogen. Letzteres ist allerdings richtig. In der Kegel sehen wir nur einen dunkel- braunen Flecken auf dem Steine, und nicht selten gibt uns erst ein anhal- lendes Studium über das Thier Aufschluss, das diesen undeutlichen Flecker) bildet, und lässt uns seine Körperunuisse herauslinden. NN'iiidcu v.'\r .ihcr — 10 — nur diesen verwischten Flecken hinzeichnen, so wäre dairiit der Wissenschalt wenig gedient, indem man mit solcher Zeichnung nichts anfangen könnte. Wir iDÜssen uns zwar sorgfältig hüten, nichts zu zeichnen, was wir nicht sehen, allein ebenso auch uns bemühen, alles zu zeichnen, was wir sehen und was zur Erklärung und Deutung des Thieres dienen kann. W^enn wir also nach sorgfältigem Studiuiu die Linien herausgefunden haben, welche die Form der einzelnen Körpertheile bezeichnen, würden wir gewiss sehr unrecht thun, wenn wir diese Linien, weil sie vielleicht dem blossen Auge kaum wahrnehmbar sind, nicht zeichnen, wohl aber andere anbringen würden, die vielleicht viel stärker, aber rein zufällig sind, und nur dem Steine, nicht deiü Thiere angehören. Dadurch, dass wir die zufälligen Eindrücke, welche die Erkennung des Thieres oft sehr erschweren, weg- lassen, dagegen diejenigen, welche in der Natur des Thieres begründet sind, möglichst sorgfältig aufnehmen, geben wir eine Figur, welche deutlicher und klarer ist, als das Petreläkt selbst, ohne darum an ihrer Naturge- treue zu verlieren. — Neben diesen Abbildungen der Versteinerungen findet man eine Zahl von idealen Figuren, welche sämnitlich auf den Tafeln durch das Zeichen eines Sternes (*) ausgezeichnet worden sind, so dass sie sich schon auf den ersten Blick als solche zu erkennen geben. Da bei den Insekten die äusseren Körperbedeckungen fest und hart sind, bieten sie hinsichtlich der Wiederherstellung des ganzen Thieres aus den erhaltenen Bruchstücken dieselben Vortheile dar, wie die Schalthiere. Bei den Kno- chenthieren sind rsieistens nur die Knochen erhalten und alle weichen Theile fehlen, daher das Thier schwer so zusammenzusetzen ist, dass wir von dem- selben uns ein ganz lebendiges Bild zu verschaffen in Stande sind. Wir sehen nur das Skelet, nicht das ganze Thier mit Haut und Haaren, vor uns. Bei den Insekten dagegen können wir, wenn sie einigermassen gut erhallen sind, mit ziendicher Sicherheit das ganze Thier hersteilen, wenigstens seine Körperumrisse wieder geben und es so mehr in der Form eines belebten Wesens in die jetzige Schöpfmig einreihen, und mit den verwandten Glie- dern derselben vergleichen. Diese Wiederherstellung habe bei einer Zahl — n — von Arten versucht, überlasse es indessen Jedem, diesen idealen Fifjuren kei- nen, oder einen heüebifien Werth heiznlej^en. Ich halte anlüng^lich vor, der Beschreibung der Arten und Gattunireri eine EinleitMn},^ \orauszuschicken und in dieser die alij^enieinen Vcrhällnissc zu besprechen, nämlich die Art der Kinhiülunfj in den Stein, die jjcologisclic Stellung von Oening-en und von lladoboj; dann ein Uild zu entwerten \on der Physiognomie der Fauna von Oeningen und lladoboj, mit Bezug auf die Pllanzenwelt; die Fauna von Oeningen und Radohoj niil einander und inil derjenigen anderer tertiärer Gebilde, so weit diese in enlomologischer Be- ziehung bekannt sind, zu vergleichen und sie mit derjenigen der gegenwär- tigen Erdperiode zusammenzustellen, um darnach den Character der ter- tiären Insektenfauna zu bestimmen und daraus Schlüsse aut das Klima und die Localverhältnisse von Oeningen und Radohoj abzuleiten. Bei näherem Nachdenken habe es indessen passender gelunden, den speciellen Theil dem allgemeinen vorausgehen zu lassen, theils weil mir dann ein grosseres Ma- terial zur Beuriheilung dieser Verhältnisse zur Hand sein wird, theils auch weil bis dahin holTentlich das Werk von Berendt über die Bernsleininseklen weiter vorgerückt und so eine Vergleichung der Inseklenfauna Oeniiigens und Radobojs mit derjenigen des Bernsteinwaldes möglich sein wird, \ichl unterlassen kann ich aber jetzt schon der grossen Zuvorkommenheit dan- kend zu erwähnen, mit welcher die Besitzer fossiler Insekten meinen Wün- schen entgegen gekommen sind. Nicht nur habe die berühmte Lavater'sche Samnihmg und die unserer Hochschule Irei benutzen körmeii. ich erlijflt auch durch die gütige Verwendung des Herrn Prof. Ale\. |{raiin, die rei- chen Schätze des Carlsruher Naluralieukabinetes (es ist dies die frühere Meers- burger Samndung), ebenso die durch schöne Stücke ausgezeichnete Sanunlung des Herrn Holrath v. Seyfried in Constanz, und durch die gütige Wrmittlung des Herrn ür, Rehmann, die Sammlung des Fürsten v(tn Fiirstenberg in Donaueschingen zur Benutzung. Die Insekten \on Radohoj linden sich in dem Naturalienkabinet des Johanneums zu Grätz und wurden mir (iiircii Wr- mittlung des Herrn Prof. IJnger zur Bearbeitung übersendet. Herrn Prof. Unger verdanke überdies Verzeichnisse d(T bis jetzt in lladoboj imd l'arschhii: — 12 — aur^elundenen l'ossilen Pflanzen, die er mir zur Benutzung für den spätem allgemeinen Thei! der Arbeil überlassen hat. Ich sage allen diesen För- deren meines Unternehmens den verbindlichsten Dank und wünsche nur, dass dasselbe ihrer Unterstützung sich würdig zeigen möge. Es zerfällt diese Arbeit in zwei Haupttheile, in einen speciellen und einen allgemeinen. Von dem Ersteren folgt hier die erste Abtheilung, welche die Käfer enthält. Es sind in den folgenden Blättern 1 19 Arten beschrieben, welche sämmtlich neu und von den jetzt lebenden verschieden sind; lOl Arten sind von Oeningen, 14 von Radoboj, '3 von Parschlug in Steyermark und 2 von der hohen Rhone, Kanton Zug. Jene 119 Arten vertheilen sich auf 79 Gattungen und :M Familien; die Oeninger Arten auf 68 Gattungen und "^i FamUien. Die zweite Abtheilung wird die übrigen Ordnungen bringen. I. Specieller Theil. 1. Onlnniig*: Käfer. I. ZmiiH : Geodepliagcii. Erste Familie: Carahoden, Laulkäl'er Erster Stumm: Triiiieatiptamen. /. öimiiKlis. Bon. 1. Cymindis pul che IIa m. Tal. f. Fig. 1. Pronoto angusto, medio panio dilatato, lateribus rotiindalo. (raiisversini striolato; elytris lateribus sul)i)arallelis, postice obtusis, puiielalo-slrialis. Ganze Länge 4'/. Linien; J^änge des N'orderrückens last 1 Linie; Breite am Grunde V4 Linie; mulhmassliche grosste Breite Vs Linie; Länge der Flügeldecken ll% Linien; Breite der Einzelnen % Linie. Oeningen. Ein stark zerdrücktes Exemplar in der Lavater^sclien Sammlung. Kopf gross, etwas breiter als die Vordcrhrust, hinten ganz stuni|)r zugerundet, naili vorn verschniäleil , die Augen fehlen und die Stellen, wo sie gestanden, sind durch ziemlich tiefe Augenhöhlen bezeichnet; die Oberlippe viereckig, vorn gerade abgestutzt. Vorderrücken länger als breit, nach vornezu allinahlig sich etwas erweilirnd und Mir der Mitte am breileslen , gegen die stumpferen >()rderecken sich zurundend. Die Hin- terccken rechtwinklig, aber nicht spitzig, sondern ziemlich stumpf. Oben ist die Vor- derbrust mit einer ziemlich tiefen Mittellinie versehen und da wi« diese hinten ausläuft, ist die l'latte zerspalten, was wohl, wie die so häufig bei den Käfern \orkommendr Mittellinie, darauf hindeutet, dass die Iliickenplatte des Prothorax aus zwei in der Mitte verwachsenen Stücken bestehe. Der llinlerrand ist gerade abgestut/t und auch der vor- dere nur leicht ausgeschweift. Die Seilen sind schmal aber deutlich und scharf abgesetzt — 14 — gerandet; die Oberfläche ist von einer grossen Zahl feiner, sehr deutlicher Queriinien gestrichelt, welche sehr regelmässig gestellt sind; die Zwischenräume sind glatt und un- punktirt. Der Vorderrücken war daher (bis auf diese Striche) ganz glatt und wohl glänzend. Seine jetzige Farbe ist ein helles Gelbbraun, in der Mitte mit einem dunkleren Flecken, der durch eine fast schwarze, unregelmässige Wellenlinie eingclasst ist. — Die Flügel- decken sind nur im Abdruck da, ihre Vertiefungen erseheinen daher als Erhabenheiten. Sie sind ganz flach und in der Mitte etwas von einander getrennt; sie sind vorn zuge- rundet, erweitern sich dann allmählig, doch nur sehr schwach und erreichen ihre grösste Breite vor der Spitze; hinten runden sie sich ganz stumpf zu, so dass sie fast ab- gestutzt erscheinen, und haben eine kleine Ausrandung vor der Spitze. Sie sind deut- lich punktirt gestreift; die Streifen laufen, wo die Flügeldecken erhalten sind , vom Grunde bis gegen die Spitze hinab; sie sind überall von gleicher Tiefe und niil einer Reihe fei- ner Punkte besetzt. Die Zwischenräume scheinen ganz glatt gewesen zu sein, wenigstens kann man gegenwärtig nichts mehr von Punkten entdecken. Streifen befanden sich 8 auf jeder Flügeldecke, ausser einem nur schwach angedeuteten Randstreifen, welcher den Rand säumt und den wir hier ausser Acht lassen wollen. Der erste Nahtstreifen tritt nur auf der rechten Flügeldecke deutlich hervor, ist aber nicht bis zur Spitze zu ver- folgen; den zweiten dagegen sehen wir auf beiden Elj-tren, er läuft bis gegen die Spitze hinab und verbindet sich dort mit dem zweiten Randstreifen, welcher an der Spitze der Flügeldecken nach der Naht zu läuft; der dritte und vierte Streifen (von der Naht an gerechnet) verbinden sich an der Spitze; ebenso der fünfte und sechste, während der siebente, wie vorhin bemerkt, mit dem zweiten sich in Verbindung setzt; der achte mün- det in den siebenten ein. Der Hinterleib scheint etwas über die Flügeldecken hervorgeragt zu haben, wenig- stens steht jetzt das letzte stumpf zugerundete Segment hervor; vor demselben liegen zwei kürzere Segmente. Von den Fühlern treten einzelne, jedoch ganz undcutlich(!, Fragmente hervor; an der linken Seite (un paar Glieder; an der rechten vielleicht der ganze Fühler, doch so undeutlich, dass ich ihn nicht zu zeichnen wagte. Von den Beinen ist das linke Miltel- bein am besten erhalten. Wir erkennen das Ende des Schenkels, die ziemlich lange cylindrische Schiene und 3 Tarsenglieder, die an Länge nach Aussen abnehmen; gerade das wichtigste vierte Fussglied fehlt aber, wogegen 2 Linien die Klauen andeuten dürften. Hinter der Mitte des Leibes steht das, nach Fnnen eingeschlagene. Hinlerbein hervor, das ziemlich dicke Schenkel gehabt hat. — 15 — Dass dies TLier zu den Laufkäfern und zwar zur Abtheilung der Truncatipennen zu rechnen sei , unterliegt keinem Zweifel , da Fornj und Streuung des Vorderrütkens und der Fliigeldeiken dafür zeugen. Dagegen ist es nieht so leicht die Gattung zu Lestini- men, zu der es gebracht werden soll. In der Tra( hl erinnert es an Calleida , eine vorzüglich in den vereinigten Staaten und dem tropischen Amerika, doch auch in Afrika , Madagascar und Neuholland vorkommende Inscktengatlung. Es hat die Länge der Gai. marginala Dej. i^Neu-Georgien) und die Tracht der Cal. decora F. Neu-Georg.) und Cal. rubricollis Dej. (Cuba . Es hat denselben schmalen Vorderrücken, und ferner verl)indet sich der erste Randstreifen der Flügeldecken , wenigstens insofern mit dem zwei- ten Nahlslreifen , als er in Punkte ausläuft , die zu demselben hingehen. Die schöne Metall- farbe, welche die Calleiden su sehr auszeichnet, könnte noch kein Hinderniss sein, unser Thier, das wahrscheinlich lebend hellbraun gefärbt war, zu Calleida zu rechnen, da die Calleida fasciala Dej. (sie hat gelbbraune Elylren mit metalliärbenen Bändern, zeigt , dass auch bei den Calleiden die hellbraune Farbe nicht ausgeschlossen sei. Wiehtiser ist aber, dass die Form des Kopfes nicht mit derjenigen der Galleiden übereinstimmt ; er ist nämlich, bei den meisten Calleiden länger und schmäler; ferner laufen die Seilen der Flügeldecken mehr parallel; und dies bestimmt mich, mich nach einer anderen Gattung umzusehen. Ich wüsste keine unter den Truncatipennen, welche mehr .Vnsprüche auf unser Thierchen machen dürfte, als Cymindis Clairv. Zwar haben die gegenwärtig in unscrn Gegenden lebenden .\rten allerdings eine andere Tracht ; sie haben eine breitere und kürzere Brust und sind überhaupt breiter und gedrungener. Doch gibt es auch schlankere Arten von Cymindis, wobei ich namentlich an die Cymindis Faminii Dej. aus Italien und Cvm. picta Dej. aus Tucumanien erinnern will, mit welchen unsere fossile Art, hinsichtlich ihrer Tracht, gar wohl verglichen werden kann, obwol ihr Vorderrücken allerdings bedeutend schmäler und länger ist. Die Streifung der Flügeldecken ist dagegen fast genau , wie bei der Cym. Faminii Dej. , wogegen die Punktur iU'.i- Zwischenrüuinc der Elytreustreifen und des VorderrückcMis, welche bei der C. Faminii Dej. so stark ausges[)rochen ist, bei unserer fehlt. In der allgemeinen Körperform ähnelt unser Thier auch den Dromius und Demetrias; allein nicht nur die viel beträchtlichere Gr^. 'i. Protliorace lateribus rotundato ; elytiis ovalibus , slriatis. Ganze Länge des Thieres '? Linien ; Länge des auseinandergefallenen Kopfes Vh Lin. , des Prothorax Vg Lin. , von der Basis des Kopfes bis zur Spitze des Hinlerleibes 2 Lin. ; Breite des Kopfes etwas über % Linie beim Kinn, des Thorax % Lin., der beiden Flügeldecken zusammen t'/^ Lin. — 19 — Ein Exemplar aus der Sammlung des Hrn. Lavater; stellt das Käl'erchon von der Bauchseite dar, doch scheinen die Flügeldecken durch. Ist so mit Kalksubstanz bedeckt, dass man von der Substanz des Tliieres nichts sieht. Der Kopf zerdrückt und aiisciiiandorgofalien und dadiucli veihältnissmässig sehr lansr. Vorn deuten ein paar gebogene Linien die Oberkiefern an , am (Irunde eine IMattc , die Basis des Kopfes, nämlich die gula ; die Seiten derselben sind ziemlich gerundet und nach hinten zusammengezogen ; vorn ist dies(? Platte schwach ausgeliuchtet ; vor derselben bemerken wir zwei kleine etwas dunklere Flecken, welche dur( h einen weissen drei- eckigen Streifen von einander getrennt w(^rden. Diese Flecken rühren wohl xon dtr Unterlippe ht-r. \uf den ersten Anblick ist man versucht , den dreieckigen Flecken für einen hervorstehenden Zahn der gula zu hallen. Auflallend isl , dass man an dci Seile des Kopfes keine Augenhöhlen bemerkt. Die vordere Partie des Kopfes gehört wohl der oberen Kopfseile an; die rundliche Linie vorn dürfte vielleicht den vorderen Rand der Oberlippe bezeichnen, welche dann schwach gerundet gewesen wäre. \n der vor- deren Seite des Kopfes bemerken wir zwei feine, fadenförmige Linien , welche die F'ühler bezeichnen ; die Gliederung ist aber nur an dem linken erkennbar luul aucli da M'hr un- deutlich; das erste Glied war ziemli(;li dick und cylindrisch , das zweilc verkehrt kegel- förmig und das kürzeste, das dritte das längste und cylindrisch: die folgenden wieder etwas kürzer. Der Vorderbruslring ist breiler als lang , nach vorn zu etwas erweitert mit schwach gerundeten Seiten; Hinterecken scharf, die vfirderen stuni|iflich : das l'ro- sternum schmal und mit einem zahnlVirmigen Fortsatz zwischen den Gelenkpfannen der Vorderbeine; die Seitenplatten durch ziemlich deutliche Linien von dem i'ronotum und Proslernura getrennt. Das Mesosternum kurz; das Metasternum gross und durch eine Mittellinie in zwei Hälften getheilt; oben in eine Spitze zwischen die grossen Gelenk- pfannen der Mittelbeine verlaufend und an der Seite durch eine Bogeulinie von den Seilenplatteu getrennt; vom Hinterleib sind die drei letzten Segmente deutlich abgegliedert, die weiter nach vorn liegenden dagegen nicht von einander zu unterscheiden. Die Flügeldecken scheinen durch den Hinterleib dur( h und bilden ein Händchen um denselben herum; sie sind gestreift, doer Ivopf ist vorgestreckt und etwas vom Thorax getrennt; die Seilen sind schwach ausgerandet und hier befanden sich ohne Zweifel die Augen; am Grunde ist der Ivopf stark verbreitert. Vorn bezeichnen einige Linien die Stelle, wo die Oberkiefern sich befanden; am Grunde sind diese Linien verwischt, an der Spitze dagegen deutlich her- vortretend; sie waren darnach ziemlich lang und vorn umgekrümmt; ein dunkler Fleck zwischen den Oberkiefern dürfte von der Oberlippe herrühren. Auf der rechten Seite bemerkt man zwei ovnle Glieder der Maxillar-Palpen und an derselben Kopfseite bezeich- - 2?} - net oiin' schwacho Linie wiihrsrliciiilich einen Fühler, welcher daniarh dünn und faden- frtrnüp war. Die einzelnen Glieder sind aber nicht zu unterscheiden. her Vorderrücken ist breiter als lanii. seine Seiten sind schwach frerundet , doch nicht so stark, als es auf den ersten Blick scheint; er ist nämlich etwas verscholxn ; Vorder- und llinterecken sind zugerundel. Vor dem Vorderrande des Vorderriickens haben wir eine, ihm parallel laufende, liogenlinie, und auch eine Längslinie scheint da gewesen zu sein, doch ist der Thorax so zusammengedrückt, dass nur undeutliche Spuren davon zu sehen sind. Die Flügeldecken sind hinten ziemlich spitzig; die Seiten ihres Aussenrandes laufen von vorne bis über 2/3 des Körpers fast parallel, dann verschmälern sie sich allmählig nach hinten zu. Ihre Punktur und Streifung ist ganz verwischt ; nur am Rande der rechten Elytra tritt ein Streifen und auf der linken Decke die Andeutungen von mehreren anderen auf. Der Hinterleib steht etwas über die Flügeldecken hervor, wahrscheinlich alter nur in Folge des Druckes , der auf die noch weichen Theile ausgeübt wurde. Es sind die Segmente zu erkennen und ebenso die Ouerlinie, welche den Hinterleib vom Thorax trennt , bei welch' letzterem eine Seitenlinie die rechte Seitenplatte gegen das Metaslernum begrenzt. Die zwei vorletzten Abdominalsegmenle sind sehr kurz; das letzte nach hinten zugerundet. Da die Heine gänzlich fehlen, von den Fühlern nur eine Andeutung vorhanden, das Thierchen ferner stark zusammengedrückt ist und nur in seinen allgemeinen Umrissen vorliegt, ist es nicht leicht, dasselbe zu deuten. In der Körperform erinnert es indess'en ganz an Argutor vernalis F. , daher es mir zu dieser Galtung zu gehören scheint oder zu Pterostichus , wenn wir Argutor die Anerkennung als Gattung versagen, und sie nur als Untergattung betrachten. Es war das Thierchen etwas grösser als Argutor vernalis F. Füiifler Stamm. Harpalhieii. VII. Harpalus Lalr. 8. Harpalus tabi du s m. Tab. VII. 19. Nur die Fliipeldecken und auch diese nicht vollständig: erhallen. l\ a - doboj. Länge der Flügeldecken 27^ Lin., ßreile IV, Lin. Sie sind länglich oval, vorn und hinten stumpf zugerundel, \m\ der Schuller an laufen sie anfangs ein Stück weit fast parallel , dann ein wenig nach aussen , um von - li - (lull an sich zuzurunden. Sie haben achl Streifen , der erste läuft der Naht nach her- unter , den zweiten und dritten können wir niciit bis an's Ende verfolgen; der vierte und fünfte sind aussen verbunden und ebenso der fiinftc und sechste; der siebente läuft arn Rande nach hervor und verbindet sich nüt dem ersten Nahtstreifen; der achte dagegen ist abgekürzt. Der Verlauf der Streifen lässl nicht zweifeln , dass diese Flügeldecken einem Laul- käferchen angehört haben, wofür namentlich der Umstand spricht, dass der siebente Streifen dem hintern Rande nach verläuft und mit dem ersten sich in Verbindung setzt. Wir haben weiter oben (bei Cymindis und Anchonienus) angegeben , wie in der Regel bei den Garaboden die Streifen verlaufen. Auch bei den Harpaliden linden wir dieselbe Art der Streifung , nur mit der Modiücation , dass die Streifen hier sich an der Spitze der Elytren mehr zusammenbiegen, dass sie meist in spitzigem Winkeln sich mit einander verbinden und dass in Folge dessen das zweite und dritte Streifenpaar bei manchen an der Spitze zusammenlaufen (so z. R. bei Harpaius luteicornis Duft.), oder durch einen Querstreifen sich verbinden (H. germanus F.). Diese Streifung haben wir nun auch bei unserem fossilen Thiere, indem nämlich hier der vierte Streifen mit (lern fünften in Verbindung steht. Diese Uebereinslimniung in der Sireifung bestimmt mich, das fossile Thier zur Galtung Harpaius zu bringen , bei welcher wir ganz ähnlich geformte Flügeldecken antreffeu. II. Zunft: Hydrocaiitliariden. Zweite Fam ilie: Dylisciden, Leacli. VlTf. ni/ti.mis L. I. Dytiscus Lavateri ni. Tal'. 1. Fig. 6. Femina. Elytris ultra iriediuni sulcatis, siilcis ad sulurani miilto aii- gustioribus. Oeningen. Eine sehr schön erhaltene Flügeldecke, nebst Abdruck, aus Lavaler's Sammlung. Sie hat die Länge von \'^ Lin., tmd eine grüsste Breite von iVi Lin. Die Flügeldecke hat einen fast geraden Nahtrand und eine gebogene Randlinie; von der Schulter au erweitert sie sich etwas gegen die Mitte zu, wo sie die grösste Breite - 25 — erreicht , von dort an verschmälert sie sich sehr allmählipr und rundet sich hinten ganz stumpf zu. Sie ist von 10 Furchen durchzogen, welche namentlich au dorn Ahdruck ungemein schön ausgeprägt sind und hier als scharfe , hervorstehende Leisten erscheinen. Sie reichen nicht bis zum Grunde, sondern hören vorher auf, und sind da scharf abge- setzt; auf der hintern Seite reichen sie bis fast % der Flügeldecke hinab und sind da ebenfalls scharf abgesetzt, so dass d(!r hintere Tlieil der Elvtra ganz glatt wird. Von diesen zehn Furchen sind die vier zunächst der Naht liegenden zwar ganz scharf, aber sehr schmal und fein; die fünfte aber ist etwas breiter, noch mehr die sechste und ebenso die siebente, achte, neunte und zehnte. Wie sie nach aussen allmählig breiter werden, verkürzen sie sich dagegen gegen die Spitze zu; so ist namentlich die zehnte kürzer als die neunte. Der .\ussenrand ist ganz glatt , und mit dem Rand parallel läuft eine feine Randlinie, welche aber vor der Spitze ausläuft; die Partie von der Randlinie bis zum Rande ist flach abgesetzt, während innerhalb dieser Randlinie die Eljtra eine schwache Wölbung erhält; die Oberfläche der Elytra [discus) ist indessen flach, besonders die hinlere ungefurclite Partie, welche nur am Rande mit einer schwachen Wölbung abfällt; die vordere gefurchte Partie zeigt eine, aber sehr schwache, Wölbung, welche gegen die Naht und den Rand sich allmählig abdacht. Hat ganz die Form der Flügeldecken der Gruppe des D. marginalis L. , ist aber etwas grösser, als die noch jetzt lebenden, und durch ganz Europa verbreiteten, Dyliscen dieser Gruppe. Nur der Dyt. latissimus L. ist von allen bekannten Djtiscen noch grösser, hat aber eine ganz abweichende Gestalt. Der grösste , jetzt lebende Dytiscus aus der Gruppe des D. marginalis L., ist der D. dimidiatus Rerg. , dessen Flügeldecken eine Länge von 12 Linien haben. Von diesem unterscheiden ihn aber die Furchen der Flügeldecken ; es sind nämlich beim D. dinndiatns die Furchen nächst der Naht bedeutend tiefer als beim D. Lavateri , und dasselbe ist der Fall beim D. punctulatus F. , bei dem sonst die Furchen ganz in derselben Richtung ver- laufen, wie beim D. Lavateri. In der Tiefe der Furchen und dem Vcrhältniss ihres Schmälerwerdens nach der Naht zu, kommt er mit dem U. marginalis L. ubcrein, allein bei diesem reichen die Furchen weiter hinab , und die äusseren Furchen convergiren und zwar in der Art, dass die neunte; Furche kürzer ist, als die achte uiu\ /clmte, welche beiden aussen zusammenlauftm und die neunte einschliessen. Der D. Lavateri ist also ein den jetzt durch ganz Europa verbreilelen Dvtiscen sehr nahe stehendes Thier, das aber durch seine bedenlendere Grösse und die etwas abwi'i- chende Furchenbildung der Flügeldecken von denselben abweicht. 4 — 26 - 2. Dytiscus Zschokkeanus m. Ovalis, nigro-castaneus; elytris laevigalis, margine pallescentibus. Ganze Länge 57« Lin. , grösste Breite ßV» Lin.; Länge des Kopfes y, Lin., des Vorderriickens fast 1 Lin., der Flügeldecken 4V« Lin. Oeningen. Ein Exemplar aus der Sammlung des ehemaligen Klosters Muri, gegenwärtig im Naturalienkabinet zu Äarau. Stellt das Tliier von der oberen Seite dar, ist aber sehr stark zerdrückt. Ist oval , in der Milte am breitesten "und nach vorn und hinten «lieichniässig sich verschmälernd, und am Kopf wie Abdominalende stumpf zurundend. Der Kopf ist kurz, breit und nach vorn durch eine halbkreisförmige Bogenlinie begrenzt ; der Vorderrücken kurz und von der Basis nach vorn zu stark verschmälert; Flügeldecken am Grunde schon etwas breiter als der Vorderrücken , von da sich noch allmählig bis zur Mitte des Leibes erweiternd , nach hinten zu dann sich eben so allmählig wieder verschmälernd. Das ganze Thier oben dunkelbraun schwarz, die beiden Ränder der Flügeldecken indessen blässer braun gefärbt. Wahrscheinlich war daher das Thier einfach schwarz, aber mit einem gelben Kande versehen. Es scheinen die Flügeldecken ganz glatt gewesen zu sein. Von den Beinen tritt an der rechten Seite das mittlere und hintere hervor; von dem ersteren eine kurze , glatte Schiene , von dem letzteren ebenfalls eine Schiene und eine Andeutung des Fasses; nämlich ein ziemlich langer, glatter Eindruck, an dessen Seite noch Spuren der Eindrücke der Schwimmhaare da zu sein scheinen ; wenigstens laufen mehrere feine Linien seitlich von jenem Tarsuseindruck aus. An der linken Seite be- merken wir neben dem Kopfe ein Stück der Vorderschiene mit einem Fussgliede, welches kurz , breit und vorn ausgerandct ist. Hatte also die scheibenförmigen Vorderfüsse der eigentlichen Dytiscen. Hat ganz die Form des Dytiscus cinereus L. , ist aber kleiner und scheint anders gefärbt gewesen zu sein. 3. Dytiscus oeningensis m. Taf. L Fig. 7. Länge des ganzen Thieres (ohne Kopf) iVj Lin-, grösste Breite 27^ Lin., Länge der Flügeldecken iJVo Lin. Oeningen. Aus Lavater's Sammlung. Vom Kopf sieht man nichts. Thorax zerdrückt und seine Form nicht mehr zu * bestimmen. Im Abdruck ist er am Grunde verschmälert, ohne Zweifel aber nur. weil — 27 — dort jederseits ein dreieckiges Stückchen herausgefallen ist. Bei der Ilauptplatte (Taf. I. Fig. 7) ist. der Vürderriicken am Grunde am ijreiteslen , wie dies bei allen Dytiscen der Fall ist. Die beiden Flügeldecken bilden ein kurzes Oval ; »sie sind hinten und vorn gleichmässig zugerundet, daher in der Mille am brcütestcn. Sie sind glatt, nur hei ganz starker Vergrosserung nimmt man äusserst feine Punkte wahr , welche dii ht beisammen stehen, ganz nach Art derAcilien; sie sind braun gefärbt und durch viele dunkel braun- schwarze Flecken marmorirt. Ohne Zweifel deuten diese noch die ursprüngliche Farbe an, welche also ebenfalls mit derjenigen unserer Acilicn übereinstimmt, deren Elylren bekanntlich braungclb und schwarz marmorirt sind. Von den Beinen sind einige Andeu- tungen da , welche merkwürdiger Weise die Stellung des schwimmenden und nicht des todten Käfers haben. Hei den todten Dytiscen sind nämlich die Heine unter den Leib zurückgezogen , so namentlich die hintern , welche sich kreuzweise übereinander legen. Beim D. oeningensis dagegen laufen sie auseinander. Die Vorderbeine sind nach vorn gestreckt und die erste Partie stellt wohl den Schenkel dar , die zweite die Schiene und Tarsus, die aber nicht von einander zu unterscheiden sind; sie stellen ein schmales Bändchen dar. Ist das Exemplar ein Acilius, so war es demnach ein Weibchen, da die Männchen verbreiterte, tellerförmige Vordertarsen haben. Von den Mittelbeinen sieht man auf dem Abdruck schwache Spuren, welche den Schenkel und zwei Tarsenglieder an- deuten. Von den Hinterbeinen ist das eine ziemlich erhalten, vom anderen dagegen nur ein Schenkel. Dieser ist flach und kurz, sehr kurz die Schiene, der Tarsus dagegen lang und ein schmales Bändchen darstellend , an dem keine Gliederung zu erkennen ist , was uns nicht befremden darf, da bei den Dytiscidcn dieser Abtheilung die Tarsenglieder der Hinterbeine sich enge aneinander schliessen und sich an den Verbindungsstellen nirlii absetzen. Von den Schwimmhaaren , mit denen der Tarsus unzweifelhaft besetzt war, hat sich nichts erhalten. Dem ganzen Korperumrisse und Stellung der Beine nach, unzweifelhaft ein Wasser- käfer aus der Familie der Dylisciden; ob aber ein Colymbcles oder Dytiscus ist schwer zu entscheiden. Am meisten erinnert scüne Form an Dytiscus sulcatus L. und die Ver- wandten, aus welchen Leach die Gattung Acilius gebildet hat, die ich aber nur als Untergattung von Dytiscus betrachte. I\. ColymlicU's (^lair\. 4. Colymbcles lln{j;eri ni. Tai'. I. Fij^. 8. Ovatus, niger, sublilissime punclulaltis. Longil. Vi, Lin., Lalil. 2V4I- - 28 — Radoboj. Ein sehr schön erhaltenes Exemplar aus der Sammlung von Grätz. Hat genau die Form und Grösse des. durch ganz Europa verbreiteten, C. bipustulatus L. ; der einzige Unterschied , den ich herausfinden kann , besteht darin , dass beim fos- silen die Flügeldecken nicht mit diesen feinen , kurzen Längsstreifchen besetzt waren, die wir beim C. bipustu!a(us finden ; dagegen sind sie mit sehr feinen Punkten sehr dicht be- setzt und dadurch chagrinirt. Der Kopf ist etwas zerdrückt; er ist breit und kurz; der Vorderrücken nach vorn zu verschmälert und ebenfalls breit und kurz ; die Flügeldecken sind gross , verbreitern sich anfangs etwas bis gegen 2/3 Länge, von da an aber runden sie sich zu; sie scheinen nur schwach gewölbt gewesen zu sein; sind übrigens längs der Naht tief eingedrückt, daher die ursprüngliche Wölbung nicht mehr genau zu bestimmen ist. Die ganze Ober- seite des Körpers ist mit äusserst feinen, nur bei starker Vergrösserung wahrnehmbaren, l'ünktchen besetzt. Beine und Fühler fehlen. III. Zunft: Brachelytren. Drille Familie: Prolactiden m. A'. Protactus m. Char. generis. Labrum lateribus rolundalum, apice emarginatum; man- dibulae validae , apice acuminatae , incurvae, edenlatae; oculi niagni ; anten- nae filiformes, articulo secundo abbreviato, quarlo terlio et quinlo paulo breviore; pedes anlici libiis cylindricis, tarsis (piinque articulatis, arliculis (ribus primis subcyiindricis , subae(iualibus , quarlo obcordato ; abdomen segmentis sex, corneis; elytris pectore longioribus. 1. Protactus Erichsonii m. Taf. I. Fig. 9. Capite basi rotundato; pronoto marginato, apicem versus paulo dilatalo; elytris longitudine abdoniinis dimidiiini acqiianlibus, membcanaceis, subtilis- sime ruguloso-punctidatis, apice rolundalis; alis elongatis, apicem versus dilatatis; abdomine elongato, in dorso segmentis sex consjjicms. Ganze Länge 13 Lin., Breite des Kopfes bei den Augen 1% Lin.; des Yorderrückens vorn iV-z Lin., der einzelnen Elylra IV, Lin., des Abdomens - 29 — 2% Lin. ; Längte des Vorderrückens fast iV^Lin., der Flügeldecken 5% L.. des Abdomens ßVs Lin. (eh lial)e den Namen eines der verdientesten Entomoloji;en , welclier die Hrachelvtren auf ausfiezeichnele \N'eise bearbeitet hat, auf dieses merk- würdige Thier übergetragen. Oeningcn. Lavater'sche Sammlung. Das ganze Tliier ist wohl er- halten , liegt mit ausgespannten Unterflügeln und geöffneten Flügeldecken da, und kehrt uns die Rückenseite zu. Leider ist der Stein sehr brüchie: und blättert sich leicht ab, daher wohl einzelne Stellen sich ablösen können, besonders am Kopfe. Der Kopf ist gross, am Grunde am breitesten, dort wie an den Seiten zugcrundel; etwas hinter der Mitte bemerken wir die beiden Aii^eniiöhlen ; es sind zwei runde , ring- fiirniiire, zieiiiiich irenäherlc Stellen, deutlieh von den übrigen Kopflheilen abgesondert: die Augen selbst sind indessen nicht erhalten. Eine undeullirhe Linie vor den Augen bezeichnet die Grenze der Stirn nach vorne ; vor dem rechten Auge liegt die Oberlippe, die also nach der rechten Seite verschoben ist; sie ist ziemlich gross und lir(.'il , nach vorn verschmälert und dort ausgerandct. Nebenaugen fand ich keine. Die Oberkiefern treten beide hervor und die linke ist vollständig erhalten; sie ist nach vorn zu verschmä- lert , vorn umgekrümmt und zugespitzt ; an der innern Kante bemerkt man keine Zähne. Die Fühler scheinen etwa doppelt so lang als der Kopf gewesen zu sein. Der linke Fühler ist doppelt gebrochen und theilweise von dem dort befindlichen Vorderbeine be- deckt; das rechte dagegen hat seine natürliche Lage beibehalten und ist auf dem Abdruck deutlich gegliedert, so dass von sieben Gliedern die Form bestimmt werden kann. Das erste Glied scheint cjlindrisch gewesen zu sein, das zweite ist etwas vom ersten entfernt (Fig. 9. c. Taf. L ; es ist das kürzeste Glied; das dritte ist fast doppelt so lang und nach aussen zu ein wenig verdickt; das vierte ist kürzer, aber breiter und schwach obconisch, das fünfte ist wieder so lang als das dritte und nach vorn auch etwas ver- breitert; das sechste und siebente sind fast von der (irösse des vierten; das aciile ist nur angedeutet; nach aussen fehlen demnach drei Gliedfr. Das dritte bis siebente Glied sind der Länge nach mit einem Streifen versehen. Bei dem linken Fühler tritt der Tarsus des linken Vorderbeines hervor und zwar liegt er so, dass erst eine genaue Fntersuchung zeigt, dass die äusseren, dort sichtbaren Glieder zum Fuss und nicht zum Fühler gehören. An der linken Seite des Kopfes sieht - 30 - man den sehr undeutlichen Eindruck einer Schiene, die lang und dünn gewesen sein muss ; diese Schiene fällt mit dem Fühler zusammen , so dass von derselben auf der äusseren Seile der Tarsus, auf der inneren aber die Fortsetzung des Fühlers (es besteht dies Stück aus 3 Gliedern) ausläuft (Taf. I. 9. dj. Der Tarsus ist auch nur sehwach angedeutet; die ersten drei Glieder sind cylindrisch und nach aussen nur wenig erweitert; nach der inneren Seite etwas mehr als nach der äusseren; alle drei scheinen gleich lang zu sein, das vierte ist verkehrt herzförmig, das fünfte kaum angedeutet. Von den Hinterbeinen deutet ein Eindruck zwischen Abdomen und Brust die Hasis eines Schenkels an und auf der linken Seite erkennt eine sorgfältige Untersuchung einen Tarsus. Es treten vier Glieder hervor; das äusserstc ist dünn und cjlindrisch; es ist das Klauenglied, das zweite (von aussen gerechnet) ist tief zweilappig und dicht behaart ; dann scheinen noch zwei gelappte zu folgen, doch sind diese zu undeutlich, als dass ich ihre Form zu be- stimmen wagen dürfte, um so mehr, da es sehr auffallend wäre, wenn bei den Vorder- tarsen die ersten Glieder cylindrisch , bei den Hintertarsen aber dieselben Glieder herz- förmig sein sollten. Neben der linken Flügeldecke treten Andeutungen eines Tarsus auf, und auch da scheint ein zweilappigcs Glied sich zu linden. Der Vorderrücken ist ganz zerdrückt und daher seine Form schwer zu bestimmen. Eine mittlere Partie tritt indessen deutlich hervor; zu beiden Seiten sehen wir zwei schwache Linien, welche die Seitenränder bezeichnen. Er muss darnach schmal und verhältnissmässig lang gewesen sein. Am Grunde war er, nach jenen Linien zu schlies- sen, eingezogen, erweiterte sich nach vorn in einer schwachen Bogenlinie und erreichte vorne die Breite des Kopfes. Seine Länge musste nach dem Abstände der Flügeldecken vom Kopfende bestimmt werden , da die hintere Grenzlinie verwischt ist. Die Lage aller Theile des Körpers zeigt, dass sie zur Zeit, als das Thier in das Gestein eingehüllt wurde, noch zusammenhingen, daher jene Längenbestimmung wenigstens annähernd richtig sein dürfte. Eine schwache Linie , welche mit der Randlinie parallel läuft , zeigt, dass der Vorderrücken mit einem Rändchen versehen war. Die beiden Flügeldecken sind sehr wohl erhalten ; die untere (rechte) bezeichnet ohne Zweifel die richtige Insertionsstelle , während die linke etwas nach vorn verschoben ist. Am Grunde sind sie gerundet, ynd man bemerkt keinen Ausschnitt für das Schildchen, hinten sind sie ebenfalls zugerundet und nicht abgestutzt; der äussere Winkel ist ganz abgerundet, der innere (der Nahtwinkel) dagegen ist ziemlich scharf, immerhin aber mit stark gerundeter, äusserer Randlinie. Es müssen die Flügeldecken dünn und weich, mehr pergamentarlig, als hornig gewesen sein; sie habcsn, wie aber das ganze Thier, — 31 — eine blass graulich gelbe Farbe und stehen nur wenig vom Steine ab. Dem unbewaff- neten Auge erscheinen sie glatt, mit der Loupe sieht man, dass sie sehr fein und dicht runzlich punktirt sind, und eine ganz ähnliche Sculplur haben, wie die meisten jetzt lebenden Anthophagen. Drei sehr schwach erhabene Linien laufen über die EIvtren iiin. Aul der rechten Flügeldecke bemerkt man neben diesen noch mehrere und zwar stärker ausgesprochene Linien, allein diese scheinen vom Steine herzurühren; die linke besser erhaltene Elytra zeigt sie nicht. Beide Flügel sind ausgebreitet; der rechte aber ist undeutlich, sehr schön dageffen der linke. Sie sind sehr lang, von der Insertionsstelle an gerechnet, 71/2 Linien und reichen bis zum zweitletzten Abdomiualscgmcnt hinab. Am Grunde sind sie schmal, verbreitern sich dann nach hinten und runden sich dort zu ; sie erreichen die grösste Breite bei etwa yi der Länge. Die Randrippe ist stark, das Flügelmaal ist nidil zu erkennen ; bei etwa 2/4 der Länge des Flügels verbindet sich (am Abdruck! mit derselben eine zarte Linie, die sich am Grunde des Flügels von der Randrippe losgetrennt hat, sich dann etwas von derselben entfernt, um an der Spitze wieder sich in die R.mdripjjc um- zubiegen; diese Linie scheint indessen von keiner Rippe herzurühren und dürfte zuliillig sein. Die Mittelrippe läuft so ziemlich über die Mille des Flügels und zwar in gerader Linie, am Grunde convergirt sie mit der Randrippe und verbindet sich mit derselben; von derselben läuft an der Nahtlinie ein äussert zarter, kaum wahrnehmbarer Ast aus; vor derFlügelsjiilzc verliert sich dieMittelrippc;; dort IxMuerkt man ein paar weilenfrirmiiie, schwach angedeutete Falten, die nach der Flügelspitze verlaufen; die Nahlrippe ist kurz und läuft schon bei 1/3 Flügcllänge aus. Der Verlauf der Adern d(!r Flügel stimmt demnach mit dem derSlaphv- linen überein, indem auch die Mittelrippe keinen nach dem Randfelde laufenden Ast hat und der Cubitus fehlt. Das Geäder ist auf dem Abdruck deutlicher, als am Thier selbst, daher die hier beschriebenen Rippen auf F. 9. T. I undeutlicher hervortreten, als ich sie hier beschrielxin habe. Von den hinteren Brustringen erkennt man, obwohl undeutlich, das Melanotum; es ist lang und durch eine Längslinie in zwei Hälften getheilt; es zeichnet sich durch dunkle, fast schwarze Farbe aus. Der Hinterleib ist lang und verhältnissmässig schmal. Unmittelbar hinter den Flügel- decken bemerkt man einen grossen dunklen Flecken , welcher den vorhin erwähnten Hinterrücken darstellt; auf dieses Stück folgen sechs Abdominalsegmentc; das erste und zweite sind nur schwer von einander zu unterscheiden; doch lassen die Trennungslinie, welche wenigstens am Rande deutlich wird, und das Längcnverhältniss dieses Stü( kes, darüber keinen Zweifel, dass zwei Segmente da sind; die weiter nach hinten liegenden - 32 - Segmente sind scharf und deutlich von einander getrennt und ihre Form ist leicht zu bestimmen; sie stellen viereckige Platten dar, von welchen die drei ersten (also Segment 3. 4. und 5.) fast 1 1/4 Linien lang und fast S'/^ Linien breit, und unter sich fast gleich gross sind; das letzte Segment ist nach hinten zugerundet. Alle diese Segmente sind offenbar von Hornplatten gebildet, wofür namentlich die gleichmässige , bräunliche Farbe spricht , welche bis an den Rand hinaus reicht. An der rechten Seite sind die Bauch- platten umgelitzl und reichen auf die Oberseite herüber; eine Linie, die besonders beim Abdruck deutlich ist, bezeichnet die Stelle, wo die Bauch- und die Rückenplalten an- einander stossen, woraus wir zugleich sehen, dass wir hier die Rückenplatten vor uns haben, dass diese ebenfalls hornig sind und ferner sich alle auf die Bauchseite fortsetzen. V e r w a n d s c h a f t. Dass das beschriebene Thier zu den Bracheljtren gehöre , unterliegt wohl keinem Zweifel. Die Zahl und Form der Abdominalsegmente, die hornige Heschaffenheit der Ringe, der Bau der Fühler, wie die allgemeine Körperfcsrm weisen uns auf dieselben hin. Die einzigen Familien, die noch in Betracht kommen könnten, sind die Caraboden, von denen Dromius uud Demctrias einen ähnlichen Habitus haben , und allenfalls , durch .^tractocerus, die Lymexyloniden; aber der Bau des Abdomens widerstreitet gänzlich diesen Familien und den letzteren überdies auch die Form der Fühlerglieder und der Elytren. Nicht so leicht ist aber die Bestimmung der Familie, in welche es einzureihen ist. Auf den ersten Hlick ist man versucht , dieses Thier den Staphyliniden zuzutheilen , indem nicht nur seine Grösse, sondern auch die ausgerandete Oberlippe an diese erinnert. Allein ein Hlick auf die so langen Flügeldecken muss uns bald in dieser Ansicht irre machen, und noch mehr werden wir in unsern Zweifeln bestärkt, wenn wir die Fühler und die Form des Kopfes vergleichen. Der Kopf ist nicht so dick und gerundet , wie bei den Staphyliniden, und bei den Fühlern ist bei diesen das fünfte Glied nie von der Länge des dritten. Bei unserem Thiere reiciien die Flügeldecken bis zum dritten Abdo- minalsegmenl hinab , während sie bei den Staphyliniden nur bis an's Ende der Brust gehen. Aus der ganzen Zunft der Brachelylren haben wir nur zwei Familien, nämlich die Tachyporiden und Omaliden , bei welchen wir dieses Längenverhältniss der Flügel- decken wahrnehmen. Gegen die; Tachyporiden spricht sogleich die allgemeine Körper- form, der schmale Vorderrücken und der nach hinten zu nicht verschmälerte Hinterleib, dagegen mahnt uns gar vieles an die Omaliden , obwohl die auffallende Grösse uns - 33 - anfangs zaudern inailil, es dieser Familie einzuverleiben. An die Unialiden inahnl das Thier: ErsKMis durch die Form des Kopfes; denn gerade solche hinler den Augen ange- schwollene und nach vorn zu verschuiälerlc Kopfe haben wir bei Anthophagus. I.esleva und Gcodromus; Zweitens die Fühler; diese haben nänilicii bei den eigentlichen Slnjihvliniden kiir- zerc und mehr gedrungene Glieder; bei vielen ümaliden dagegen haben wir l'adenlVirniige Fühler von ganz ähnlicher Form; Drittens der schmale Vorderrücken; Viertens die langen und hinten nicht abgestutzten, nur zugerundeten Flügeldecken. Besonderes Gewicht haben wir darauf zu legen, dass die hinteren .\ussenwinkel ganz ab- gerundet sind, wie dies in der Ar! nur bei den Onialiden vorkommt: Fünftens die Bcs( halfcnbeit und Sculptur der Flügeldecken; Sech sie ns die verhällnissmässig breiten Abdominalscgmente. Auf der anderen Seite weicht aber unser Thier von allen Omalideii ab : dur( h die ausgerandete Oberlippe, welchen Charakter es mil den Slraphyliniden iheilt ; dann durch das herzförmiee , vorletzte Tarseniilied. Darin kommt es mit den Steniden und Paede- riden überein, denen es sonst ganz ferne steht. Wahrscheinlich bildet daher unser Thier eine eigenthümliche Familie unter den Brachelj'lren , welcher man als Hauptcharakli'r die ausgerandete Oberlippe, die hervorstehenden, ungezahnten, scharf zugespitzten Oberkiefern, die fadenf()r migen Fühler, das herzförmige voriclzic Tarsenglied und die Flügeldecken, welche länger sind als die Brust und bis zum dritten Abdominalsegment hinabreichen, geben kann. Diese Familie steht derjenigen der Onialiden am nächsten, und hier dann wieder der Gallun;; Anthophagus; in der Grösse freilich verhält sich unser fossiles Thier zum grössten jetzt liekannl(!n Anthophagus (er übersteigt kaum die Länge von 3 Linien ungefähr wie der Biesensalamander Oeningens (Andrias Scheuchzeri Tch.) zu den jetzt bei uns lilnn- den Salamandern , oder wie der Biesenfrosch von Oeningen zu unserem Grasfrosch. Durch unser Thier dürfte vielleicht auch die von Germar aus der Kohle des Sieben-- gcbirges abgebildete Silpha siraluum (Fauna Inseclor. XL\. .").! ihre Erklärung linden. Die so stark verkürzten Eljtren dieses Tbiers sprechen gegen eine Silpha, denn auch bei den Silphen , bei welchen die Flügeldecken am meisten verkürzt sind (bei Necrophorus und Necrodes], sind doch höchstens die vier letzten Abdominalsegmente unbedeckt, während bei der Silpha siraluum Germ. IVinl. Der ganzen Körperform nach dürfte jenes 5 - M - Thier eine Omalide oder vielleicht ein zweites Glied unserer neuen Familie sein. Es bildet wohl ein neues Genus , welches vielleicht in ähnlichem Verhällniss zu Omalium steht , wie Prolactus zu Anthophagus. Die Omaliden leben grossentheils auf IMlanzen , auf Blumen oder auch Baumblättern, während die Slaphyliniden unter Steinen und in der Erde anderen Geschöpfen aufpassen. Wahrscheinlich hat auch unser fossiles Thier, wie manche Anthophagen *) , auf Bäumen anderen Thierchen nachgestellt. Beim Hevunterfallen in's Wasser hat es die Flügel aus- gespannt und diese Lage haben sie dann auch beibehalten. Zuweilen kommt es übrigens bei den Brachelytren vor , dass sie auch während des Todeskampfes . in Wasser oder Spiritus, ihre F'lügcl ausspannen und sie dann auch später im Tod(; geöffnet behalten. Vierte Familie: Omaliden. A7. Omalhim F. Gr. 2. Omalium protogaeae m. Taf. I. Fig. 10. Pronoto transverso; elytris abdomine paulo brevioribus. Ganze Länge 2 Lin. Breite der Deckschiide 1 Lin. Radoboj. Ein stark zerdrücktes, undeutliches Stück aus der Samm- lung zu Grätz. Der Vorderrücken ist viereckig , bedeutend breiter als lang : die Ecken sind schwach abgerundet ; die Flügeldecken gehen an der Naht etwas auseinander . in der natürlichen Lage waren die Seiten parallel und gerade; sie sind hinten abgestutzt und decken etwa 2/3 des Hinterleibes; dieser ist hinten stumpf zugerundet. An der rechten Seite stehen die Schenkel der vorderen und mittleren Beine hervor. Die Sculptur ist nicht zu erkennen. *) Hie Antliopliagen sollen, wio man ffegenwjirtij; allgemein annimmt , von ßlumenbläUern, oder doch PflanzenstolTen leben; der Bau des .Mundes, wie ihre Lebensart, zeigt aber, dass es Katibtbiere sind Die- selben .Vrten leben auf ganz verschiedenen PUanzen und I'flanzentheiicn ; so (ludet man in unsern Alpen den .\nthophagus alpiiius I''. in den Itlumon der Oentianen , Cirsien, Alpenrosen nnd auch auf den llliillcrn der Alpenerlen: ebenso den A. alpestris ni. In l.appland siebt man den A. alpinus F. besonders auf Weiden und Zwergbirken. (Zctterstedt, Insccia Lappon S. tT.) Offenbar lebt aber dies Thier nicht von so gänzlich verschiedenen Pflanzenarten . sondern von den kleinen Thierchen. welche auf denselben wohnen. Und ähnlich Verhaltes sich mit den übrigen Antbophagen, von denen einige Arten in der Krde und nntei Steinen leben, ganz nach .\rl der Laufkäfer. - 35 — Der ganzen Körperform nach gehört dies Thierchen zu den Omalidcn und zwar wahrseheinlich zur Gallung Omaliuni ; es erinnert an das Omalium ahdoniinaie Grav. ; (loci) ist (!s bedeutend grösser als dieses. IV. Zuiift; Clavicoriien. Fünfte Familie: Scaphiditlen. XU. Scaphidium Ol. I. Scaphidium d de tum m. Tal'. Ml. Fig. 20. Eilipticum, ocuiis magnis, pedibus elongatis. Ganze Länge 2y^ Lin. Ein selir undeutliclies, zerdrücktes und von Steinsubslanz l)edeclites l'Aomplar aus der Carlsruher Sammlimg. Stellt das Thierciien \(m der liauchseite dar. Kopf ganz in die Hrust eingesteckt; am Grunde zwei ovale Felder, welche in der Mitle fast zusammengehen. Sie stellen wahrscheinlich die Augen dar, welche darnach sehr gross gewesen wären. Vor dem Kopfe bemerken wir einige lose Glieder, welche wo! dem Fühlerkeulchen angehört haben. Die zwei äusscrsten sind noch verbunden, sehr kurz, aber ziemlich breit; dann folgt ein drittes, kurzes, halbrundliches Glied und auf dieses ein längeres Körperchen, welches aber aus zwei Gliedern gebildet sein diirfle. Die V^)rderbrust ist nach vorn zu verschmälert. Leider ist aber der Hau derselben . wie von der Mittclbrust, nicht mehr auszumitteln. Das Metaslernum war gross, verhältniss- inässig lang und breit. Der Leib fängt sich von dort an zu verschmälern und spitzt sich nach hinten zu. Das erste Abdoininalsegnienl ist ziemlich lang, die folgenden drei waren wahrscheinlich sehr kurz, doch sind sie sehr undeutlich abgegliedert , wogegen das letzte wieder längere Segment sich durch eine deutliche Ouerlinie abtrennt. Von den Heinen sieht man die Schiene eines Vorderbeines, die lang ist; dann ein Mittelbein inii langem, in der Mitte etwas angeschwollenem Schenkel und ebenso langer, dünner. ( vlimliischer Schiene; ein Hinterbein von ähnlicher Form und Grösse. Tarsenglieder sind keim /ii unterscheiden ; nur an der Schiene des einen Millelbeines ist eine .Vndeutnng davon zu sehen. Hat die Grösse und die Form von iinsercun Scapb. (|uadriinacnlaluin F. . wenn aber - 36 - jene erwähnten Stellen wirklich die Augen bezeichnen, so hatte es gar viel srössere Au^en und niüsste dann in gleiche Atlheilung mit den Scaphidium-Arten aus Madagascar gehören. Sechste Familie: Siiphiden. A7/. Sllpha L. •2. Siiplia obsoleta m. Taf. II. Fi(?. 7. Ein undeutliches, stark zusammengedrücktes Stück von Radoboj. Aus der Sammlung zu Grätz. Ropl rund, zusaiuniengedrückt ; Vorderrücken auf dem Stein ganz flach; ist vorn schwach auso^ehuchtct ; Seiten gerundet, nach vorn zu verschmälert; Vorderecken ziemlich scharf; die Hinterecken scheinen stumpf zu sein, doch treten sie nicht deutlich hervor. Der Vorderrücken ist 1 '/i Linien lang und am Grunde 2 Linien breit. Von den Flügel- decken sind nur undeutliche Fragmente vorhanden. Die Sculptur derselben , wie des Thorax, ist nicht zu erkennen. Form und Grosse erinnert an die Silpha dispar i»k. , jedoch gestattet der Zustand der Versteinerung keine genauere Vergleichung. Sieb ente Familie: Nitiduliden. XJV, Nilidula. 3. Nitidula melanaria m. Taf. VII. Fig. 21. Ovalis, pronoto anterius paulo angustato, marginato, angulis aculis; elytris laevigatis, marginalis. Ganze Länge 3 Lin.; Länge des Vorderrückens % Lin. , Breite vorn y, Lin., am Grunde iVs Lin.; Länge der Flügeldecken 1% Lin.. Breite beider zusammen i% Lin, Oeningen. Ein Exemplar aus der Sammlung des Herrn Lavater. Stellt das Thier von oben dar. Kopf am Grunde verbreitert , nach vorn zu verschmälert . und vorn gerade abge- stutzt; am Grunde beiderseits ein kleines rundes .\uge . und vor demselben ein schief - ^ - verlaulcndor Quereindruck. Der Vorderrücken am Grunde am brcilesien , i:orade ahpe- schnitten, nach vorn /u sich allmähli^ verschniälernd , mit schwach gerundelen Seilen und hcrvDrslehcndcn spitziiren Vorder- und fast rec hlwinkelip;en Hinlereckcn. Eine mit dem Rande parallel laufende Linie deutet ein ziemlich breites, ahfiesclztes Händchen an. Oben war er, wie es scheint, glatt. Flügeldecken breit, am Grunde eiwas breiler als der Vorderrücken, von der Schulter an sich noch etwas erweiternd , dann niil parallelen Seilen verlaufend und liiiili'ii sich stumpf zurundend ; an der Seite iiiil /.iemlich breitem, abgesetztem Rändchen. Scheinen glatt gewesen zu sein. Vorn sieht man neben dem Vorderrücken die Vorderschiene, welche; etwas länger ist als die VorderbrusI ; durch die Flügeldecken scheinen die Miltel- und Hinterbeine und das Metaslernum durch. Diese Beine haben etwas verdickte Schenkel und c^lindrische Schienen; an dem linken Hinter- beine ist der Tarsus erhalten und ich glaube fünf Glieder daran zu erkennen , doch sind sie nicht scharf von einander abgegliedert. Das Metaslernum ist gross, vorn in eine Spitze verlängert, welche zwischen die Miltelbeine reicht, hinten ist der Fortsatz, wel- cher die Hinterbeine trenn! , ziemlich breit und kurz und ausgerandel. Das Thicr ist glän- zend braun - schwarz gefärbt. In der Form des Körpers stimmt es am meisten mit Nilidula bipustulata F. überein, ist aber viel grösser und der Vorderrücken verhältnissmässig schmäler. In der Grösse erinnert es mehr an Soronia und Amphotis, allein die Flügeldecken waren weder gerippt noch gestreift. Die eigentlichen Nitidulen leben meist im Aase. i. Nilidula radobojana m. Taf. J. Fifj. 8. Kadoboj. Ein sehr stark zusanimenfjedrücktes und undoutlicbe.s Exem- plar aus der Sainndting von Grälz. Kopf fast kreisrund, so lang wie breit; Vorderrücken liinten fast gerade abgeschnitten, vorn nur schwach ausgebuchtet, an den Seiten gerundet und nach vorn zu verschmälert; Vorderecken abgerundet. Scbeinl sehr fein, aber dicht punklirt gewesen zu sein. Von den Flügeldecken ist nur die vordere Partie erhalten, woraus man sieht, dass sie so breit waren , wie der Grund des Vorderrückens. Dieser ist i/o Linie lang und nicht ganz. l Linie breit. Erinnert durch die Form des Thorax an die Nitidulen , aus der Gruppe der N. de- pressa (Epuraea Erichs. . doch war derselbe verhältnissmässig breiter, obwohl nicht so — :}8 — breil, wie bei den Cjchramen. Eine genaue Vorglcichung mit jetzt lebenden Arten lässl indessen das sehr schlecht erhaltene Thier nicht zu. AT. Amphotis Erichson. 5. Amphotis bella m. Taf. VU. Fig. 22. Subrotundala, confertissimc punctulata; pronoto elytrisquc late margi- natis, his quinque costulalis. Ganze Länge 2'/j Lin. , der Flügeidecken 1% Lin.; Breite des Vorder- rücliens 1'/, Lin., der beiden Fiügeldecixen 1% Lin.; Breite des Abdomens 1% Lin. Radoboj. Liegt anf demselben Stein mit Harpalus tabidus , mehreren Ameisen, Wespen und Holzresten. Ist rundlich, mit breitein abgesetzten Rande des Vorderrückens und der Flügeldecken. Der Vorderrücken ist breit und kurz , am Grunde mit einer geschweiften Randlinie ; nach vorn zu etwas verschmälert, mit ziemlich stark gebogenen Seitenlinien; vorn durch eine Bogcnlinie ausgeschweift, so dass die Vorderecken, die indessen stumpflich sind, her- vorstehen; die Hinterecken sind ziemlich scharf; der Seitenrand ist breit, deutlich und llach abgesetzt; die mittlere Partie ist schwach gewölbt. Vom Kopf steht nur der vordere Theil über den Thorax hervor; er ist nach vorn zu verschmälert, doch so verwischt, dass sein Bau nicht näher zu bestimmen ist. Die Flugeidecken sind am Grunde ein wenig breiler als der Vorderrücken und stehen etwas von demselben ab; die Seiten lauien dann ein kleines Stück weit parallel , dann runden sie sich ganz stumpf zu. Sie haben einen breiten , ganz flach abgesetzten äussern Rand , der durch eine scharfe Linie abge- grenzt wird-, von dort wölben sich die Elytreu ; durch eine zweite Linie, welche rings um die Eljtren herum läuft, wird die Grenze dieser Wölbung bezeichnel. Die Partie innerhalb dieser Linie, also die ganze mittlere Partie der Elylren , ist flach gewölbt. Auf (lieser bemerken wir drei hervorstehende Rippen , welche indessen nicht scharf hervor- treten; eine vierte Rippe bildet jene vorhin erwähnte zweite Randlinie und eine fünfte die äussere Randlinie. Durch die Flügeldecken scheinen ein Hinterschenkel und die vier hinteren, kurzen, unter sich gleich langen, Abdominalsegmente durch. Das ganz(! Thier ist hell gelbbraun gefärbt, und sehr dicht, aber fein punklirl. Diese l'unklnr bemerken wir aul dem Kopfe, dem Vorderrücken und den Flügeldecken. - 39 - Ich stand längere Zeil an, ob ieh dies Tliierdien zu l'ellis oder den Nilidulen reeb- nen solle. Der breite, flach abiresetzle Rand des Vorderrückens und die vom breit abgesetzten Saum steil aufsteigenden Flügeldecken schienen mir lür I'eltis zu sprechen, wogegen die allgemeine Körperform mehr für die Nilidulen aus der Gruppe von Ampholis. Bei I'eltis ist der Vorderrücken verliältnissmässig viel kürzer, als bei Ampholis und in diesem Längen\erhältniss des Vorderbruslringes zu den Flügeldecken stimmt das fossile Thier mit Ampholis überein. Eine genaue Vergleichung desselben mit der Ampholis inarginata F. zeigt in der Thal , dass es mit dieser Art nahe verwandt sein müsse. Ks hat nicht nur fast genau dieselbe Grösse, sondern auch in Vorderrücken und Flügeldecken dieselbe Form. Auch bei der Ampholis marginala haben wir einen solchen breiten, flach abgesetzten Rand , und ebenso diese feine und dichte Punktur , wie fünf schmale Rippen auf den Flügeldecken , zwischen welchen ziemlich breite Furchen verlaufen. Was das fossile Thier als S|)ccics von der A. marginala F. auszeichnet, ist, dass die Vorderecken des Vorderrückens nicht so scharf sind und dass die Flügeldecken sich gegen den Rand stärker abdachen , welche Abdachung zwischen die vierte und fünfte Kippe fällt. Auch laufen die Seiten der Flügeldecken von der Schulter ein Stück weit erst parallel , ehe sie sich nach hinten runden. Ampholis marginala F. ist durch ganz Europa verbreitet und lebt unter Baumrinden, am ausfliessendeu Safte der Eichen und besonders in den Nestern der Formica fuliginosa in alten Bäumen. Achte Familie: Peltiden. \ri. Peius GeolTr. 6. Pellis (ricostata ni. Tal. VII. Fig. 34. Eiylrum ohlongo- ovale, creberrinie piinclaluni, (ricostatum. Oeningen. Der Abdruck einer Flügeldecke aus Lavater's Sammlung. Sie ist .55/s Lin. lang und in der Mitte :>'/4 I.in. breit. Am Grunde ist .sie abgerundet und zeigt auf der Nahtseile einen weiten Abschnitt; das Schildchen war daher wahrscheinlich gross. Von den Schultern an verbreitert sich die Flügeldecke sehr allmählig in einer schwachen Bogenlinie, erreicht die grösste Breite in der Mitte und verschmälert sich nach hinten zu ebenso allmählig; die Spitze ist stumpflich. Der Abdruck ist ziemlich stark concav , nur der Aussenrand ist flach , d. h. es zieht dort eine schmale (sie ist vorn etwa % Lin. - 40 — breit), flache Linie herunter, welche von der Schulter nach liinten zu sich verschmälert; es zeigt diese wohl , dass die Decke ein Rändchen hatte. Die Sculplur ist sehr deutlich, die ganze Decke ist nämlich sehr dicht und deutlich gekörnt und zwar allseitig gleich- massig, nur an der FlügeldecLenspitze werden die Körnchen etwas kleiner. Mit der Nahtlinie, welche sauft gebogen ist, laufen drei Furchen parallel; die erste steht '/2 Lin. von der Nahtlinie ab und läuft bis '^/\ Lin. vor der Spitze , wo sie plötzlich aufhört ; die zweite Furche ist wieder '/^ Lin. von der ersten entfernt und die dritte ebenso weil von der zweiten; die zweite hört etwas früher auf, als die erste, und biegt sich durch eine sehr schwache Linie in die erste um , und ebenso die dritte , noch kürzere , in die zweite Furche. Diese Verbindungslinien sieht man nur bei guter Beleuchtung, besonders die äussere. Da wir nur den Abdruck der Decke vor uns haben , in welchem die Vertie- fungen der Flügeldecke als Erhabenheiten erscheinen, muss die Decke selbst dicht und gleichmässig punktirt gewesen sein und drei gleichmässige Längsrippen besessen haben. Ferner war sie gewölbt und zwar stärker noch als die Concavität des Abdruckes zeigt, was aus der gekrümmten Nahtlinie zu schliessen ist. Nur mit grossen Zweifeln theile ich diese Flügeldecke einem pellisartigen Thiere zu, wozu uüch vorzüglich die Peltis grossa F. veranlasst, bei welcher die Sculptur eine auf- fallende üebereinstiminung mit derjenigen unseres fossilen Thieres zeigt. Audi hier sind di(' Flügeldecken gleichmässig und dicht mit Funkten besetzt und von drei gleich weit von einander entfernten und vor der Spitze der Decke plötzlich abbrechenden Rippen durchzogen, welche jedoch an der Spitze nicht in einander einmünden. Auch hiei' ist die erste Rippe etwa 1/2 Linie von der Naht entfernt, während die dritte viel weiter von der Randlinie absteht ; auch hier ferner ist die Decke mit einem Rändchen versehen. In der Form dagegen weicht sie bedeutend ab ; sie war nach hinten zu mehr verschmälert und ferner stärker gewölbt , auch muss das Schildchcii wohl grösser gewesen sein. Flügeldecken mit ähnlicher Rippenbildung linden wir auch bei einigen Tenebrioniden (Erodius, Scaurus u. a.^, allein bei diesen allen haben die Flüaieldecken einen umjre- schlagenen Rand und das Schildcben ist ganz zurückgedrängt. Die Form der Flügel- decken und das grosse Schildcbon erinnert auch an die H)'dropbilen , allein ihre Si^ulptur ist dieser Familie fremd. AT//. Tnujuüta Ol. 7. T r oii (».s i la Koellikeri in. Taf. VI. Fij?. J}. Deprcssa, elytris serlalini |)iiiu'laUs. seriehiis 16, jicriiiiialis. aUerni.s iiroriiiidiorihiis. - 41 - Ein Exemplar aus der Carlsruher Sammlung. Der eine Stein enthält den Leib und die Flügeldecken des Thieres mit einzelnen Fragmenten des Thorax, der andere den Kopf, Prothorax, und von den Flügeldecken und Ab- domen den deutlichen Abdruck. Ganze Länge O'/t Lin., Länge des Kopfes l'/j Lin., Breite am Grund l'/jLin.; IJinge des Vorderrückens IVb Lin., Breite vorn nicht ganz 2V^L.; Länge der Flügeldecken 5% Lin.; Breite der einzelnen Decke P/, Lin. Da der Kopf auf die Platte mit dem Abdruik gekommen ist , stellt sich seine untere Seite dar. Er ist am Grunde breit, nach vorn zu verschmälert; die Basis durch eine schwache Linie von der vorderen Partie getrennt ; diese kurze Basis stellt die Kehle ilar ; zu beiden Seiten, unmittelbar vor dieser Linie, bemerken wir die Augen; sie stellen rundliche, dunklere Flecken dar, an denen man die Facettenbilduiig unter dem Microscop leicht erkennen kann ; vor der Kehle haben wir eine ziemlich breite Platte , welche vorn und an den Seilen ausgerandet zu sein scheint. Kinn und Oberlippe sind bei den Tro- gositen vorn ausgebuchtet , da indessen der Kopf von der Unterseite vorliegt , muss diese Platte das Kinn darstellen ; vor demselben bemerken wir die Oberkiefern ; sie sind kurz und dick und zusammengebogen. Der Prolhorax ist vorn etwas breiter, als der Kopf, nach hinten zu aber verschmälert , mit gerundeten und nach hinten einwärts geschwun- genen Seiten. Vorderecken hervorstehend und ziemlich spitzig, die Hinterecken recht- winkelig, doch nur die rechte zu sehen und au(h diese undeutlich. Auf der linken Seile liegt in einer Querlage das Proslernum , welches somit verschoben worden ist ; es ist in einen schmalen Fortsatz verlängert. Es hat dies Prosternum dieselbe Form , wie das von Trogosita mauritanica Ol. , ist aber verhältnissmässig viel kleiner. Hinterhalb des Vor- derrückens bi'mcrkt n\an das dreieckige Schildchen , das aber ganz frei da liegt. Die Flügeldecken sind länglich oval; anfänglich erweitern sie sich etwas, laufen dann aber ziemlich gerade herunter und runden sich nach hinten allmählig wieder zu. Sie sind dicht gepunktet; die Spitze ist unregelmässig gc^punktel, auf der übrigen Decke da- gegen stehen die l'unkte in, freilich nicht scharf hervortretenden, Längslinieu iiiul zwar je zwei und zwei mehr genähert , von denen die innere aus etwas grösseren Punkten besteht. Es sind acht Paare solcher Punktreihen zu tmterscheiden, weiter nach aussen finden sich noch einige Paani, die aber ineinander verflossen sind. Diese Sculplur ist besonders deutlich auf dem Abdruck, wo diese Punkte als hervorstehende Höckerchcn auftreten; auf dem anderen Steine sind die Flügeldecken theilweise zerrissen und zerstört. 6 — 42 - Das Mesoslernuni ist sehr kurz und hat einen mittleren Fortsatz , welcher zwischen die Mittelbeine verläuft; ob aber dieser ausgerandel sei, wie bei den jetzt lebenden Trago- silen, konnte ich nicht mit Bestimmtheit ermitteln. Das Metasternum ist gross und be- steht aus zwei in der Mitte getrennten Platten ; vorn verlängert es sich in der Mitte in einen kurzen Zahn , welcher mit dem Zahn des Mesostcrnum sich verbindet. Die fünf Abdominalsegmcnte sind sehr deutlich und durch scharfe Querlinien getrennt ; das erste Segment ist das längste , die drei folgenden fast von gleicher Länge; das letzte wieder etwas länger als das vorletzte und stumpf zugerundet. Da die Rückensegniente bei Trogosita sämmtlich sehr dünn und häutig sind, können die erhaltenen Segmente nur die Bauch- platten vorstellen , die man also von der inneren Seite sieht. Die Beine sind kurz ; am Fuss der Hinterbeine sind vier Glieder zu erkennen. Eigenthümlich ist die Punktur der Abdominalsegmente. Die von der Flügeldecke un- bedeckte Seile ist dicht gekörnt , während ein mittlerer Längsstreifen , der nach hinten zu allmählig sich etwas verbreitert, glatt ist; auf dem Abdruck ist jene Seite, diesem ent- sprechend , gepunktet. Es fragt sich , ob diese Sculptur den Bauchplatten ursprünglich angehöre, oder nicht. Untersiichen wir die Bauchplatten der lebenden Trogositen , z. B. von Trog, mauritanica , so finden wir auf der äusseren Seite eine ziemlich dichte , tiefe Punktur; auf der Innenseite haben wir den Punkten entsprechend kleine Körnchen; in soweit würde also die Sculptur des fossilen Thieres mit der der jetzt lebenden überein- stimmen , allein diese glatte mittlere Stelle findet sich bei letzteren nicht ; ferner ist nicht zu übersehen , dass die linke Flügeldecke auch etwas verschoben ist und dass auf der Hauptplattc (welche das Thier enthält) da wo ein Theil der Flügeldecke weggebrochen ist, die Abdominalsegmente auch die körnige Punktur zeigen; diese reicht aber nur so weit , als die Umrisse der Flügeldecke gehen. Würde die Sculptur den Bauchplatten an- gehören , müsste die glatte Stelle mitten über den Rücken herunter laufen , während sie jetzt nach der einen Seite zu sich biegt (Fig. 3. b. u. c. VL) , so dass beim letzten Segment auf der einen Seite eine breitere Partie , auf der anderen aber nur ein verschwindend kleines Eckclien gekfirnt ist. Da auf der linken Seite die Sculptur nur so weit geht, als die Flügeldecken reichen , dürfte wohl diese Sculptur von den Flügeldecken herrühren, obwol ich nicht verkenne , dass ihre Bildung nicht leicht zu erklären ist und ich ferner auch nicht dieselbe Regelnlässigkeit in der Vertheilung der Punkte finde, obgleich sie auch in Längsreihen zu stehen scheinen. Ist meine Annahme richtig , wäre die rechte Flügel- decke anfänglich auf dem Abdomen gelegen und später dann verschoben worden ; wofür noch angeführt werden kann, dass am Abdruck auch eine äussere Bogenlinie die erste — 4:3 — La{,'(' der Ducke über dem Abdomen auzudeulcii scheinl. Sie müsste die erslere Laj^e zicmlicb lange behalten haben, um diesen Abdruck zu bilden; doch aber die Verschiebung in einer Zeit Statt gefunden haben, wo die Masse noch weich war, da sonst das Thicr zerrieben worden wäre. Hat fast die Grösse der afrikanischen Trogosita gigas F. und Tr. opaca Klg. , aus welchen Erichson die Gattung Melambia (Gerniar Entomolog. Zeitschrift V. 450) gebildet hat. Es ist indessen eine wahre Trogosita, indem die Schienen nicht bedornt sind. In der That stimmt sie in der Tracht wohl mit der Trogosita mauritanica Ol. , ist aber fast drei Mal grösser. Die Augen sind indessen am Grunde kaum ausgebuchtet und scheinen eher rundlich als qucrslchend gewesen zu sein ; allein auch bei der Tr. mauritanica Ol. ist die Ausbuchtung der Augen, welche den Trogositen zugeschrieben wird, nur äusserst- schwach und sie erscheinen rundlich. Von der Trogosita tenebrioides Germ. Faun. Ins. Europ. XIX. 9. , aus der Bonner Kohle , unterscheidet sie sich leicht durch bedeutendere Grösse und andere Sculplur der Flügeldecken. Die Trogosita mauritanica Ol. gehiirt wohl ursprianglich dem südlichen Europa an, wo sie unter Baumrinden und in faulem Holze lebt, hat sich aber mit Arznei- und Ess- waaren über die ganze Erde verbreitet. Ich habe dieses interessante Thierchen meinem Freunde, Prof. Dr. Albert Kölliker, welcher sich um die Entwickelungsgcschichte der niederen Thiere, und auch der Insekten, grosse Verdienste erworben hat, gewidmet. Neunte Familie: Dermestiden. XV HI. Dermestes L. 8. Dermestes p au per m. Taf. l. F\>;. 11- Oeningen. Ein sehr undeutliches Exemplar aus der Carlsruher Sanuuiung. Stellt das Thier von oben dar; nur Kopf und Vorderriicken sind cinigermassen deutlich, nebst vier unvollständig erhaltenen lieitieii; Flügel- (leeken und Hinterleib sind ganz verwischt. Ganze Länge !J Lin., des Kopfes % Lin. , des Vorderrückens '/j Lin.; Breite des Kopfes '/, Lin., des Thorax l'A Lin., dieselbe Breite liiii der Leib bei den Schultern. Hat die Form eines Dermestes oder Attagenus , muss aber zur ersl(!ren Gatlunu ge- rechnet werden, wenn es überhaupt, wie mir sehr wahrscheinlich scheint, zu den Der- _ 44 - üiestiden gehört, da der Vorderrücken nicht beim Schildchen in einen Lappen ausläuft, wie bei Attagenus. In Form und Grösse iiann das Thier mit Dermestes aflinis Gjll. und D. tesselatus F. verglichen werden, ist also etwas kleiner als der so gemeine gewöhnliche Speckkäfer. Der Kopf ist kurz und breit, vorn gerundet, Vorderrücken vorn etwas ausgeschweift, hinten ziemlich gerade abgeschnitten ; nach vorn zu etwas verschmälert. Er ist auf dem Stein dunkelbraun schwarz und scheint punktirl gewesen zu sein , doch ist die Sculplur sehr verwischt. Von den Flügeldecken sieht man nur die vorderste Partie bei den Schultern ; ein paar Linien dürften ihre Enden bezeichnen. Einige freilich sehr undeut- liche Linien dürften auf gestreifte Elytren schliessen lassen. Von den Beinen bemerkt man die etwas über den Leib hervorstehenden Schenkel 4er Vorderbeine und die Hinter- beine. Die Schenkel dieser stehen etwas über den Leib hervor ; die Basis derselben ist indessen wahrscheinlich von der Hüfte gebildet , die hier aber nicht von dem Schenkel sich abgrenzt; nur am linken Bein dürfte eine Querlinie diese Grenze bezeichnen. Würde die Basis zum Schenkel gehören, wären diese länger als bei den Dermestiden und es würde sich dann überhaupt fragen, ob das Thier zu dieser Familie gerechnet werden könne. Die Schienen sind nach Innen gekrümmt und dünn, massig lang; der Tarsus ziemlich lang, aber leider ganz undeutlich gegliedert, so dass die Zahl und Form der Glieder nicht näher bestimmt werden kann. Von dem Mittelbeine ist nur auf der rechten Seile eine schwache Andeutung da. Ausser der Körperform bestimmt mich dies Thier zu Dermestes zu bringen, der Umstand , dass die Hinterbeine weit vorn befestigt sind , der Hinterleib also lang war. Zehnte Familie: ßyrrbiden. XIX. Byrrhus L. 9. Byrrhus oeningensis m. Taf. II. Fig. 9. b. und c. Oeningen. Ein zieiiilicli wohl erhaltenes Exemplar aus der Sammlung des Herrn von Seyfried. Kopf und Flügeldecken sind gut erhalten, doch stark zusammengedrückt; der Thorax dagegen ist ganz zerdrückt und nur in Fragmenten vorhanden. Der Kopf, welcher bei den lebenden Byrrhen senkrecht nach unten steht, Ist hier herausgedrückt und liegt in wagrechter Richtung da. - 45 - Die Länge des ganzen Thierchens mit dem herausgedrückten Kopf be- trägt '5Vs Lin.; die grösste Breite iVi Lin.; die Länge der Flügeldecken 2 Lin., des Kopfes % Lin. Kopf rund, nach vorn zu etwas verschmälert , von mehreren undcullichen Quer- streifen durchzogen; das Stück vor dem vordersten Querstreifen stellt ohne Zweifel die Oberlippe dar; diese wäre darnach ziemlich breit und vorn abgerundet. Die Form des Vorderrückens ist nicht mehr genau zu bestimmen; das geht indessen aus der Slellung des Kopfes zu den Flügeldecken und den vorhandenen Fragmenten hervor, dass er sehr kurz und verhältnissmässig breit war. Dass er den Kopf ganz eingefasst hat, sieht man aus einer, freilich nur schwach hervortretenden, und nur mit der Loupe bemerkbaren Linie , welche auf der rechten Seite von dem Kopfe ausläuft. Es ist der Thorax so stark zerdrückt, dass die Schenkel der Vorderbeine durch denselben hindurch scheinen, was namentlich beim Abdruck der Fall ist. Von den Beinen sind nur die vorderen vorhan- den und zwar beide Schienen. Sie sind llach , nach vorn zu allmählig erweitert und vorn schief abgestutzt. Die Flügeldecken sind nur wenig (um Vs) länger als breit; die Seilen erweitern sich anfänglich etwas , haben etwas hinter der Mitte ihre grösste Breite und runden sich nach hinten ganz stumpf zu, sie haben einen schmalen Band, der deutlich abgesetzt ist und die Grenze des Leibes bezeichnet, wie dies namentlich an der Spitze des Leibes zu erkennen, wo die Flügeldecken etwas auseinander gehen, \eben dem Rande treten einige undeutliche Streifen auf, doch sind sie sehr zart und fein, und weiter nach Innen kann man mit Sicherheit keine mehr erkennen; doch finden sich wahrschein- lich welche bis zur Naht ; allein die Flügeldecken sind so stark zerdrückt , dass ihre Sculptur verwischt wurde. Durch die Flügeldecken scheinen die Hinterleibsscgmente und die Schenkel durch. Man erkennt fünf Segmente , die fast von gleicher Länge sind ; das erste sendet einen stumpfen Fortsatz zwischen die llinterhüften. Von den Schenkeln der Mitlelbeine sieht man am Grunde der Flügeldecken Andeutungen , von denen der Mittelbeine etwas vor der Mitte. Hierher rechne ich auch, obwol mit einigen Bedenken, ein Exemplar aus Oeningen, ebenfalls aus der Sammlung des Hrn. vcm Seyfried, welches aber noch stärker zerdrückl und darum noch schwieriger zu bestimmen ist. Die Flügeldecken haben fast genau dieselbe Grösse , nur sind ihre Seiten etwas weniger erweitert und gerundet. Vom Kopf und Thorax sind nur undeutliche Fragmente vorhanden, dagegen stehen auf der linken Seite die Knie der zwei vorderen Beine hervor, bei denen die Schienen nach Innen zu ein- - 46 — geschlagen sind; aut der anderen Seite ijemerken wir das Knie des Hinterbeines, das dieselbe Form hat. Fig. 9. d. stellt dieses Thierchen dar. Auf demselben Steine befindet sich noch ein ovaler, aus einer grümmeligen Masse bestehender Körper, den ich für einen Coprolithen eines Vogels halte, und zwar eines Insekten fressenden Vogels, da ich Fragmente von Insektenheinen darin erkennen zu können glaube. Es ist dies Thierchen nicht leicht zu deuten. Ich rechne es zur Gattung Byrrhus, weil es in diesem gerundeten Kopf, dem kurzen Vorderrücken , welcher den Kopf hinten ganz einfasst, in diesen platten nach vorn zu verbreiterten Schienbeinen, in den einge- schlagenen Schienbeinen, den gerundeten, hinten ganz stumpfen Flugeidecken mit dieser Gattung übereinkommt. Abweichend von Hyrrhus sind die geränderten Flügeldecken, wobei freilich in Frage kommen kann , ob dieser abgesetzte Rand nicht eine Folge des Druckes sei. Die Flügeldecken waren gewölbt, ob aber in dem Maasse , wie bei den jetzt lebenden Byrrhen, lässt sich nicht mit Bestimmtheit ermitteln; ist mir aber nicht wahrscheinlich. In der Grösse stand es zwischen dem Byrrhus fasciatus F. und ß. varius F., und kam in der Form vielleicht dem B. dorsalis F. am nächsten. V. Zuiift: Palpicorneii. Elfte Familie: Hydrophiliden. XX. Hydruphilus F. Die fossilen Hydrophilusarten sind am leichlesten an der Strelfunj^ der Flügeldecken zu erkennen; es sind nämlich acht Streifen paarweise gestellt; das erste Paar nächst der Naht ist sehr genähert; innerhalb desselben nächst dem Schildchen haben wir noch einen abgekürzten Streifen; bei den übrigen Streifenpaaren sind die Streifen unter sich gleich weit abstehend; vorn bei der Schulter stehen (mit Ausnahme der beiden Nahtstreifen) alle gleich weit von einander ab, hinter der Mitte aber rangiren sie sich paarweise zu- sammen, so dass der erste und zweite Streifen sich mit einander verbinden, dann der dritte und vierte, der fünfte und sechste, und der siebente und achte; diese Streifen laufen in ganz spitzigen Winkeln gegen einander und die äusseren Paare convergiren gegen die inneren. Ausserhall) des \ierten — 47 - Paares läuft noch ein ncunlor Streifen hinunter, welcher den Saum der Flüfreldccke ahgrenzt. Alle diese Streifen sind sehr fein und punklirl. unrl nehmen jiegen die Spitze hin an Tiefe zu. I. Hydrophil US vexalorius m. Elytris magnis, singuh's lanceolalis, planiusculis, late marginalis, suh- liliter striatis, striis sul)tilissime punctatis. Flügeldecke aus der Carlsruher Sammlung: Länge 14 Vs Lin,, Breite 5'/s Lin.; Flügeldecke aus Herrn Lavater's Sammlung: Länge 15 Vj Lin.. Breite S'A Lin. Oeningen. Zwei F'lügeldecken, die eine an der Schulter zerbrochene, in der Lavater'schen Sammlung (Taf. L Fig. 12 b.), die andere, an der Sj)itze nicht ganz erhallen, in der Carlsruher Sammlung (Taf. L Fig. 12). Dazu rechne ich ferner auch den undeutlichen Abdruck einer Flügeldecke aus der letzteren Sanmilung. Flügeldecken lang und schmal; vorn gerade abgestutzt, mit ziemlich scharfer Schul- terecke ; an der Nahtseite schief abgeschnitten, uihI zwar ist diese schief gehende Linie stark 2'/v Linie lang; es hatte darnach unser Thier wahrscheinlich ein etwa 2 Linien langes und 3 Linien breites Schildchen. Auf der Nahtscile läuft der Rand in einer ganz schwachen Bogcnlinic vom Schildchen nach der Spitze herunter; bis etwa zur Mitte der Elytren biegt sich die Linie nach innen , dann verläuft sie nach aussen. Der Aussenrand verläuft bis über die Mille hinab in einer fast geraden Linie , dann biegt er si( h in einer sehr schwachen Bogenlinie sehr allmählig gegen die Spitze zu. Diese ist schmal , jedoch stumpf lieh. Oben ist die Decke fast ganz flach; gegen den Aussenrand zu fällt sie aber etwas ab, so dass wir eine Wölliung längs der ganzen Aussenseite bekommen, welche indessen nur gering ist; ausserhalb derselben haben wir einen breiten, flachen Saum, der von der Schulter bis gegen die Spitze hinabreicht , an welcher Spitze sich die Decke auch abflacht. Dieser Saum ist hinten durch eine feine, schmale hervorstehende Linie abgegrenzt, W'Clche aber weiter vorn sich verliert; an der Schulter grenzt denselben eine ziemlich tiefe Linie ab; welche aber gegen den Rand zu läuft und hinterhalb der Mitte über den Saum herunterläuft. Ungefähr in der Mitte der Decke bemerkt man an der Seite des Saumes, da wo die Elytren von demselben sich hcraufwölben, zwei Längslinien (besonders bei dem Exemplar aus Lavater's Sammlung) : wahrscheinlich steht eine in Ver- — 48 — bindung mit der früher erwähnten hervorstehenden Linie, welche hinten den Saum ab- grenzt, doch konnte ich den Zusammenhang nicht bestimmt ermitteln. An der Stelle, wo diese beiden Linien sind , ist der Saum bei Lavater's Exemplar am breitesten. Von Streifen sehen wir zunächst einen abgekürzten Streifen am Schiidchen, dann folgen zwei ganz nahe beisammenstehende Streifen, welche vorn nach der Schuller verlaufen, hinten sich verbinden. Auf diese folgen sechs weitere Streifen , welche bis zur Mitte der El^-tren gleich weit von einander entfernt sind , weiter hinten aber paarweise näher zusammen- gehen; der dritte und vierte nähern sich und laufen an der Flügeldeckenspitze ineinander; ebenso der fünfte und sechste und der siebente und der achte ; vorn krümmen sie sich gegen die Schulter zu. Diese Streifen sind überall fast gleich tief und äusserst fein punktirt. Die Zwischenräume sind ganz glatt. Die Substanz der Flügeldecken ist verschwunden und nur der Abdruck da. Es sind dies die grössten Flügeldecken aus Oeningen , die ich kenne , deren Bestim- mung mir lange nicht gelingen wollte. Ich dachte wohl gleich anfangs an Hydrophilus, allein diese lange, platte Form und namentlich der flache Saum, dann wieder dieser fast gerade verlaufende Seitenrand wollten mir gar nicht zu einem Hydrophilus passen. Ich suchte bei verschiedenen Familien, bei denen Arten mit grossem Schildchen vorkommen, Mach ähnlichen Flügeldeckenformen, habe aber nirgends Auskunft gefunden, so dass ich zu Hydrophilus zurückkehrte und eine genauere Vergleichung mit den inländischen und exotischen vornahm. Da ergab es sich denn in der Thal, dass die vorliegenden Flügel- decken , in allen wesentlichen Punkten mit denen von Hjdrophilus übereinstimmen. Wir bezeichnen als solche: Erstens das grosse Schildchen , welches die Hjdrophiliden so sehr auszeichnet. Zweitens die hervorstehenden Schulterecken , namentlich aber : Drittens der Verlauf der Streifen. Auch bei unserem Hjdrophilus piceus L. haben wir einen ganz ähnlichen Streifenverlauf, nur dass sie nach oben zu sich verwischen und dass ferner zwischen den Streifen noch Punktreihen verlaufen. Zunächst der Naht ver- laufen nämlich zwei ganz genäherlp Streifen , die hinten zusammengehen , dann folgt ein zweites , dann drittes und dann viertes Paar und alle diese verbinden sich an ihren Enden bei der Flügeldeckenspitze. Viertens. Auch beim Hydrophilus piceus ist der achte Streifen weit vom Aussenrande abstehend, und dieser ist der ganzen Länge nach eingedrückt und zwar am meisten auch in der Mitte der Elytren ; obwol allerdings dieser Aussenrand nicht so flach abgesetzt - 49 - ist, wie er es bei unserem l'ossilen Thicre gewesen zu sein scheint. Ferner verlauten auch heim Hjdr. piceus am eingedrückten Aussenrand zwei genäherte Linien. Es bleibt also nur nocii die platte Form der Flügeldecken als dem Hydrophilen Typus widersprechend übrig. Hinsichtlich dieser will ich aber darauf aufmerksam machen, dass die Nahtlinie in einer schwachen Bügenlinie verläuft, während heim lebenden Thiere na- türlich die beiden Flügeldecken dort aneinander geschlossen haben; diese Bogenlinie zeigt uns daher, dass beim lebenden Thiere die Flügeldecken gewölbt gewesen sein müssen, weil nur so die JVabtlinien derselben sich aneinander schliessen konnten ; dass also die gegenwärtige platte Form theilweise wenigstens dem ausgeübten Drucke zugeschrieben werden muss, durch welchen Druck dann zugleich auch der Saum platter werden und die Ausseulinie eine geradere Richtung annehmen niussle. Immerhin scheint aber unser fossiles Thicr weniger gewölbte, mit einem flacheren Saum versehene, dann verhältniss- mässig etwas schmälere Flügeldecken gehabt zu haben, als H. piceus, und erinnert dadurch mehr an die Hydrophilen der w;trmen Zone, welche flachere und verhältnissmässig längere Flügeldecken besitzen, so der Hydr. mexicanus, der H. aler F. (Cayennej , der H. oliva- ceus F. 'aus Indien], H. aculeatus Dej. vom Senegal), H. intermedius Klg. Cuba u. A. Es wird von einigen Schriftstellern (Marcel de Scrres , Geognosie des Terrains ter- liaires p. 235) ein Lucanus von Oeningen erwähnt , dem L. cervus L. verwandt. Wahr- scheinlich hat man die Flügeldecken unseres Thieres für Lucanus - Elytren genommen, welche Verwechselung vielleicht von der so unzuverlässigen Oryctologie Mtmlpellier 17.55) ausgegangen ist, in welcher ein Scarabaeus in lapide Oeningensi, didus cerf- Milanl, erwähnt sind. •2. H\ drophilus .spectabilis ni. Tal". II. Fig. 1. Elylris elongato-ellipticis, subliiitcr piinclalo-striolatis; slriis apicciii vcisiis paiilo prolundiorihiis; alxloiiiinc non carinalo. Long. 20 Lin.? Oeningen. Eine schöne Flügeldecke (Tal". II. 1. b) von der oberen Seite; die Sctilpliir ausgezeichnet schön, doch die Basis zerdrückt; eine zweite vojlsländig erhallene Flügeldecke in Abdruck, die innere Seile der Decke darslellerid; hat die l.änge von liV, Lin., die erste \on i-Wi Lin.; ein drittes Stück (Tat. IL 1) stellt den Körper und die beiden Flügeldecken des Käfers von der Bauchseite dar. Dieses grosse Stück isl indessen künst- lich zusaiiimengeselzt; die vordere Partie ob der Brust, zwischen den l'lügel- I - 50 - decken, ist dem Thiere ganz fremd; denn die Vorderhrusl unseres Thieres kann keine solchen Hinge gehabt haben. Die übrigen Stücke gehören da- gegen unzweifelhaft dem Hydrophihis an, obwol sie auch künstlich zusanmien- gefügt sind. Es ist die rechte Flügeldecke eingelegt und zwar unrichtig, indem die vordere Seite die Nahtseile darstellt, so dass darnach bei den geschlossenen Flügeln die Naht an die Seile des Körpers zu liegen käme; eben so ist auch die linke Flügeldecke eingefügt, aber diese in der rechten Lage. Alle diese Stücke sind aus der Lavater'schen Sanmilung. Neben diesen liegen in der gleichen Sammlung noch drei undeulliche Stücke und eines in der Zürcher üniversitätssammlung, das aber etwas schmäler ist als die übrigen. Stand in der Grösse zwischen unserem Hydropliilus piceiis F. und H. aterrimus Eschsch. ; war etwas kleiner als Ersterer, etwas grösser als Letzterer und hatte ganz dii'- selbe Rörperform. Er unterscheidet sich aber von beiden durch die fein gestreiften Flügeldecken und den nicht gekielten Hinterleib. Nähert sich indessen mehr noch dem H. aterrimus als dem H. piceus, da ihm, wie Ersterem, das Zähnchen der Flügeldecken- spitze fehlt und ferner das Abdomen beim H. piceus der ganzen Länge nach dachförmig gekielt ist , beim H. aterrimus dagegen nur der letzte Hing. Jedenfalls steht also die fossile Art zwei durch ganz Europa verbreiteten Hydrophilen am nächsten. Flügeldecken elliptisch, doch nach vorn zu wenig verschmälert, nach hinten zu dagegen allmählig schmäler werdend und sich da zuspitzend; dort nicht zugerundet und ohne Dörnchen ; Oberseite fein punktirt gestreift , welche Streifen von der Spitze bis zum Grunde herauf deutlich sind, wenigstens bei den Flügeldecken, welche die Innenseite darstellen (Taf. 11. Fig. 1), während sie bei derjenigen, welche uns die Oberseite zu- kehrt (Taf. H. 1. b), sich nach vorn allmählig verwischen; wobei freilich berücksichtigt werden muss, dass bei diesem Stücke die Flügeldecke vorne gelitten hat. Nach der Flügeldeckcnspitze zu werden indessen die Streifen bei allen Stücken etwas liefer. Zwei Streifen laufen nahe neben einander der Naht nach herunter und gehen hinten zusammen; dann folgen sechs Streifen, die alle weiter voneinander abstehen, anfänglich auch gleich weit von einander entfernt sind , dann aber paarweise sich nähern und hinten zusammen- laufen ; so der dritte und vierte, der fünfte und sechste und der siebente und acliie, welche alle zusammengehen und sich fast in einander \ erlaufen. Ausserhalb dieser haben wir noch einen Streifen , bei welchem der Kand der l'lüseldecken sich absetzt. Bei einer - 51 - Flügcldcckp bemerkt man zwei Randstreifen und normal sind wohl immer zwei da, so dass, wo nur einer zu sehen ist, ein anderer als verwischt anzunehmen ist. Die Streifen sind der ganzen Länge nach mit feinen Punkten besetzt , wogegen man in den Zwischen- räumen keine Punklreihen bemerkt; doch scheinen sie ungemein fein, aber unregelmässig punklirl gewesen zu sein. Durch diese Sculptur weicht demnach unser Hydrophilus vom H. pieeus ab , denn bei diesem sind die Streifen nur vor der Flügeldcckenspilze deutlich und verwischen sich schon über der Mitte gänzlich, dagegen haben wir zwischen dem dritten und vierten und fünften und sechsten , dann zwischen dem siebenten und achten Streifen Punklreihen, welche, obwol sehr schwach ausgesprochen, bis nach der Basis heraufreichen. Beim H. alerrimus Echsch. reichen zwar die Streifen weiter hinauf als beim H. pieeus F., doch gehen sie auch nicht bis an den Grund der Flügeldecken hinauf und sind weniger tiei als beim H. spectabilis. In der Zahl aber und der Arl und Weise, wie diese Streifen an der Spitze paarweise in einander verlaufen , stimmen die fossilen Uvdrophilen vollkommen mit den jetzt lebenden überein. Von der Hrust tritt der dritte Ring sehr deutlich hervor: das Mclasternum ist in einen Dorn verlängert; dieser Dorn ist aber weder so lang, noch so .spitzig, wie der- jenige des Hydr pieeus und H. aterriraus, ziemlich breit, dreieckig und der Länge nach gekielt; neben diesem Kiel breiten sich glatte Platten aus, welche mit denen des H. pieeus ganz übereinkommen ; ihre hintere Partie ist mit einem schmalen Rändchen ver- sehen. Das Episternum ist parallelogrammisch und scharf abgesetzt ; das Mesoslernum ist verloren gegangen, dagegen das Epimerum und Episternum der Millelbrust erhalten; sie haben dieselbe Form und Lage, wie beim Hydr. pieeus. Vom Hinterleib sind alle fünf Segmente sehr deutlich und schon erhalten und haben dieselbe Form und relativen Grössenverhältnisse , wie diejenigen des H, pieeus ; das erste Segment ist vorn stark ausgeschweift und kurz, das zweite etwas verbogen, das dritte, vierte und fünfte sind von fast gleicher Länge, das letzte stumpf zugerundel und an der Spil/e mit einem schwachen Längseindruck versehen. Hinter dem Abdomen bemerkt man no( h ein Stück der hervorstehenden Fliigeldecken. 8. Hydropiiilus Kiionii ni. Tal'. II. Fifj. 2. Elylris elongato-olliplicis. strialis. sIriis confertini et evidenter punc- laM.s. Longit. elytr. 13% Lin.; latil. ö'A Lin. Oen Ingen. Aus der Carlsrubcr Sammlung. Flügeldecken schwach gewölbt . länglich elliptisch. Nahlrand in einer schwachen — 52 - Hogcnlinie verlaufend , beim Schildchon schief abgcschniltcn : (idcii dieser AusscLiiilt ziemlich seichl, das Schildchen war dahei' wohl ziemlich breit, aber kurz. Aussen ein scharfer, deutlicher Rand; doch bezeichnet die Linie an der Schulter nii hl den wahren Rand, indem dort noch eine schwache Linie weiter nach aussen zu erscheint, welche zeigt , dass die Decke einen Saum und ziemlich stark hervorstehende Schulterecken hatte ; die Aussenlinie verläuft in einer schwachen Rogenlinie und rundet sich ziemlich stark zu : die Spitze der Elytren ist stumpflich. Der Verlauf der Streifen ist wie bei den vorhin beschriebenen Hydrophilen, nur sind die äusseren an der Schulter ziemlich stark gebogen. Es sind die Streifen überall gleich lief und deutlich punklirt. Ausserhalb derselben haben wir eine hervorstehende Linie, die bei der Schulter beginnt, bis hinten verläuft und den Saum abgrenzt. Die Zwischenräume zwischen den Streifen sind ganz glatt. Es hatte dieser Hjdrophilus, nach den Flügeldecken zu schliessen , dieselbe Grösse, wie der H. spectabilis , ist aber vor allen durch die tiefen Punkistreifen und die nach hinten zu weniger verschmälerten Flügeldecken ausgezeichnet. 4. Hydrophilus caibonarius ni. Tai'. VII. Fig. '21. Von einer Flügeldecke aus der Kohle zu Parsctdug in Steiermark erhielt ich durch Hrn. Prof. Lnger eine Zeichnung, welche mir einen unzweifel- haften Hydrophilen darzustellen scheint, der in der Grösse zwischen dem H. spectabilis und noachicus steht. Es hat die Flügeldecke eine Länge von 9'/2 Lin. und eine Rreile von 31/2 Lin., bei den Schultern ; der Nahlrand verläuft ziemlich gerade , am Grunde ist die Flügeldecke am Schildwinkel schief abgeschnitten ; der Aussenrand verläuft in einer schwachen Bogen- linie ; die Spitze der Flügeldecke ist stumpf. Oben zeigt die Zeichnung deutliche Streifen, der äusserste verläuft nach Art der Randstreifen der Hydrophilen und die Partie ausser- halb derselben stellt wahrscheinlich den Saum dar. Innerhalb derselben sieht man noch vier Streifen, welche unten zusammengehen; eine genauere Vergleichung der Decke selbst würde aber vielleicht acht solcher Streifen ergeben. 5. Hydrophilus noachicus m. Tal. l. Fig. Ui. Pronolo brevi, laevigato; elytris sublilissime strialo - punctatis . inargine striatis. Longit 10% Lin.? — 53 - Ocningen. Lavaler'sche Sammlung-. Ein Stück, dessen Kopl und Thorax ganz vorliegt, dessen Flügeldecken aber nur etwa zur Hälfte er- hallen sind. Länge des Kopfes fast 1'/, Lin., Breite iVj Lin.; Länge des Vorder- rückens l'/^Lin., Breite vorn -2'') Lin.. hinten JJVs Lin.; Breite der einzelnen Flügeldecke 2Vk Lin. Kopf vorn ganz stumpf zugerundel, mit ziemlich grossen Augenhöhlen an der Seile ; von dem hcüvorslehenden langen, fadenförmigen l'alpus ist das erste Glied lang, die beiden folgenden niehl deutlieh von einander abgegliedert. Vorderrüeken breit und kurz, vorn mit hervorstehenden, ziemlich scharfen Ecken, die Seiten schwach gerundet, von hinten nach vorn etwas verschmälert; oben mit einer schwachen Mittellinie , sonst scheint er ganz glatt gewesen zu scnn. Flügeldecken durch den Bruch des Steines bei S'/jLin. Länge (an der Naht) abgeschnitten. Am Grunde so breit als der Grund des Prothorax und nach hinten zu allmählig sich verbreiternd ; nach der Progressicm dieser Verbreiterung zu schliessen , war das Thier länglich oval und etwa 10 V2 Linien lang. An der Seite sieht man eine deutliche Längs- linie , welche den Flügeldeckenrand begrenzt, innerhalb dieser Linie liai)en wir nahe dabei eine zweite kürzere, welche nur ein kleines Stück weil verläuft, während erstere bis an die Basis heraufgehl. Auf diese folgen acht Reihen sehr feiner Punkte , welche in gleicher Entfernung von einander abstehen; näher der Naht, an dem Schildwinkel , verläuft noch eine Punktreihe, welche sich aber bald mit der benachbarten l'unktreihe verbindet, und nicht weit unter das Schildchcn hinab läuft. Die Zwischenräume zwischen den Punktreihen sind glatt. Das Schildchen ist dreieckig. Form und Grösse des Palpus, des Kopfes, wie die Streifung der Flügeldecken lassen keinen Zweifel, dass das vorliegende Thier zu Hydrophilus gehörte. Steht zwischen dem H. carbonarius und dem IL Rehmarmi. (>. Hydrophilus Behmanni m. Tal. II. Fig. 3. El)tris ovatis, intus subtililer slrialo-punctatis. Oeningen. Ein Exemplar aus der Sammlung des Fürsten von Für- stenherg. Kopf und Thorax sind ganz zerdrückt und unkenntlich geworden; der Hinterleih ist weggelällen, dagegen sind die sehr wohl erhalleuen Flügel- — 54 — decken da, weldio sich uns von der inneren Seile darstellen; ferner an der linken Seite die Fragmente eines Beines und in deren Nähe drei Glieder, wahrscheinlich vom Fühlerkolben. Kopf sehr undeullidi , doch sieht man, dass er ruud gewesen ist; vom Thorax sieht man nur einzelne Fragmente . welche seine Form nicht mehr bestimmen lassen ; nur scheint es urtzweifelhaft, dass er durch den Druck die auffallende Länge von 3 Linien erhalten hat und wohl kaum halb so lang war , als der Raum , den jetzt die Fragmente einnehmen. Die Flügeldecken zeigen eine auffallende üebereinstimmung mit denjenigen des Hydrophilus caraboides L. ; sie haben fast dieselbe Form , nur sind sie etwas länger, dabei nach hinten zu etwas mehr verschmälert und haben die grösste Breite in der Mitte. Vergleichen wir die Innenseile der Flügeldecken des Hjdrophilus caraboides mit denen der vorliegenden Arl, sn werden wir in der Sculptur grosse üebereinstimmung finden, wobei wir auf Fig. 4. und U. b. Tat. II. verweisen, von welchen die erslere die Decke des H. (araboides, die zweite ;Fig. 3. b.i die des Hydr. Rehmanni. etwas ver- grösserl, darstellt, und zwar beide von der inneren Seite gezeichnet. Bei beiden haben wir einen ziemlich breiten Rand, der nach hinten zu sich verschmälert, auf diesen^ folgen sechs feine Punklstreilen, welche beim fossilen genau in Tiefe und gegenseitiger Entfer- nung mit denen des H. caraboides übereinstimmen; nur dass der erste vorn und hinten verwischt ist. Beim H. caraboides bemerkt man im dritten und vierten Zwischenraum (vom Rande an gerechnet) noch eine äusserst feine, abgekürzte Längslinie, welche dem fossilen Thiere zu fehlen scheint und ferner im zweiten Zwischenraum eine Reibe von dunkleren Flecken; diese Streifen können indessen beim fossilen Thiere leicht verwischt worden sein. Mehr Beachtung verdient, dass beim H. caraboides auf den sechsten Punktslreifen (vom Rande an) noch zwei ganz genäherte folgen und vor denselben noch ein abgekürztes Schildstreifchen liegt. Diese Streifen sind weniger deutlich punktirt als die übrigen. Beim H. Rehmanni folgen ebenfalls zwei Streifen an denselben Stellen, allein der innerste, der Naht am nächsten stehende, ist abgekürzt und das Schildchen- streifchcn fehlt. Doch sind auch diese Unterschiede von keinem grossen Belang, der erste Streifen verliert sich allmählig nach hinten , läuft daher wahrscheinlich bis an die Flügeldeckenspilze herunter ; nur wird er undeutlich und nicht mehr erkennbar. Die Streifen sind bei beiden hinten paarweise genähert, was wenigstens beim zweiten und dritten Paar deutlich zu erkennen ist. Es zeigen daher in der Thnt die Flügeldecken beider Arten, bis auf die etwas schmälere und namentlich na( h hinten zu etwas mehr — 00 — verschmälerte Form des H. Rchmanni, eine völlifte Uebercinstinimun(;, daher unser fossiles Thi<;r je bis 5^//, Lin. und eine Breite von 4 Lin., und das ganze Thier missL 7'/2 — 8 Lin. Der Grösscnunterschied ist daher nicht bedeutend. In der Kür|)erf()rm zeigt er eb(!nl'alls grosse Ueiiereinslimniung mit demselben, nur ist er hinter der Mitte nicht bauchig erweitert, welches der Haupt- unterschied sein dürfte, welcher ihn von dem H. caraboides L. , diesem in allen euro- päischen Gewässern häufigen, und auch in den Vereinigten Staaten bis Neu -Georgien herunter vorkommenden Thierc , trennt. Von dem H. Rehmanni ist er durch seine ge- ringere Grösse zu unterscheiden. Der Vorderrücken ist durch eine ziemlic h breite Linie von den Flügeldecken getrennt, war daher von demselben abgelöst, als das Thier in den Schlamm eingehüllt wurde: - 56 - seine Form isl nicht mehr genau zu beslinimcn; doch sieht mau aus der rechten Seite (vorzüglich heim Abdruck) , dass er nach vorne zu sich ganz in gleicher Weise ver- schmälert , wie derjenige des H. carahoides ; an dem Abdruck bemerkt man hier deutlich den umgebogenen Rand des Pronotums ; oben war der Vorderrücken mit äusserst feinen Punkten besetzt, die nur bei starker Vergrösserung hervortreten. Die Flügeldecken sind am Grunde ziemlich gerade abgestutzt, verbreitern sich kaum merklich gegen die Mitte zu , und runden sich von dort an allmählig , doch eben nur sehr allmählig zu. Am Rande, wo sie am besten erhallen sind, bemerken wir eine Reihe von Punkten, die in einen sehr seichten Streifen gestellt sind. Das Schildchen war dreieckig und ziemlich gross. An der oberen Platte (Fig. '■>. b.) sind noch einige Stücke der Brust erhalten, näm- lich ein Tlieil der Platte des Metasternums und das Epistcrnum (parapleura) , welches letzlere eine schmale Platte darstellt, welche durch eine deutliche Nahtlinie sich mit dem Metasternum und auf der andern Seite mit dem Epimerum (pleura) verbindet; undeut- licher sind die Platten des Mesosthorax, wie denn auch der Kiel der Rrust nur durch eine schwach hervorstehende Kante angedeutet ist. Diese Brustplatten liegen als dünne Plättchen auf dem oberen Steine auf und stehen scharf von dem schwarzen Untergründe ab. Hinter denselben treten die fünf Abdominalscgmente, jedoch nur sehr undeutlich hervor ; sie sind fast von gleicher Länge , verschmälern sich aber von dem zweiten an, so dass sich das Abdomen nach hinten zu allmählig zurundet. Man sieht nur die Bauchplatten. AA7. Utjdroijiun Leach. 8. Hydrobius longicollis ni. Taf. II. Fjn^. 6. Ovalis, pronolo elongato. Long. iVi Lin. ; longil. capitis '/4 Lin., tlio- racis 1% Lin., latiludo thoiacis 2 Lin.; longitudo ahdominis 2% Lin., latil. 2% Lin. Radoboj. Ein unvollständig erhaltenes Stück aus der Sainiiiiung von Grätz. Stellt den Käfer von oben dar; der Kopf ist abgelöst und der Yor- derrücken zerdrückt. Die allgemeine Körperform, der vorn abgerundete, kurze, breite Kopf und nament- lich der IJau des Hinterleibes weisen auf einen Hydrophilus oder Hydrobius , doch ist es unmöglich zu entscheiden, welcher von beiden so nahe verwandten Gattungen er ange- höre-, ich rechne ihn zu Hydrobius, weil diese Gattung die kleineren, Hydrophilus die - 57 — grösseren Arten umfassl , der unsrige daher in der Grösse mehr mit den Hydrobien übereinkommt. Kopf kurz und breit, vorn halbmondförmig zngerundet. Der Vorderrücken ist ver- hältnissmässig lang, seine linke Seite ist der Länge nach stark eingedrückt ; wodurch ein Händchen entsteht, das aber nicht bis vorn reicht; am Grunde läuft diese rechte Seite etwas über die Mittelbrust und scheint eine scharfe Hinterecke gehabt zu haben; die rechte Seite undeutlich vom Stein abgesetzt; nach vorn zu allmählig verschmälert; die Vorderecken sind abgerundet. Der Hinterleib hat jederseits einen breiten Rand ; dieser rührt von den auf die Rückenseite umgebogenen Bauchsegmenten her. Wir sehen aus den sehr deutlichen Querlinien , dass deren fünfe vorhanden sind ; dagegen verlaufen über den Rücken sechs Querlinien; vier rühren unzweifelhaft von den durchscheinenden Trennungslinien der Bauchplatten her , während die beiden anderen vielleicht den Rücken- platlen den Ursprung verdanken. Von den Flügeldecken ist ein schwacher Abdruck auf dem Abdomen zu sehen; die Nahtlinie läuft in einer Bogenlinie nach hinten, wo die Elytren etwas auseinander klafften; Sculptur ist keine zu erkennen. Im Bau des Hinterleibes stimmt dies fossile Thier mit den Hydrophiliden und Sphae- rididen überein; wir haben, wie bei diesen, fünf Bauchplatten und einen breiten, auf die Rückenseite herübergebogenen Rand , welcher diese Familien auszeichnet. Zur Ver- gleichung mit dem fossilen Thiere ist Taf. H. Fig. 6. b. der Hinterleib des Hydrobius fuscipes L. vergrössert dargestellt. Durch die Länge des Halsschildes ist diese Art vor allen bekannten lebenden Arten ausgezeichnet. Ä'A77. Escheria m. Char. gen. Caput rolundaliim, thorace iis(iuo ad oculos intru.suiii, inan- dibulis incurvis laliuscuiis;? palpis labialihus lililbrniibus;? aiileuiiis 7 arti- culatis, capilulatis; pronolum transversiini , scutollum parvuluni; elylra con- vexa, abdomine latiora et longiora, niarginala; abdonien segnienlis ventra- libus quinque. 9. Escheria ovalis ni. Taf. VII. Fig. 2^5. Ovalis, pronolo transverso, angulis subrectis, obtusiuscnlis; eiytris convexis , abdomine longioribits latioribusque , marginalis . subtilissime strialo-punclatis. 8 — 58 — Ein ausgezeichnetes Stiiciv aus der Sammlung des Herrn Lavater. Ganze Länge des Thieies IVt Lin.; Länge des Vorderrückrns IV, Lin.. Breite vorn 2'/,, hinten ^V, Lin.; Länge der Flügeldecken 5 Lin., Breite des Thiers in der Mitte 4 Lin., bei den Schultern 3 Vi Lin.; Breite des Kopfes iVs Lin. Kopf rundlich, bis gegen die Augen in den Thorax eingesteckt; an der Stelle der Augen eine Ausrandung; vorn ganz stumpf zugerundet; an der einen Seite erkennen wir eine Mandibula, doch ist sie nach vorn abgebrochen; sie war ziemlich breit und scheint dreieckig gewesen zu sein; auf der anderen Seite stellt der nach vorn gerichtete Theil wahrscheinlich auch die Mandibula dar; bei derselben ist ein dunkleres, wie es scheint, zweigliedriges Körperchen, wahrscheinlich eine Zungenpalpe, welche darnach fadenförmig wäre; ein anderes palpenförmiges Rörperchen bemerken wir neben der rechten Kopf- seite; stellt dies wirklich eine Unterkiefer-Palpe dar, was nicht mit Sicherheit zu ermitteln ist , so hätte diese ein dickes verkehrt kegelförmiges vorletztes Glied und ein sehr kurzes, pfriemförmiges letztes gehabt. Der Vorderrücken steht etwas schief, die rechte Seite ist etwas über den Grund der rechten Flügeldecke hingebogen, sie deckend, während die linke Seite von der linken Decke absteht; auch ist seine linke Seite mehr in den Stein eingesenkt. Hinten ist der Vorderrücken fast gerade abgestutzt, vorn schwach ausgeschweift und hat schwach ge- rundete Seiten; nach vorn zu wird er etwas schmäler; an der Basis bemerkt man eine querverlaufende Linie und ebenso eine mit dem Rande parallel laufende an der rechten Seite; dort ferner eine nach innen laufende Linie, welche mit den beiden Randlinieu die der Seite und die der Basis) ein Dreieck bildet; dies ist ohne Zweifel die Seitenplatte der Vorderbrust, welche hier durchscheint; ebenso treten auch oberhalb der rechten Ecke Fragmente der Brustplatten hervor. Das Schildchen klein, nicht deutlich her- vortretend. Die Flügeldecken scheinen zart gebaut gewesen zu sein; sie sind breit; am Grunde schon breiter als der Vorderrücken, verbreitern sich gegen die Mitte zu und runden sich hinten ganz stumpf zu. Sie sind viel breiter und länger als der Hinterleib und bilden an der Seile einen ziemlich breiten , denilich abgesetzten Rand . ebenso an der Spitze, welchi-r Rand flacher gewesen zu sein scheint, indem er sich vom Seilenrand durch eine Querlinie abgrenzt. Oben waren sie stark gewölbt und mit sehr feinen Punkl- reihen besetzt und zwar sind auf der rechten Decke acht solcher Reihen zu erkennen. - 59 — von (Ionen die zwei Nahtstreifen mehr genähert sind. Die Flügeldecken sind in der Mitte des Leibes weggefallen, und hier treten die Abdominalsegmcnte hervor, dagegen sieht man nirhts von Fliigeln, welche diesem Thiere gefehlt zu haben scheinen. Das Abdomen zeigt fünf Segmente, von denen das erste das kürzeste ist, die folgenden dagegen sind unter sich ziemlich gleich lang; an der Seite desselben bemerken wir die breiten, um- geschlagenen Räuder der Bauchsegmente. Am Grunde des Abdomens erblicken wir die zwei Schenkeldecken , welche gegeneinander gebogen sind. Von den Beinen sieht man nichts. Beim Abdruck bemerkt man auf der rechten Seite des Kopfes Spuren eines Körpers, welcher vielleicht einen Fühler darstellen möchte. (Taf. Vll. Fig. 23. c- ) Man sieht ein hell gelbliches rundliches Plättchen und weiter nach aussen einen ovalen Ein- druck, näher dem Kopfe zu einen länglichen Eindruck, welcher oben vier Mal einge- kerbt ist, und am Kopfe anliegend noch einen ovalen Eindruck; möglicher Weise könnte dies das erste Fühlerglied sein , jener eingekerbte Eindruck von vier kurzen in einander gedrängten Gliedern herrühren und die zwei grösseren äusseren ein Külbchen vorstellen. Darnach wären dann die Fühler siebengliedig gewesen. Doch will ich kein Gewicht darauf legen, da diese Deutung immerhin gewagt ist. Das Thicr hat eine hellgelblichbraune Farbe; Kopf und Vorderrücken sind \oii karmoisinrothen Flecken gesprenkelt. Die Deutung dieses Thieres ist sehr schwierig; ich wüsste keine Gattung, welcher ich es einverleiben könnte und war so genöthigt, eine neue aufzustellen, auf welche ich den Namen des um die Entomologie und Geologie hochverdienten Geschlechtes der Escher von Zürich übergetragen habe. Auch die Familie, welcher diese Gattung eingefügt werden soll, ist nicht leicht zu ermitteln und noch bin ich nicht sicher, ob die Stellung, welche ich der- selben angewiesen habe, als eine glücklich gefundene betrachtet werden kann, oder nicht. Anfangs dachte ich an eine Asida , dann an eine Ilelopide i Acanthopusl , auch an eine Erotylide und Chrysomelide , bei welchen Thiere von ähnlichen Körperumrissen vorkom- men; allein eine genauere Vergleichung zeigte jedesmal, dass es nicht zu diesen Familien tfchörcn könne;, bei den Asidcn und flelojiidcn haben wir stark umgeschlagene Flügel- decken , bei den Erotylen einen vorn stark ausgebuchteten Vorderrücken mit stark her- vorstehenden Vorderecken und ungerandele Flügeldecken , und eben solche Flugeidecken bei den Chrysomeliden , bei denen auch das Abdomen einen iindern Bau zeigt. Nach langem Hin - und Hersuchen schien mir keim' Familie so gro.sse .\n- sprüche auf unser Thier machen zu dürfen, wie die der HYdro[>hiliden. Für diese Familie sprechen : erstens die Sculplur der Flügeldecken , iiulem auch hier von — 60 — den achl l'unktstrcifen die zwei ersten mehr genähert sind , und der äusserste weit vom Rand absteht; zweitens der Bau des Abdomens, er zeigt auch fünf Bauchsegmente und hat einen umgelitzten Rand ; ferner ist hier das erste Segment kürzer als die folgenden ; drittens : die Schenkeldecken , welche sehr schief gegen einander stehen und ziemlich breite Bändchen darstellen; viertens kann auch der abgesetzte Flügeldeckenrand angeführt werden. Ganz entscheidend wären die Fühler, wenn die obige Deutung derselben richtig sein sollte. In der Tracht stimmt es unter den Hydrophiliden mit Laccobius und noch mehr mit Spercheus, welche Gattung einer, den Hydrophilen nahe verwandten Gruppe angehört , überein. Ist meine Deutung richtig, wäre es ein Wasserthier, das wohl eine ähnliche Lebens- art wie die Hydrophiliden gehabt hatte. Die Coccinella protogaeae Germ. Fauna Ins. Europae XIX. 15. gehört vielleicht auch zu dieser Gattung. VI. Zunft: Lamellicornen. Zwölfte Familie: Geotrupiden. XXIII. Coprologus m. Char. generis. Caput lobatum, ad oculos productum, clypeo bifido, labro transverso, truncato. 1. Coprologus gracilis ni. Taf. II. Fig. 11. Ovaiis, castaneus, pronoto anterius pauIo angustiori; elytris subparallelis. Long. fiVi Lin., longlt. pronoti V/t Lin., latit. 2 Lin. ; longit. coleoptero- rum 2% Lin.; latit. 2 Lin. Oeningen. Ein Exemplar aus der Lavater'schen Sammlung. Fig. 11 das Thier; Fig. 11. b. der Abdruck. Der Kopf ist in den Thorax eingesenkt; er ist vorn dreilappig; der mittlere Lappen zeigt vorne eine Qucrlinie , die gerade verläuft ; unterhalb derselben bemerkt man eine zweite in zwei Bogen verlaufende Linie (Fig. 11. c); die Partie unterhalb derselben ist dunkler braun gefärbt; diese Bogenlinie bezeichnet, wie ich glaube, den vorderen Rand des Kopfschildes ; die weiter nach vorn stehende gerade Linie den Rand der Überlippe - 61 — und die Bogenlinie am äussersten Rande des Kopfes die Oberkiefern ; darnach hätten wir einen vorn ausi,'crandeten oder schwach zwcilappigcn Kopfschild, mit abgerundeten Lap- pen, eine hervorstehende, vorn gerade abgestutzte Oberlippe und hervorstehende, zu- sammengehende , stark gekrümmte Oberkiefern. Die beiden Seileulappen des Kopfes sind durch einen liefen Einscljpilt von der mittleren Partie getrennt und sind aussen abge- rundet; sie schliessen sich enge an den Thorax an, so dass man beim ersten Anblick verleitet werden könnte , sie noch zum Thorax zu rechnen , und den Kopf erst weiter oben beginnen zu lassen. Allein bald überzeugt man sich, dass die Oui'r'in'P' welche Kopf und Thorax von einander trennt, nicht oberhalb, sondern unterhalb dieser Seiten- lappcn verläuft, und dass sie sonach zum Kopfe gehören. Der Theil dffs Kopfes , den ich als Cljpcus deute , zeichnet sich durch dunklere Färbung aus , was auf eine feslere Consistenz dieser Partie hinweist. Der Vorderrücken scheint stark gewölbt gewesen zu sein und hatte, wie es scheint, einen liefen Eindruck; von hinten nach vorne verschmälert er sich nur wenig und hat ziemlich scharfe hintere und vordere Ecken , welche besonders auf der linken Seile her- vorlrclen. Das Schildchen ist ziemlich lang und dreieckig. Die Flügeldecken scheinen auch stark gewölbt gewesen zu sein; sie waren glatt, laufen an den Seilen parallel und sind hinten ganz stumpf zugerundel. Von den Vorderbeinen treten die Schienen beider- seits hervor; sie sind nach vorn zu verdickt, vorn abgestutzt, ob kahl oder bedornl, ist nicht zu bestimmen; die Mittel- und Hinterbeine sind auf der rechten Seile sichtbar; die Schienen der Miltelbelne sind nach vorne verdickt (Fig. 11. c), mit Längskanten und wie es scheint mit Dörnchen, versehen; vom ziemlich langen Tarsus sind vier Glieder deutlich; das erste ist das längste, fast doppelt so lang, als das nächstfolgende; dies und das drille und vierte sind ziemlich kurz, alle unter sich fast gleich lang und schwach cylindrisch, nach aussen zu nur wenig verdickt. Bei den Hinterbeinen sind die Schienen nach hinten auch verdickt ; es treten dort ein Paar, freilich nur undeutliche Dornen hervor. Das ganze Thier scheint eine braunsdiwarze Farbe gehabt zu haben ; wenigstens zeigen jetzt die Flügeldecken , von denen einzelne Partien sehr wohl erhallen sind und wie ganz frisch aussehen, diese Farbe. Die ganze Körperform , der Bau des Kopfes und der Beine setzen es ausser Zweifel, dass dies niedliche Thierchen zu den Lamellicornen gehöre; die stark hervortretenden Oberkiefern, die vorragende Oberlippe, das Schildchen weisen zur Abtheilung der (ien- Irupiden und die eigenthümliche Form des Kopfes hier auf die Gattungen Athvreus und Holboceras. Da indessen Athvreus in der Form des Thorax sanz abweicht, bleibt nur — 62 — noch Bolboceras übrig. Vergleichen wir unser fossiles Thierchen mit B. mobilicornis F. oder H. Lazarus F. , werden wir in der Thal in der Kopfbildung eine grosse Ueberein- sliinmung linden. Wir haben aucli hier diese hervorstehenden Seitenlappen bei den Augen, wodurch wir diesen dreilappigen Kopf erhalten, den wir in der Art sonst bei keiner Käfer- Gattung linden; ferner auch hier eine hervorstehejyde Oberlippe und breite, gerundete Oberkiefern (man sehe Fig. 12, welche den Kopf des Bolb. mobilicornis und Fig. 11. c, welche denjenigen unseres fossilen Thieres darstellt'. Dagegen weicht unser Thier in der Bildung des Glj'pcus ab. Dieser ist nämlich beim B. mobilicornis vorn nicht zweilappig, sondern ganzrandig und zugerundel; ferner ist die Oberlippe vorn nicht abgestutzt, sondern mit einem gebogenen Band versehen. Dies hindert mich, das fossile Thier zu Bolboceras zu bringen, und da meines Wissens keine lebende Galtung aus der (iruppe der Geolrupiden vorkommt, welche diesen Bau des Clypeus hat, bin ich ver- anlasst, unser Thierchen zu einer besonderen Gattung zu erheben, welche unmittelbar neben Bolboceras zu stellen ist. In der Körperform kann unser Thierchen mit dem B. mobilicornis verglichen werden, nur war es bedeutend kleiner, namentlich schmäler und verhältnissmässig länger, und die Flügeldecken waren nicht gestreift. Zu bemerken habe ich noch, dass die Gattung Bolboceras eine grosse Verbreitung hat; ein paar Arten finden sich in Europa, mehrere in Afrika, ein paar in Indien, die meisten indessen, wie fast sämmtliche Arten der nahe verwandten Gattung Alhjreus, im wärmeren Theile der Vereinigten Staaten und im tropischen Amerika. Sie repräscntiren die Geotrupiden (die Bosskäfer) in dem wärmeren Theile der neuen Welt, während die Geotrupes in einer Zahl von Arten durch ganz Europa und die kälteren Theile Nord- amerikas verbreitet sind und da eine sehr häufig vorkommende Käferlorm bilden, die auch in der Tertiärzeit (^Geotrupes vetustus Germ, aus der Bonner Kohle) ihren Be- präsentanten hatte. Die Geotrupes leben im Dunger der Pferde und Schafe und faulenden Pilzen , während die Bolboceras in feuchten Waldwiesen umherstreifen. Dreizehnie Familie: Scarabaeiden. XXIV. Onthophagus Latr. 2. Onlhophagus ürus ni. Tal. II. Fig. 10, der Kopf vergrössert Fig. 10. b. Clypeo brevi, rotundalo, inlegro, capile bicarinato. Lotigil. 8 '/2 Lin., latitud. 1 '/. Lin. - m — Oeningen. Ein schönes Exemplar in der Lavater^sclien Sammlung. Beim Ahlieben der Platte haben sich die Körpertheile in der Art von ein- ander getrennt, dass ein Stein die Hornplatlen von Thorax und Vorderrüeken und die FUigeldecken erhielt; die andere dagegen die darunter liegenden Kör|)ertlieile. Bei ersterem haben wir den [Imriss des Thieres sehr sciiön, doch haben wir nicht zu übersehen, dass hier alle Theile von der inneren Seite vorliegen; auf dem anderen Steine, welcher die Brust- und Bauch- platten des Thieres enthält, sind alle Organe ganz zerdrückt, so dass die Form derselben nicht mehr genau bestimmt werden kann. ir- Ist von der Grösse des Onthophagus niichicornis L. und ffanz von derseli)en Kör[)er form , daher der Repräsentant dieses Thieres in der Tertiärzeit. Kopf rund, etwas kürzer und verhältnissmässi«; breiter, als bei O. nuchicornis; vorn ganz zugerundet und ohne Spur von Ausrandung ; sehr deutlich sind zwei Ouerfurchen, daher das Thier auf dem Kopfe zwei hervorstehende Kanten hatte (da der Kopfschild hier von innen gesehen wird , erscheinen sie hier als Furchen , auf der andern Platte sind es Kanten) ; es war also ein Weibchen , dessen Kopf ganz die Structur des Weibchens von Ü. nuchicornis und der Verwandten hatte. Der Vorderrücken ist sehr gross, l'/s Lin. lang und 1% Lin. breit; der Rand des Grundes ist bogenförmig, der vordere schwach ausgeschweift, die Seiten gerundet und die Vordcrccken wenig hervorstehend und stumpf- lieb ; am Grunde bemerkt man eine mit dem Rande parallel laufende eingedrückte Linie, welche auch am linken Rande sich fortsetzt; diese letztere Linie bezeichnet ohne Zweifel die Grenze des umgeschlagenen Randes des Vorderrückens, die erste den hinteren Vor- derbrustrand. Da der Vorderrücken zusammengedrückt ist , ist seine Form nicht mehr genauer zu bestinuncn. Die Flügeldecken sind kurz und verhältnissmässig breit, nach hinten sich stark ver- schmälernd und zurundend, ganz wie beim 0. nuchicornis. Die Naht ist deutlich, von Sculptur dagegen nichts zu sehen. Reine sind auf einer Seite alle drei erhalten, doch nicht vollständig; von den Vor- derbeinen sieht man die Schienen; (lo( b ist ihre äussere Seite bedeckt, so dass ihn' Be- zahnung ganz undeutlich ist, nur der vordere, ziemlich grosse Zahn tritt hervor; von den Miltelbeinen Irin von dem dicken Schenkel nur die Spitze her\()r, die Schiene da- gegen ist deutlich, sie ist nach aussen zu verdickt; die Dornen aber sind nur angedeutet : der Tarsus ist erhalten, doch ist nur das erste ziemlich grosse Glied abgegliedert: di«' — 64 — anderen stellen nur ein schmales, scheinbar ungegliedertes Bändchen dar. Von den Hinterbeinen sieht man ebenfalls den vorderen Theil des verdickten Schenkels , das nach vorn zu verdickte Schienbein und einige Spuren des Tarsus , doch auch hier ohne her- vortretende Gliederung. An dem Schienbein deuten eine Zahl von unregelmässigen Ein- drücken wohl die Dörnchen an, mit denen dasselbe besetzt war. Lebte wahrscheinlich im Dünger eines Thieres aus der Gattung Bos , wenigstens findet sich sein jetzt lebender Repräsentant in Kuhfladen und zwar durch ganz Europa. 3. Onthophagus ovatulus ra. Taf. VII. Fig. 26. Oeningen. Ein Exemplar aus der Sammlung des Hrn. Lavater. Stellt das Thier von der Bauchseite dar, doch scheinen die Flügeldecken durch den Leib durch. Ist von der Substanz des Steines überkleidet. Der Kopf ist vom Leib etwas entfernt. Der Kopfschild ist ganz deutlich; er ist vorn gerundet und bildet eine regelmässige Bogenlinie. Die Seiten sind da , wo die Augen sich belinden, ausgeschweift. Der Thorax ist gross, namentlich die Vorderbrust, doch diese in ihrer Form nicht näher zu bestimmen. Die Flügeldecken waren kurz, reichen indessen etwas über den Leib hinaus; sie runden sich hinten stumpf zu. Von den Beinen sind die Schenkel und Schienbeine erhalten ; bei letzteren sind aber die Zacken an den Vor- derbeinen nicht zu sehen. Hat Grosse und Form des Onthophagus ovatus L. , so weit sich letztere aus der Rückenlage des Thieres beurtheilen lässt. Onthophagus ovatus ist bekanntlich einer der kleinsten europäischen Onthophagus; eine sehr ähnliche kleine Art ist Ont. pensylvanicus Dej.; im tropischen Amerika und Afrika gibt es übrigens eine ganze Zahl von solchen kleinen Onthophagen. XXV. Gymnopleurus Iljg. 4. Gymnopleurus Sisyphus m. Tal". VII. Fig. 25. Rotundatus, pronoto brevi, dilatato, niedio striato. Longitud. 4'/, Lin., latitud. 3V4 Lin. Longit. pronoti i% Lin,; latitudo basi ß'/s Lin.; longitudo coleopterorum ^% Lin., latil. basi S'/j Lin. Oeningen. Ein ausgezeichnetes Stück aus der Universitäts-Sammlung von Zürich; stellt das Thier von oben dar; ist bis an den vorderen Theil - 65 - des Kopfes fast vollständig erhalten; aber ziemlich stark von der Steinsub- stanz bedeckt, daher weisslich gefärbt; nur mit wenigen bräunlichen kleinen Flecken, welche von der Substanz des Thieres herrühren. Vom Kopf fehlt der Schild , daj;e|ieii ist die hintere Partie da , welche hei den Gyninoplcureu durch eine scharfe Linie von der vorderen ahtjetrennt ist; die Seilen dieses Stückes sind gerundet; an der reehlen Sn ist, ist die ganze Breite (welche etwa 2 1/4 Linien betragen linii( n mag nur nach dem Verlauf der linken Seite annähernd zu bestimmen. IMit dem linken Kande läuft eine Linie paralU^I , welche aber von dem umgelitzten Rande und die dunklere fast viereckige Stelle am Grunde des Vorderrückens von der Brust herrühren möchte. Vorn ist der Vorderrückcn ausgeschweift; die Vorderecken stehen hervor und >iMd spitzig; die Seiten verlaufen in einer schwachen Bogenlinie ; sie biegen sich anfänglich etwas niicii aussen zu, runden sich dann aber nach hinten wied(>r zu: der Vorderrückcn isi daher in der Mitte am breitesten und na« h vorn und hinten etwas verschmälert. Die llinterecken sind ziemlich rechtwinklig. Die Flügeldecken sind vorn kaum breiler als der Vorrlerrücken, crwtMtern sich dann ein wenig, dann läuft aber der Aussenrand ziemlich |)arallel mil der Naht; liinicn runden sie sich ganz stumpf zu , und die Ecke an der Naht ist fast recht- winklig. Die linke Flügeldecke ist an ihrer Seite stark eingedrückt und zwar geht dieser Eindruck von der Schuller nach der Ecke an der Naht. Wahrscheinlich bezeichnet dieser Eindruck die Grenze des Unterleibes, welcher, wie aus der Stellung der ninUilieine - 70 - hervorgehl, auf die rechte Seite verschoben ist. Leider tritt aber der Hinterleib nirgends hervor und ist ganz in die Steinmasse eingesenkt. Auf der rechten Seite neben dem Kopf liegt ein Fühler; er hat einen grossen drei- gliedrigen Fächer; zwei Glieder sind ganz deutlich, das dritte (äusserste) nur angedeutet. Nächst dem Fächer erkennt man noch ein paar kugliche , doch undeutliche Glieder. Von den Beinen sind das rechte Vorderbein und die Hinterbeine erhalten. Der Vorder- schenkel ist nur zum Theil da ; er ist massig dick ; die Schiene ist überall ziemlich gleich dick, auf der vorderen Seite schwach gekerbt und oben mit ein paar wellenförmigen Läugslinien versehen, die wahrscheinlich mit Dörnchen besetzt waren; vorn steht ein Zähnchen hervor; an der Seite dagegen bemerkt man keine Zähne; der Fuss ist sehr lang, doppelt solang als die Schiene; man unlerscheidel die fünf ziemlich gleich langen Glieder, doch fehlen die Klauen. Die Hinterbeine sind auf die rechte Seite geschoben und nahe bei einander eingefügt ; der rechte Schenkel ist stark nach unten gebogen und darum verkürzt; es sind diese Schenkel nach aussen zu schwach verdickt; die Hinter- schiene ist länger als die Vorderschiene, doch so in die Substanz des Steines eingesenkt, dass weder Behaarung noch Aussenborste zu sehen ist. Der Hinterfuss ist sehr lang und die Gliederung erkennbar , ohwol auch dieser Theil des Beines ganz von Steinmassc be- deckt ist; das erste Glied ist das kürzeste, die folgenden drei ziemlich gleich lang und in der Mitte etwas eingeschnürt ; das Klauenglied das längste , doch sind die Klauen nicht erhalten. Hinter der linken Flügeldecke tritt ein Stück des Flügels hervor; ein grösserer Theil an der rechten Seite. An dem linken bemerkt man einige Längslinien. Der ganzen Körperform nach rechne ich dies Thier zu Rhizolrogus, wobei ich mich namentlich auf die Form der Flügeldecken , den dreigliedrigen Fächer, die nicht verdick- ten Schienen und die dünnen langen Füsse stütze. Anfänglich war ich geneigt . es zu Anisoplia zu zählen, allein der kürzere Vorderrücken, die nicht verdickten Schienen und die Form der Tarsen entscheiden sogleich bei näherer Betrachtung gegen diese Gattung. Durch die langen Tarsen unterscheidet sich die fossile Art von allen mir bekannten Rhizotrogus- Arten. In Grösse und Form dürfte sie mit dem Rhizotrogus paganus Ol. am ehesten verglichen werden können; doch unterscheidet sie ausser der Tarsenlänge auch die Form des Vorderrückens leicht von dieser, besonders im südlichen Europa, doch auch dem wärmeren Theile der Schweiz und Deutschlands vorkommenden Art. Darauf, dass bei der fossilen Art die Vorderschienen keine Zacken zeigen, während Rh. — 71 - paganus Ol. welche hal, möchte ich kein zu grosses Gewicht legen, da diese Zacken von der Steinmasse verdeckt sein können. L'ebrigens gibt es bekanntlich Rhizotrogen, welche keine Zacken an den Vordci schienen haben, wie der Rhiz. solstitialis L., welcher ab(!r bedeutend grösser und namentlich länger ist. A'AYA. Melolonthües m. Unter diesem Namen fasse ich mehrere Fragmente von Käfern zu- sammen, welche mir zur Familie der Melolonthiden oder Melitlopliilen zu gehören scheinen , die aber so beschaffen sind , dass ich sie keiner bekannten Gattung mit etwelcher Sicherheit zuzulheilen vermöchte. Der Name ist daher nur als ein provisorischer zu betrachten, welcher wegfallen wird, wie einmal vollständigere Exemplare eine genauere Bestimmung möglich machen werden. 9. Mclol(»nthites aciculata m. Taf. II. Fig. 13. Oeningen- Nur ein Hinterleib aus der Sammlung des Fürsten von Fürslenberg. Es hat dieser Hinterleib eine Breite von 23//, Lin. und eine Länge von 2 Lin.. ist vorn am breitesten und rundet sich nach hinten ganz stumpf zu ; er ist lebhaft hell kastanienbraun gelarbt und äusserst dicht mit feinen , nur mit der Loupe wahrnehmbaren Querstrichen besetzt. Es besteht das erhaltene Stück des Hinterleibes aus fünf Rauch- segmenten, die alle kurz und breit und von fast gleicher Länge sind. Das letzte Glied fällt nach der Spitze zu steil ab, der Rauch war daher hinten stark gewölbt; auch die übrigen Segmente weisen auf eine starke Wölbung des Bauches hin. Das letzte Segment zeichnet sich durch eine glänzende Färbung aus, ihm fehlt aber die eigenlhümliche, nadelrissige Slroifung der übrigen Segmente. Dieses Abdomen hat ganz die Form und Wölbung mancher Melolunthidcii, nament- lich Rhizotrogusarten Iz. R. Rh. paganusOl.), zeichnet sich aber durch seine eigenlhüm- liche Sculptur aus. 10. Melolonthites deperdita m. Taf. U. Fig. 14. Oeningen. Ein unvollständig erhaltenes Stück aus der Lavaler'schen Sammlung. Beide Flügeldecken, von denen aber die rechte \on "S ""J ^i" der Schulter ly» Lin. breit. An der Schulter ist die Flügeldecke am breitesten , dann verschmälert sie sich allniahlig nach hinten zu and rundet sich dann ganz stumpf zu ; vorn ist sie gestutzt, an der Schildchen- ecke schief abgeschnitten; das Schildchen war darnach ziemlich gross. Die Nahtiinie ist fast gerade, die Randlinie dagegen verläufl in einer Bogenlinie, welche bei -/-, Länge stark nach Innen sich biegt. üeber die Decken laufen sechs Streifen und zwar bis zur Spitze hin und dort alle gleichmässig auslaufend ; der sechste Streifen läuft hinten , wo die Flügeldecke sich verschmälert, au den Raud hin und bildet am verschmälerten hin- teren Theil der Decke den Randstreifen. Ausserhalb dieses sechsten Streifens tindm sich noch mehrere (vier?) undeutliche, verworrene Streifen, welche vorn beginnen, aber vor der Mitte an den Rand verlaufen. Von dem Thorax ist das Metanotum angedeutet ; eine Längslinie theilt es in zwei Partien. Der Hinterleib ist dick und breit , aber sehr un- deutlich ; nur hinten sieht man ein paar undeutliche Linien, welche die dort liegenden kurzen Segmente bezeichnen. Dürfte vielleicht zu den Melittophilen gehören. li. Melolonthites Lavatcri m. Taf. \1I. Fig. 30. Oeningen. Der undeutliche Abdruck einer Flügeldecke. Länge 3V4 Lin-, Breite iVs Lin. Die Flügeldecke ist an der Schulter am breitesten und verschmälert sich allniahlig nach hinten zu, an der Spitze ist sie fa.st abgestutzt, so jedoch, dass die inneren und äusseren Siiitzenwinkel ganz stumpf abgerundet sind. Der S( hildwinkel ist ".chief abge- schnitten und daher Raum für ein grosses Scliildclien gegeben, jedoch dürfte dieser Mi- ld — 74 - schnitt beim lebenden Thiere wohl kleiner gewesen sein; die Rippen laufen nämlich bis an seinen Rand , daher dieser dort kaum die ursprüngliche Regrenzung der Decke angehen dürfte. Die Oberfläche ist von sieben schwachen Rippen durchzogen , welche alle an der fiasis beginnen , ungefähr gleich weit von einander entfernt sind und bei 2/4 Länge der Decke sich verwischen; die ersten fünf Rippen, von der Naht gerechnet, sind deut- licher, als die zwei äusseren. Alle diese Rippen sind fein gekerbt; die Zwischenräume und ebenso die Spitze der Flügeldecken gekörnt. Da wir nur den Abdruck der Decke haben, auf dem die Vertiefungen derselben als Erhabenheiten erscheinen , waren demnach die Flüseldecken punktlrt- gestreift und die Zwischenräume, wie die Flügeldeckenspil/e, mit feinen Punkten ziemlich dicht besetzt. Die Form der Flügeldecke erinnert an die der Trichien , daher sie vielleicht einem Thiere dieser, oder einer verwandten Gattung, angehört haben dürfte. Secliszc linlc Familie: M e 11 1 lopliil on. Ä'AA'. Trickius F. 15. T r i c h i u s a m e n u .s m. Taf. VII. Fig. 33. Ovalis; elytris oblongis, apice roUindatis, abdomine brevioribus. Ein Exemplar, sammt Abdruck, in der Lavater'schen Sammlung. Slellt das Thier in seitlicher Lage dar. Ganze Länge 5V4 Lin. , Länge des ProUiorax l'/sLin., der Flügeldecken 3 Lin.; Breite der einzelnen Flügeldecke % Lin. Das Thier ist ziemlich gut erhalten , doch stark zusammengedrückt und die Form der Tarsenglieder nicht mehr genauer zu bestimmen. Vom Kopf erkennt man den Vor- derrand des Clypeus; er ist schmal und etwas ausgerandct. Neben dem Kopf liegt ein Fühler; der Fächer besteht aus drei ziemlich langen Gliedern, zunächst demselben folgen ein paar kurze Glieder; die folgenden sind nur angedeutet. Den Vorderrücken haben wir in seitlicher Lage vor uns ; er ist vorn ausgeschweift ; nach unten treten ein paar kleine, doch sehr undeutliche Plättchen hervor, welche wohl zu den Rruslplatten gehören. Da die Flügeldecken in seitlicher Lage vorliegen , ist ihre Form nicht genau zu bestimmen: sie sind kürzer als der Hinterleib , schmal und ziemlich lang und scheinen jedenfalls bedeutend schmäler gewesen zu sein, als die des Trichius fasciatus F. Vorn sind sie - 75 - abgerundet , atii Schildchen schief abgeschnitten , wodurch ein ziemlich grosses Schildchcn Kaum bekömmt; die Nahtlinie ist gerade, die Handlinie an der Schuller nach aussen gebogen, dann in einer sehr schwachen Bogenlinie nach hinten verlaufend, wo sich die Elytren stumpf zurunden. Man bemerkt auf denselben einige Liingsslreifen. Vom Hinter- leib ist die Afterdecke sehr deutlich; sie ist gross, von vorn nach hinten stark verschmä- lert; auf derselben bemerkt man ein paar Querstreifen; weiter nach vorn folgt auf der Riickenseite ein sehr kurzes Segment; die Bauchsegmente sind durch schwache Linien angedeutet; das erste finde ich nicht, das zweite, dritte und vierte sind sehr kurz, das fünfte das längste, das sechste wieder sehr kurz. Heine sieht man drei. Das Vorderbein hat einen ziemlich dicken Schenkel, ciiu; nach aussen zu sich etwas erweiternde Schiene, an der ich nur aussen einen Zahn linde; ohne Zweifel ist aber noch ein zweiter da, dieser aber verdeckt; der Tarsus ist ziemlich lang; beim Mittelbeine haben wir auch einen starken, Schenkel; die Schiene hat auf der vorderen Seite einen Zahn und ist von dort an bedeutend dünner ; der Zahn ist auf der vorderen Seite ohne Zweifel in Folge einer Drehung der Schiene ; der Tarsus ist lang und undeutlich gegliedert, doch sieht man aus den Einkerbungen, welche die Glieder bezeichnen, dass sie ziemlich gleich lang gewesen sind. Vom Hinterbein ist nur der, in der Mitte ziemlich verdickte, Schenkel und die ziemlich lange Schiene erhalten. Die Farbe des Thieres ist hellbraun mit grauweissen Flecken. Ist etwas grösser als unser Trichius fasciatus F. , namentlich hat er etwas längere , aber schmälere Flügel- decken ; sonst hatte er dieselbe Tracht , wie die jetzt noch in Europa lebenden drei Arten Trichius aus der Gruppe von Trichius fasciatus L. , von welchen der ächte Tr. fasciatus L. durch das ganze mittlere und nördliche Europa verbreitet ist , während Tr. abdominalis Dej. und Tr. zonatus Germ, vorzüglich im südlichen Europa vorkommen. Es sind diese drei Arten so nahe unter sich verwandt, dass es nicht möglich wäre das Verhältniss der fossilen Art zu denselben näher zu bestimmen. Auch in den Vereinigten Staaten kommen einige ganz ähnliche Trichius - Arten vor, nämlich : Trichius piger F. und Tr. bidens Ol. , und der zierliche Tr. delta F. ; doch steht der fossile den europäischen näher. VII. Zuiift: Sleriioxeii. Siebenzehnle Familie: ßuprestiden. Ausser den bekannten Charakteren dienen auch der Aderverlaut der Flügel und die Sculplur der Flügeldecken zur Erkennung dieser Familie. 76 — lim aber dies nachzuweisen, müssen wir tiefer in diese Verhältnisse ein- gehen. Ich thue dies um so mehr, da ich in letzter Zeit die Hauplregel gefunden zu haben glaube, nach welcher die Vertheilung der Adern auf den Flügeln und der Streifen und Rippen auf den Flügeldecken Statt findet, daher ich zu einem Verständniss dieser Verhältnisse führen und durch Fest- stellung einer schärferen Terminologie die Darstellung^ derselben erleichtern kann. 1. Adern der F'lügel. Bei den Käfern haben wir normal sechs Hauptadern*) (Rippen oder Nerven), welche vom Grunde des Flügels entspringen. Untersuchen wir z. B. den Flügel des gemeinen Maikäfers, werden wir zunächst eine starke Rippe finden, welche am Aussenrande verläuft; auf diese folgt eine zweite, welche am Grunde etwas von der ersten absteht, bald aber mit derselben sich innig vereinigt; beide sind an einem hornartigen basalen Schulterstück befestigt. Die dritte Ader lehnt sich an dei>; zugespitzten Grundtheil an die zweite an, entfernt sich dann aber um etwas von derselben, bald aber läuft sie in einer Bogenlinie dem Rande zu, vereinigt sich auch mit der Randrippe und läuft mit ihr bis zum Flügelmaale fort, wo sie einen sehr kurzen rücklaufenden Ast aussendet. Beim Gelenk der Randader trennt sie sich von derselben , läuft aber dann wieder gegen sie zu und vereinigt sich vor der Flügelspitze wieder mit derselben; die vierte Ader entspringt unmittelbar inner- halb der dritten; der Grundtheil ist auch zugespitzt und divergirt von dem der dritten Ader; dann lehnt sie sich aber fest an dieselbe an, ist indessen keineswegs mit ihr verwachsen, so dass die dritte Ader nicht etwa als ein Ast derselben betrachtet werden kann; diese Ader entfernt sich von jener Verbindungsstelle an bald wieder von der dritten und läuft in einer Bogenlinie mehr nach dem Innern Rande , sich also vom Aussenrande entfernend. In der Nähe des Flügelmaales hat sie ein Gelenk; sie verläuft von dort weiter in ') Kirbj (liirbj und Spence, Entomologie HI, 40") nimmt acht an, indem t'r ndch Aeste der Neura analis als sellisislandige Adern aufführt , und lUirmeister (Uandlmcb der Entomologie 1. p 102) nur drei, weil er die Vena mediastina ganz übersieht und die dritte und fünfte Ader als Aeste der vierten betrachtet: was aber unrichtig ist, indem sie nicht aus derselben entspringen. — 77 — einer ßogeniinie nach dem inneren Rande zu, an dem sie endel; die Partie der Ader von der Basis bis zum Gelenke wollen wir ihre basale Partie (Grundstück), die vom Gelenke bis zur Ausmündunj» apicale (Endstück) nennen; diese apicale ist also in die basale eingelenkt; an der Spitze der basalen, also unmittelbar neben dem Gelenke, sendet sie einen rücklanlenden Ast in das äussere Feld aus, welcher bald wieder in zwei Aeste sich spaltet; der eine läuft gegen die Basis des Flügels, ohne indessen dieselbe zu er- reichen, der andere aber gegen die Flügelspitze und mündet innerhalb der- selben aus ; wir erhalten so einen rücklaufenden (ramus recurrens) und einen vorlaufenden Ast (ramus procurrens); der letztere ist auch eingelenkt; die Verbindung ist sehr lose und er tritt unabhängiger auf als die anderen Aeste. Eine fünfte Ader entspringt wieder nahe neben der vorigen und sendet gleich anfangs einen schwachen Seitenasl aus, der in einer Bogenlinie aui der inneren Seite verläuft, sich dann wieder mit der fünften Ader verbindet und dadurch ein geschlossenes Feldchen bildet, dann aber wieder sich trennt und nach dem Innenrande verläuft. Die sechste Ader ist kurz und sendet vom Grunde zwei ganz schwache, bald sich verlierende Aestchen aus, das eine gegen die fünfte Ader , das andere gegen den Rand. Der innere Rand selbst hat keine Ader, dagegen haben wir noch eine kleine Ader zwischen der vierten und fünften, welche auf dem Flügelfeld entspringt und nach dem Innenrand läuft. Sie ist wahrscheinlich ein Ast der vierten Ader. Das sind die Adern der Flügel der Melolonlhen und ich will nur noch beifügen , dass am Grunde der Flügel mehrere sehr merkwürdig geformte Hornpliillchen sich finden, welche beim Auf- und Abspannen der Flügel thälig sind und dasselbe vermitteln helfen. Diese sechs Hauptadern liegen nun nicht nur dem Flügel -Geäder der Käfer, sondern auch der anderen Insekten zu Grunde, nur dass die zweite Ader häufig sich sehr enge an die erste anschliessl oder auch ganz zu fehlen scheint *). Leider sind aber diese Adern sehr verschieden benannt worden. •) So srlicinl sie bei den Uvmenoplprcn diirchgchcnds zu folilon und auch dio Vena scapularis (dorl subradius von Manchen ftcnanul) lehnt sich innig au die Kandader an: beln) Stigma trennt sie sieb in- dessen von derselben, wodurch ein mehr oder weniser breites l'ehl entsteht, zvvisclieu der V. marginalis - 78 - verschieden bei den verschiedenen Insektenordnungen, verschieden auch bei derselben Ordnung , wodurch eine grosse Verwirrung entstanden ist , aus der man sich nur mit Mühe herausarbeitet. Linne nannte die erste Ader die Randrippe, Costa marginalis, Jurine aber radius; die zweite Ader nennt Kirby Neura mediastina; die dritte Ader Jurine cubitus, Kirby dagegen postcosta (Hinterrippe), Burmeister subcosta; die vierte Ader heisst bei Kirby Neura externo- media, bei Burmeister radius, die fünfte bei Kirby Neura interno -media, bei Burmeister cubitus; die sechste aber bei Kirby Neura analis, bei Burmeister postcosta. Da die Ausdrücke radius und cubitus an und für sich schon wenig passend sind und zudem so verschieden gebraucht werden , lialte ich mich möglichst an die Bezeichnungsweise von Kirby*) und nenne die erste Ader Vena marginahs (Randader), die zweite Vena mediastina (Neben -Randader), die dritte Vena scapularis (Schulterader), weil sie auch in den Fällen, wo sie nach der inneren Fläche der Flügel verläuft, wie bei den Räferilügel- decken, von der Schulter entspringt, und die Ausdrücke postcosta und sub- costa für sie unpassend sind; die vierte Vena externo-niedia (äussere Mittel- ader); die fünfte Vena interno -media (innere Mittelader); die sechste Vena analis (Hinterader). Darnach sind denn auch die Flügelfelder zu bestimmen. Da wir zwischen je zwei Adern ein Feld haben, haben wir nicht nur drei Felder , sondern fünf, oder da auch ausserhalb der Randader noch häutig und scapularis; die dritte Uauptader ist da die V. externo- media (Vena media mancher Autoren), die vierte die V. interno- media, und die fiinfle die V. analis. Bei den Sclimetterlingeu dagegen haben wir die Vena mediastina in vielen Fallen sehr deutlich; sie verbindet sich aber bald mit der V. marginalis, wäh- rend die V. scapularis, die hier stark entwickelt ist, haulig erst ausser der Fliigelmitte in die Randader mündet. Die beiden starken Adern, welche ein grosses Mittelfeld einschliessen, sind die äussere und innere Mittelader; und das grosse Feld ist die Area interno -media. Hei den Orthopteren, z. B. bei Lo- custa, ist die Vena mediastina auch da; sie verbindet sich aber cbenralls mit der Randader, doch erst etwa bei '/j Flügellänge; die Vena scapularis dagegen läuft erst an der Flügelspitze in die Randader und wir bekommen hier eine grosse Area scapularis; dagegen ist die Area externo - media ganz schmal, indem die V. scapularis neben der V. externo-niedia verläuft; breiler ist die Area interno - media und die Area analis, welche letztere wieder in ein inneres und äusseres Feld zerfällt. *) Ich nehme hier die Ausdrücke, wie er sie bei den Libellen (Handbuch U. p. 810) gebraucht, denn in der Terminologie ist diese Partie so unklar, dass ich mich nicht daraus linden konnte. — 79 — ein kleines Flügelstück vorkommt und ganz alifjemein ein solches ausserhalb der Hinlerader, oder zwischen dieser Hinterader und einem Ast derselben, sieben. Das erste Feld zwischen der Randader und TSebenrandader bildet die Area marginalis (Randfeld) und wenn ein solches noch ausserhalb der Randader liegt, die Area extramarginalis; das Feld zwischen der Vena me- diastina und scapularis, die Area scapularis; das Feld zwischen der Vena scapularis und Vena externo- media, die Area externo - media (äusseres Mittelfeld); dasjenige zwischen der Vena externo -media imd V. interno- media die Area interno- media (inneres Mittelfeld); das Feld zwischen der V. interno - media und V. analis die Area analis (Hinterfeld;; und wenn ein solches noch ausserhalb der Vena analis liegt, die Area extraanalis. \\ enri die Hinterader einen Ast aussendet, der zwischen der Hinterader und der Vena interno- media verläuft, nenne ich das Feld zwischen der Hinlerader und dem Ast Area interno -analis, das Feld zwischen dem Ast und der V. interno -media die Area externo -analis. Diese Eintheilung stimmt mit der jetzt angenommenen in den Hauptpunkten überein, nur dass die Area sca- pularis nicht unterschieden und zum Randfelde genommen Avird, welche so- mit von der Vena scapularis bis zum Flügelrande reicht ') , und dass ferner die beiden Mittelfelder zusammengenonuiien werden und man aus ihnen die Area intermedia gebildet hat. Da das eigentliche Randfeld und das Scapu- larfeld bei den Käfern meistens sehr schmal sind, ja nicht selten ganz fehlen, indem die Adern ganz aneinander stossen. mag es nicht unpassend sein, diese beiden Felder unter dem Namen des Randfeldes zusammenzu- fassen; wenn wir also von einem Randfelde im weitern Worlsinne reden, versieben wir die Flügelpartie zwischen der Vena scapularis und marginalis: im engern Sinne dagegen immer das Feld zwischen V. mediaslina und mar- ginalis. Da die Flügelpartie vor dem Flügelmaal häufig anders gestaltete *) Doch ist leider die Grenze dieses Randfeldes hei den versrliiedonon Ordiuin^'en «jeder sehr ver- schieden gefasst worden; während hei den Käfern es dnreh die Vena scapularis (suhcosla Burni.) begrenz! wird, wird es bei den Heuschreclien nnd Libellen bis zur Vena externo -media [radius liurin.) ausgedehnt; and dasselbe gilt von der Area inlerniedia, indem diese bald nur bis zur Vena interno - media (z. K. bei den Fliegen), ja bei den Käfern von Iturmeistcr nur bis zur Vena inlerno - media gerechnet wird, bald aber so bei Hymenopleren, Orthopteren. Wanzen) bis zur Vena analis. — 80 — Felder besitzt, wird es nothwendig, auch diese zu bezeicluien. Wir theilen darnach die Felder wieder in zwei Stücke, eines umfasst das Stück vom Grunde des Flügels bis zum Flügelmaal , oder den rückiaufenden Aesten, wenn welche da sind (dies das Schulterfeld); und das Stück von dort nach der Spitze (Spitzenfeldj ; so ist z. B. beim Maikäfer das Schulterfeld der Area scapularis sehr klein, das Spitzenfeld dagegen ziemlich gross; das Schulterstück des äusseren Mittelfeldes gross, das Spitzenstück kleiner und durch den Ast der Vena externo- media in zwei Hälften getheiU. Bei einer grossen Zahl von Käfern werden wir nicht unschwer diese genannten sechs Flügeladern linden; in dem Verlauf derselben und in ihrer weitern Verästelung findet aber eine grosse Mannigfaltigkeit Statt, die mit der Art, wie die Flügel zusammengefaltet sind , in Beziehung steht , was wir noch an ein paar Beispielen zeigen wollen. Bei den meisten Flügeln ist ein kleines Stück an der Innern Seite der Flügelbasis umgelegt*); jedoch häutig nicht die ganze Area analis, sondern nur die innere Partie derselben, näm- lich von dem Ast der >'ena analis bis zum Hinterrande (die Area inlerno- analis). Die übrigen Theile des Flügels sind anders gefaltet, je nachdem die Flügel eine querläufige oder gegenläufige Faltung zeigt. Beim Maikäfer z. B., der als Beispiel für die am häufigsten vorkommende quer- läufige Faltung, und zwar in den einfachsten Verhältnissen, dient, haben wir eine concave Falte längs des apicalen, auslaufenden Astes der Vena externo -media, und eine convexe Falte von dem Gelenke der Vena externo- media nach dem Innenrande des Flügels und zwar nach jener Stelle, wo der auf dem Flügelfelde entspringende, kurze Ast ausmündet. Ferner ver- läuft eine concave Falte neben dem rücklaufenden Ast der Vena externo- media. Beim Zusammenlegen der Flügel wird nun die Vena externo-media der Randader genähert und dadurch eben diese Längsfalte in der Area externo-media gebildet, wodurch dieses Feld verschmälert wird; das apicale ') Die Flügel sind meistens mit einer breiten Wurzel an dem Hinterrücken belestifjt . und zwar l;iiili die Insertinnsstellc in der Mediane des Körpers; es nniss sich dalier am Flügel, wenn er sich nach Innen biegt, um unter die Flügeldecken gebracht zu werden, das genannte Stück nach unten umschlagen; es isl der Theil, welcher an der Seileiiplatte hefesligl ist. Aui (Iruudc sehr ■.clmialcr Flügel Iclill diese Falle. - 81 - Stück (Spitzenstück) der Area externo - media wird der ganzen Länj^e nach zusammengelegt, indem der apicale Thei! der Randader sich am Gelenk stark nach Innen krümmt, so stark, dass dieser Thcil der Ader nun einen spitzi- gen Winkel bildet mit dem basalen Theil der Uandader. Teberdies ist aber auch dieser in der Nähe des Gelenkes nach Innen gekrümmt, welche Krüm- mung dadurch möglich gemacht wird, dass die Randader mit einer Menge von Querl'urchen versehen ist und wie aus Ringen gebildet scheint. Somit ist beim gefalteten F'lügel die äussere Partie der Area analis umgeschlagen, das äussere Mittelfeld der Länge nach Iheilweise zusammengelegt und das Spilzenfeld des Mittelfeldes und des Scapuiarfeldes eingeschlagen, Avelche Kinfallimg auch nocli einen Theil des Innern Mittelfeldes in Anspruch nimn;t, indem sie bis zum abgekürzten AsI desselben reicht, welcher hier dieser Einfaitung Grenzen setzt, während sonst häufig die Einfallung nur bis zum apicalen Theil der äussern Mittelader geht, welche dann den Zweck hat. die Fällung zu regliren. Auch bei den Melolonthen nehmen also der grössle Theil des Innern Mittelfeldes und die Area externo-analis an diesen Faltuiiycn keinen Theil. Bei der Mehrzahl der querläufigen Flügel haben wir wohl diese Arl der Faltung, welche also fast ausschliesslich das äussere Mittelfeld beschlägt. Darum laufen denn die Vena scapularis und Y. externo - media am Grunde zusammen, liegen da auf einander; darum haben sie Gelenkbildung und dort rücklaufende Aeste, welche an der Stelle den Flügel verstärken, wo die apicale Partie eingefaltet werden soll; während den weiter nach innen lie- genden Adern Gelenkbildung und rücklaulende Aeste fehlen. Bei den Flü- geln, die doppelt oder mehrfach gefaltet sind, weicht dagegen der .\der- verlauf bedeulend von dem angegebenen ab. So haben wir z. R. bei Süpha. bei welcher (iattung die Flügel doppelt gefallet sind , zwei zieiiilich starke Kandadern, die eigentliche Vena niarginalis und die an sie sich anlehnende \'ena scapularis, die etwas vor der Fhigeinntte wohl ein (iclcnk, aber keinen riicklaufenden Ast hat; ebenso fehlt der N'ena externo- media dieser .\st. wogegen sie sich in zwei, nach dem Innenrande laufende, Aeste gabelt, die in die Vena externo- media eingelenkt sind; i( ii ;iiii die Handrippe legt, oder vielmehr so stark nach aussen l)iegl . (las^ der Angel über den Rand des Flügels hinausragt. Dadurch wird die Hildun^ der Ouerfalte des iMitteistückes veranlasst, nnd daduicli. dass die Alittcllinie eine convexe Falte bildet, also die (Juerfalte nach aussen sich wtlihi. wird — 84 — das dritte Flügelstück st) unter das zweite gelegt, dass es mit ihm gegen- läufig wird. Würde umgekehrt diese Qut'rfalle nach Innen sich einschlagen, so würde das dritte Stück gegen das erste querläuflg. Hier hat also das mittlere Stück des sonst anatropischen Flügels eine Faltung erhalten, womit die Aesle der äusseren Mittelader in Beziehung stehen, die nur auf diesem Stück verlaufen; allein die Art der Faltung ist ganz anders, als bei den querläufigen Flügeln, wie man aus obiger Dar- stellung sieht. Bei einer dritten Klasse von Flügeln sind dieselben nicht gebrochen und mit keinen Querfalten versehen; ich nannte diese geradläufige (orthotrope) Flügel*). Bei diesen zeigen die Adern keine Gelenke und wenn Faltungen vorkommen, sind es, mit Ausnahme der Analfalte, nur Längs- falten. Zu dieser Klasse gehören die Flügel der Buprestiden, deren Aderverlauf wir noch zu l)ezeichnen haben. Die Randader ist hier stark und bildet einen ziendich breiten Saum am Aussenrande des Flügels. An sie schliesst sich ganz enge die Vena scapu- laris an, so dass kein Feld zwischen denselben sich findet. Die Vena me- diastina fehlt. Gelenkbildung und Flügeluiaal ist nicht da. Die äussere Mittelader ist stark; sie lehnt sich am Grunde an die Vena scapularis an, entfernt sich aber dann bald von derselben, so dass ein ziemlich breites äusseres Mittelfeld entsteht; bei etwa Va Länge sendet sie einen rücklaufen- den , kurzen Ast in dasselbe , setzt sich dann aber weiter nach dem Innen- rande fort, wo sie innerhalb der Spitze ausmündet. Die A'ena scapularis hat nur einen sehr kurzen, rücklaufenden Ast, gegenüber der Stelle, wo derjenige der Vena exlerno- media sich findet; von der Spitze dieses Astes läuft sie in ein (z. B. Capnodis) oder zwei (Euchroma) schwachen Adern wieder dem Rande zu, in den sie vor der Flüge!sj)itze mündet; wodurch eine kleine Areola scapularis gebildet wird. Neben diesem haben wir im Spilzenstück des äusseren Millelfeldes bei einigen Gattungen ^so Agriius\ noch einen schwach angedeuteten vorlaufenden Ast der A Cna exteino-media, ■) linloinolos.'isclii; Zeitung. lSi3, p 48. — 85 — der aber öfter von dem Felde entspringt, nicht bis zur Starnmader verfolj-i werden kann und innerhalb der Spitze ausläuft. In das innere MiltoUcld sendet die äussere Mittelader bei etwa Vj Flügellänge einen starken AsI aus, welcher weiter in drei Aesle sich spaltet. [)i('ser Ast ist in die Milte!- ader am Grunde eingelenkt; er hat am Grunde einen etwas verdickten und vorn ausgerandeten Kopf, oder selbst eine Gabel (Ancvlochira). J)i(' Arl. wie er sich wieder weiter verästelt, ist nach den Gattungen verschieden; bei den meisten Gattungen läuft zuerst ein Ast nach der Innenseite ab, der in seltenen Fällen (wie bei Ancylochira) zu äusserst nochmals sich gabelt; der Hauptast setzt sich noch ein kleines Stück weiter fort iiiid löst sich dann in zwei Aeste auf, von denen der äussere sich in einer starken Bo"-en- linie von dem inneren entfernt; dieser kann wohl als Fortsetzung des Hauptasles betrachtet werden , welcher also zwei Seitenäste besitz! , von denen der erste nach der inneren, der zweite nach der äusseren Seite ab- läuft, so bei Dicerca, Ancylochira, Capnodis, Eurythvrea, Julodis u. a. : bei andern Gattungen dagegen (so bei Euchroma, Lampra ) löst sich der Hauptast in zwei Aeste auf, die eine Gabel bilden , ausserhalb derselben liegt aber noch eine freie Ader, in dem Felde zwischen dem äusseren Asi und der äusseren Mittelader, die auf dem Felde entspring!; allein sie stellt ohne Zweifel auch nur einen Seitenast des Hauptastes der Millelader dar, welcher aber bei Fuchroma eine solche Richtung hat, dass er an dem Süick des Hauptasles zwischen seiner Basis und der Gabel entspringen miisste; und wirklich sieht man auch eine schwache Linie in dieser Kichtung verlaufen. Die innere Mittelader läuft am Grunde mit der äusseren zusammen, entfernt sich dann aber ziemiich weit von derselben und spaltet sich in zwei Aeste, welche bei n)anchen Gattungen (so bei Capnodis, Dicerca, I^ampra^ ohne sich zu verbinden , dem Innenrande nach auslaulen , bei anderen dagegen (so bei Ancjlochira, Eurythyrea und Euchroma) wieder in einander münden und ein ovales Feld einschliessen (areola venae internae mediae): wcüei- nach dem Rande läuft die innere Millelader nur in einetü As!e Ibrl. Die Hinlerrippe '>'ena analis^ ist kurz und sende! \(im ihrer luidügungsslelic - 86 - einen Ast aus, der neben der inneren Mittelader verläuft und öfter durch einen kurzen Ast sich mit derselben in Verbindung setzt. Wir haben sonach bei den Flügeln der Buprestiden ausser der kleinen apicalen Area scapularis kein Randfeld, ein verhältnissmässig ziemlich schmales, äusseres Mittelfeld, ein grosses inneres Mittelfeld, welches den grössten Theil des Flügels einnimmt und daher noch Aeste von der Mittelader erhält; ein verhältnissmässig ziemlich ansehnliches Hinterfeld, das durch einen Ast in zwei Partien getrennt ist, von denen die äussere aber ganz schmal ist. [m Ruhestand ist nun das innere Hinterfeld umgeschlagen, jener Ast bildet die Grenze, wo der Flügel sich bricht; das äussere Mittelfeld zeigt eine schwache concave Längsfalte , so dass die äussere Mittelader sich dem Rande nähert; tiefer ist die Falte in dem Spitzentheil des Mittelfeldes, daher der Flügel bei den rücklaufenden Aesten sich etwas nach innen biegt, um unter die dort sich verschmälernden Flügeldecken gebracht zu werden. Es reicht diese Falte bis zum apicalen Theil der Vena externo- media, welche diese Faltung reglirt. Es ist also hier der apicale Theil der Randader, von dem rücklaufenden Ast an, im Ruhezustand auch etwas nach innen gebogen, aber bei weitem nicht so stark, wie bei den querläuflgen Flügeln; und zwar wird diese stärkere Einbiegung gehindert, einmal durch den Mangel der Gelenke an den Randrippen und zweitens durch die Richtung des apicalen Theiles der äusseren Mittelader, an welcher die Flügelfalte sich bricht, und die nicht weit von der Flügelspitze entfernt ausmündet. Das grosse innere Mittelfeld zeigt keine Faltung , mit Ausnahme einer ganz kurzen , jedoch ziemlich tiefen, concaven, am Grunde des Feldes. 2. Sculptur der Flügeldecken. Der Aderverlauf der häutigen Flügel gibt uns den Schlüssel zur Auf- findung der Gesetze, nach welchen die Rippen, Streifen und Punktreihen auf den Flügeldecken vertheilt sind. Untersuchen wir die Flügeldecken des Maikäfers, oder eines Rhizotro- gus, oder des Nashornkäfers, werden wir vier Rippen bemerken, welche vom Grunde der Decke nach ihrer Spitze herablaulen; wir werden aber — 87 — weiter eine Leiste längs der Naht und ferner einen verstärkten Aussenrand linden. Wir beivommen darnach sechs Rippen, eine am Nahtrande, eine am Aussenrande und vier auf der Flügelfläche dazwischen. Weiter werden wir, wenn wir die Decke nach dem Lichte halten, uns leicht davon über- zeugen, dass diese Rippen von einem Kanal durchzogen sind, also Adern darstellen, wie die Rippen auf den Hautflügeln, welche zur Blutbewegung dienen. Wir bekommen somit auch bei den Flügeldecken, gerade wie bei den Hautflügeln, sechs Hauptadern, welche vom Grunde der Flügeldecke auslaufen. Den Aussenrand bildet also die Xena marginalis; auf sie folgt eine Rippe, welche unnuttelbar neben ihr inserirt ist und nahe neben ihr. und mit ihr parallel, gegen die Deckenspitze hinabläuft, dies die Vena me- diastina; an sie lehnt sich am Grunde die dritte Rippe an, die sich aber dann bald von derselben entfernt, indem sie sich stärker nach innen biegt, sich aber vor ihrem Auslaufe derselben wieder nähert; dies die ^'ena sca- pularis; die vierte Rippe ist schon am Grunde von der dritten entfernt, verläuft aber mit ihr fast parallel (dies die Vena e\lerno-n)edia), und ebenso die fünfte Rippe (die Vena inlerno- media). Die fünfte und vierte reichen nicht bis zur Flügeldeckenspitze hinab und sind an ihrem apicalen Ende mit einander verbunden; eben so ist auch die dritte verkürzt. Die Nah(rip|)(' entspricht der Vena analis. Darnach haben wir al.so die Rippen zu be- zeichnen, als Costa marginalis (Randrippe), Costa mediaslina {Nebenrand- rippe), Costa scapularis (Schulterrippe), Costa externo - media (äussere iVlitlelrippe), Costa interno- media (innere Mittelrippe) und Costa .suturalis (Nahtrippe). Zwischen diesen Rippen haben wir Felder, die auf dieselbe Weise zu bezeichnen sind, wie die Felder der Uaulflügel; wir erhalten .so- mit eine Area marginalis, A. scapularis, A. externo- media, \. interno- media und .4. suturalis. Die Breite dieser Felder und ihr Verhältniss zur Breile der Rippen i>i sehr verschieden und gibt uns eine ganze Reihe von [ nterscheidungsmerk- malen an die Hand. Nicht selten haben wir noch eine kleine Rippe bei dci Schildchenecke, welche als Ast der Vena suturalis zu betrachten ist und ein kleines Feldchen abgrenzt, das wir Areola scutellaris (Schildchenfeld' nennen - 88 — wollen und die Rippe, die es abgrenzt, Costa scuteliaris. Bei den ge- rippten Flügeldecken haben wir sehr häufig diese genannten vier Rippen, oder mit den zwei Rippen, welche den inneren und äusseren Rand einlassen , sechs Rippen , welche also den Adern entsprechen , die auf den Flügeldecken sich gleichniässiger verlheilen, weil sie hier nicht so ver- schiedenartige Bestimmung erhalten haben, wie bei den Hautflügeln, wo sie in so naher Beziehung zur Flügelfaltung und auch Flügelstellung (beim Fluge) stehen. Doch verdient es sehr der Beachtung, dass auch hier die Vena marginaüs , V. mediastina und V. scapularis unmittelbar neben einander entspringen. Zwischen der Vena externo- media und dem Aussenrande haben wir am Grunde der Flügeldecke häufig eine beulenartige Auftreibung ^bulla humeralis, Schulterbeule), und in ihrer Nähe, aber zwischen Vena mediastina und V. marginalis, eine kleinere, welche mit dem Phialum Kirby in Verbindung steht bulla phialina, Säckchenbeule). Wir haben nämlich auf der Innenfläche der Decken bei der Schulter ein kleines häutiges Säckchen, das sich zeitenweise mit Flüssigkeit anfüllt. Um diesem mehr Raum zu geben, ist die Flügeldecke auch auf der Oberseite zuweilen etwas aufgetrieben. Bei vielen Käfern haben wir aber nur drei Rippen auf der Fläche der Flügeldecke; hier ist die Costa mediastina verwischt; so z. B. bei Peltis, bei den Silphen mit dreirippigen Decken u. a., und nicht selten wird man auf der Oberseite, oder dann doch der Innenfläche der Decken noch An- deutungen der Vena mediastina finden; so z. B. bei Carabus auratus, bei welchem diese Ader am Grunde von der Randader getrennt, dann aljcr mit derselben verwachsen ist; bei anderen scheint sie aber wirklich zu fehlen, wie bei den eigentlichen Prionen. Wo wir mehr als vier Rippen haben, sind es Kanten, die den Mittel- feldern, oder auch der Area scapularis angehören, wovon man sich aus der Art ihres Verlaufes überzeugen kann. Mit diesen Rippen auf den Decken stehen nun die Streifen und Punkt- reihen in nächster Beziehung. Es sind nämlich die Rippen in der Regel von solchen Streifen oder Punktreihen eingefasst; sie — 89 — begrenzen die Rippen gegen die Felder. Das sieht man selir deut- lich bei den Orycten, Meloh)ntiien und Uhizotrogen. Auf den ersten Ulick gewahrt man kaum, dass eine Zaid von Punkten in regelmässigen Reihen stehen; wie man aber die Flügeldecken genauer imtersucht, wird man sich sogleich davon überzeugen. Wir haben eine Punklreilie längs der Nalilrippe und eben so eine solche längs des Aussenrandes ; ferner zwei für jede l{i|)|)e, welche sie einfassen. Im Ganzen erhalten wir somit zehn Punktreihen. Damit haben wir dann den Grund gefiniden, warum so häutig auf der Iväferflügeldecke zehn Streifen oder Punktreihen vorkommen, welche Zahl wir also als die normale anzunehmen haben. Achte entsprechen somil den vier auf der Flügeldeckendäche verlaufenden Adern, eine der Randripj)e und eine der Nahtrippe. Diese köimen nur durch einen Streifen begrenzt wer- den, weil sie auf der andern Seite frei liegen. Da wir bei den nur punktirten oder gestreiften Flügeldecken nicht wohl von Rippen reden können , müssen wir zur Rezeichnung der denselben entsjjrechendeu i{egionen der Flügeldecken einen anderen Ausdruck wählen. Ich nenne sie Striemen (plagae); wir erhalten somit eine Plaga marginalis, scapularis, externo- und interne -media und Plaga suturalis und dazwischen die entsprechenden Felder, mit denselben Namen wie bei den Ilautllügeln. Da wir nicht bei allen gestreiften Flügeldecken zehn Streifen haben, liegt uns noch ob nachzuweisen, wie wir diese anderen Zahlenverhällnisse zu erklären haben, ^^'ir haben zuweilen weniger als zehn, bei iiianclien aber auch mehr. Es gibt ganze Familien , bei denen vorherrschend neun Streifen oder Punktreihen sich hnden. Rei diesen schliesst die Plaga nie- diastina sich so enge an die Randader an , dass das Feld dazw ischen fehll und nur eine Linie, ein Streifen, sie von einander trennt; sonnt bekonnnen wir dann zwischen Plaga mediastina und marginalis mir einen Streifen, während wir zwei haben, wenn sie auseinander stehen imd eine Area mar- ginalis zwischen ihnen liegt. So haben wir die neun Streifen zu erklären, welche wir bei weitaus der Mehrzahl der Laufkäfer . bei den Elateriden, Helopiden u. a. antreffen. Da wir sclion früher S. 22)*) von den Slreifen ■) Es sind \ eise verlaufen, wie bei den anderen Laufkäfern; ausserhalb derselben sind noch zwei sehr undeul- liche Streifen. Aehnlich ist der Streifenverlauf bei Carabus sylvestris Helh\. - 92 - und seinen ^'erwandlen , bei denen wir sogar 27 ( drei Mal neun) Streifen haben. Wir werden hier sogleich die beiden geschlossenen Mittelfelder finden; wir werden aber weiter flndeu, dass hier die Mittelfelder durch Rippen eingefasst sind, von denen jede durch drei Längslinien in drei Rippchen abgetheilt und überdies durch tiefe Grübchen unterbrochen ist. Dass aber diese allerdings eigenthünilich gebauten Rippen, die Costa sca- pularis, externo- und interno- media darstellen, wird uns eben sowohl eine ^ergleichung derselben mit den Rippen des Carabus auratus L. zeigen, wie die Innenfläche der Flügeldecke , auf der an jenen Stellen die Adern gesehen werden. Die Mittelfelder sind hier auch wieder durch Linien abgetheilt und zwar hat jedes, das innere, wie das äussere, vier Längslinien erhalten; es sind von diesen die beiden mittleren wieder unten verbunden und eben so die beiden äusseren und schliessen so diese Abtheilungen der Felder hinten ab. Die Area suturalis ist ebenfalls, wie bei Calosoma, von zwei Längslinien durchzogen. Noch müssen wir darauf hinweisen, dass der umgeschlagene Aussenrand der Flügeldecken keineswegs immer allein von der Costa oder Plaga mar- ginalis gebildet wird. Zuweilen nimmt ein grösserer Theil der Decke an seiner Rildung Theil, und die Costa mediastina oder einige Streifen kommen auf denselben zu stehen. So wird man bei Scaurus auf der Oberseite nur drei Rippen wahrnehmen , von denen eine am Rande steht ; eine vierte klei- nere ist aber am umgeschlagenen Rande; so sehen wir bei Onthophagus acht Streifen auf der Oberseite und einen am umgeschlagenen Rande, bei Ateuchus laticollis nur sieben oben und zwei am umgeschlagenen Rande. Das dritte Interstitiuni ist die Plaga interno -media, das fünfte die Plaga externo -media, das siebente die Plaga scapularis und bei der Area scapu- laris ist die Decke umgelitzt , bei Onthophagus bei der Plaga mediastina. Bei der Schulter ist der umgelitzte Theil der Decke meist am grössten und diese Partie kann wohl mit der Area extramarginalis verglichen werden, welche wir zuweilen bei den Hautflügeln antreffen. Nach diesen Erläuterungen kann es nun nicht mehr schwer sein, die Sculptur der Flügeldecken der Rupresliden darzustellen. Rei manchen - 93 — Gallun<,^en haben wir Rippenbildiin^, so bei Chalcophora, Chrysobothris, Eiicbroma ti. s. w. Auf der Fläche jeder Decke verlaufen in der IlejJ^el vier Kippen, von welchen die Cosla inlerno- media, exlerno- media und scapularis die beiden Mittelfelder an der aj)i(alen Seite fjanz umschliessen; innner ist das äussere Mittelfeld bedeutend kürzer als das innere; die (losta niediastina ist am Grunde mit der Costa scapularis verbunden, läuft l)is gejren die Deckenspitze und biegt sich da gegen die Costa interno-niedia hin, so dass die Area scapularis bis gegen die Deckenspitze hinal)läull und aussen die Mittelfelder umgibt. Am Schildchen haben wir eine kurze Co- slula scutellaris. Diese Uip|)en sind von Punktreihen eingefasst, welche indessen bei manchen sehr verwischt sind- Viel häuflger aber kommen bei den Buprestiden einfach gestreifte Flügeldecken vor, und zwar haben wir dann durchgehend zehn Streifen und einen kleinen Schildchenstreifen. Die beiden xMittelfelder sind las! inmier geschl(»ssen und zwar an der basalen, wie apicalen Seite und nicht selten auch das Nahtfeld, wenigstens am Gnmde. Das vierte und siebente Inter- stitiuni stellen die beiden Mittelfelder dar, welche nicht durch ein einfaches, sondern eine doppelte Plaga von einander getrennt sind, und dies zeichnet voraus die Unpresliden aus. Es läuft nändich auf der Plaga externo-media eine freie Mittellinie herunter, welche an der Schulter beginnt und meist bis gegen die Deckenspitze hinabreicht, und den äusseren Mittelstriemen in zwei gleich breite Stücke abtheilt. — Die Plaga scapularis beginnt an der äusseren Seite der Schulterbeule imd geht bis zur Sjjitze der J)ecke hinab und eben so die Area scapularis, welche ihr parallel läuft; die Plaga nie- diastina grenzt unmittelbar an die PI. marginalis und ist inir durch eine Linie von derselben getreimt. — lierücksicliligen wir nur den Auslaul der Streifen, so werden wir linden, dass der erste und zweite Streifen, welche die Area suturalis einfassen, meistens an der apicalen Seite frei auslaidcn. seltener sind sie dort \erbunden; der dritte und \ierte Streifen dagegen laufen am Grunde und an der Spitze ineinander und schliessen das innere Mittelfeld ein. und zwar münden sie ineinander bald ein ziemlich Stück vor der Deckenspilze (z. li. bei Capnodis, Eurythyrea) und dann durch eiiu'n gemeinsamen Streiten lii> - 94 - zur Spitze sich fortsetzend, oder aber ganz nahe der Spitze (wie bei Ancy- lochira und Lainpra). Der fünfte Streifen läuft frei aus; sechs und sieben sind verkürzt und münden bald bei der Mitte der Decken , bald bei V3 oder Vi Länge desselben in einander, wie sie auch am Grunde zusammengehen; sie fassen das äussere Mittelfeld ein, das von der Schulterbeule entspringt; der achte Streifen beginnt vom Grunde der Decke an der äusseren Seite der Schulterbeule und läuft bis gegen die Spitze der Flügeldecke herab, nicht selten dort mit der fünften convergirend; er bildet die äussere Grenze der Plaga scapularis ; der neunte Streifen und auch der zehnte reichen nicht bis an den Grund der Decke hinauf, sie schliessen die Plaga mediastina ein. welche bis gegen die Flügeldeckenspitze hinabreicht. Was also die gestreiften Buprestiden- Flügeldecken auszeichnet, ist: dass die Plaga externo-media durch eine Linie getheilt ist, gleichsam in zwei Aesten auftritt, dann dass das äussere Mittelfeld beträchtlich kürzer ist als das innere. Wir haben also hier den Fall , dass zehn Streifen da sind, während doch die Plaga mediastina sich unmittelbar an die Plaga marginahs anschliesst. Doch es ist Zeit, dass wir, nach diesem etwas langen Ausflug, zu un- seren fossilen Thieren zurückkehren; es sei mir aber noch erlaubt, darauf hinzuweisen , dass nach den bis jetzt gewonnenen Resultaten die Rippen und Streifenbildungen der Flügeldecken auf folgende fünf Hauptklassen zurück- geführt werden können: 1. Die Decken haben, mit der Rand- und Nahtrippe, sechs Rippen, welche alle durch Felder von einander getrennt sind; diesen entsprechen die meisten zehn streitigen Flügeldecken. 2. Derselbe Fall, allein die Area marginahs fehlt; diesen entsprechen die neun streifigen Decken. 3. Wie 2., allein die Plaga externo-media ist durch einen Streifen getheilt, und wir erhalten wieder zehn Streifen. 4. Nur fünf Rippen, mit der Naht- und Randrippe; es ist die Costa mediastina verwischt, oder scheint wirklich zu fehlen; diesen entsprechen die acht streifigen Decken. wSeltener ist auch die Costa scapularis verwischt - 95 — und dann erhalten wir nur zwei Rippen, und so kann auch die Zahl der Streifen durch Obsoletwerden derselben noch unter acht reducirl werden. 5. Die Flügeldecken haben sechs Rippen , wie Nr. 1 , aber auf den Feldern stehen noch Rippen, oder die Hauptrippen sind in mehrere ge- spalten. Diesen entsprechen die mehr als zehnstreiligen Flügeldecken, bei welchen auch die Felder, oder auch die Felder und Striemen von einer bestimmten Zahl von Streifen oder Punktreihen durchzogen sind. AÄA7. Capnodis Eschsch. 1. Capnodis antiqua m. Tal". II. Fig. 18 und Tat. III. Fig. 1. Pronoto transversim subcordato, angulis posticis acutis, anticis rotun- datis, nigro albido - varioloso; eljtris subtiUter striato-punctatis, nigris, albido-variegatis. Scheint einer der häutigeren Käfer des tertiären Oeningens gewesen zu sein , wenigstens kommt er in den Sanmdungen öfter vor. Zwei sehr schöne Exemplare befinden sich in der Carlsruher Sammlung, und zwei in der- jenigen des Herrn von Seyfried. Zunächst wollen wir die zwei Karlsruher Exemplare, als die instruktivsten, beschreiben, von denen das eine uns mit der oberen Seite, das andere auch mit der Bauchseite des Thieres be- kannt macht. a. Obere Seite. Taf. II. Fig. 18. Das Thier ist zerfallen, der Kopf steht schief und ist auf die recht« Seite verschoben, die rechte Flügeldecke ist vom Körper getrennt, .so dass die Hinterlcibssegmente zum Theil entblösst sind; diese Flügeldecke ist ganz criiaiten, die linke Flügeldecke ist zum Theil imler den ^ orderrücken ver- schoben und daher seine vordere Partie verdeckt. Es scheint die vordere Partie des Körpers etwas nach hinten verschoben und dadurch die Flügel- decken in diese Lage gekommen zu sein. Ausgezeichnet schön und wohl erhalten ist der A'orderrücken ; von den Reinen und Fühlern dagegen be- merkt man nur einige wenige undeutliche Fragmente. Kopf. Vorderrücken — 96 - und Flügeldecken liegen von der inneren Seile vor, die andere Steinplatte, die aber nicht erhalten ist, hätte also die weiter nach unten liegenden Rörpertheile erhalten. Ganze Länge 12 Lin. , Länge des Vorderrückens 2'/, Lin., grösste Breite desselben 4y4 Lin., Breite am Grunde 4 Lin., Länge der Flügel- decken 8'/) Lin., grösste Breite der Einzelnen an der Schulter 27^ Lin. bis zum dunklen Rande ; last 3 Lin. aber bis zu dem wahren , doch nur schwach angedeuteten Rande. Das Thier ist schwarz gefärbt; am Kopf, Vorderrücken und an den Flügeldefken haben wir aber hellgelblich braun gefärbte Stellen. Diese Stellen sind immer dicht ge- körnt; sie sind nämlich ganz bedeckt mit sehr kleinen, runden Erhabenheilen, die wie Schuppen erscheinen. Bei den jetzt lebenden Capnodis- Arten sehen wir, dass die schwarze Farbe durch weisse Flecken unterbrochen wird. Diese weissen Flecken werden durch äusserst kleine, cylindrische , einfache, aber ineinander vcrlilzte Haare hervor- gebracht, welche dem blossen Auge als mehlartige Substanz sich darstellen. Ueberall wo diese Hekleidung sich findet, sehen wir eine Masse sehr kleiner Zellchen , welche von einem hervorstehenden Rande umgeben sind , enge an einander angrenzen und eine sogenannte wabenartige Sculptur (sculplura favosa) bilden, deren wir aber erst gewahr werden, wenn wir die weisse Bekleidung abheben. Beim fossilen Thiere haben wir nun statt dieser Zellchen, welche den Haarlilz bilden und tragen, die erwähnten Körnchen oder rundlichen Schüppchen, welche ganz ähnlich zusammengestellt sind, wie jene Zell- chen und die höchl wahrscheinlich einen ähnlichen Haarfilz getragen haben , welcher aber nicht mehr zu erkennen ist. Da alle Stellen, wo sie sich linden, hellgelblich braun gefärbt sind, während die übrigen kohlschwarz, bei der Capnodis cariosa, C. tenebrionis, C. militaris u. a. aber jene Stellen eine weisse Farbe zeigen , sind wir wohl zu dem Schlüsse berechtigt , dass das lebende Thier an allen körnigen Stellen eine weisse , an den übrigen aber eine schwarze Farbe gehabt habe. Da wir den Vorderrücken von der inneren Seite vor uns haben , ist derselbe auf der Oberseite ohne Zweifel mit Zellchen oder Vertiefungen versehen, welche dann auf der inneren Seite diese Erhabenheilen bilden. Der Kopf ist breit und kurz , vorn ganz stumpf zugerundet. Man sieht ihn von der linken Seite; es tritt nämlich dort ein ovaler, dunkelbrauner Körper hervor, welcher wahrscheinlich das linke Auge darstellt, doch konnte ich keine Faceltenbildung daran erkennen. An der rechten Seite bemerkt man zwei Längsstreifen, welche schief nach — 97 - aussen verlaufen. Diese Seite des Kopfes ist diclil gekörnt. Der Vordcrrückcn ist kurz und breit; er bat genau dieselbe Länge, wie bei den grösseren Exein|tlaren der Capno- dis Tenebrionis L. , welche Ziegler mit dem Namen Buprestis moerens benannt hatte ; dagegen ist er etwas breiter , welche grtissere Breite indessen leicht aus der flachen Lage zu erklären ist, in welche er durch den Druck gebracht wurde. Er ist am Grunde am schmälsten, erweitert sich dann nach vorn zu, hat vor der Mitte die grösste Breite und rundet sich dann gegen den Kopf zu; er ist weniger stark an seinem Grunde zusammen- gezogen , als der Vorderrücken der Capn. Tenebrionis , erweitert sich nach vorn in dem- selben Verhältnisse wie derjenige der Capn. tenebricosa F. , hat aber seine grösste Breite näher dem Kopfe als diese. Seine Oberfläche ist grosseniheils von jenen vorhin erwähn- ten, rundlichen Körnchen bedeckt; er hatte daher wohl eine weisse Farbe, welche nur durch wenige schwarze, glatte, wahrscheinlich glänzende, Flecken unterbrochen wurde; zwei solcher Flecken von kreisrunder Form finden sich genau in derselben Lage wie bei der Capn. Tenebrionis und C. cariosa. Wir haben nämlich jederseits einen , etwas vor der Mitte, näher dem Vorderrande; eben so finden sich einige solcher Flecken am Grunde, diese aber weniger deutlich ausgesprochen; einer ist in der Mitte des Grund- randes, welcher jederseits mit einem anderen basalen in Verbindung steht; dem mittleren gegenüber liegt ein kleiner verästelter Flecken an dem Vorderrande. Die Flügeldecken haben ganz die Form derjenigen der Capnodis Tenebrionis L. ; sie sind lang und schmal , verbreitern sich an der Schulter ein wenig ; dann biegt sich der Aussenrand etwas nach Innen und dort haben wir, wie bei den lebenden Arten, bei Flügeldecken, die von der unteren Seite vorliegen , eine Rinne, die sich aber bald wieder verliert. Vinie abgestutzt ; oben ist er dicht und deutlich punktirl. Die Flügeldecken sind bei den Schultern am breitesten, biegen sich dann schnell nach innen zu, so dass dort am Rande eine Ausbuchtung entsteht; dieser Rand läuft dann in einer schwachen Bogenlinie nach hinten. Oben sind die Flügeldecken von feinen Punktstreifen durchzogen , welche an den Flügeldeckenspitzen am deutlichsten hervortreten. Die Zwi- schenräume zwischen den Streifen scheinen punktirt gewesen zu sein , wenigstens benierkl man solche Punkte an der Spitze der Flügeldecken. c. Capnodis puncticollis abdominalis. Taf. 111. Fig. 3. c. Stellt den Käfer von der oberen Seite dar; vom Thorax ist nur ein Fragment vorhanden; die Flügeldecken laufen auseinander tmd der Hinter- leib tritt hervor. Alle Theile, besonders aber die des Mittelkörpers, sind sehr stark zerdrückt, so dass eine genaue Bestimmung der Form schwie- rig ist. Die ganze Länge beträgt 12 Linien. Die Länge der Flügeldecken stimmt in der Länge und Breite wie auch der Form mit denen des vorhin beschriebenen Stückes über- ein; auch die Sculplur ist dicsselbe, so weit sie sich noch aus ihrem stark zerdrücklen — lai — Zustand beurtheilon lässt, fdie Streifung tritt deutlich nur an der hinteren Partie hervor. Es erhält dies Thier eine scheinbar eigenthümliche Trniht dadurch, dass nur ein Frajrmenl des Vorderrückens vorhanden ist, welches nach vorn ganz abgerundet und stark ver- schmälert ist und oberhalb welchem der zusammengedrückte Kopf hervortritt , welcher am Grunde erweitert und vorn ziemlich gerade abgestutzt ist. Der Hinterleib ist nach hinten zu stark verschmälert und läuft in ein ziemlieh schmales , hinten aber stumpfes, abgerundetes Ende aus. Die Segmente sind nur sehr undeutlich von einander getrennt. XXXII. Pcrotis Meg. (Aurigena Gory). '). Perotis Lavateri m. Taf. III. Fig. 4. Oeningen. Eine Flügeldecke, samnil dem Abdruck, ist zwar vollständig erhalten und der Umriss sehr scharf, dagegen ist sie oben von der .Substanz des Steines ganz überzogen und dadurch ihre Sculptur fast ganz unkennt- lich geworden. Sie hat eine Länge von 12'/^ Lin. , vorn eine Breite von 4 Linien; hei y^ Länge fängt sie sich an zu verschmälern und läuft in einer Hogenlinie der Spitze zu: diese ist ziemlich scharf. Die Oberfläche scheint ziemlich glatt gewesen zu sein , nur .im ,\ussen- rande bemerkt man eine Längslinie , welche etwa in der Mitte derselben beginnt und bis gegen die Spitze hinläuft; ferner unterhalb der Schuller einen Längseindruck, nahe dem Rande. Oben ist die Flügeldecke spärlich wie mit feinem Metallstaub bestreut, besonders an der Naht und gegen die Basis, wie überhaupt an allen Stellen, wo die Decke weniger dick von der Steinmasse überzogen ist. Sie scheint daher eine Melallfarbe gehabt zu haben. Ich kenne keine metallfarbigen Flügeldecken , mit denen die vorliegende fossile Flügeldecke eine grössere Uebereinstimmung in der Form zeigt, als die der Pcnilis lu- gubris F. , daher ich sie zu dieser Gattung zu bringen mich berechtigt glaube. Während sie in ihren Umrissen fast gc^nau mit der Flügeldecke dieser Perotis übereinstimmt, uber- trilTt sie dieselbe dagegen in der Grösse um ein Beträchtliches. Die Flügeidecken der grössten Exemplare von Perotis lugubris messen nur 9 Linien. Das ganze Thier aber misst 12 Linien; darnach hätte die fossile Art eine Länge von 16 Linien gehabt. wenn die Körpertheile bei ihr in demselben Verhältnisse zu einander standen . wie bei der Perotis lugubris. 14 — um - Die Gattung Perotis lebt vorzüglich in der zona medilerranea , an den noidafrika- nischen Rüsten , Syrien und Südeuropa ; die Perotis lugubris F. kommt aber auch in Taurien und Oestreich vor. XXXIIl. Anajlochira Eschscll. Zu dieser Gattung bringe ich eine Zahl von fossilen Bupresten, welche darin mit einander übereinstimmen, dass bei ihnen der Vorderrücken nach vorn zu sich verschmälert, dass die Flügeldecken gestreift und in den Zwischenräumen dieser Streiten punktirt sind. Darin stimmen auch alle jetzt lebenden Ancylochiren überein, unter denen wir die den fossilen Formen analogen Arten auftinden. i. A n c y 1 o c h i r a H e y d e n ii ni. Taf. IK. Fig. 5. Pronoto breviusculo, anterius angustiori, lateribus valde rotundato. an- guHs anticis acutis, productis, confertini punctato; elytris lateribus sinuatis, punctato-striatis, interstiliis punctatis. Oe Hingen. Ein ausgezeichnetes Exemplar, sammt Abdruck, aus der Carlsridier Sammlung. Diese Art fand sich dort unter dem Namen Aurigena vetusla Heyden , unter demselben Namen aber auch die Capnodis antiqua, was mich veranlasst hat, den Namen des, um die Entomologie hoch ver- dienten , Herrn Senators von Heyden in Frankfurt auf diese Art über- zutragen. Ganze Länge des Thieres auf dem Stein 1174 Lin.; Länge des Vorder- rückens 2'/? Lin. , grösste Breite 4'/4 Lin., bei den Vorderecken ^'/i Lin. Länge der Flügeldecken nicht ganz 8V4 Lin., Breite der einzelnen Decke an der Schulter S) Lin. Der Kopf kurz, etwa 1 Linie lang, breit und bis an die Augen in den Thorax ein- gesenkt, punktirt, vorn stumpf zugerundet. Augenhöhlen gross , rundlich. Vorderrücken ziemlich kurz und breit, unterhalb der Mitte am breitesten, nach dem Grunde zu kaum merklich , nach vorn zu dagegen sehr stark und in einer starken , regelmässigen Bugcn- linie sich verschmälernd. Vorder- und Hinterecken scharf; die vorderen hervorstehend. - 107 — da der Voidcrrückeii vorne zu Aufnahme des Kopfes ausgebuchtet ist. Oberseite dicht, mit ziemlich tiefen und runden Punkten besetzt. Der Vorderrücken ist auf den Stein mit dem Abdruck gekommen und auf der Hauplplatte (Taf. II[. Fig. .5 u. 5. b] erscheint die IJrustseite des l'rothorax. Die dreieckigen Scitenplatten sind dicht und stark punktirt, sie sind hinten scharf abgesetzt und zwar steht dieser Rand nicht am Grunde des Prothorax, sondern etwa '/g I^inie vor demselben , woraus leicht die Täuschung entstehen kann , dass man den Prothorax bei dieser Linie beginnen lässt ; der Abdruck zeigt aber, dass der Vorderrücken bis fast zu den Flügeldecken hinabreicht. Das Prosternum ist trapetzfilrmig und in einen ziemlich spitzigen Stachel verlängert. Vorn ist es gerade abgestutzt. Nei)en dem Stachel bemerkt man beiderseits Andeutungen der Hüften der Vorderbeine!. Die Flügeldecken haben am Grunde die Breite des Vorderrückens, biegen sich hinter den Schultern etwas einwärts , wodurch sie dort eine Einbuchtung erhalten : weiter nach hinten läuft der Rand in einer ganz schwachen Bogenlinic bis gegen die Spitze , biegt dann aber sich wieder stärker nach innen und bildet dort eine zweite, aber ganz seichte Bucht und läuft in ein zwar ziemlich schmales , aber stumpfes Ende aus. Die Oberseite ist mit deutlichen l'unktstreifen besetzt; diese sind an der Spitze der Flügeldecken deut- lich und schön, weiter nach dem Grunde zu aber verwischen sie sich, da dort die Decken stärker zerdrückt sind. Doch überzeugt eine genauere Untersuchung, ^dass sie bis na(h vorn sich fortsetzen und dass die Streifen den früher für die Bupresten angegebenen Verlauf zeigen , der auf der rechten Decke verfolgt werden kann. Ein starker Längs- 'lindruck bei der Schulter rührt unzweifelhaft von dem umgeschlagenen Rande der Flügel- decken her. Die Zwischenräume zwischen den Streifen sind schwach runzlig punktirl, welche Sculptur man indessen nur an der Flügeldeckcnspitze deutlich sieht. Das Schild- chen war dreieckig und für eine Buprestide gross. In der Mitte gehen die Flügeldecken nach hinten auseinander; dort tritt vorn die Brust, hinten das Abdomen hervor, von welchem die festen Hauchplalten sich erhalten haben, während die Rückenplatten ver- schwunden sind. Man erkennt fünf Segmente , das erste ist das längste und zeigt in der Mitte nach vorn eine dreieckige Verlängerung, welche den dreieckigen Sporn bezeichnet, der bei den Buprestidcn zwischen die Schenkeldecken der Hinterbeine verläuft. Die schmalen Platten zu jeder Seite dieses Dreiecks bezeichnen diese Schenkeldccken, welche gegen die Insertion der Beine zu sich etwas verbreitern und eine scharfe , spitzige Ecke haben. Das zweite, dritte und vierte Hauchsegraent sind fast von derselben Länge, das Endsegment ist doppelt länger, als das vorhergehende, nach hinten stark verschmälert und an der Spitze gerade abgestutzt. Dieses Segment ist ziemlich stark punktirt. - 108 — Von den Beinen und Flügeln sieht man nichts, wohl aber auf der linken Seite die lange , schmale Seitenplalle des Metathurax. Es zeichnet sich diese Art vor allen europäischen durch ihre Grösse und die stark gerundeten Seiten des Vorderrückens aus. In der Tracht erinnert sie am meisten an die ßupr. hilaris und Bupr. variegata Klug. , obwoi sie auch beträchtlich grösser ist als diese beiden ägyptischen Arten. 5. Ancylocliira deleta m. Tai'. III. Fig. 6. Elongato-oblonga, pronolo trapeziformi, lateribus recto, angulis acutis; aJ)tlomine apice obluso. Oeningen. Ein Stück aus der Sammlung zu Carlsruhe; die Umrisse zwar deutlich angebend, die Sculptur dagegen, in Folge des sehr starken Druckes, gänzlich verwischt; der Kopf ist vom Thorax getrennt; die Flügel- decken stehen etwas aus einander, so dass zwischen denselben die Abdomi- naisegmente hervortreten (Fig. 6). Ein zweites (Fig. 6. b) ganz ähnlich erhaltenes Stück aus der Sammlung des Fürsten von Fürstenberg in Donau- eschingen. Bei diesem ist die Vorderbrust zerdrückt und ihre rechte Seile weiter nach vorn verschoben. Stellt das Thier von der unteren Seile dar. Ganze Länge T'/j Lin. ; Länge des Vorderrückens IVj Lin.; Breite des- selben an der Basis 2V4 Lin.. vorn beim Kopfe iV^ Lin.; Länge der Flügel- decken öVi Lin. Kopf kurz und gerundet. V ordcrbrust trapetzformig ; nach vorn zu stark \ er- schmälert, die Seiten gerade, die Hinter- und Vorderecken scharf. Flügeldecken am Grunde von der Breite des Vorderrückens, laufen dann ziemlich parallel, und runden sich nach hinten allmählig zu. Oben scheinen sie gestreift gewesen zu sein, doch be- merkt man nur einzelne Spuren dieser Streuung. Von den Bauchsegmenten ist das erste das längste , das zweite , dritte und vierte sind ziemlich gleich lang , das letzte ist kurz und klein. Hat die Grösse und Gestalt der Ancylochira llavumaculata F. , welche durch einen grossen Theil von Europa verbreitet ist, sich in Frankreich, Deutschland, aber aulochira Seyfriedii m. Taf. III. Fig. 8. Oblongo - ovalis; pronoto subquadralo, angulis rectis; elytris apice übtusis. Oeningen. Ein Stück aus der Sainiiilung des Herrn von Seylried; die Umrisse sind zwar scharf und stellen den Käfer von oben, doch in etwas seillicher Lage dar. Ganze Länge des Thieres bis zur Abdomenspitze 7'/s Lin.; Länge des Kopfes % Lin., des Vorderrückens 1% Lin., dei: Flügeldecken 5 Lin. Breite des Vorderrückens am Grunde 2V4 Lin., vorn '2 Lin. Breite der einzelnen Decke bei der Schulter etwas mehr als IV-^ Lin. Das ganze Thier oval. Der Kopf kurz, vorn ziemlich gerade abgestutzt, bis an den Rand des Kopfschildes reichend; Vorderrücken ziemlich viereckig, verschmälert sich zwar von hinten nach vorn, doch bei weitem nicht so stark, wie bei der vorigen Art; die Seiten laufen fast gerade, zeigen nur eine sehr schwache Bogenlinie ; Vorder- und — 111 - Hinterecken sind scharf. Vorn ist er niclil ausgcrandet, sondern ziemlich gerade abge- schnitten. Er S(heint dicht und fein punklirt gewesen zu sein, doch ist dies nicht niclir mit Sichcriioit zu heslimmen , da die Hornsuhstanz grossenlhoils verschwumlcn ist. Dir Flügeldecken sind an der Schulter etwas breiter, als der Vorderrücken und da am luci- teslen, biegen sich dann etwas nach innen zu und laufen von dort in einer sanften, schwachen Bogenlinie nach der Spitze zu; diese ist nicht abgestutzt, sondern stumj)f. Da die Hornsubstanz grossentheils verschwunden (daher das ganze Thier eine bräunlich graue Farbe hat) , ist die Sculptur der Flügeldecken gänzlich verwischt ; doch bemerkt man Spuren von Streifen , daher sie ohne Zweifel gestreift waren , dagegen lässt sich nicht ermitteln , ob die Zwischenräume der Streifen punktirt waren oder nicht. .\uf der rechten Seite und hinten tritt der Abdomen etwas vor, und auf derselben Seite Fragmente der Schenkel und Schienen. Ist von der vorigen Art durch geringere Grösse, durch den nach vorn zu weniger verschmälerten Vorderrücken und die hinten stumpfen Flügeldecken zu unterscheiden und stellt jedenfalls eine gute , von allen anderen Ancjlochiren mil Sicherheit zu unterscheidende Art dar; doch ist sie nicht so gut erhalten, um eine ge- nauere Vergleichung mit jetzt lebenden Arten zuzulassen. 8. Ancylüchira gracilLs ni. Tal'. III. Fiji'. 9. Ohlonga, pronolo stil)qtiatlralo , aiilerius paulo angustalo, angulis acutis, confertiin sublilitor punclato; elytris punclato-strialis, inlersUtiis punetuJalis; ahtlomine apicc acutiuscuio. Oc niligen. Ein Exemplar aus dem Museum von Carlsrulie [Sr. 279 und 285). Stein den Käfer von oben dar, mit liinten auseinandergellenden Flügeldecken, Ganze Länge bis zur Abdoniensjiitze 6% Lin. Länge des Kopfes % L., des Vorderrückens 1% Lin., der Flügeldecken 4 'A Lin. Breite des Vorder- rückens am Grunde 2'/| Lin., vorn 1% Lin. Kopf auf dem Stein dreilappig; der mittlere vorn abgestutzte Lappen sicllt den Kopfschild dar, A'w beiden seitlichen Lappen die Stelle neben den Augen. Der Vorder- rücken ist verhältnissmässig lang, nach vorn zu allmählig, aber nicht stark verschmälerl ; die Seilenlinien ganz schwach gerundet, die Vorder- und Hinterecken scharf. Vorn isl er ganz selcht ausgebuchtet. Oberfläche sehr fein und dicht punktirt. Die Flügeldecken — H2 — sind auch am Grunde nur von der Breite des Thorax , laufen anfangs ziemlich parallel und biegen sich dann in einer schwachen Bogenlinie nach der Spitze der Flügeldecken zu; diese ist stumpf. Sic sind deutlich punklirt gestreift; die Zwischenräume sind sehr fein punktirt: diese Punkte scheinen aber nicht in Längsreihen gestanden zu haben. Am Abdomen erkennt man fünf Segmente, das letzte ist schmal und zugespitzt, die darauf folgenden ziemlich von gleicher Länge. Die Bruslplatten und die Beine scheinen aber durch , besonders stark an dem Abdruck. Das Prosternum war schmal und durch einen langen Stachel verlängert; an dem breitern Theile mit ()uerrunzeln versehen, welche gegen die Mitte von beiden Seiten convergiren; neben dem Stachel liegen die zwei Vor- derbeine, an denen man den Schenkelring , Schenkel und Tibia erkennt; das Mesosternum ist durch zwei etwas hervorstehende Längslinien bezeichnet , und die Mittelschenkel durch Quereindrücke ; von den Hinterbeinen treten die Schenkeldecken hervor , es sind schmale Plättchen , welche nach der Bauchmitte zu sich etwas verbreitern. Von einem Hinterbein sieht man den Schenkel , die dünne Tibia und von dem Tarsus das letzte schmale wal- zenförmige Glied. Ist die kleinste der fossilen Ancylochiren , und durch den verhältnissmässig schmalen schlanken Körperbau leicht von den übrigen zu unterscheiden. Aus der Fauna der Jetztwelt ähnelt ihr am meisten die Ancyloch. 8-guttata L. , doch ist sie etwas grösser, als dieselbe , und die Punkte in den Zwischenräumen zwischen den Streifen der Flügel- decken scheinen nicht so regelmässig gestellt gewesen zu sein. Die Ancyloch. 8-guttata L. ist zwar nirgends häufig, aber durch ganz Europa verbreitet. Ä'A'A7F. Eurythijrea Serv. 9. Euiythyrea longipennis m. Taf. III. Fig. 10. Pronoto brevi, anterius pauIo angu.stiori, lateribus subreclis, angulis anticis acutis, confcrtissime punctato; elytris elongatis^ punctato-striafis, inlerstitiis punctatis. Oeningen. Ein Exemplar sammt Abdruck aus der Lavater'schen Sammlung. Stellt die Oberseite des Thieres, doch in etwas seitliclier Lage dar. Ganze Länge des Thieres 1 1% Lin., Länge des Vorderrückens an der Seite 2 Lin., Breite desselben am Grunde 4 Lin. Länge der Flügel- - 113 — decken 8V4 Lin. Ganze Breite des Thieres bei den Schultern etwas mehr als 4% l.in. Kopf vorn stumpf abgerundet, an der Seite mit grossen Augenhöhlen. A'orderiückeii am Grunde am breitesten, die rechte Seite verläuft fast gerade, ist kaum merklii h ge- bogen ; stärker gebogen ist die linke Seite , welche aber am Grunde zerbrochen und etwas verschoben zu sein scheint; es lässt sich daher die Form des Vorderrückens nur schwer bestimmen ; er scheint nach vorn zu sich nur wenig verschmälert und wohl beiderseits nur schwach gerundete Seiten gehabt zu haben. Vorn ist er stark ausgeschweift und hat hervorstehende Ecken; an der Seite bemerkt man die Linien, weiche die Seiten- platten der Brustseite andeuten. Oben war er dicht und deutlich punktirl. Die Flügeldecken sind lang und schmal. Sie sind unterhalb der Schultei kaum merklich einwärts gebogen und verlaufen in einer sehr schwachen Bogculinie in das stumpf zugerundete Ende der Decke. Sie sind punktirl gestreift und man erkennt neun Streifen , welche den den Bupresten zukommenden Verlauf zeigen ; die Zwischenräume sind fein punktirt. Die Flügeldecken sind besonders am Abdruck zu studircn; am Thiere selbst sind sie abgeschiefert , obwohl dieses Schieferstück auch noch vorliegt ; unter dem- selben kt)mmen die Abdominalsegmente zum Vorschein ; alle fünf sind dicht gepunktet und runzlig. Das erste ist das kürzeste , die drei folgenden fast gleich lang, das hinterste fast dreieckig , nach der Spitze zu stark verschmälert und gröber punktirt. Von der Brust sieht man die schmalen Seitenplatten des Metathorax und an der linken Seite die dos Mesothorax. Von den Beincui treten an der linken Seite kurze Stücke hervor, nämlich ein Stück des Vorderschenkels, der mittlere Schenkel des Mittelboines, welcher nach aussen zu verdickt isl und ein Stück des Schenkels und des nach der Bauchseile zu gebogenen Schienbeines des Hinterbeines. Die langen, verhäitnissmässig schmalen, gestreiften Flügeldecken und der kleine IVothorax, wie die Form der Abdominalsegmente, weisen, wie mir scheint, diesem Thiere seine Stelle unter den Eurvthyrcen an, einer kleinen Gattung, deren Arten be- sonders im südlichen Europa vorkommen. Sie weicht aber von den jetzt lebenden Eu- rythyreen durch die an der Spitze nicht gestutzten oder ausgerandcten Flügeldecken ab. Doch kann dieser Charakter nicht hinreichen , um sie von dieser (iattung auszuschliessen, da wir wissen , dass die drei bis jetzt bekannten europäischen Arten in der bald nur schwach gestutzten, oder selbst zweizahnigen Deckenspitze variiren. Ob dei Vorderrücken 15 — 114 — auch stark gewölbt gewesen und herabgedrückte Vorderecken gehabt habe, lässl sich an dem fossilen Thiere nicht mehr ausmitteln. Die Gattungen Acmaeodera und Agrilus be- sitzen auch Thiere von ähnlicher Form , allein bei letzteren sind die Flügeldecken an der Seite stark ausgebuchtet und haben eine andere Sculptur , und bei den Acmaeodcren ist der Vorderrücken nach vorn zu erweitert und die Flügeldecken sind nach hinten nicht so stark verschmälert. XXXV. Dicerca Eschsch. 10. Dicerca prisca m. Taf. III. Fig. 11. Pronoto transverso, laleribus rotundato, ante medium dilatato, angulis acutis, anticis proslantil^tis; elylris striatis, interstitiis laevilnis. Oeningen. Zwei Exemplare aus der Sammlung des Herrn Lavater; das Eine in seiliicher Lage, das mit Ausnahme der Fühler und Beine ganz erhalten ist; das zweite stellt den Käfer von oben dar, die Flügeldecken stehen auseinander und es tritt zwischen denselben der Hinterleib hervor; die vordere Partie des Körpers ist a])er so zerdrückt, dass seine Form nicht mehr zu bestimmen ist. Obwohl ich diese beiden Stücke als zur selben Art gehörend belrachle, wollen wir doch beide gesondert beschreiben, um da- durch zu weitern Nachforschiuigen über die Uebereinstimmung oder Ver- schiedenheit derselben zu veranlassen, welche erst, wenn vollständigere und besser erhaltene Stücke gefunden werden, zu ganz sicheren Resultaten führen können. a. Exemplar in seillicher Lage Fig. II); das Thier sanimt dem Ab- druck. Länge des ganzen Thieres 9 Vi Lin. Länge des Vorderrückens iVs Lin. Breite am Grunde nicht ganz '2% Lin. Länge der Flügeldecken 6V4 Lin. Breite der einzelnen Decke bei der Schulter 2 Lin. Kopf kurz und breit , vorn ganz stumpf, in den Thorax eingesenkt. Der Vorder- rücken mit scharfen Hinter- und Vorderecken. Auf der linken Seile läuft die Randlinie anfänglich gerade, dann biegt sie sich nach vorn, den Thorax erweiternd, in einer Bogenlinie nach der vorderen Seite und uinfasst dort den Kopf; auf der rechten Seite dagegen läuft die Randlinie in ziemlich gerader Richtung nach dem Kopf zu. Es rührt — 115 - dies *ün der seitlichen Lage des Thieres her, in Folge welcher man auf der linken Seile den wahren Rand des Thorax sieht , während auf der rechten Seite die Randlinie über den Rücken verläuft. Der Vorderrücken wäre daher wohl , von oben gesehen , vorn tief ausgerandet, vor der Mitte erweitert, mit nach vorn gerundeten Seiten, am Grunde hei den Ecken seicht ausgebuchtet; oben ist er sehr dicht, aber fein punktirt. Die Fliigeldecken sind lang, an den Schultern erweitert, etwas hinter 1/3 der Länge sind sie verschmälert und dort ausgebuchtet und verschmälern sich dann fast allmählig iiaih hinten zu; die Flügeldeckenenden sind schmal, doch ist dieser verschmälerte Theil von dem übrigen nicht abgesetzt; die Spitzen scheinen zugerundet. Die Oberfläche ist s;e- streift , doch ist die Sculplur so verwischt , dass sie nicht mehr genauer bestimmt werdt-n kann. Die Abdomenspitzc ragt über die Flügeldecken hervor und ist sehr schmal. Weiter nach vorn bemerken wir noch vier Segmente, von denen die drei zuerst folgenden fast gleich lang sind. Von den Beinen sind einige Bruchstücke vorhanden ; von den Vorderbeinen ist der Schenkel da, dann einige neben demselben liegende Fragmente; durch den Vorderrücken scheint ein Vorderbein durch ; am wichtigsten ist der Tarsus des Hinterbeines , welcher auf der hinteren Seite des Körpers neben den Flügeldecken liegt. Es sind alle fünf Glieder erhalten ; das erste ist das längste und cylindrisch ; die zwei folgenden um die Hälfte kürzer, unter sich fast gleich lang and herzförmig, tief zwcilappig, eben so das viel kleinere vierte; das letzte ist dünn und schmal. Von diesem Tarsus aus kann man das Hinterbein verfolgen, welches durch eine dunklere Zeichnung auf den Flügeldecken sich abgeprägt hat. Es hat einen ziemlich starken Schenkel und eine cvlindrische, ziemlich dünne Schiene. b. Exemplar von Oben. (Fig. 11. b.j Die Grössenverhältnisse , wie beim vorigen. Kopf gerundet, doch ganz zerdrückt und noch mehr der Thorax , dessen Form nicht zu bestimmen ist; von den Flügeldecken sind die äusseren und unteren Partien erhalten und neben ihnen treten die Flügel hervor. Die F"lügeldecken scheinen dieselbe Form gehabt zuhaben, wie beim vorigen , amunteren Ende aber sind sie abgestutzt , doch ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen , ob diese Ab- stutzung eine ursprüngliche sei. So weit die Flügeldecken gut erhalten , sind sie deutlich gestreift , die Streifen und ebenso die Zwischenräume scheinen aber nicht punktirt ge- wesen zu sein. Sie haben eine lebhaft kastanienbraune Farbe mit vielen hellen Flecken. - 116 — Die Flügel haben die Länge der Flügeldecken und zeigen folgenden Aderverlauf. Die Randlippe ist verdeckt; die äussere Mittelader (Taf. III. Fig. 11. d) besteht aus zwei in einander mündenden Adern , von denen aber die äussere unzweifelhaft den rücklaufenden Ast der Millelader darstellt; neben ihr, auf der Nahlseite, bemerken wir eine Ader, welche zunächst in zwei sich spaltet, von denen die innere weiter in zwei Aesle zerfällt, diese Ader besteht daher aus drei Aesten , die dem Rande zu laufen , weiter nach dem Grunde des Flügels steht sie wohl mit der äusseren Mittelader in Verbindung, doch ist dies nicht mehr zu ermitteln, da dort der Flügel zerstört ist. Auf diesen dreigabeligen Ast der Mittelader folgt die innere Mittclader, die in zwei Aesle sich spaltet, welche dem Rande zulaufen. Die Hinterader ist nicht erhallen, da der Grund des Flügels wegge- brochen ist. Die Abdorainalsegmente sind ganz dunkelschwarz und etwas verschoben; man erkennt etwas deutlicher fünf, welche ziemlich von gleicher Länge sind, das letzte ist schmal und vorn stumpf zugerundel. An seiner Seite ragt noch ein bräunlicher Kör- per hervor, vielleicht ein Theil des Penis. Von Ancjlochira weicht dies Thier durch den nach vorn zu erweiterten Vorderrücken, die Form der Tarsen , den Mangel der Punkte in den Zwischenräumen zwischen den Streifen der Flügeldecken und im Aderverlauf der Flügel ab. Bei Ancjlochira nämlich (man sehe Fig. 11. f. Taf. III.) verzweigt sich zwar die innere Mitlelader auch, aber die Aeste verbinden sich wieder und schliessen ein ovales Feld ein. Mit Dicerca stimmt die Form des Thorax überein und der spitzige Hinterleib , wie die Form der Hinterlarsen, welche bei den Dicercen ebenfalls kurze und breilliche Glie- der haben , während sie bei den Ancylochireu länger und schmäler sind. Man vergleiche Taf. III. Fig. 11. h, welche den Tarsus des fossilen Thieres vergrössert darstellt, mit F'ig, 11. g, dem Tarsus von Dicerca und Fig. 11. i, demjenigen von Ancylochira. Der Aderverlauf der Flügel stimmt in sofern überein , als bei den Dicercen die innere Mittel- ader ebenfalls gabelig sich theilt, und jeder Ast für sich dem Rande zuläuft, ohne ein Feld einzuschliessen; die äussere Mitlelader dagegen weicht in sofern ab, als der Asl, welcher von demselben ausläuft, sich zunächst in zwei Aeste spaltet (Fig. 11. e. Taf. Uli, dann der dem Aussenrande näher liegende Ast weiter aussen sich wieder in zwei theilt, während beim fossilen Thiere der näher der Naht liegende Seitenast sich gabeil. Von Dicerca weicht das fossile Thier ferner durch die nicht in schmale Zipfel aus- laufenden Flügeldecken und die viel zartere, feinere Sculptur ab. Doch sind diese Un- terschiede nicht hinreichend , um es gcnerisch zu trennen und mag es wohl dieser Gattung am zweckmässigsten eingereiht werden. - 117 - Ich würde unser Thier mit der Dicerca carhonum Geimar Fauna inscct. Europae fasc. 19. Tab. XIX), welche in den Braunkohlen von Bonn und Baireuth arefunden wird, zusammenstellen, würden dieser nicht punktirt- gestreifte und hinten zugespitzte zweizähnige Flügeldecken zugeschrieben , was auf unser Thier nicht passt , dagegen stimmt die Grösse und Form der Flügeldecken (die in der Zeichnung hinten stark verschmälert und zugespitzt sind) ganz mit der unsrigen überein. Unter den lebenden Arten dürfte sie der D. moesta F., die in Oestreich vorkommt, am nächsten stehen. XXXVI. Sphenoptera Dcj. II. Sphenoptera gigantea m. Taf. Ilf. Fig. 1*2. Pronoto quadrato, confertissime punctalo; elylris elongatis, anguslis, punctato-slriatis, intersüliis rugulosis. Oeningen. Ein Exemplar aus der Sammlung des Herrn Lavater ; stellt Vorderrücken und Flügeldecken von der inneren Seite dar. Die T'unkle erscheinen daher als Körner, die Streifen als hervorstehende Reifen. Die Brust ist halbkreisförmig eingedrückt; die Vorderecken liegen höher als die mittlere und hintere Partie. Ganze Länge 12 'A Lin. Länge des Vorderrückens '2^/\ Lin., der Flügel- decken fast H% Lin. Breite des Vorderrückens 3% Lin., der einzelnen Flügeldecke, wo sie am breitesten, 2'/s Lin. Eine fast kreisförmige , ausgezackte bräunliche Linie bezeichnet die Stelle , wo der Kopf sich befindet. Der Vorderrücken ist fast viereckig. Er ist verschoben , so dass die beiden Seilenränder schief stehen; aus dem Verlauf derselben sieht man aber, dass der Vorderrücken nach vorn zu sich kaum verschmälert , dass derselbe ferner gross und breit war und fast gerade verlaufende Seiten halte. Oben ist er ungemein dicht und deutlich punklirt. (Taf. III. Fig. 12. d.) Die Flügeldecken sind sehr lang und dabei schmal. Am Grunde sind sie kaum von der Breite des Vorderrückens , erweitern sich dann aber und haben bei '/( Länge die grössle Breite erreicht , von wo sie sich dann plötzlich einbiegen und von da dann in einer sehr sanften, schwachen Bogenlinie nach der Spitze verlaufen; sie sind nach hinten verhällnissmässig wenig verschmälert und haben ein stumpfes Ende. Oben waren die Flügeldecken nnl Punktstreifen besetzt , die indessen nur wenig deutlich hervortreten und in ihrem Verlauf ni(ht bis an den Grund der — 118 -^ Flügeldecken genauer verfolgt werden können. Die Zwischenräume zwischen den Streifen sind runzlig, besonders stark gegen den Rand derselben hin und dort von der Schulter bis zur Spitze herunter dicht gepunktet. Hinten gehen die Flugeidecken etwas auseinander und dort tritt ein Stuck des letzten Abdouiinalsegments hervor und zwar an der Spitze ein Stück der Bauchplalten , weiter oben ein Stück der Rückenplatte. Aus der Lage derselben zu den Flügeldecken erkennt man , dass diese von der inneren Seite vorliegen (Taf. 111. Fig. 12. c). Der ganzen Form nach scheint mir dieses Thier zur Gattung Sphenoptera zu gehören; es stimmt mit den Arten dieser Gattung durch den breiten, viereckigen Vorderrücken und die langen, schmalen Flügeldecken überein. Aehnliche Körperform finden wir nur noch bei Ptosima und Acmaeodera, bei welchen aber der Vorderrücken stark gewölbt ist, was bei unserem Thiere nicht der Fall war. Es ist übrigens keine Art der Gattung Sphenoptera bekannt , welche die Grösse un- seres fossilen Tbieres hätte; die grösste mir bekannte Art (Sph. coracina Slev.) misst nur 8 Lin. ; dagegen hat diese ebenfalls einen punklirten Vorderrücken , runzlige Flügel- decken, die mit Punktreihen besetzt sind. Doch dürfen wir sie nicht nur der geringeren Grösse wegen , sondern noch mehr wegen ihrer verhältnissmässig geringeren Länge und den am Rande nicht punktirtcn Flügeldecken , keineswegs als analoge Form in Anspruch nehmen. Die Gattung Sphenoptera lebt im wärmeren Theile Europas; einzelne Arten sind durch einen grossen Theil der zona mediterranea verbreitet; so finden sich die Sph. geminala lllg. und gemellata Dej. in Spanien, Südfrankreich und Sicilien, die Sph. co- racina Stev. in Sicilien, Oberilalien und in Taurien; das Maximum hat aber die Gattung im südöstlichen Europa, in Taurien und den Ländern am schwarzen Meer. XXXVII. Protogenia ni. Char. generis. Elytra lanceolala, basi non dilatala , striata. Abdominis segmenlum quartum margine incisum. Tarsus artieulis brevibus, obcordatis subaequalibus. 12. Protogenia Escheri ni. Tai. II. Fig. 16. Elytris appendiculatis, subtiiiter punclulato-slriatis; abdoinine sublilis- sime conferlim punctulato. — 119 — Länfire der Brust 2V4 Lin., Läng-e der Flügeldecken 6V. Lin.. Breite jeder Einzelnen iVjLin., Länge des Abdomens (ohne Penis) 4^4 Lin. , Breite der ersten Segmente 3'/, Lin. Oeningen. Ein Stück mit wohl erhaltenem Hinterleib, ganz zer- drückter Brust, ziemlich gut erhaltenen Flügeldecken, von denen aber die linke ganz verschoben ist, und den Flügeln. Aus der Sanmdung der Zürcher Universität. Auf den ersten Blick glaubt man eine Melolontha vor sich zu lial)en. Der breite, in einen Stiel verlängerte Hinterleib, der scheinbar eingeschlagene linke Flügel mahnen uns ganz an diese Gattung, welche Täuschung noch durch die braune Färbung der Flüscldccken vermehrt wird. Wie wir aber das Thier genauer betrachten, müssen Zweifel aufsteigen und bald linden wir, dass es nicht einmal in diese Familie, ja nicht zur Zunft der Lamellicornen gehören könne. Wir linden nämlich, dass jener Stiel nicht eine Verlängerung des Pygidium sei, sondern den hervorstehenden Penis darstelle; dass der linke Flügel nicht seine natürliche Fallung zeige, dass die Flügeldecken eine ganz andere Streifung haben, als wir bei allen übrigen Lamellicornen linden und eben so der Hinterleib eine andere Zusammensetzung. In allen wesentlichen Punkten stimmt (las Thier mit den IJuprcsliden überein , daher wir es dieser Familie einzuverleiben haben ; doch habe ich keine Gattung finden können, der es eingefügt werden könnte, daher ich genöthigt war, eine neue zu gründen. Die Brust des Thieres ist so zerdrückt, dass die einzelnen Theile schwer zu deuten sind. W'ir haben wahrscheinlich den Meso- und Metathorax vor uns. Der Vorderrand bezeichnet wohl die vordere Grenze des Mittelbrusiringes; an seiner rechten Seite sehen wir eine gebogene schmale Platte; sie scheint aber aus zwei Stücken zu bestehen, we- nigstens bemerkt man eine Andeutung einer Querlinie . dann sind es die Seitenplalten der Mittel - und Hinterbrust ; auf der anderen Seile wäre die Seilenplatte der Miltelbrusl. Von den Flügeldecken hat die linke ihre natürliche Lage beibehalten und ist halb geöffnet, sie ist doppelt gebrochen, ein Ouerbruch geht unter der Schulter durch; ein zweiler an der Stelle, wo sie sich vor der Spitze zu verscbmälern beginnt; die erste Partie ist stark zusammengedrückt und undeutlich , die z« eite grössere dagegen sehr wohl erhalten, während an der dritten untersten die Sculptur verwischt ist; die rechte Decke ist stark nach hinten verschoben und an der vorderen Nahtseite zerstört, die hintere Partie dagegen ist gut erhalten. Nach diesen vorliegenden Stücken zu urtheilen, — 120 — waren die Flügeldecken schmal und lang und hatten fast parallele Seiten, an der Schul- ter scheinen sie nicht erweitert und am Rande nicht ausgeschweift gewesen zu sein; bei 3/4 Länge verschmälern sie sich , indem der Rand sich in einer starken Bogenlinie gegen die Spitze zubiegl ; diese Spitze ist stumpf zugerundet. Sic sind deutlich , aber fein ge- streift. Alle Streifen sind von gleicher Tiefe und sehr fein punktirt ; die Zwischenräume zwischen denselben sind flach und mit äusserst feinen, unregelmässig vertheilten Pünktchen dicht besetzt. Es sind neun Streifen zu erkennen, doch ist wahrscheinlich noch ein Randstreifen da; es laufen zwei der Naht nach herunter bis zur Flügeldeckenspitze; auf sie folgen zwei weitere, welche vor der Spitze sich verbinden und nun in einer Linie bis zur Spitze hinab laufen ; der fünfte Streifen geht einzeln zur Spitze hinab , während der sechste und siebente sich wieder verbinden , und zwar etwas unterhalb der Stelle, wo die Flügeldecke stark sich zu verschmälern beginnt; auf diese folgen noch zwei Streifen , welche bis zur Spitze hinabreichen ; an der Spitze bemerken wir daher sechs Streifen. Diesen Streifenverlauf kann man nur an der rechten Decke und auch da erst nach sorgfältiger IJnlersuchung verfolgen ; gegen die Schulter zu wird er auf beiden Decken undeutlich und unkenntlich. Es haben die Flügeldecken eine kastanienbraune Farbe. Die Flügel stehen beide hervor. Der rechte ist flach ausgebreitet, der linke da- gegen scheint auf den ersten Blick gefaltet zu sein , und zwar eine querläufige Faltung zu haben , ähnlic h wie bei den Melolonthiden. Er würde demnach gänzlich abweichen von denen der Buprestiden. Der Rippenverlauf wird uns aber bald überzeugen, dass der Flügel nicht gefaltet , sondern nur in seiner vorderen Partie zerstört ist. Bei den quer- läufig gefalteten Flügeln der Melolonthen beginnt nämlich die Faltung unmittelbar hinter der Stelle, wo die äussere Millelader den rücklaufenden Ast gegen das äussere Mittel- feld aussendet, beim fossilen Flügel dagegen können wir den Flügel noch ein Stück weiter über jene Stelle hinaus verfolgen. Bei Protogenia haben wir eine ziemlich starke Randrippe, an der wir kein Flügelmaal und keine Astbildung bemerken. Die äussere Mittelrippe verläuft in einer schwachen Bogenlinie nach der Flügelspitze und erst bei 3/4 Länge sendet er einen kurzen, rücklaufenden Ast in das äussere Mittelfeld aus; von dieser Stelle setzt sich die äussere Mittelader durch eine kurze, schwache Ader nach aussen fort und verläuft innerhalb der Flügelspilze. In dem Spitzentheil des äusseren Mittelfeldes bemerken wir zwei kleine, kurze Aederchen, von denen das eine der Rand- ader zuläuft und mit ihr sich vereinigt, das andere aber dem inneren Rande zugehl. Letzteres ist ohne Zweifel ein Ast der äusseren Miltelader, ersteres die Vena scapularis, die au jener Stelle eine kleine Area scapularis bildet. .\uf die äussere Miltelader folgen — 121 - noch zwei einfache Adern , welche unter sich last parallel laufen und dem Innenrande des Flü£;els zugehen. Die Insertion derselhen ist nicht zu sehen, da sie unter die Flügcl- declic laufen ; sehr wahrscheinlich sind es indesseu Aeste der äusseren Mitlelader. Der Hinterleib tritt sehr deutlich mit fünf Segmenten hervor ; er ist vorn breit, ver- schmälert sich aber vom Anfang des dritten Segmentes an schnell nach hinten zu und läuft dort in eine verlängerte Spitze aus. Das erste Segment ist das grösste und längste; es ist so lang als die beiden folgenden zusammengenommen; das zweite ist elx^nfalls etwas länger als das dritte; dieses ist das kürzeste von allen; das vierte ist wieder etwas länger, aber viel schmäler und das fünfte stellt das Schwanzsegment 'Pygidium) dar; es ist etwas länger als das vorletzte und fast dreieckig, jedoch mit stumpfer Spitze. Das vorletzte Segment hat an jeder Seite einen schiefen Einschnitt. Es läuft derselbe von der Seile schief gegen den Grund des Segmentes hinauf und schneidet ein dreieckiges i'lättchen ab. Alle Segmeute sind dicht, aber sehr fein gepunktet. Leber das letzte Segment ragt ein schwach kegelförmiger, hinten stumpflicher Körper hervor, welcher auf den ersten Blick eine Verlängerung desselben zu sein scheint. Eine genauere Unter- suchung zeigt , dass es ein besonderer Körper sei ; es hört nämlich an dieser Stelle die l'unktur des Abdomens auf und statt der Punkte treten Längsstreifen auf und ferner be- merkt man eine, freilich nur schwach ausgedriii'kle , Trennungslinie zwischen diesem Körper und dem letzten Segment. Nach Form und Stellung kann dieser Körper nur der Penis des Thieres sein. An seiner linken Seite erkennt man vier feine Längsstreifen ; dort hat er eine dunkler braune Farbe, von welcher ein Streifen auch auf das letzte Abdomensegment fortsetzt. Sonst hat der Hinterleib eine gelblich weisse Farbe. Der festere, braune Theil des Penis ist von einem helleron Rand umgeben, welcher vielleicht von den häutigen Thcilen desselben herrühren dürfte. Auffallen muss die Fünfzahl der Abdominalsegmenle, denn das Abdomen der Bu- prestiden hat sieben Rückensegmente und fünf Bauchsegmente; dem crslon Bauchsegmenl entsprechen nämlich zwei Rückensegmente und überdies liegt eines noch weiter nach vorn; die hinteren vier Segmente dagegen setzen sich alle in Rückensegmente fori. Beim zusammengedrückten Thier fallen daher Rücken- und Bauchplatten zusammen und nur an den Rändern sind sie noch zuweilen zu unterscheiden (so rührl, wie ich glaube , beim letzten Segment der feine Rand von der Bauchplaltc her . Da wir aber weiter nach vorn nur ein einziges und grosses Segment linden , welches ganz die Form des ersten Bauch- segmentes der Bupresten hat , muss dies wohl als ßaucbplalte betrachtet werden. Der Umstand , dass aber von den beiden Rückenplallen nichts mehr zu sehen isl , auch keine 16 - 122 - Spur einer Querlinie, beweist, dass diese Rückensegmente bei unserem Thiere einen zarteren Bau besassen , als bei den übrigen Bupresten, bei welchen wir ziemlicb feste Rückensegmente haben. Die hornigen , festen Bauchplatten haben sich erhalten , die weicheren Rückcnplatten dagegen sind verschwunden und nur an den hintersten Seg- menten deutet der Seitenrand darauf hin, dass sie aus beiden übereinander gelegten Platten entstanden sind. Von den Heinen tritt neben der rechten Flügeldecke ein Stück der Schiene mit drei Tarsengliedern auf. Sie gehört wohl dem Mittel- oder Hinterbein an. Es ist die Schiene fast cylindrisch; die Glieder des Tarsus sind kurz, breit, verkehrt herzförmig und fast von gleicher Länge; das erste ist kaum merklich länger als das zweite. Es sind diese Glieder in der Mitte hell, an jeder Seite mit einem dunkleren ovalen Flecken; vielleicht hatte der Tarsus eine mittlere Kante und plattere Seiten. Aus dieser Darstellung ergibt sich, dass unser Thier eine unzweifelhafte Buprestide sei. Wir wollen dabei hervorheben , dass erstens die Flügeldecken denselben Slreifen- verlauf zeigen , zweitens bei den Flügeln die Randrippe kein Flügelmaal zeigt und drittens der Hinterleib aus fünf Bauchplatten gebildet ist , welche in Form und relativen Grössen- verhältnissen mit denen vieler Buprcstiden übereinstimmen. In allen diesen Punkten weicht das Thier von den Lamellicornen völlig ab, bei denen wir eine andere Streifung der Decken , Flügel mit sehr starkem Flügelmaal und ein Abdomen mit sechs Bauch- platten haben. Vollständig stimmt indessen unser fossiles Thier mit den, wenigstens mir bekannten , Buprestiden nicht überein. Es weicht ab : erstens , in den an der Schulter nicht erweiterten , mehr parallelen Flügeldecken und zweitens den Einschnitten des vor- letzten Abdominalsegmentcs. Ob das Geäder der Flügel mit dem der Bupresten über- einstimme , kann nicht mit Bestimmtheit ausgcmittelt werden, da nicht ganz die Hälfte des Flügels zu sehen ist. Vor der Hand scheint es am wahrscheinlichsten, dass die zwei inneren Adern als Aeste zur äussern Mittelader gehören, wofür angeführt werden kann, dass die Vena interno- media und analis gewöhnlich nicht soweit hervorreichen, als dies der Fall wäre, wenn diese Adern als solche gedeutet werden wollten. Ist unsere An- nahme richtig, so würde der Verlauf der Flügeladern bei unserer Gattung nichts Auszeich- nendes vor den übrigen Bupresten darbieten. Die Stellung dieser Gattung unter den Buprestiden vermag ich zur Zeit nicht mit Sicherheit zu bestimmen. In der Tracht kann sie mit Dicerca verglichen werden, bei der wir aber eine ganz andere Sculptur und länger ausgezogene Zipfel der Flügeldecken- - 12;3 — enden linden. Aehnliche feine Streifen finden wir bei manclien Ancylochiren (z. li. A. Cypressi Dej.) , bei denen aber die Zwischenräume der Streifen anders puniitirt sind. XXXVIII. Füsslirüa m. Caput rotundalum, oculis niagrnis; pronoluni trapeziforme ; prosternum breve , postice breviter niucronatum ; acetabula antica margino reflexo pro- noli omnino clausa. Pedes breves; coxae poslicae laminatae. 13. Füsslinia amoena m. Taf. VI. Fig. 4. Pronolo lateribus recto, angulls aculis, Cünferlim subliliter punctato; elytris margine exteriori basi apiceque rotuiidalis , confertissiiiie ruguloso- puuctatis. Ganze Länge stark 6% Lin. , des Kopl'es % Lin. , des \'orderrückens % Lin.; Breite des Kopfes IV^ Lin., des Vorderrückens vorn i% Lin., am Grunde '2Vi Lin.; Länge der Flügeldecken 4% Lin.; Breite der einzelnen an der Schulter iVj Lin.; Breite des Hinterleibes am Grunde 2'/, Lin. Oeningen. Ein wohl erhaltenes Exemplar aus der Sammlung des Herrn von Seyfried; die eine Platte (Taf. VL Fig. 4. c. vergrössert darge- stellt) enthält den Kopf, die Bauchplatten, die Flügeldecken, Fragmente eines Flügels imd den Hinterleib; die andere (Taf. VL Fig. 4. b. ebenfalls vergrössert) Theile des Kopfes und den Vorder rücken, Flügeldecken und Hinterleib in wohl erhaltenem Abdruck. Kopf breit und kurz , vorn ganz stumpf zugeruiidet. Der hintere Kand ist in der Mitte etwas einwärts gebogen und steht von dem Thoraxrand etwas ab. Zur Seite des Kopfes bemerken wir grosse rundliche Augen, welche durch eine, am Grunde sehr schmale, nach vorn zu sich verbreiternde Stirn von einander getrennt werden; sie reichen bis nahe an den hinteren Kopfrand. Unter dem Microscop erkenn! man noch die Fa- cetteni)ildung der Augen. Vom Thorax hat der Abdruck den Vorderruckcn erhalten, die andere Steinplatte die Brustplattcn. Der Vorderrücken ist trapezförmig, mit ziemlich geraden Seiten und scharfen Ecken. Am Grunde ist er am bicilcsirn und vcrschmälerl sich allmählic um li — 124 — vorne zu. Auf dem Steine ist eine vordere Partie braun gefärbt und stellt ein braunes Ouerbändchen dar, welches auf den ersten Blick allein den Vorderrücken zu bilden scheint. Bei näherer Betrachtung ergibt sich aber , dass eine hell gefärbte hintere Partie, welche durch zwei starke Quereindrücke bezeichnet wird , noch dazu gehört ; es zeigt diese nämlich dieselbe Sculptur wie die vordere braune Partie und wird nach hinten durch eine schwache Linie abgegrenzt. Die Oberseite war ganz dicht , aber fein ge- punktet, welche Punkte als kleine Körnchen erscheinen, da der Vorderrücken von der inneren Seite vorliegt. Das Prosternum ist zwar breit, aber kurz, reicht kaum bis zu '/s der Brustlänge herab; der mittlere Fortsatz ist ziemlich breit und bildet ein, vor seinem Ende sich verbreiterndes. Bändchen zwischen den Vorderhüften , reicht aber nicht bis zum Grunde der Brust hinab, hört schon hinter den Hüften auf. Der Rand des Vorderrückens ist umgeschlagen und setzt sich hinter den Vorderhüften fort ; er verlänsert sich bis zum Stachel der Vorderbrust , wo die beidseitigen Hornstücke zusammenlaufen. Ob diese Hornstücke indessen nur als umgeschlagene Ränder des Vorderrückens zu betrachten seien , oder aber als Epimeren sich absondern , ist schwer auszu- mitteln. Durch dieselben und das Prosternum werden die Gelenkpfannen der Vorder- beine ganz eingefasst. Die Stelle, wo die beiden umgeschlagenen Ränder des Vorder- rückens sich berühren, ist auf der Mitte der Brust durch eine Linie bezeichnet, die aber sehr undeutlich und nur mit Mühe zu finden ist; wie die Trennungslinien gegen den Bruststachel. Auf den ersten Blick glaubt man , dass die ganze Hornbedeckung der Brust nur aus Einem Stücke bestehe. Es sind diese Hornplatten mit feinen Punkten ziemlich dicht besetzt. Von dem Mittelbrustring haben wir eine Andeutung des drei- eckigen Schildchens und von dem Hinterbrustring, das durch eine Längsfurche in zwei Partien getrennte Melanotum und das Melasternum. Dieses stellt sich als eine breite und ziemlich lange Platte dar, welche durch eine Mittellinie in zwei Partien getheilt wird. Eine Querlinie , welche vor ihrem hinteren Bande verläuft , rührt sehr wahrschein- lich von dem Vorderrand des ersten Rückensegmentes her, gehört also nicht der Brust- platte an. Am hinleren Rande war die Bruslplatte in der Mitte wahrscheiutich ausge- schnitten, welcher dreieckige Ausschnitt durch zwei dreieckige Plättchen eingenommen wird; wenigstens scheinen schwache Eindrücke auf eine solche Bildung hinzudeuten. Dieses Metasternum ist ziemlich dicht mit kurzen, wellenförmigen Linien besetzt. An seiner Seite finden sich ganz schmale, parallelogramme Plättchen, die Episternen. .\n den hintern Rand des Metasternums lehnen sich ziemlich grosse Schenkeldecken. Jede bildet an der Insertionsstelle des Hinterbeines ein vorspringendes Dreieck, mit stumpf- - 125 — lieber Spilze; nach dem Ausseuiand des Leibes iiin verscbiuäleil sie sieb scbuell und läuft am äusseren Bande des Metasternums aus. Es bilden also die Schenkeldecken am Hinterrande des Metasternums zwei gegenüberliegende schmale Platten, welche gegen die Leibmittc zu sich erweitern und bei der Einfügungsstelle der Beine plötzlich sich in einen dreieckigen Anbang verlängern. Sie haben dieselbe Sculplur, wie die Hinterbrust- platte. Von den Beinen sind nur die hinteren erballen, welche durch die Hinterlcibs- pfatten durchscheinen. Sie sind kurz, die Schenkel reichen wenig über den Leibrand hinaus; sie sind ziemlich stark und am Grunde mit deutlichen, kegelförmigen Schenkel- ringen versehen. Die Schienen sind cylindrisch , nach aussen nur sehr wenig verdickt. Am Fusse ist die Gliederung nicht mit voller Bestimmtheil zu erkennen. Das sieht man, dass das vorletzte Glied breiter ist, als die übrigen, und zwar nach aussen erweitert, daher wahrscheinlich verkehrt herzförmig und dass das letzte Glied durch seine geringere Dicke deutlich von demselben absteht; ob weiter gegen die Basis des Fusses bin drei oder nur zwei Glieder sich linden, ist mir trotz vieler angewandten Mühe bestimmt zu ermitteln nicht gelungen. Die Flügeldecken scheinen von keiner sehr festen Beschaffenheit gewesen zu sein; die Schulterecken sind ganz abgerundet; von der Schulter an läuft der Aussenrand in einer äusserst schwachen Bogenlinie bis hinter die Mitte und verschmälert sich von dort in einer regelmässigen Bogenlinie allmählig nach der Spitze zu , welche eine ziemlich spitzige Ecke hat. Der Aussenrand der Decken ist also nirgend ausgebuchtet. Die linke Decke (beim Abdruck) ist elw as breiler als die rechte , wohl in Folge stärkeren Druckes. Die ganze Oberseile ist gleichmässig , sehr dicht und deutlich runzlig punktirt; innerhalb des Aussenrandes und mit diesem parallel läuft eine schwache Längslinie. Von dem Flügel ist nur ein Slück erballen und das Geäder sehr undeutlich. Man bemerkt eine ziemlich starke Randader, welche einen rucklaufenden Asl hat, wenigstens mündet eine in dem äusseren Mittelfeld entspringende Linie in die Randader ein. Auf diese folgt eine sehr zarte Rippe, deren Anfang und Ende aber nicht erhalten ist, die aber wahrschein- lich die äussere Miltelader darstellt. An derselben sieht man keinen rücklaufenden Ast ; wogegen in dem apicalen Theil des äusseren Mittelfeldes die Andeutungen von zwei di- vergirenden Aedercben liegen, von denen das äussere wohl zur Vena scapularis , das andere zur Vena externo- media gehört. Innerhalb dieser letzteren folgen noch drei ein- fache Adern, deren Insertion und Auslauf aber nicht zu sehen ist, die aber sehr wahr- scheinlich die Aesle der äussern Mittelader darstellen. Der Hinterleib ist länglich oval, hinten ziemlich stumpf zugerundet und mit eineen — 126 — kegelförmigen Anhängsel versehen , welches wohl den herausgedrückten Penis darstellen möchte. Man erkennt sieben Segmente , daher bei diesem Thiere die Rückenseite des Abdomens erhalten ist. Der hinterste Rückenhalbring ist sehr kurz, die übrigen aber sind fast von gleicher Länge; sie sind sehr fein, das letzte aber gröber punktirt. Ue- merkenswerth ist, dass die erste Trcnnungslinie, welche hinter den Schenkeldecken ver- läuft, einfach ist, dagegen die zweite, dritte, vierte und fünfte deutlich aus drei feinen Linien gebildet ist. Ohne Zweifel liegen daher dem ersten und zweiten Rückensegment ein Bauchsegment gegenüber, wogegen jedem einzelnen hinteren Rückensegmente ein Bauchsegment entspricht ; zwei Linien deuten wohl die etwas von einander abstehenden Ränder der Rückenplatten dar, die mittlere dritte Linie aber die Randlinie der Bauch- platten ; den beiden hintersten Rückenplatten entspricht wieder nur eine Rauchplatte, deren wir dann fünf hätten. Am Abdruck erkennen wir auf der linken Seite eine mit dem Rande parallel laufende und demselben genäherte Linie, welche wohl als Grenz- linie zwischen Bauch- und Rückenplatten zu betrachten ist. Von der vorderen Seite des Kopfes läuft ein bräunlicher fadenförmiger Körper aus , welchen man als Fühler zu deuten versucht sein könnte. Eine nähere Untersuchung ergibt aber, dass es nur ein zufällig da sich befindlicher Körper und zwar wahrscheinlich ein Pflanzenfragment sei. Dagegen bemerkt man am Abdruck an der linken Seite des Kopfes Ueberreste eines Fühlers. Dort nämlich haben wir fünf dreieckige aneinander gefügte kleine Körperchen, die als Fühlerglieder zu deuten sind. Darnach war der Fühler kurz und gesägt. Ich habe diese neue, ausgezeichnete Gattung dem Andenken Job. Kasp- Füssli's gewidmet, welcher in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Zürich gelebt und sich in vielfacher Beziehung um die Entomologie verdient gemacht hat. Es ist mir schwer geworden, diesem Thiere seine Stelle im Systeme anzuweisen und noch bin ich keineswegs ganz sicher, das richtige getrolTen zu haben. Die Haupt- anhaltspunkte geben uns die grossen Augen , der Rau der Rrust , die kurzen Beine mit herzförmigem vorletztem Glied und die Schenkeldeckcn. Solche grosse Augen finden wir bei Thieren, deren Tracht nicht ganz unserem Käfer fremdartig ist, ausser bei den Bu- prestiden , auch bei den Lampyriden und Prionidcn , und bei diesen ebenfalls herzförmige vorletzte Taisenglieder. Allein der Bau der Brust ist bei diesem ganz anders , auch fehlen ihnen solche Schenkeldeckcn. Ich kenne keine Familie, mit der diese Gattung grössere Uebcreinstimmung zeigt , als die der Buprestiden. Diese Uebereinstimmung finde ich: Erstens, in den grossen Augen, die am Grunde am meisten genähert sind. — 127 — Zweitens, in den «jesägten Fühlern, auf welche ich aher einen geringeren A erlh h'gcn will, da nur ein Fühler in fragnienlarischem Zustande erhalten ist. Drittens, in dem breiten Metaslernum , das durch eine Längslinie in zwei Hälften ge- I heilt ist und hinten wahrscheinlich zwei dreieckige Anhängsel hat. Viertens , in den stark entwickelten Schenkeldecken und ihrer Form. Fünftens, in den kurzen Beinen und dem herzförmigen vorletzten Fussglicd. Sechstens, in dem Hau des Hinlcrleihes. Ein Hauptcharakter der Buprestiden besteht aher darin , dass das Prosternum gross ist und der Stachel sich bis zur Miltclhrust verläng(Tt und gewöhnlich in eine Vertiefung des Mesosternums eingreift. In dieser Beziehung weicht aber unser Thier ganz ab , in- dem das Prosternum kurz , der Bruststachel klein und die Brust hinten geschlossen ist. Doch kann uns dieser, allerdings sehr wichtige, Charakter nicht nölhig(!n, unser Thier von den Buprestiden auszuschliessen, indem wir eine Annäherung zu diesem Brustbau bei der Gattung Äctenodes Dej. finden. Schon bei Chrysobothris haben wir ein kürzeres Prosternum , als bei den meisten übrigen Bupresten , noch mehr aber bei Äctenodes , bei denen der Bruststachel pfeilspitzcnfcirmig ist; er ist aussen jederseits in einen Zipfel er- weitert, der die Gelenkpfanne hinten einfasst. IJer umgebogene Band des Vorderrückens setzt sich fort bis beinahe zu diesem Zipfel des Prosternumstachels , so dass die Gelenk- pfannen der Vorderbeine auch fast ganz von Hornplatleu umschlossen sind. Immerhin weicht indessen Füsslinia auch von dieser Gattung ah, indem hier die umgeschlasenen Ränder des Vorderrückens zusammengehen und hinten die Brust schliessen, während bei Äctenodes diese umgeschlagenen Ränder sich nur an die Erweiterungen des Bruststachels anschliessen. Fürs Zweite weicht unser Thier von den meisten übrigen Buprestiden dadurch ah, dass die Flüiieldeckcn hinter der Schulter keine Einbuchtung zeigen. Fürs Dritte sind die Trochantern der Hinterbeine grösser , als bei den übrigen Bupresten. Wenn audi die angegebenen Unterschiede kaum hinreichen dürften, unser Thier von den Buprestiden auszuschliessen, nölhigen sie uns dddi, dasselbe zu einer besondern (iattung zu erheben. In der Form des Vorderrückens, im Bau der Brust und auch in der Srulptur des Metasternums und der Schenkeldecken , dann der Sculptur und auch Form der Flügeldecken stimmt sie am meisten mit Äctenodes (z. B. Art. bellula Dej. uberein, einer Galtung, welche im wärmeren Theile von Amerika, namentlich auf Cuba vorkommt. Unterscheidet sich indessen von derselben ausser den Trochanteren und den - 128 — hinter den Schullern nicht ausgeschweiften Flügeldecken durch die triiher erwähnte Form des Bruststachels. Bei Actenodes ist das erste Fussglied des Hintertarsus cylindrisch, das zweite etwas kürzer, das dritte breit und tief ausgerandel, das vierte sehr klein und in die Ausrandung des dritten eingeschlossen, auch ausgcrandet. Wahrscheinlich ist daher das herzförmige Glied, das man bei Füsslinia sieht, das dritte Glied , während das vierte nicht zu sehen ist. XXXIX. Buprestües m. Unter diesem Namen vereinige ich zwei Buprestiden , welche so unvoll- ständig erhalten sind , dass ich nicht im Stande hin , sie mit einiger Sicher- heit unter die hekannten Gattungen unterzubringen ; die aber jedenfalls von allen vorhin beschriebenen Arten verschieden sind- 14. ßuprestites oeningensis m. Tal". II. Fig. 17. Oeningen, aus der Lavater'schen Sammlung. Man sieht die Oberseite des Thieres , vom Halsschild ist , nur ein kleiner Theil erhalten ; die linke Flügeldecke ist fast vollständig da , ihre Sculptur aber sehr verwischt ; die rechte Flügeldecke ist grossentheils verdeckt. Länge der Flügeldecke 9V2 Lin. , Breite an der Schulter 2Vs Lin., in der Mitte etwas über ^'A Lin., bei % Leiblänge stark 2V2 Lin. Vom Vorderrücken tritt die linke Ecke hervor; diese ist scharf und spitzig und dicht mit groben, rundlichen Körnchen besetzt, welche sich auch über die übrige noch er- haltene Partie dieses Körpertheiles verbreiten. Nach vorn scheint sich derselbe ver- schmälert zu haben. Die Flügeldecke ist an der Schulter stumpf zugerundet, diese Schulter steht aber nur wenig hervor und hat einen schmalen umgeschlagenen Rand. In der Mitte ist der Aussenrand der Decke etwas nach einwärts gebogen und bildet dort eine ganz schwache, seichte Ausbuchtung, von welcher er etwas nach aussen sich biegt und dann in einer sehr schwachen Bogcnlinie nach der Spitze verläuft. An der linken Decke ist diese Spitze zerstört, an der rechten dagegen erhalten , woraus man sieht, dass die Decke hinten in einen spitzigen Winkel ausläuft. Streifen bemerkt man keine auf der Decke, wenigstens glauben wir nicht, dass die schwachen Längsrnnzeln , welche auf der rechten Decke wahrgenommen werden, auf solche hinweisen; sie scheinen vom Steine •o^ — 129 - herzurühren. Dagegen sieht man an verschiedenen Stellen ivlcine hervorstehende Körn- chen, wornach die Flügeldecken fein und diciit gekörnt waren; diese Körnchen sind aber viel kleiner, als die des Vorderrückens. Neben diesen kleinen Körnchen bemerkt man an verschiedenen Stellen auch feine Punkte. An der linken Seite treten einzelne Fragmente der Bruslplatlen und der Beine hervor. Scheint der Gattung Julodis am nächsten zu stehen. In der Grösse stimmt das fossile Thier mit unseren südeuropäischen Julodis überein ; ferner zeigt die Linie , welche den Aussenrand begrenzt, ganz dieselbe Schweifung; auch die Sculplur widerstreitet nicht, wenigstens in sofern, als bei Julodis auch die Streifen fehlen und die Flügeldecken gekörnt und punktirt sind. Dagegen ist die Sculptur bei der fossilen Art viel zarter, als bei dqu südeuropäischen Arten und es scheinen namentlich die Vertiefungen für die Haarbüschel zu fehlen. Das kann nun freilich noch nicht gegen Julodis sprechen, indem wir bekanntlich eine kleine Reihe von Julodis von Gap haben (Julod. lasios Übst. , J. Iiirta F., J. lomentosa Hbst. u. a.), welche durch solche zartere Sculptur und andere Ilaarbekleidung sich auszeichnen. Allein davon abgesehen , dass die Berufung auf Ca- penser Formen für die Oeninger Fauna immer gewagt erscheinen müsste, hat mich von der Einverleibung unseres Thieres unter Julodis \ornehmlich abgehalten, dass die F'lügel- decke an der Schulter weniger erweitert und dass dieselbe im Verhältniss zur Länge be- deutend schmäler ist. Daher es jedenfalls eine ganz eigenthümliche Form wäre, wenn sie zu Julodis gehören würde, was erst mit Sicherheit ausgemittelt werden kann, wenn einmal vollständigere Exemplare aufgefunden werden. 15. ßuprestiles exstincta m. Taf. FI!. Fi Lin., Länge des Halsschildes 1'/^ Lin.. Breite am Grunde 1% Lin., beim Kopfe V/t Lin.; Länge der Flügeldecken 4 Lin.; Breite der einzelnen 1 Lin. Oeningen. Ein Exemplar aus der Carlsruher Sammlung, ohne Kopf. und mit theilweise zerstörter linker Flügeldecke (Fig. 5) ; ein anderes in der Lavater^schen Sammlung (in welcher es unter dem Namen Dermestes capu- cinus aufbewahrt wird), bei welchem der Kopf auch fehlt, aber der (irund eines Fühlers vorhanden ist (Fig. 2. d). Vorderrücken so breit, wie lang; nach vorn zu nur sehr wenig verschmälert; die Seiten verlaufen in einer sehr schwachen Bogenlinie und können fast gerade genannt werden; sie sind bei den Hinlcrccken nicht ausgeschweift. Die Ilinterecken sind scharf und sj»ilzig, doch nicht nach aussen gebogen; auf der inneren Seite gekielt. Die Ober- seite ist dicht und deutlich punklirt; an den Seiten läuft jederseits ein tiefer Längsein- druck mit dem Rande parallel. Die Flügeldecken vorn etwas breiter, als das Halsschild, die Seiten laufen bis nach hinten parallel und runden sich dann ziemlich stumpf zu. Sic sind scharf gestreift und zwar treten an der rechten Flügeldecke alle neun Streifen her- vor, obwohl sie am Rande und an der Spitze theilweise verwischt sind. Die Streifen sind scharf ausgeschnitten, und zwar so, dass die so entstandenen schmalen Furchen am Grunde so Mcit sind, wie oben. Sie sind mit Punkten besetzt, welche nur die IJreile der Streifen haben, nicht über die scharfen Ränder derselben hinausgehen. Die Stellen zwischen den Punkten in der Tiefe der Streifen erscheinen wie kleine Körnchen , so dass wir unter dem Microscop in der Tiefe der Streifen erhabene gekerbte Kanten zu sehen glauben. Die Zwischenräume zwischen den Streifen sind flach , äusserst fein und un- regelmässig punktirt. — Von der Brust sieht man die breite, punklirte Platte des Me- tastcrnums, die vorn beiderseits zur Aufnahme der Hüften der Miltelbeine ausgebuchlel ist. Von dem Abdomen sind die fünf Hauchplatlen fein und schwach punktirt; sie sind ziemlich von gleicher Länge , die hinteren sich versciunälernd und das letzte /ii iiilir h stumpf zugerundet. — i:J7 — Von eincin Fühler sind beim Lavater'scheu Exemplar sechs Glieder erhallen; das erste ist undeutlich, das zweite sehr kurz und klein, das dritte länger, nach aussen hin etwas verdickt , das vierte noch etwas länger und wie das lünfte und sechste schwach dreiseilig, aber mit gerundeten vorderen Ecken: vom anderen Fühler sind zwar mehr Glieder erhalten , aber so , dass ihre Form nicht zu bestimmen ist. In dem Körperumrisse, und namentlich in der Sculptur der Flügeldecken, stimmt unser fossiles Thier mit Corymbiles und Diacanlhus am meisten ülterein. Die Form der Fühlerglieder weist aber auf Diacanlhus , denn bei Corymltites ist das dritte Fühlerglied so gross und breit, wie das vierte, während bei Diacanlhus zwar länger als das zweite, aber schmäler und wohl auch etwas kürzer, als das \ierle, wie dies beim fossilen Thiere der Fall ist; ferner sind die Glieder bei Corymbites auch bei den Weibchen scharf drei- seilig , während wir bei Diacanlhus mehr stumpfe Ecken haben. Das Längenverbältniss des Vorderrückens kann nicht gegen Diacanlhus angeführt werden. Denn bei Diacanlhus aeneus und D. crucialus ist (namentlich bei den Männchen) derselbe auch nicht breiter als lang, wie es auch Corymbilesarlen gibt z. B. C. lesselalus;, bei welchen er dasselbe Verhältniss zeigt. Dagegen weicht er allerdings in den mehr gerade verlaufenden Seiten und den nicht hinter der Mitte die grösste Breite erreichenden Dcckschilden von den übrigen Arten ab. In der Grösse stimmt er mit kleineren Exemplaren des , in der Grösse so sehr va- riablen, Diacanlhus aeneus F. überein, dem er jedenfalls verwandt scheint. D. aeneus L. ist gemein durch ganz Europa und hat auch in Nordamerika in dem D. acripcnnis Kirb. eine ganz analoge Art. Xfjy. /Amonius Eschsch. 5. Limonius optabilis ni. Tal. IN. Fig. 6. Prunolo cünlerlirii {)uiiclatü, laleribu.s rotundato, ann;uiis posticis pio- niinulis, aciilis; elylris striatis, striis intcrstitil.sciuc conierliin piinctulatis. Länge des Kopfes V2 Lin. , des Vorderrückens l'/s Liii.. der Flügel- decken 5}'/, Lin.; die ganze Länge des Tliicres daher iV. Lin. Breite des Kopfes y, Lin., des Norderrückens lV^ Lin., der Deckscliilde 1'/^ Lin. eilin gen. Ein Exemplar in der Lavater'sclien Sammlung. Der Kopf steht hervor und ist deutlich vom Thorax abgegrenzt. Bei den Augen ist er erweitert , nach vorn zu aber stark verschmälert und am Vorderrande gerade abge- 18 — 138 — stulzt; die Oberseile ist dicht und stark gepunktet. Der Vorderrücken ist vorn zur Auf- nahme des Kopfes ziemlich stark ausgehuchtet. Die Hinlerecken sind stark hervorstehend, etwas nach aussen gebogen, sciiarf und sj)itzlg , auf der inneren Seile gekielt. Die Seiten sind gerundet; von der Mille aus rundet sich der Vorderrücken nach vorn zu und eben so nach hinten , biegt sich aber bei den Ecken wieder nach aussen zu , er ist also bei- derseits vor den Ecken etwas ausgeschweift. Die Partie bei den Hinterecken und über- haupt der ganze hintere Rand ist von der vorderen ziemlich scharf abgesetzt und viel undeutlicher ; die vordere ist wahrscheinlich stark gewölbt gewesen. Die ganze Oberseite ist stark und dicht punktirt. Die Deckschilde sind am Grunde von der Breite des Vor- derrückens, dann sich etwas erweiternd und in gleicher Breite bis hinter die Mitte ver- laufend, von wo sie sich allmählig gegen die Spitze hin verschmälern. Sie sind deutlich gestreift und die Streifen verlaufen wie bei den übrigen Elateren. Sie sind fein, und dicht mit wenig tiefen, rundlichen Punkten besetzt; die Zwischenräume sind sehr fein und dicht gepunktet. Es gibt bei verschiedenen Gattungen Arten von ähnlicher Form, so bei Athous, A"Tiotes, Limonius ; die scharfen, stark hervorstehenden Hinterecken des Vorderrückens und die Sculptur der Flügeldecken scheinen mir aber voraus auf Limonius zu weisen, von denen Limonius cjlindricus Pk. der fossilen Art nahe stehen dürfte. XLV. Lacon Lap. Germ. 6. Lacon primordialis m. Taf. IV. Fig. 7. Oeningen. Ein Exemplar aus der Lavater'schen Sammlung. Das Tliier von der Bauchseite, aber sehr undeutlich, da es ganz von Steinmasse bedeckt ist; es treten nur die Rörperumrisse, und auch diese nur schwach, hervor. Ganze Länge 5'/4 Lin.; Länge des V^orderrückens 1% Lin. , der Flügel- decken 3V4 Lin.; Breite des Yorderrückens am Grunde 2 Lin., der Deck- schilde 2Vs Lin. Der Vorderrücken war nach vorn zu , doch nicht stark verschmälert , hatte scharfe Vorder- und Hinterecken und schwach gerundete Seiten. Die Vorderbrust isl durch deul- ]liche Linien, welche wohl die Furchen andeuten, von den Scilenplallen getrennt. Der pruststachel nicht lang, kegelförmig, gerade. Der Kopf isl sehr undeutlich und nur — 139 - durch eine Erhabenheit bezeichnet. Von der Hinlerbrusl ist nur die hintere Randlinie da, und vom Abdomen sind die Trennunjjslinien der Bauchsei;mente erhalten; das erste ist das iiitrzcste, die folgenden drei von ifleicher Länge, das letzte etwas länger und hinten zugerundet. Durch sie scheinen die Flügeldecken durch, doch so schwach, dass nur der ümriss und die Nahtlinic zu erkennen sind. Wir sehen daraus , dass sie von der Basis aus sich allmählig etwas verbreitern , und von der Mitte an eben so allmählig wieder nach hinten zu verschraälcrn , so dass das ganze Tbicr eine länglich ovale Ge- stalt erhält. Die Fühler sind durch weisse Linien bezeichnet und an dem linken kann man, ob- wohl mit Mühe, mehrere Glieder unlerscheiden. Die drei ersten Glieder fehlen, die ersten drei vorhandenen , also das vierte , fünfte und sechste , sind gleich gross und verkehrt kegelförmig, nach der vorderen Seite etwas stärker erweitert; die folgenden drei sind kaum merklich kleiner und ausserhalb dieser noch zwei ganz verwischte angedeutet. Von den Beinen bemerken wir Spuren der Vorderbeine , nämlich den Schenkel, dann die Mittelbeine und ein rechtes Hinterbein. Die Schenkel sind ziemlich stark , vom Grunde gegen die Mitte am breitesten, dann aber sich wieder verschmälernd. Am Grunde des Hinterschenkels erkennt man den kleinen kegelförmigen Schenkelring. Die Schienen sind nicht vollständig erhalten und die Füsse fehlen gänzlich. Die ganze längliche ovale Körperform, wie die Grosse, deutet auf eine nahe Ver- wandtschaft mit dem Lacon murinus L. , einem weit verbreiteten Thicre, daher wir ihn wohl für die analoge Art der Tertiärzeit betrachten dürfen. •'o'- XLVI. Adclocera Latr. 7. Adeloccra granulata m. Pronoto siibqiiadralo, confcrtirn gramilato; elylris siibparalleli.s, apice obtusis, crehorrinie graimlalis. Ganze Länge 5 Lin., Länge des Kopfes % Lin., des Vorderrückens iVs Lin., der Flügeldecken 'iV^ Lin.; Breite des Vorderrückens i% Lin., der einzelnen Flügeldecke i Lin. Fin Fxeinplar aus der Saiiunluiig des Klosters Muri. Sieiit die Kücken- seile des Tlüeres dar. Kopf undeutlich ; war breil und kurz: jederscits gewahrl man zwei Liiidnicke, - 140 - welche wohl die Fühlergruben bezeichnen. Vorderrücken fast viereckig; die Seiten ver- laufen fast gerade und runden sich vorn nur wenig zu ; die Vorderecken sind stumpflich, die hinteren scharf, sind aber nicht nach aussen gebogen; der Vorderrand isf zur Auf- nahme des Kopfes ausgehuchtel. Die Oberseite ist diciit mit kleinen runden Körnchen besetzt. Die linke Seile des Vorderrückens ist weggebrochen und nur ein schwacher Abdruck davon erhalten. Die Flügeldecken sind etwas breiter, als der Vorderrücken, haben gerundete Schulterecken , laufen dann nach hinten fast parallel und runden sich an ihren Enden stumpf zu. Sie sind ganz platt gedrückt und nur die rechte vollständig erhalten. Sie ist sehr dicht mit denselben runden Körnchen besetzt, wie der Vorder- rücken , nur sind dieselben noch kleiner. Am Rande steht eine Linie schwach hervor und von einer zweiten, weiter nach innen liegenden Linie, sieht man Andeutungen an der Spitze. Durch die Flügeldecken scheinen die Beine durch. Auf der rechten Seite bemerkt man ein Stück der Schiene und den Fuss des Mittelbeines ; an diesem sind vier Glieder zu unterscheiden; sie sind unter sich fast gleich lang und nur das erste ist etwas länger als die folgenden; sie erscheinen viereckig. Auf derselben Seite ist das eingezogene Hinterbein zu erkennen, dessen Schenkel in der Mitte etwas verdickt ist, die Schiene ziemlich schlank und der Fuss nicht erkennbar gegliedert. Auf der rechten Seite gewahrt man einen schwachen Eindruck des Mittel- und des Hinterbeines. Dass das Thier zu den Elateriden gehöre, unterliegt wohl keinem Zweifel. Es gibt aber nur sehr wenige Elateren , bei denen die Flügeldecken nicht mehr oder weniger deutlich gestreift sind. Mir sind als solche nur Arten der asiatischen Gattung Campso- sternus Latr. von Adelocera Lalr. und jene brasilianischen Elateren aus der Gruppe von Elaler. lampyrinus Party, bekannt. Von diesen sind es aber wieder nur die Adelocercn, welche sowohl in der Sculptur der Flügeldecken, wie der Tracht, mit unserem Thiere verglichen werden können ; daher ich mich für berechtigt halte , dasselbe dieser Galtung einzuverleiben. Bei den Adelocercn sind Vorderrücken und Deckschilde mit runden Schüppchen besetzt, die körnige Sculptur unseres Thieres rührt daher wahrscheinlich auch von solchen runden Schüppchen her. In der Grösse stimmt es am meisten mit Adel, varia F. übcrcin , weicht aber durch den kürzeren Vorderrücken von dem- selben ah. — lil - t XLVII. Elaterites m. Unter dioscni Namen vereini^je ich drei Klaleriden . die icli nicht mit einijj^er Sicherheil in die bekannten Gatlunf,'^en einreihen kann, indem sie zu unvollständig erhalten sind. 8. Elaterites Lavateri m. Taf. IV. Fig. 8. Oeningen. Aus der Lavater'schen Sanmilung. Ein sehr undeutliches von Steinmasse bedecktes Stück. Ein anderes, noch undeutlicheres Stück aus der Lavaler'schen Sammlung rechne ich ebenlalls hierher. Ganze Länge 5 Lin. , der vorderen Körperpartie Kopf und Vorder- rücken) '2Vi Lin., der Flügeldecken !) Lin., des Hinterleibes 2% Lin. Breite des Vorderrückens am Grunde 1% Lin., der einzelnen Flügeldecke 1'/, Lin. Der Vorderriickcn laiifr und nach vorn zu vcrschmälerl , mit scliwaciien gerundeten Seiten. Hinlereckcn scharf, doch nicht hervorstehend, die vorderen scheinen gerundet zu sein , doch treten sie nicht deutlich hervor. Der Kopf vorn gestutzt und nur durch eine undeutliche Linie vom Thorax getrennt. Die Sculptur von Kopf und Vorderrücken unkenntlich. Flügeldecken etwas länger , als der Hinterleih, etwas hreiter, als der Grund des Vorderrückens, dann mit ziemlich parallelen Seiten verlaufend, und hinten stumpf sich zurundend. Sie waren mit punktirtcn .Streifen versehen. An der rechten Flügel- decke erkennt man neun. Fünf laufen his gegen die Spitze, dann folgen drei, deren 4uslauf hinten nicht genau zu verfolgen und auf diese ein Randstreifen. Ob die Zwi- schenräume punktirl gewesen, ist nicht genau zu erkennen, da die Sculptur überhaupt sehr verwischt ist. Die eine Decke ist zerrissen und hier tritt an dem Abdruck ein Flügclfragmcnt hervor, von dem die Adern auslaufen, deren Verlauf aber nii ht zu ver- folgen ist. Vom Hinterleib erkennen wir die fünf IJauchplatten, die erste ist ziemlich lang, die zweite wenig kürzer, kurz dagegen die drei letzten. Der Hinterteil) ist hinten stumpf zugerundel. Weiter nach vorn haben wir das breite Melasternum. Von den Beinen ist nur das linke Hinterbein erhalten. Es hat einen starken Schenkel, eine nach vorn zu etwas erweiterte Schiene und einen fadenförmigen F'uss. Alle fünf Glieder sind ungefähr von gleicher Länge; die vier ersten nadi xoni zu nur sehr wenig verdickt, rias fünfte aber auf dem .Stein aussen zugespitzt. Abweichend von den meisten übrigen Elateren ist, dass der dritte und \ierte Streifen — 142 — bis fast zur Flügeldcckonspitze hinabreichen und dort sich nicht verbinden. Leider kann man den Auslauf der weiter nach aussen liegenden Streifen nicht genau verfolgen, sollten der sechste und siebente Streifen abgekürzt sein und sich aussen verbinden , wie es fast den Anschein hat, so müsste das Thier zu den Buprestiden gebracht werden, während der Körperuniriss mehr für einen Etateriden spricht. 9. Elaterites obsoletus m. Ganze Länge 7"/. Lin., Länge des Vorderrückens VI, Lin., Breite des- selben 1% Lin. Ein sehr undeutliches Stück aus der Lavater^schen Sammlung. Kopf und Brust etwas vom Leib getrennt und seitlich verschoben. Liegt von der Bauchseite vor. Der best erhaltene Theil ist die Vorderbrust. Es war dieselbe fast viereckig , aber etwas breiter als lang; die Seite, wie es scheint, fast gerade verlaufend. Hinten bemerkt man einen dreieckigen Brustslachel , und hinter demselben zwei eingeschlagene Beine ; die Schienen lehnen sich ganz an 'die Schenkel an und sind, wie diese, ziemlich schlank. Die Tarsen sind nicht zu erkennen. Neben dem rechten Bein bemerken wir vier drei- eckige Körperchen, welche die vier äussersten Fühlerglieder darstellen; für welche Deu- tung die Form dieser Glieder und der Umstand spricht , dass von diesen ein Eindruck über das Bein weg, nach dem Kopf hin, läuft, welcher wahrscheinlich auch von diesem Fühler herrührt. Demnach hätte unser Thier gesägte Fühler gehabt. Der weiter nach hinten zu liegende Körpertheil ist sehr undeutlich. Man bemerkt nur einen länglich ovalen Flecken , an welchen einige Eindrücke die Stelle der Beine zu bezeichnen scheinen, die aber so undeutlich sind, dass sie uns die Form der Beine nicht bestimmen lassen. Unterscheidet sich von allen übrigen Elateriden Oeningens durch seine Grösse ; ist aber zu schlecht erhalten , als dass eine Vergleichung mit den lebenden Formen zulässig wäre. * 10. Elaterites amissus m. Tat. IV. Fig. 9, vergrössert Fig. 9. b. Greith an der hohen Riione im Molassen -Mergel. Es ist nur die hintere Partie einer Flügeldecke im Abdruck vorhanden. Ich fand sie an derselben Stelle, wo die Melolontha Grcithiana. Die Flügeldecke hat eine Breite von '/j Lin. und die erhaltene Partie eine Länge - 143 — von i'/2 '■■'ii- ßcr Aussonrand läufl ein Stück weil mit der Nalitlinie |tarallel und biegt sich dann in einer Bogenlinie gegen die Spitze zu. Der S|>i(zen\vinivei des Fiugeideciien- endes ist ziemlich spitzig. Sie ist gestreift; von den neun Streifen laufen zwei bis an die Spitze, zwei folgende sind abgekürzt und scheinen in einander zu laufen, die fol- genden sind wieder länger und der Randstreifen läuft gegen die Spitze hervor. Sie scheinen punktirt gewesen zu sein , wenigstens sieht man an der vorderen Partie der Flügeldecke feine Punkte in den Streifen, während weiter nach hinten alierdinss keine zu erkennen sind. Die Form und noch mehr die Streifung der Flügeldecke lässl vermuthen , dass sie einem Eiateriden angehört habe. Anhanf,^ Pseudo-Elater. Taf. IV. Fig. 1. In der Carlsruher Sammlung befindet sich ein Stück, welches auf den ersten Blick einem grossen Elater, so dem Athous rufus F., sehr ähnlich sieht und leicht für einen solchen gedeutet werden kann. Es besteht aus zwei ovalen Partien, von denen die vordere als Vorderrücken und Kopf, die hintere als die Deckschilde zu deuten wären, wobei man sich darauf berufen könnte, dass vorn am Thorax eine schief gehende Linie die Grenze zwischen Kopf und Thorax bezeichne und auf den Deck Schilden Spuren einer mittleren Längslinie sich linden. Allein es kann das Fossil von keinem Käfer herrühren, eher von einer Frucht, wobei ich mich auf die vorn und hinten gleichmässig zugerundete vordere Partie, den gänzlichen Mangel an Hinterecken an derselben, den Mangel an Sculptur und Streifenbildung auf der hinteren Partie stütze. Immerhin ist aber das Stück aller Heachlung und weiteren sorgfältigen Studiums werth. VI 11. Zuiifl: MalacodernuUeii. Zwanzigste Familie: Telephoriden. XLVIII. Telephorus I)eg. 1. Telepliorus Germari ni. Tat'. IV. Fig. lO. Elytris nigricantibus, parallelis, apice rüUmdatis, ahdoniine brevioribus. Oeningen. Zwei Exemplare aus der Carisrulier Sanmilung; das eine — 144 — ohne Kopl' und Thorax, aber mit wohl erhaltenen Flügeldecken und Ab- domen , das andere mit schön erhaltenem Fühler und Beinen , Fragmenten des Thorax und Kopfes , wie theilweise erhaltenen Flügeldecken und Hinterleib. Länge der Flügeldecken 4 Lin., Breite der einzelnen etwas über l'/jL. Fühler fadenförmig und die Glieder in ähnlichem Längenverhäitniss , wie bei den jetzt lebenden Arten. Das erste Glied das längste und stärkste ; das zweite das kürzeste ; das dritte , vierte und fünfte bedeutend länger und unter sich in Länge gleich ; noch länger, aber dünner sind das sechste, siebente und achte Glied; das neunte und zehnte dagegen sind bedeutend kürzer , das elfte ist nur angedeutet. Alle Glieder sind cjlin- drisch. Bemerkenswerth ist, dass man an dem vierten, fünften und sechsten Gliede eine deutliche Haarbckleidung wahrnimmt, jedoch war nicht das ganze Glied gleichmässig behaart, sondern vorzüglich die vordere Partie. Die Mandibulen vorn gekrümmt und scharf. Hinter dem rechten Fühlhorn bemerkt man eine rundliche Stelle, welche wahr- scheinlich die Lücke bezeichnet , in welcher das Auge war. An der Seite des Kopfes treten die, auch bei den jetzt lebenden Telephoris deutlich abgesetzten, Hornplatten der unteren Kopfseite hervor; von den weicheren Partien dazwischen sind nur unkennt- liche Fragmente da. Die Brust ist fast ganz zerstört ; nach der Lage des Kopfes zu den Flügeldecken zu urtbeilen , muss der Vorderrücken kurz gewesen sein ; so weit sich aus den vorhandenen Fragmenten schliessen lässt , dürfte er am Grunde etwas ausgebuchlet , an den Seiten gerundet gewesen sein und sich namentlich gegen die 13asis stark zusammengezogen haben. Von den Brustplatlen scheinen zwei Stücke am Grunde der Flügeldecken (Taf. IV. Fig. 10. d) durch. Die Flügeldecken sind dünn und zart und auf der Oberseite fein und unregelmässig gepunktet; ihre Seilen laufen parallel, hinten dagegen sind sie abge- rundet ; sie sind kürzer als der Hinterleib , dessen letztes Segment unbedeckt ist. Der Hinterleib ziemlich dick; an dem einen Exemplar (Fig. 10) sieht man sehr schön den umgebogenen Uand der Bauchsegmente; sie bilden ein braunes Bändchen, welches nach innen scharf abgesetzt ist , indem die Rückensegmente keine Spur auf dem Stein zurückgelassen haben, nur die Trennungslinien der Segmente scheinen undeutlich durch. Wir erkennen sechs Abdominalsegmente, welche am Bande scharf abgesetzt sind; die fünf ersten sind fast von gleicher Grcisse , en dagegen verletzt ; an der 19 - 146 — obersten Partie siehl man eine schwache Querlinir und diese dürfte die Flün^eldeckeu nach oben begrenzen , so dass die obere Partie vom Vorderriicken herrühren würde. Der Fühler ist dünn fadenförmig; das erste Glied ist das stärkste und cjlindrisch. das zweite ganz kurz , das dritte , vierte und fünfte wenig kürzer als das erste und unter sich fast von gleicher Länge, die folgenden drei sind noch etwas länger, ganz dünn und cj'lindrisch ; eben so die etwas kürzeren drei letzten Glieder. Die Flügeldecken sind zart gebaut und scheinen fein runzlig gewesen zu sein ; sie haben eine hellgelb braune Farbe und sind nach hinten zu schwarz ; auch an der Seite sind sie dunkler gefärbt. Ohne Zweifel haben sie daher eine ähnliche Farbe gehabt, wie die des Telephorus nielanura F. Die Beine sind dünn : von dem Vorderbein sieht man nur den Schenkel und einen Theil des dünnen Schienbeines. Das mittlere Bein ist vollständig erhalten , doch , wie die beiden anderen Beine, so von der Substanz des Steines bedeckt, dass man dasselbe nur mit dem Vergrösserungsglase wahrnimmt. Der Trochanter ist kegelförmig, aussen zugespitzt, der Schenki'l überall so ziemlich von gleicher Dicke, das Schienbein dünn und ganz schwach gebogen; am Tarsus erkennt man (auf dem Abdruck) alle fünf Glieder; das erste ist das längste, nach aussen etwas verdickt, die drei folgenden kurz und breiter, aussen erweitert, das vorletzte zweispaltig. Am Hinlerbein ist der Schenkel etwas stärker, und nach aussen zu etwas verdickt; das Schienbein ist dünn und etwas stärker gekrümmt , als bei dem Mittelbein ; am Tarsus sind (ebenfalls deutlicher am Ab- druck) die drei äusseren Glieder wohl erhalten, das äusscrste ist dünn und cylindrisch, seine Klauen sind nicht zu sehen; das zweit -äusscrste ist kurz und tief zwcilappig; das dritt - äusserste ebenfalls kurz und verkehrt kegelförmig; leider sind nun die folgenden ganz verwischt und es ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen , ob ein oder ob zwei Glieder folgen. Gehört das Thier wirklich zu Telephorus, so müssen noch zwei folgen, von denen das viert- äusserste dann kurz, das fünft -äusserste [oder eigentliche erste Tarsenglied) aber länger wäre; gehörte das Thier aber zu Oedemera, würde nur ein Glied folgen, welches dann aber verhältnissmäs&ig sehr lang wäre (vcrgl. Taf. IV. Fig. 11. c. diesen Tarsus). Vom Hinlerleib ist nur das letzte Segment etwas deutlicher; es ist hinten gerundet und steht über die Flügeldecken hervor, wahrscheinlich ist er aber nur durch den Druck hervorgetreten. — 147 - h. Telephorus terliarius Hadobojanus rii. Tal. IV. Fifj. 1^. Stellt das Thicr ebonfalls in seitlicher Lage dar; der Kopf ist theilweise erhalten, besser der Vorderriiciien und die Fliif^eldecken, welche aber seit- lich ziisammens'edriickt sind; die Fühler sind verloren gegangen, dagegen tritt ein Aliltellx'in mit einem Theil des Tarsus her\()r und glücklicher NNeise auch ein Hintertarsus; eben so ferner ein Theil des Hinterleibes und der lernst in seitlicher Lage. Länge des Vorderrückens V4 Lin. , der F'lügeldecken -J'^ Lin. Vom Kopf sieht man nur ein schwarzes run(lli über V/i Lin.; niulliinassliche Länge des ganzen Thieres 9'/, Lin. Ich rechne hierher drei Stücke, von denen indessen jedes das Thier in so ganz anderer Stellung darstellt, dass man auf den ersten Blick drei ganz verschiedene Thiere vor sich zu haben glaubt; eine nähere Untersuchung überzeugt uns aber, dass sie zusammen gehören; die Flügeldecken haben dieselbe Form und Grösse, und dieselbe Sculplur, und auch was von den Beinen bei allen dreien erhallen ist, stimmt überein und eben so die Zu- sammensetzung des Hinlerleibes; nur ist derselbe bei einem Exemplar dün- ner, als bei den beiden anderen, und das sechste Segment sieht noch deiil- lich über das l'ünfte. wenig verschmälerte, hervor; dies ist ein Alännchcn. die anderen beiden \\eib(lien; denn wir linden nicht allein bei den ver- wandten Meloen , sondern eben so auch bei den Lytten diese starke An- schwellung des Hinterleibes bei den belruchteten Weibchen, tind ferner isi bei den Weibchen noch das sechste Segmenl ganz zurückgezogen o.lcr es steht doch nur die Spitze hervor. Das Exemplar, welches ich als Männ- chen betrachte, ist aus der Sammlung des Herrn Lavaler. Der Kopl (chll. der Vorderrücken ist verschoben; die Flügeldecken sind geöllnct und aus- gespannt; die Flügel decken den Leib, haben also dieselbe Lage wie im - 156 — Ruhestand; die Beine sind ausgespreitzt. Das zweite Exemplar ist aus der Sammlung der Zürcher Universität. Es stellt das Thier in seitlicher Lage dar; vom Kopf ist ein Theil erhalten, vom Thorax nur Fragmente; gut aber die Seiten des dicken Hinterleibes, eine Flügeldecke und ein Flügel; diese sind in derselben Lage , wie beim fliegenden Thiere. Das dritte Exem- plar ist aus der Sammlung von Carlsruhe; bei diesem ist der Leib sehr zerdrückt. Der Kopf ist auf die Seite geschoben und nur ein Fragment desselben erhalten; ein noch kleineres vom Vorderrücken; hinter demselben bemerken wir die beiden Flügeldecken, von welchen aber die linke nur mit Mühe vom Leib zu unterscheiden ist, indem seine Ränder sich ganz verwischen; der Hinterleib tritt stark hervor. An diesem Exemplar sind die Fühler ganz erhalten; die beiden Vorderbeine liegen neben einander, beide sind also auf dieselbe Seite gebogen. Bei diesem Exemplar hat sich am meisten von der Substanz des Thieres erhalten und die sonst dunkelbraune Färbung hat stellenweise einen bläulichen metallischen Schimmer; wahrscheinlich hatte daher diese Lytta ebenfalls eine Metallfarbe; war vielleicht auch goldgrün gefärbt, wie unsere jetzt lebende Lytta vesicatoria L. Nach diesen allge- meinen Bemerkungen lassen wir die Beschreibung der einzelnen Stücke 'Ö^ folgen. A. Das Männchen. Taf. V. Fig. 4. Vorderriicken ist kurz , hinten ziemlicti jferade abgeschnitten ; in der Mitte scheint er stark erweitert ; eine Linie auf dem Rücken deutet auf einen Längseindruck und zwei bogenförmige Linien jederseits vor der Basis darauf, dass dort der Vorderrücken auf ähnliche Weise eingedrückt war, wie bei unseren Lytten. Weiter nach hinten Iritt ein Fragment des Metanolum hervor. Die Flügeldecken sind schmal und lang ; sie laufen fast parallel von der Schulter bis nach hinten ; dort sind sie ganz stumpf zugerundet. Oben sind sie ganz dicht und fein gepunktet und gerunzelt; eine Linie steht an der Naht, zwei Weiler nach aussen etwas mehr hervor; diese beiden Linien laufen aussen, vor der Spitze der Flügeldecken , ineinander (diese hervorstehenden Linien sind indessen nur bei dem Exemplar der Universilätssanimlung von Zürich zu sehen); die Flügel liegen in ge- rader Richtung über den Leib und stehen seitlich etwas über denselben hervor ; sie liegen wie im Ruhestande, doch ist ihre hintere Faltung nicht zu erkennen, da sie dort «lanz — 157 — iindeullich werden. Vom hinteren Brustring treten die Rückenplatten , doch undeutlich hervor; deutlich dagegen die Bruslplatten. Wir bemerken zunächst eine breite Platte, welche vorn durch einen kleinen Fortsatz zwischen die Hüften der Miltelbeine tritt; an ihrer Seite liegen die ziemlich grossen Seitenplatten; die mittlere Platte (Mctasternum ist durch eine Längslinie in der Mitte getheilt ; ausserdem haben wir noch ein Paar schief verlaufende [.inicn , welche aber wohl zufällig sein dürften. Mittel - und Hinterbeine scheinen mit ihren Hüften und Schenkelringen deutlich durch; weiter nach hinten haben wir sechs Abdominalsegmente. Das erste ist etwas länger als die vier folgenden kurzen: das fünfte ist kaum schmäler als das vierte und hinten abgestutzt. Das sechste zeigt zwei helle, gelbe Stellen, welche neben einander liegen und wohl von dem durchschei- nenden Penis herrühren dürften. Von den Beinen sieht man nur die mittleren und hin- teren. Von den Mittelbeinen erkennen wir die beiden Hüften, welche stark hervorstehen und die Schenkelringe, an welche die ziemlich langen Schenkelsich anlehnen; diese sind massig dick. Die Schienbeine ganz schwach gekrümmt und dünn; von dem Tarsus sind am rechten Bein die orsrcn drei cvlindrischen Glieder vorhanden , von denen das erste das längste ist ; an dem linken Bein erkennen wir fünf Glieder (Taf. V. 4. c) ; das zweite und dritte sind kürzer als das erste , nach vorn zu etwas verbreitert. Das vierte ist verwischt , das fünfte scheint aussen etwas verdickt ; die Klauen sind nicht erhallen. Bei den Hinter- beinen bemerken wir die breite Hüfte, welche als eine dreieckige Platte auftritt, die nach aussen zu sich verschmälert; die Schcnkelringe sind elliptisch, wie bei den Mittelbeinen ; die Schenkel von derselben Form , nur etwas länger und die Schienbeine etwas stärker gekrümmt und länger. Der Tarsus ist viergliedrig ; das erste Glied fast noch einmal so lang, als die drei folgenden (Taf. V. Fig. 4. b.j ; es ist cjlindrisch, die übrigen oval. B. Weibchen. 1. Exemplar der Ünivcrsitäts-Saninilung in Zürich. Tal. V. Fig. 5 und Fig. 5. b. Von dem Kopfe tritt ein fast viereckiges Stück hervor, welches von mehreren Linien durchzogen ist und vorn in ein kleineres , fast viereckiges Stück ausläuft. Dies ist wahr- scheinlich die Stirn , von welcher die Fühler auslaufen , von denen aber nur einige Frag- mente erhalten sind. Der Kopf war hinten gerade abgestutzt , breit und scheint ziemlich parallele Seilen gehabt zu haben. Von dem Vorderrücken sieht man nur den Vorder- rand, und auch diesen nur sehr undeutlich; er ist ziemlich breit und etwas gerundet. — 158 - Die Flügeldecke sieht man von der inneren Seite; sie liat dieselbe Form und Grösse, wie beim Männchen; der Flügel, welcher hinter derselben liegt und ganz ausgebreitet ist, ist leider nicht vollständig erhalten. Wir erkennen an demselben drei Längsrippen, von denen die zwei inneren aussen durch einen Querast verbunden sind ; unmittelbar neben der inneren dieser Rippen liegen zwei kurze, sehr undeutliche Linien. Bei Lytta vesicatoria L. haben wir (Taf. V. Fig. 6) eine ziemlich starke Randrippe, mit welcher die Vena media- stina verwachsen ist; an sie lehnt sich ferner die Vena scapularis an. Die äussere Mittelader ist ebenfalls ziemlich stark und von ihr läuft ein Ast aus, der sich mit dem- jenigen der Randrippe verbindet; wir erhalten dadurch einen querlaufenden Verbindungs- ast zwischen diesen Längsadern, von dem zwei lange, rücklaufende Aeste auslaufen , die in das äussere Mittelfeld bis fast zum Grunde herab gehen; der äussere gehört unzwei- felhaft der Randader an , während der innere als rücklaufender Ast der äusseren Mittel- ader zu betrachten ist. Der Spilzentheil der Area externo- media ist kurz, das Stigma weit aussen am apicalen Theil und breit. Von der äusseren Mittelader läuft ein kurzer apicaler Theil aus, an dem sich bei der Faltung des Flügels der kurze querfaltige Spitzentheil des Flügels bricht. Auf der inneren Seite folgt auf die äussere Mitlelader eine abgekürzte Ader, die als ihr Ast zu betrachten, und auf diesen die einfache innere Mittelader und die gabelige zertheilte Hinterader. Darnach wären beim fossilen Flügel die erste und zweite Längsader wohl die beiden rücklaufenden Aeste, die dritte aber die äussere Mitteladcr und von den auf sie folgenden kurzen Linien die äussere der Ast der Vena externo -media, die innere vielleicht ein Fragment der V. interno- media. Von der Brust des fossilen Thieres sind die Andeutungen der Seitenplatten da , wie die Beine, doch diese nicht so deutlich abgegliedert, wie beim Männchen und so zerdrückt, dass sie nicht zu Bestim- mung der Formen der Beine benutzt werden können , mit Ausnahme eines Hinterbeines, welches auf dem Hinterleibe liegt, an dem der Trochanter, der ziemlich dicke Schenkel und die längere, schwach gekrümmte Schiene hervortritt. Der Hinterleib ist seillich zu- sammengedrückt. Auf der rechten Seite sehen wir die Bauchplatten , auf der linken die Rückenplatten, dazwischen das Pulmonarium (Kirby), dessen Grenzlinie gegen die Rncken- platten indessen verwischt ist; beim dritten Segment von oben bemerkt man ganz deut- lich ein ovales Stigma ; von den Rückenplatten sind die vier ersten ziemlich gleich lang ; das fünfte Stück ist das längste und nach hinten kegelförmig verschmälert. Es ist dies das undeutlichste und besteht sehr wahrscheinlich aus zwei Segmenten. Von den Bauch- platten sind die drei vorderen ganz deutlich und scharf vom Pulmonarium abgesetzt; sie sind etwas nach vorn verschoben. — 159 — 2. Exemplar aus der Carlsruher Sammlung? '). Taf. V. Fig. 5. c. d. Der Kopf ist ganz zerdrückt und nur ein Stück der hinteren Partie erbalten. Aus- gezeichnet sind dagegen die schnurförnügen Fühh-r-, das erste Glied ist ziemlich "ross und nach aussen verdickt; das zweite sehr kurz und klein, die folgenden alle ziendich dick und kurz und fast von gleicher Länge, verkehrt kegelförmig, nur das letzte oval. Vom Vorderrücken ist nur ein schmaler Kiemen vorhanden , hinter welchem das drei- eckige Schildchon hervortritt. Die Flügeldecken sind stark verschoben und namentlich die linke stark zerdrückt. Der dicke Hinterleib reicht über dieselben himius. Fünf Sesr- mente treten an demselben deutlich hervor und das sechste ist angedeutet. Von den Beinen sehen wir die zwei Vorderbeine mit einzelnen Gliedern des Fusses und ein Mittel- tind Hinterbein, deren Schienen aber nach dem Bauch zu gebogen sind, welcher die Tarsen deckt. Es hatte dieses Thier die Grösse und die Form der grösseren Exemplare unserer Lylta vesicatoria L. spanischen Fliege) ; die erhaltenen Fühler stimmen ganz mit denen des Weibchens überein, eben so die etwas gekrümmten Mittel- und Hinlerschienen, die Schenkel und Füsse; der Leib scheint indessen dicker und hinten stumpfer, und die Flügeldecken im Verhältniss zu demselben kürzer gewesen zu sein. Jedenfalls dürfen wir aber die fossile Lytta als den Repräsentanten unserer, durch ganz Europa verbrei- teten, Art in der Tertiärzeit ansehen. Unsere Lytta vesicatoria L. lebt auf Flieder und Eschen , überhaupt Oleaceen ; wahr- scheinlich lebte daher die fossile Art iu Oeningen auf einer analogen Pflanze ; doch ist bis jetzt keine solche dort aufgefunden worden. /.//. Meloe L. •2. Meloe Podalirii m. Taf. V. Fig. 7. Ein Exemplar von Radohoj. Ist ganz llacli gedrückt und zum TheU von einem Kalksinter bedeckt , welcher sich auf diesem Steine abge- setzt hat- Ganze Länge 6'/^ Lin.; Länge des Vorderriickens V, Lin.; Breite vorn *| W.ThrsrtiPinlirli ist dies Thior dio Molnp l'roscarabaeiis Kar?, welche pr (Schwäbischf Oonksrhriflpii S. 40) aus der Mecrsburgiscbcn Saiuralun^' erwiihnl. - 160 — 1 Lin. Länge von der Basis der Flügeidecken bis zum Leibende 5 Lin. Breite des Leibes, wo er am breitesten, 2 Vi Lin. Vom Kopf ist nur die Basis erhalten ; er ist dort etwas breiter , als der Thorax und zugerundet ; er scheint ziemlich lang gewesen zu sein , doch treten weiter nach vorn nur Fragmente hervor. Der Vorderrücken ist sehr kurz, hinten und vorn abgestutzt und am Grunde etwas verschmälert; die Seiten sind ziemlich gerundet. Am Grunde bemerkt man eine Querlinie; oben war er stark gerunzelt. Der Leib ist verhältnissmässig lang und dick , und vorn und hinten ganz stumpf zugerundet. Die Flügeldecken sind kürzer, als der Hinterleib , doch ist ihre hintere Grenzlinie nur sehr undeutlich abgesetzt und daher ihre Form nicht genau zu bestimmen; sie scheinen tief gerunzelt gewesen zu sein ; weiter nach hinten erkennen wir drei Abdominalsegmente , die zwei ersten von diesen sind kurz und breit, das dritte länger, hinten aber theilweise zerstört, daher man dort das Schwanzsegment nicht sieht. An der linken Seite treten bei den beiden hintersten Segmenten die umgeschlagenen Ränder der Bauchplatten hervor. Das ganze Thicr scheint schwarz gefärbt gewesen zu sein , wenigstens zeichnet sich das fossile durch seine dunkelschwarze Färbung aus. So weit eine Vergleichung mit jetzt lebenden möglich , scheint unsere Art mit der Meloe rugosa Mshm. am nächsten ver- wandt zu sein , von welcher nicht selten Exemplare vorkommen , die auch in der Grösse mit der fossilen Art übereinstimmen. Meloe rugosa ist durch einen grossen Theil Europas verbreitet , besonders häufig aber in der zona mediterranea. X. Zunft: Stenelyti'eii. Drei und zwanzigste Familie: Cisteliden. LIIl. Cistela L. 1. Cistela Domin ula m. Taf. V. Fig. 8. Pronoto antice profunde sinuato, anterius paulo angustato ; elytris ob- solete striolatis, abdomine obtuso. Ganze Länge S'A Lin. Ein Exemplar, nebst Abdruck, aus der Sammlung des Herrn Hol'rath von Seyfried; die Flügeldecken sind auf die Seite geschoben und nur der — 161 - rechte grossentheils erhalten. Ein zweites, ganz undeutliches, Exemplar in der Lavater'schen Sammlung. Kopf vcrhältnissmässig lang, an seiner Spitze ein kleines viereckiges I'lältchen, wel- ches wohl die Oberlippe darstellt; die Augenhöhlen sind von einem dunklen Rande um- geben und sehr deutlich ; sie sind rundlich und stehen nahe beisammen ; das Hinterhaupt ist verhältnissmässig lang. Der Vorderriicken ist kurz, der Hinterrand indessen zerrissen; der Vorderrand ist tief ausgebuchtet; die Seiten sind gerundet und nach vorn zu etwas verschmälert; die Ecken sind spitzig, besonders die vorderen. Die Form der Flügel- decken ist nicht genau zu bestimmen , da die einzige erhaltene auf der Nahlseite und an der Spitze zerstört ist; sie scheinen indessen elliptisch gewesen zu sein. An der Ober- seite gewahren wir einige undeutliche , sehr feine Streifen. An der Brust bemerken wir vorn die zwei zusammengehenden Hüften der Miltelbeine und vor denselben die Mittel- brust; hinter denselben die Platten der Hinterbrust; es tritt hier eine grosse mittlere Platte auf (Metasternum) , welche durch eine schwache Längslinie getheilt ist, und zwei schmale Seitenplatten. Hinter derselben treten die Hüften und an diesen die Schenkel hervor. Am Hinterleib erkennen wir fünf Ringe, die ersten zwei sind etwas länger, als die drei folgenden und besonders als die zwei letzten. Der letzte ist stumpf zugerundet. Die zwei letzten Segmente sind durch eine schmale Spalte von dem übrigen Abdomen •ibgetrennt. Von den Beinen tritt nur das linke Vorderbein etwas deutlicher hervor, doch nur der Schenkel und der Anfang der Tibia. Die fadenförmigen Fühler dagegen sind wohl erhalten , nur die Gliederung ist undeutlich und nur unvollkommen zu erkennen ; es scheinen indessen alle Glieder cylindrisch zu sein und die Glieder waren demnach fadenförnug. Hatte die Grösse der Gistela murina F. , der sie verwandt sein dürfte. Vier und zwanzigste Familie: Helopiden. LIV. Helops F. 2. Helops Meissner! m. Taf. V. Fig. 9. Ein Stück aus der Carlsruher Sammlung, stellt Fragmente des Kopfes und des Vorderrückens und eine Flügeldecke, und zwar nur im Ab- druck, dar. 21 - 16-2 - Ganze Länge 8y4 Lin.; Länge des Kopfes V/^ Lin., Breite eben so; Vorderrücken fast von derselben Länge ; Flügeldecken SVj Lin., Breite der- selben in der Mitte 2% Lin. Der Kopf ist stark zerdrückt und darum seine Form nicht mehr genauer zu bestim- men ; er scheint gross gewesen zu sein ; auf der linken Seite durfte das durch eine Linie abgegrenzte Stuck als Oberkiefer zu deuten sein und das Plätlchen daneben vielleicht als Oberlippe. Der Vorderrücken ist verhältnissmässig ziemlich klein , nach vorn zu erwei- tert, mit gerundeten Seiten und spitzigen Vorderecken ; die Hinterecken sind rechtwin- kelig ; die zwei mittleren Linien bezeichnen die Grenze des umgeschlagenen Randes ; die schief gehende Linie rechts begrenzt die rechte Seitenplatte nach unten. Die Flügeldecke ist länglich oval , von der Schulter an bis über die Mitte hinunter gleich breit und ver- schmälert sich dann allmählig gegen die stumpfe Spitze zu. Wir bemerken auf derselben neun Linien, von denen die äusserste dem Rande sehr genäherte, sehr schwach ist, die folgenden fünf ganz deutlich, drei innere dagegen nur mit Mühe zu erkennen sind; längs der Naht hat die Decke eine Längsfuge. An der Spitze der Decke verwischen sich die Streifen, so dass ihr Auslauf nicht verfolgt werden kann. Am Aussenrand, etwa bei 2/3 Länge des Flügeldeckens , beginnt ein schwacher Eindruck , welcher nach dem zweit- äussersten Streifen herüber läuft und diesem bis gegen die Spitze der Decke folgt. Die Linien erscheinen bei gehöriger Vergrösserung als sehr fein gekerbte hervorstehende Kanten; es waren sonach (die Decke ist nur im Abdruck da) die Flügeldecken fein ge- streift und diese Streifen sehr fein gepunktet. Die Form der Flügeldecken erinnert an einen Carabus; allein bei keinem Carabus haben wir eine solche Streifung, wohl aber erinnert diese an diejenige von Helops, we- nigstens insofern, dass der äusserste Streifen dem Rande sehr genähert ist und von diesem Rande, an der hinteren Partie der Decke, eine Querfalte ausgeht. Der H. Sar- deus Dahl kann auch in der Flügeldeckenform und Form des Thorax mit dem fossilen Thiere verglichen werden. [ch bringe es um so weniger zu Carabus, da fast alle Oc- ninger Thiere zu geflügelten Gattungen gehören. Dem Andenken des um die schweizerische Entomologie vielfach verdienten Professor Meissner, in Rern, gewidmet. — 168 - F ii ri r und zwanzigste Familie: Salpingiden. LV. Mycterus Clairv. 8. Mycterus molassicus ni. Taf. V. Fig. lO. Oeningen. Ein unvollständiges Exemplar aus der Lavater^schen Sammlung. Auf den ersten Blick glaubt man einen Rüsselkäfer vor sich zu haben, indem von dem Kopfe eine schwarze Linie ausläuft, die ganz die Form eines Rüssels hat. Eine genauere Untersuchung zeigt aber, dass diese Linie zufällig ist, und von einem dünnen cylindrischen Körper herrührt, der sich bis zu den Flügeldecken fortsetzt. Ganze Länge 5 Vi Lin., Länge des Vorderrückens fast 1 Lin., Breite desselben vorne 1'/, Lin., Länge der Flügeldecken fast 3% Lin., Breite der einzelnen am Grunde 1 Lin. Kopf nach vorn zu etwas verschmälert und vorn stumpf, dort abgebrochen. Vor- derrucken viel breiter als lang , nach vorn zu verschmälert , mit stumpfen Ecken. Flügel- decken vorn etwas über einander geschoben , hinten auseinander laufend. Die Nahtlinie gerade , Schulter abgerundet , von dort die Randlinic ein Stück weit mit der Naht pa- rallel laufend, hinter der Mitte aber sich stumpf zurundend. Die Flügeldecken sind fein , aber äussert dicht punktirt , am Rande nach herunter läuft eine zarte Linie und zwei andere finden sich im Mittelfeld , die aber äusserst fein sind und vom Grunde bis kaum zur Mitte herabreichen. Die vordere Partie des Kopfes , welche Mycterus so sehr auszeichnet , ist leider nicht erhalten und es ist nur die Form des Vorderrückens und der Flügeldecken, dann die Sculptur -dieser letzteren, welche mich zu dieser Deutung geführt hat, auf die ich keinen grossen Werth legen will. Von Atopa, an weiche Gattung man auch denken könnte, unterscheidet sie die ganz andere Punktur der Flügeldecken. XI. Zuiifl: Longicornen. Sechs und zwanzigste Familie: Cerambyciden. LVI. Clytus F. 1. Clytus mclancholicus m. Taf. V. Fig. H. - 164 - Länge des Kopfes Vj Lin., des Vorderrückens i% hin., der Flügel- decken fast iVi Lin., vom Grunde der Flügeldecken bis zur Leibspitze 5% Lin., also ganze Länge des Thieres ^V^ Lin. Oeningen. Ein Exemplar in der Sammlung des Herrn von Seyfried. Kopf vom Thorax getrennt und auch dieser etwas vom übrigen Leib ent- fernt. Fühler fehlen, ein schmales fadenförmiges Körperchen, das neben dem Kopfe liegt, kann nicht zum Fühler gehören. Von den Beinen nur die Hüften und ein Theil der Schenkel erhalten. Das Thier hat eine seit- liche Lage. 'ö^ Der Kopf hat eine schiefe Lage. An seinem Vorderrande treten uns die zwei kur- zen, starken, dreieckigen Oberkiefern entgegen und ob denselben ein breitliches Plättchen, die Oberlippe (Fig. 11. b.). Zwei nur schwach angedeutete, runde dunkle Flecken bezeichnen die Stelle, wo die grossen Augen gestanden. Der Vorderbrustring ist so stark zusam- mengedrückt , dass die ursprüngliche Form desselben schwer auszumitteln ist. Wir sehen nur einen braunen Flecken , der am Grunde am breitesten ist und nach vorn zu sich verschmälert ; die obere Partie rührt vom Vorderrücken her , hat eine dupklere Farbe und ist tiefer punktirt ; die weiter nach unten liegende steht nicht deutlich von der oberen ab und ist wohl von dem umgeschlagenen Scitenrand des Vorderrückens gebildet. Von den Flügeldecken sieht man die eine in ihrer ganzen Breite, von der anderen nur einen schmalen Streifen. Es sind diese Flügeldecken etwas kürzer, als der Hinterleib und verschmälern sich von der Mille an, in einer sanften Bogenlinic nach der Spitze ver- laufend. Neben der Vorderbrusl haben wir den ziemlich verdickten Vorderschenkel ; weiter nach hinten ein Stück des Mittelbeinschenkels und dort näher der Decke ein Stück des Mesosternums; auf dieses folgt ein längliches Plättchen, welches als Metasler- num zu deuten ist, an welchem wir die Hüfte und Trochanter des Hinterbeines bemerken. Auf den Flügeldecken bemerkt man Andeutungen eines Hinterbeines , welches ziemlich gross gewesen zu sein scheint. Der Hinterleib tritt am Rande der Flügeldecken hervor ; wir erkennen, bei sorgfältiger Untersuchung, fünf Bauchsegmente, das erste ist das längste , die zwei folgenden kürzer und unter sich gleich lang ; von diesen lassen sich die Trennungslinien auch über den Rücken verfolgen, indem diese durch die Flügel- decken durchscheinen; das vierte Segment ist wieder etwas länger, das fünfte stark verschmälert. — 165 — Scheint dem CKlus liciatus Seh. nahe zu stehen; ist indessen nicht gut gejiug er- hallen , um eine genaue Vergleichung mit diesem oder einer andern Clytusarl zu gestalten. Sieben und zwanzigste Familie: Lamiarieii. LVJI. Mesosa Serv. 2. Mesosa Jasonis in. Tal'. V. Fig. 12. Pronolo brevi, inermi; elytris conlerlini sublilissime punclalis. Ganze Länge 8V4 Lin. , des Kopfes 1'/, Lin.; Breite desselben last 2 L.; Fühler, erstes Glied i'% Lin. lang, das dritte, vierte und fünfte etwas länger; Länge des Vorderrückens iV^ Lin., Breite desselben etwas über 2V4 Lin.; Länge der Flügeldecken 6 Lin., Breite der einzelnen IV, Lin. Vorderbeinschiene 2 Lin. lang, Hinlerschiene stark 8'/, Lin. Lin Kxeiriplar in der Carlsruher Sammlung. Gehört zu den am voll- ständigsten crhallenen Käfern Oeningens, ist aber stark von Steinsubstanz bedeckt und dadurch unkenntlicher geworden. Kopf vorn ganz stumpf, fast gestutzt, mit gerundeten Seilen, sieht also wohl senk- recht ; er ist gegen die Basis zu beiderseits etwas zusammengezogen und dann wieder sich erweiternd; die Seiten des Kopfes sind also beiderseits etwas ausgebuchtet. Dort bemerkt man eine Zahl feiner Querrunzeln, welche schief nach vorn zu verlaufen. Der Vorderrand hat einen tiefen Quereindruck. Der Vorderrücken ist sehr kurz, aber so stark zerdrückt, dass seine Form schwer zu bestimmen ist; die Grundlinie verläuft fast gerade, die vordere Groiizliiiie isl scliwach geschwcifl , die SeiUin scheinen gerade zu verlaulcu. Dornen sind keine bemerkbar. Die Sculplur isl nicht auszumilleln. Vom Miltelbrustring erkennt man ein dreieckiges, sehr schwach abgesetztes Stück, das Schildcben; die übrigen Stücke gehören der Brustseite an. An diese Partie lehnt sich das breite grosse Melaslernum an; es besteht aus zwei getrennten Platten und isl sehr dicht punklirt; jederseils lehnt sieh an dieselbe eine lange schmale Platte, das K|)i- sternum. Der Vorderrand des Metaslernums ist in der Mitte in einen dreieckigen kleinen Dorn verlängert, und jederseils neben demselben ausgeschweift. _ 166 — Die Flügeldecken haben gerundete, etwas hervorstehende Schulterecken , laufen dann bis nach hinten mit fast parallelen Seiten und runden sich hinten ganz stumpf zu, sind dort weder gestutzt noch ausgerandet. Die Sculptur ist undeutlich, doch sieht man, dass sie dicht mit sehr feinen Punkten besetzt waren; an der Schulter sind diese Punkte etwas tiefer als weiter nach hinten. Neben der Spitze der linken Decke an ihrem Naht- rande steht ein kleines Stück des Flügels hervor. Abdominalsegmente sind fünf; das erste ist etwas länger, als die drei folgenden, unter sich fast gleich langen, das letzte rundet sich stumpf zu. Die Fühler sind grossentheils erhalten, aber ganz von Steinsubstanz bedeckt. Der rechte ist deutlicher als der linke , und von ihm sind auf der einen Platte sechs , auf der andern neun Glieder erhalten*). Das erste ist lang und ziemlich dick, das zweite sehr kurz , die zunächst folgenden noch etwas länger als das erste, und cylindrisch. Es müssen die Fühler beträchtlich länger als der Körper gewesen sein, indem die ganze Körperlänge nur bis zur Mitte des siebenten Fühlergliedes reicht. Die Beine sind sämmtlich erhalten, allein auch von Steinmasse eingehüllt; die Schenkel sind stark, in der Mitte etwas verdickt; die Hintcrschenkel sind länger als die vorderen und mittleren; am linken mittleren gewahrt man eine ziemlich dichte Behaarung; die Schienen sind fast cylindrisch , nach aussen nur wenig verdickt. Die Schienen der Hinterbeine sind bedeutend länger, als die der übrigen Beine. Die Tarsen sind kurz und breitgliederig. Beim Vorderfuss ist das erste Glied nach aussen zu erweitert, das zweite fast herzförmig , das dritte tief zweilappig und das vierte kleine , walzenförmige Endglied grossentheils umschliessend. Aehnliche Form haben die Mittelfüsse; am rechten sieht man eine ziemlich dichte Haarbekleidung. Nur sehr undeutlich ist der Hintertarsus, doch sehen wir, dass das erste Glied etwas länger ist, als das zweite, und das dritte ebenfalls lief zweilappig. Der vorn fast abgestutzte und wie es scheint, senkrecht gestellte Kopf, wie die Form der Füsse, weisen diesem Thiere seine Stellung unter den Lamiarien an , und die langen Fühler, der unbewaffnete Vorderrücken, die hinten weder ausgerandeten , noch abge- stutzten Flügeldecken die Gattung Mesosa Serv. Sie kann in der Tracht mit Mesosa ne- bulosa F. verglichen werden, ist aber viel grösser, hat einen verhältnissmässig kürzeren Vorderbrustring und auch verhältnissmässig längere Fühler. *) Bei der vergrösserlen Figur (Taf. V. 12. b) sind die drei letzten Glieder von dem Abdruck her- iiber genommen. Daher jener Fühler neun Glieder erhielt, während aur dem Steine nur sechs und der Anfang des siebenten zu sehen ist. — 167 — LVm. Acanthoderes Serv. 'i. Acanthoderes Phrixi m. Tai. V. Vig. 13. Pronolo lateribiis spinoso, evidenter punctato; elytris sparsini profunde punctalis, apice oblusis. Ganze Länge b% Lin. Länge des Kopfes % Lin. Breite fast i% L. Länge des Vorderrückens fast l'/s Lin. Länge der Flügeideclven 'iV, Lin. Breite heider an der Srlinlter 2'/, Lin. Bad oho j. Samnihing von Grätz. Ein wohl erhaltenes Exemplar, welches das Tliier von der Oberseite darstellt. Kopl' Ivuiz und breit und vorn ganz stumpf, fast gestutzt , daher iu senkrechter Lage. Eine hintere Partie ist gewölbt ; erscheint als eine gewölbte yucrkante. Vorderrücken kurz, vorn und hinten ziemlich gerade abgestutzt; die rechte Seile stark zerdrückt, die linke dagegen wühl erhalten. Dort tritt ein Dorn deutlich hervor, welcher vorn spitzig ist, gegen die Basis aber sich stark verbreitert. Die Vorder- und Hinterecken des Vorderrückens sind ziemlich scharf und der Dorn beginnt bald vor dir Hinterecke. Die Oberseite ist mit ziemlich liefen Punkten bestreut , gegen den Dorn zu reihen sie sich zu Strichelchen zusammen , welche gegen die Spitze des Domes convergiren. Von den Flügeldecken ist die rechte ganz erhalten , von der linken dagegen die hintere Partie weggebrochen , wo die Abdominalsegmcnte zum Vorschein kommen. Die Schultern stehen nur wenig hervor und die Seiten verlaufen ein Stück weit zienilich sje- rade und runden sich dann nach hinten zu. Die Spitze ist slumpflich , weder abgestutzt noch ausgerandct. Die vordere Hälfte ist mit sehr tiefen , aber ganz zerstreuten Punkten besetzt, nach hinten zu werden diese Punkte viel weniger tief, stehen aber dichter. Sie siiul dunkel grauschwarz gefärbt, mit einzelnen helleren Stellen, wodurch sie marmorirt erscheinen. Der linke Fühler ist fast ganz erbalten. Das erste Glied hat seine natürliche Lage am Kopf, ist gross und nach aussen zu etwas verdickt ; die übrigen Glieder sind von diesem getrennt und liegen auf der rechten Seite des Thieres in stark gebogener Lage. Sie alle sind cylindrisch und die sieben ersten fast von gleicher Länge , das achte und neunte sind abgetrennt und etwas kleiner. Es fehlt also am Fühler nur ein einziges Glied, nändich das zweite, welches ohne Zweifel sehr kurz war. Das siebente, achte, neunte und zehnte Glied sind zur Hälfte weisslich , zur anderen äusseren Hälfte aber - 168 - schwarz gefärbt; sie waren also geringelt. Setzen wir die Glieder zusammen (Taf. V. Fig. 13. c), so sehen wir, dass die Fühler länger als der Körper sind. Von den Beinen ist ein Vorderbein theilweise, ein Hinterbein fast ganz erhalten. Die Schenkel sind stark, in der Mitte sehr verdickt, die Schienen massig lang und nach aussen zu etwas dicker werdend. An der Hinterschiene sind die Haare erhalten , welche ziemlich dicht dieselbe bekleiden. Am Hintertarsus ist das erste Glied doppelt so lang, als das zweite kurze, und das dritte ist zweilappig verkehrt herzförmig. Durch die Flügeldecken scheinen die Hüften der Mittelbeine durch und eben so treten die der Hinterbeine hervor. Das Hin- terbein ist blassgeib gefärbt; der Schenkel mit einem dunkleren mittleren Flecken und die Schiene an der Spitze schwarz gefärbt. Die fünf Abdominalsegmente sind alle fast von gleicher Länge. Steht dem Acanthoderes varius F. nahe ; hat dieselbe Grösse und , wie es scheint, auch Färbung gehabt; dagegen sind die Fühler etwas länger, die Flügeldecken waren etwas dichter punktirt und hinten nicht gestutzt. Acanthoderes varius F. lebt in Nadel- holzwäldern. LIX. Saperda F, 4. Saperda (Compsidia) Nephele m. Taf. VI. Fig. 1. Pronoto profunde rugoso -punctato ; elytris elongatis, apice integris, obtusis, profunde punctatis, punctis margine seriatis. Ganze Länge IVt Lin. , Länge des Kopfes '/g Lin., Breite desselben 2 Lin.; Länge der Flügeldecken 5'/a Lin,, Breite der einzelnen an der Schulter 1'/, Lin., hinten 1 Lin. Oeningen. Ein Exemplar aus der Sammlung des Herrn von Seyfried. Stellt das Thier mit offenen Flügeldecken und ausgebreiteten Flügeln dar. Der rechte Fühler ist gebrochen und von der rechten Decke der grössere Theil ganz in Steinmasse eingehüllt; die linke hat ihre natürliche Wölbung behalten und zeigt die Sculptur ausnehmend schön. Der Kopf ist kurz und breit und nur undeutlich vom Thorax getrennt. Die Augen sind zwar stark zusammengedrückt, doch so wohl erhalten, dass die Facettenbildung sehr deutlich hervortritt (Fig. 1. b). Der nicht von den Augen eingenommene Kopflheil ist tief runzlig punktirt. - 169 - Der Thorax ist fast ^anz zerstört. Doch ist ein Streifen des Vorderrückens, welcher ganz nahe an den Kopf sich anschlicssl, erhalten und dieser ist grob runzlig punklirl, welche Sculptur ohne Zweifel den ganzen Vorderrücken eingenommen hat. Vom Mittel- hruslring ist ein Stück des nach der linken Seite verschobenen Mesosternums erhaltet), welches die beiden genäherten Hüften der Millelbeine trennt, und vom hintern Brustring das Metasternuni , welches ebenfalls eine kleine Spitze zwischen die Miltelhüften treibt. Es ist durch eine Längslinie in zwei Hälften getheilt. Die Flügeldecken sind lang und schmal, von der Naht bis an das Rippchen ziemlich llach, von dort an aber bis an den Rand steil abfallend; der Aussenrand läuft mit der Nahtlinie ziemlich parallel und biegt sich erst zuhinterst nach der Nahtecke herüber und zwar in einer regelmässigen Bogenlinie; die Spitze der Flügeldecke ist daher stumpf zu- gerundet , mit einer schwachen Nahtecke. Am Grunde sind die Flügeldecken am brei- testen , verschmälern sich aber nach hinten zu nur sehr wenig. Am Aussenrande ver- laufen zwei schwach hervorstehende Rip|)chen. Zwischen denselben haben wir eine Reihe von I'unkten , welche an der Schulter tief sind, nach hinten zu aber allmählig an Tiefe abnehmen. Eine zweite Reihe von Punkten liegt ausserhalb des äusseren Rippchens , auf welche noch eine dritte folgt, die aber nur theilweise zu sehen ist, da dort die Decke in den Stein einläuft. Näher der Naht zu unterscheiden wir neben dem inneren Rippchen noch eine ähnliche Punktreihe , dann aber folgen unregelmässig gestellte Punkte , welche dieselbe Tiefe haben , wie die näher dem [{ande zu gelegenen und in gleicher Weise nach hinten zu seichter werden und an der Flügeldeckenspilze sich fast ganz verwischen. Von den Flügeln ist nur der rechte erhalten. Er ist länger als die Flügeldecke und von ansehnlicher Breite; an der Basis indessen und am ganzen Nahtrande zerstört. Es ver- laufen über denselben drei stark hervorstehende Rippen. Eine nächst dem Rande stellt die Randrippe dar, die auf diese folgende die äussere Mittelader; jede derselben sendet nach dem äusseren Mittelfelde ein rücklaufendes, kleines Aestchen aus, das aber nur sehr schwach ausg(!drückt ist. In dem Spitzenstück dieses Feldes bemerken wir noch zwei feine divergirende Rippchen, von denen das äussere wohl als rücklanfendes Aestchen des apicalen Theiles der Kamlrippc zu betrachten , das innere aber als vorlaulender Ast der äusseren Mittelader. Die dritte stärkere Rippe des Flügels ist ohne Zweifel die innere Mitlelader. Zwischen dieser und der äusseren Mittelader haben wir noch die An- deutung von zwei abgekürzten Aedeirchen , welche nach dem Rande verlaufen und auf dem Abdrucke deutlicher hervortreten, als auf dem Hauptsteine. Am Hinlerleib treten uns sechs Segmente entgegen. Das erste ist in dt*i Mitte 22 — 170 — zviscbeü :fz H- : : HülukiBe etras Terläiis«rt; dk dra folsaiden sind ktirzer «■4 «Bier >; ^ ^1 - . Läng«, das föjifte ist bedeatend linder; knrz dasesen ist das sediste . ■ . Ohne Zweifel haben wir die Banehplatten vor uns. da die F-rn -- * '- tart und haatig sind. Nur die lelzte ist horn- »liff: ^ rnckae5cien und bildet das fünfte Sesmenl, aber wr - - irr Rand d^ fiöaf: .raentes hervorsteht and so das sechste Ses- ■eL -:- res Thi^es bildeL I Zweifel hatte es nur fünf Baoch- sesnenie. T<:r F - :3 Das erste ist stark , nach ausses -" ; -- rite ist kaum länger als das erste: li.- __ - r : -, ^ v<» derselben Länire. T.-T - Fl 1 ^._i _i Yl iei und die Hinterbäne erhalten. Die Schenkel ^^ CTÜairisch . d^e * da«es?eD kurz und nach aussen zn etwas L' H -e so widnifiicfc, dass nur so viel zu sehen, das« das vorletzte 7. i i^j. .^i-cken. ihre tiefen, am Aosseorand in Rohen sestellten i _ iir Ar! der Wölbung d«selbea onBem an Sapoda orulata F. und V^r^ . ra wekho- aber diese Saperda gehört Oberea Meg. . hat :.ea vmi kmizexe ^nlcfscbeakd ; überdies ist das dritte Fnh- 3ger ais das erste und das Längiaiverbältniss der Abdominalsesmente isi eis aiulc: >: : ' - ' H'i:fr'Ti]:> läi^er «ad sd^üler isL »— "• : Sipcici pf^ahea F. ni stellen. Sie ist zwar viel srö;- rter und regdhasssiger , könnt aber mit ihr in der Tratte, n ^ . ' Abdominalse^Bcate md darin, dass das dritte Fühler- gfied vens . - . und in den iäatem anf dache "Weise zngenradeten ^ . : ' scalaris und den Terwandten ist das dritte Fühler- T^a ünzir - . ' ken äsd äusserst zart ponktirt ; bei der Saperda •''■-erea äti . -^. ; -:. - : Schuher rid nekr enratert, tuid die Punktur Xicht ra übeisdhea kaboi vir iadessea . dass in der Berippung der Flügel das fossile lUer TOB Saperda popalnea abveidii F Bockkäfern haben wir eine starke Band- ^' laA am lai^es äBSecres Mitt^eld, dagegea ein kurzes Spitres- 1 cioe Qaef&km^ e^I' . ' ist'. Die innere Mittelado- ist in der .^ ^^^r--:.,:^ i,et Füaei neea fie Vm.. »estmien Ae Pricaai. fiaiLi Ai — rzi — Besel Tiel scbwirber oüd auf dem inneren MiUelf«ld rerlaiifea zwä z. B. Saperda n- re$c«ns AaU , oder drei z. 6. bei Saperda ocnltfa «mI S. popnlaea , oder selbst vier Saperda scalari« abzekörzte Aederdiea , welcke ak Jkeste der Tlilli I id< i ■ la tiili whlin sind. Die Tena analis nähert skfc n der Mitte der i— ere« Milli I ait i wmd ist dort 4mnk einen Onerast mit ihr verbanden, oder setzt Utk se&et wirkt veker tob dort Cwt. wie bei Saperda «calaris. In dem Spitzenstäck des iamenm Wttt UM es kaibem irir kald keiae Aedercfa^ . so bei Sap«^ scalaris and S. popdaea , oder aber wir hifcf Se zwei beia fossilen Thiere bezeichneten , wie bei Saperda oalaea ab, aad ebea so iaim, da» er aar zwei abse- l^ärzte Adern in dem inoerea IGttelfdd bat, da^e^ea stiaat er im jeaea A ede r cbea des Spitzenstäckes mit der Saperda ocnlata öberein , bei wekber fnaer Toa dea drei Adera des inneren Mittelfeldes dne so karz and kkia ist, dass sie acb Icicbt konnte. Also in den Flöseladera stimmt das fDofle wie auch in der mehr re^eüaäasi^ca Pankmr der Deckea gcfeb ea c a Gräade lassea es aicbt ia £ese Abtbeflaa; Die Saperda popalnea F. I^t als Larve im StaBaw der Fipprla lad zwar, wie #$ scheint . nor in der Aspe Popnfats Trenola L. oad ist i^nk faat Earo^ tc i. Saperda Absyrti m. Taf. M- Fig. i Eine Flä^Idecke aas Badob des inneren Mittelfeldes, alle Felder hinten geschlossen; die Striemen dagegen laufen frei aus. .^Is Beispiel dient Larinus. I). Aehnlich wie bei a, allein das äussere Mittelfeld ist wohl vorn geschlossen, hinten dagegen zuweilen nicht vollständig, wogegen der äussere Mittelstriemen hinten durch das Zusammengehen von Streifen vier und fünf fast schliesst, nähert sich daher sehr der zweiten Hauptweise der Streifenbildung. Das Schulterfeld ist hinten auch nicht vollstän- dig geschlossen , dagegen verbindet sich Streifen vier und sieben , und drei und acht. indem also das innere Mittelfeld und das Schulterfeld aussen zusammenstossen; dasselbe ist der Fall mit dem Randfeld und Nahtfeld , die sehr schmal sind und nach hinten sich zuspitzen. So bei Lixus. ( . Das äussere Mittelfeld geschlossen , die übrigen Felder wie Striemen dagegen hinten ofl'en , doch mit convergirenden Streifen , und zwar so , dass vier und sieben aussen sich verbinden , so dass die äussere Mittelstrieme und Schulterstriemc aussen in- einander laufen, z. B. Sphenophorus. d. Das äussere Mittelfeld vorn und hinten geschlossen , kurz und von der Plaga externo- media und Plaga scapularis ganz umschlossen; das Schullerfeld ist hinten olTen, die Plaga mcdiaslina dagegen hinten geschlossen. Es sind somit aussen verbunden : Streifen fünf und sechs , und acht und neun , aber auch \ ier und sieben , indem der äussere Mittelstriemen und Schulterstriemen aussen ineinander münden. Leberdies laufen dni und acht aussen zusammen iiml zwei und neun, indem die Plaga mediastina und Plaga interno- media aussen zusammenstossen und eben so die Area externo- media und Area scapularis. So bei Hruchus, besonders sclwin bei Bruchus Palmarum. 2) Das äussere Mittelfeld ist hinten offen, und Streifen vier und fünf sind aussen — 174 - verbunden ; dies ist der gewöhnlichsle Fall bei den eigentlichen Curculioniden. Wir unterscheiden hier wieder folgende zwei Weisen: a. Das innere und äussere Mittelfeld münden aussen in einander und umgeben den kurzen, hinten geschlossenen äusseren Mittelstriemen; der innere Mittelstriemen und der Schulterstriemen fliessen aussen ineinander; das Schullerfeld ist vorn und hinten gc- schlössen und lang; das offene Naht- und ßandfeld laufen hinten ineinander. Es sind hier hinten verbunden: Streifen eins und zehn, zwei und neun, dann drei und sechs, vier und fünf, sieben und acht. Diese Art der Streifung scheint am häufigsten vorzu- kommen; sehr schön sieht man sie bei Phyllobius , Polydrosus , Tanymecus , Chloro- phanus u. s. w. Auch Cleonus gehört hierher; doch ist das Naht- und Schulterfeld hier geschlossen, es gehen nämlich die zwei Streifen zunächst dem Rand und die zwei zunächst der Naht aussen zusammen ; doch setzen sich die des Randes auch fast bis zu denen der Naht fort, so dass sie fast ineinander münden. b. Alle Felder sind hinten geöffnet und nur vorn theilweise geschlossen ; der äussere Mittel- und der Schulterstriemen dagegen sind hinten geschlossen und abgekürzt. Es verbinden sich also aussen Streifen vier und fünf, und sechs und sieben; so bei Calan- dra Palmarum. Hierher auch Pissodes; nur dass hier die Streifen drei und acht, und zwei und neun, und eins und zehn aussen ineinander münden. Acht und zwanzigste Familie: Attelabiden. (Orthoceri Schoenherr.) 1. Trib. Bruch i den. LX. Bruchus L. 1. Bruchus striolatus m. Taf. VI. Fig. 5. Pronoto brevi, anterius angustiori, basi leviter bisinuato; elytris sub- parallelis, apice obtusis, subtilissime striatis; pedibus posticis valde in- crassatis. Oeningen. Ein Exemplar aus der Carlsruher Sammlung. — 175 — Ganze Länge 57^. Lin.; Länge des Vorderrückens 1 Lin.; Breite am Grunde iVt Lin.; Länge der Deckschilde 3% Lin.; Breite am Grunde 27^ L. Der Kopf ist stark zerdrütkt und nur theilwcise erhalten , nämlich der Grund und von der Spitze ein schmaler Streifen; die Partie dazwischen ist heim Abschaben verloren gegangen. Am Grunde ist der Kopf ziemlich breit und da mit zwei ziemlich grossen Augen versehen, von denen am linken eine vordere Ausrandung und eben so die Fa- cettenbildung bemerkbar ist ; dieses linke Auge ist weiter nach vorn verschoben ; die Stelle des rechten wird nur durch eine rundliche Lücke im Hornscelete bezeichnet. Die vordere Partie des Kopfes ist so zerdrückt, dass ihre Form nicht mehr zu bestimmen ist: es scheint sich der Kopf vor den Augen ziemlich stark verschmälert zu haben und ziem- lich lang gewesen zu sein. Der Vorderrücken ist auch stark zerdrückt und die Grenze zwischen Kopf und Thorax nur schwer zu bestimmen. Er ist kurz, nach vorn zu verschmälert, mit schar- fen Hinlerecken ; die Oberseile ist von einigen Längslinien durchzogen ; eine deutliche tritt neben dem rechten Rande hervor , zwei verwischte auf dem Mittelfelde. Am Grunde ist er jederseits neben den Hinterecken schwach ausgebuchtet. Die Flügeldecken sind am Grunde breiter als der Vorderrücken, laufen ziemlich parallel bis hinter die Mitte, von wo sie sich ganz stumpf zurunden. Sie sind sehr fein und undeutlich gestreift. Die zwei ersten laufen der Naht nach herunter bis gegen die Spitze ; der zweite verbindet sich hinten mit dem neunten Streifen , der dritte ist etwas kürzer und verbindet sich hinten mit dem achten , der vierte mit dem siebenten , der fünfte aber mit dem sechsten. Diese Streifen verwischen sich nach vorn zu fast vollständig und suid auch hiuleu nur unter dem Microscope zu verfolgen. Es sind die Flügeldecken hellbraun gefärbt, die Zwischenräume zwischen den Streifen aber von einer schwarzbraunen Linie durchzogen ; sie scheinen ganz glatt gewesen zu sein. Das Schildcben tritt deutlich hervor und ist dreieckig. Von den Heineii gewahrt n)an auf der linken vorderen Seite einen Theil des Vor- dcibeines , nämlich den an den Vorderrücken sich enge; anlehnenden S( henkel und die cylindrische Schiene. Vor derselben treten noch einige sehr undeutliche Glieder hervor; die drei äussersten dürften eher vom Tarsus, als vom Fühler herrühren, die weiter nach hinlen liegende Partie Stücke des Schienbeines darstellen. Auf der rechten Seile liegt ein breites, nach vorn zu verschmälertes, stark punktirtes Plättchen, welches ich für den verdickten Hinlerschenkel halte; da es an der Stelle steht, wo das Hinterl)ein sich befinden muss und auch seine Form an die verdicklcii Hintersc henkel mancher Bruchiden — 176 — erinnert; es ist diese Deutung um so eher zulässig, da auf der linken Seite, nur etwas weiter nach vorn, ein ganz ähnliches Plättchen liegt, welches sehr wahrscheinlich den linken Hintcrschenkel darstellt. Die ziemlich kleinen Mittelbeine scheinen, obwohl sehr undeutlich , durch die Flügeldecken durch. Der Hinterleib ist nicht zu sehen, also auch nicht zu bestimmen, ob das letzte Segment über die Flügeldecken hervorstand oder nicht. Dass unser Thier zu den Rhjnchophoren gehöre, unterliegt wohl keinem Zweifel, indem wir sonst bei keiner Abtheilung von Käfern diesen Verlauf der Streifen auf den Flügeldecken haben. Die grossen, vorn ausgerandeten Augen \m<\ das herYorstehende Schildchen weisen ihm aber ferner seine Stelle unter den Bruchiden an. Von allen euro- päischen weicht er aber durch seine Grösse , wie die so stark verdickten Hinterschenkel ab und kann nur mit jenen exotischen Formen aus der Gattung Bruchus verglichen wer- den , aus denen Schönherr (genera et species Gurculionidum I. 92) die Abtheilung Ca- ryoborus gebildet hat. Er stimmt mit diesen überein durch die scharfen hinteren Ecken des Vorderrückens und den zweibuchtigen Hinterrand , die verhältnissmässig langen Flü- geldecken und die stark verdickten Hinterschenkel. Ob dieselben am Rande gezähnelt, lässt sich nicht mehr ausmitteln, und eben so wenig, ob der Kopf mit einem Halsring versehen gewesen, da diese Partie des Thieres nicht nur stark zerdrückt, sondern auch verschoben ist. Auch in der Streifung der Flügeldecken stimmt er mit diesen Brüchen überein. Zwar sehen wir nur neun Streifen , allein ohne Zweifel ist noch ein zehnter Randstreifen da gewesen. Die Verbindung der Streifen ist, wie wir sie bei 1. d. S. 173 für Bruchus angegeben haben , nur dass man die Verbindung von Streifen acht und neun nich( deutlich gewahr wird. Die Hruchusarten leben in Samen; die grösseren der Abiheilung Caryoborus in Palmnüssen fBruchus nucleorum F. und Bruchus curvipes Humb. in Cocosnüssen , B. Bactris in denen von Bactris), die kleineren Caryoboren , so weit ihre Lebensart bekannt, in den Samen von Gleditschien , Cassien und Acacien. Vier Arten kennt man gegenwärtig aus Bra- silien, eine aus Carolina, vier aus dem tropischen Afrika und eine aus Indien. In der Grösse stimmt unsere Art mit Bruchus Bactris, aus Cajenne, übercin, kann aber nicht als analoge Species betrachtet werden, da der Vorderrücken nach vorn stärker ver- schmälert, die Flügeldecken viel zarter gestreift und verhältnissmässig länger sind. Ich kenne keine lebende Art, die der fossilen genau entspräche; wogegen gesagt werden kann, dass es eine, von allen europäischen Arten abweichende und den in Palmnüss. A II t h r i b i lil von der Sculplur dieses Theiles der Decke herrühren, die aber nicht ge- nauer zu bestimmen ist. Die Zwischenräume zwischen den Längslinien auf der Flügel- decke sind unregelmässig runzlig: doch ist auch hier nicht möglich, eine bestimmte - 182 - Anordnung in der Verllicilung dieser Runzeln zu erkennen ; nur das scheint sicher, dass die Flügeldecken bei diesem Brachycerus mit keinen Höckern versehen waren , wie wir sonst bei den meisten Brachyceren des südlichen Europas und des mittelländischen Seebeckens überhaupt antreffen. Auf demselben Steine findet sich noch der Abdruck eines Brachjcerus derselben Art. ebenfalls in seitlicher Lage , an dem ausser den beschriebenen Theilen noch ein drei- gliedriger Tarsus zu sehen ist. Es sind sehr kurze dreieckige Glieder. Vielleicht stellen diese beiden Stücke beide Geschlechter dar. Dass dies Thier zu Brachjcerus gehöre, unterliegt keinem Zweifel, da die Bildung des Kopfes, wie die ganze Tracht unverkennbar ihm diese Gattung anweisen. In Grösse stimmt diese Art mit Brachjcerus algirus F., Br. muricatus F. und Br. lutosus Schh., siimmtlich Arten der zona mediterranea , überein; unterscheidet sich aber wesentlich durch den Mangel der Hockerchen auf den Flügeldecken. In dieser Beziehung kann sie mit Br. Besseri Dej. Schh., der in Volhjnien, Podolien, Taurien, Griechenland und Persien zu Hause ist , verglichen werden , dessen kleinere Exemplare auch in der Grösse mit dem fossilen übereinkommen; dagegen hat sie eine andere Form, indem sie verhält- nissmässig kürzer und gewölbter ist. Noch mehr unterscheiden sie die transversalen Runzeln des Vorderrückens. Auch scheinen die Flügeldecken keine wellenförmigen Rip- pen gehabt zu haben und glätter gewesen zu sein. Am Cfip leben eine Zahl von Brachjceren mit ganz glatten , oder nur schwach runzligen Flügeldecken , welche aber fast kugelige Deckschilde haben und sehr starke Brustdornen , die wohl kaum gänzlich verschwunden wären. Die Galtung Brachjcerus hat sich in Afrika in den meisten Arten entfallet , ist aber bis ins südliche Europa vorgeschoben , wo einige Arten sehr gemein sind. Diesseits der Alpen fehlt sie aber gänzlich. In der neuen Welt (Brasilien) kommt eine einzige (von den übrigen sehr abweichende) Art vor, während aus der alten hundert Arten be- kannt sind. Zweiter Stamm: Braehyderideii. LXIV. Sitaita Gerni, 6. Sitona attavina m. Taf. VI. Fig. 11. Rostro brevi, pronoto aiiterius anguslato, elylris siibtiliter striatis. - 18:^ - Ganze Länge fast 2*/? Lin.; Länge des Vorderrückens fast '/, Lin., der Flügeldecken 1'/^ Lin. Oeningen. Ein Stück aus der Lavater'schen Sammlung, das Thier in seillicher Lage dar^stellend. Dor Kopf kurz und flick, nach aussen zu sich etwas verschmälernd; vorn laufen zwei, sehr undeutliche, l^inicn aus, welche die Fühler andeuten dürften. Der Vorder- rucken am Grunde stark verbreitert, gegen den Kopf zu sich allmählip verschmälernd. Die Flügeldecken sehr fein gestreift; sie sind hinten stumpf zugerundel. Von den Vor- derbeinen treten Schenkel und Schienen hervor, letztere sind eingeschlagen und schlank, erstcre in der Mitte etvvas verdickt. Von den Hinterbeinen tritt nur ein Schenkel hervor. Scheint der durch ganz Europa verbreiteten Sitona lineata L. nahe zu stehen; ist aber etwas grösser und nähert sich insofern der Sit. canina F. , hatte aber , wie es scheint, einen am Grunde noch mehr erweiterten Vorderbrustring. Curlis hat (.Jameson Edinburgh new philosoph. Journal 1829. p. 295. Taf. V. Fig. 2 eine Sitona aus dem Gyps von Aix abgebildet, welche aber viel grösser ist, als unsere Ocninger An. Dritter 8taniiii: C'lcoiiiden. LXV. Cleonus Schll. 7. Cleonus larinoides m. Taf. VL Fig. 15. Kostro elongalo, dorso canaliculato; pronoto brevi; coieopteris amplis, ovalibus. subliliter siriafis, inlersfitiis laevigatis. Ganze Länge 12'/, Lin.; Länge des K()])(es samml dem Uüssel 3'/v L.; Länge des Vorderrückens 2'/„ Lin.; Breite desselben am Grunde :$% Lin.; Länge der Flügeldecken 7% Lin., Breite der einzelnen in der Mitte wahr- scheinlich '2V^ Lin. Oeningen. F]in ziemlich wohl erhaltenes Exemplar aus der Carisruher Sanmilung, welches das Thier von der Rückenseile darstellt. Hierher recime ich auch die Fragmente eines grossen Rüsselkäfers aus der Sammlung des ehemaligen Klosters Muri. Der Kopf ist klein und schmal und steckt bis fast an die .\ugen in der Rrusl. Das rechte .\uge ist erhallen und erscheint als ein ovaler, weisser, gegitterter Flecken. Di'i - 184 — Rüssel ist ziemlich lang und diinn, in der Mitte etwas gekrümmt und vorn schwach ver- dickt. Er ist etwas verdreht. Er steht niimlich nach der linken Seite und liegt in seiner vorderen Partie in etwas schiefer Lage , am Grunde dagegen nicht. Dies geht daraus hervor, dass man zugleich das rechte Auge und die linke Fühlerrinnc sieht. Die Fühler- rinne geht von der Spitze des Rüssels aus und krümmt sich, wie es scheint, nach unten. Sie ist vorn sehr weit. Ueher den Rücken des Rüssels läuft eine tiefe Rinne, welche his zum Grunde des Rüssels fortgeht. Hier ist sie am breitesten , und verschmälert sich nach vorn zu , wohl aber nur in Folge der vorhin erwähnten Drehung des Rüssels, durch welche die vordere Partie des Rückens verdeckt wird. Der Vorderrücken ist verhältnissmässig klein. Er ist am Grunde am breitesten und verschmälert sich allmählig nach vorn zu , ohne eine Einschnürung zu zeigen. Am Vor- derrandc ist er schwach ausgebuchtet und fasst dort den Kopf ein ; der Hinterrand ist verwischt und die linke Seite vom Kopf weg bis zur Hälfte herab am Rande zerstört und auch der rechte Rand an einer Stelle, unterhalb der Vorderecke, verletzt. Es ist der Prothorax so zerdrückt, dass nur seine Umrisse, nicht aber seine Sculptur bestimmt werden können. Am Grunde sieht man undeutliche Spuren der Gelenkpfannen und jederseits eine Längslinie , welche den Rand des umgeschlagenen Theiles des Vorder- rückens bezeichnet. Die Flügeldecken sind gross, hinten auseinander gerückt, so dass der Hinterleib zwischen denselben hervortritt; an der Nahtseite sind sie so stark zerdrückt, dass die Nahtränder nicht deutlich vom Leibe abstehen, wodurch die Restimmung der Form der- selben sehr erschwert wird. Sie scheinen stark gewölbt gewesen zu sein, indem die Ränder und auch die hintere Partie steil abfallen. Resonders ist dies bei der rechten Decke der Fall, welche sich hinten ganz in den Stein hineinbiegt. Am Grunde sind sie viel breiter , als die Rasis des Vorderbrustringes : sie haben daher hervorstehende Schul- tern ; von da laufen die Seiten ziemlich gerade fort , runden sich dann aber vom Hinler- rande des zweiten Abdominalsegmentes an nach der Spitze stumpf zu. Sic sind fein gestreift und diese Streifen nicht punktirt ; die Zwischenräume zwischen den Streifen scheinen ganz glatt zu sein. Der Verlauf der Streifen ist schwer zu bestimmen. Zu- nächst gewahrt man an dem hinteren Ende der linken Decke, welche besser erhalten ist. die Andeutung von drei Nahtstreifen {Fig. 15. b); auf diese folgen zwei abgekürzte incinandi^i mündende Streifen (vier und fünf) ; der sechste ist wohl nach vorne , nicht aber nach hinten zu V(!rfolgen; er läuft mit dem fünften parallel; der siebente reicht gegen den dritten hinab und biegt sich nach ihm hin; mit ihm parallel läuft der achte, der aber nur zum - 185 — Theil erhallen ist, er läuft neben dem siebenten aus, doch ist nicht zu ersehen, ol) er sich aussen mit diesem verbindet , oder nicht ; vom neunten ist hinten nur ein kleines Stück zu sehen , weiter vorn dagegen ist er erhalten. Die äusseren Streifen biegen sich an der Schulter stark nach aussen und sind dort mehr genähert. Am besten erhalten und daher am deutlichsten ist der fünfte und siebente Streifen. Am lliiilerlcib sind die fünf Segmente zu unterscheiden; das erste ist längei iils das /.weile , und dies wieder etwas wenig länger , als die zwei folgenden , unter sich gleich langen; das letzte ist hinten stumpf zugerundet. Das erste Segment (man sieht auch hier nur die Bauchplatlen) sendet einen zahnförmigen Fortsatz, zwischen die Einfügungsstelle der Hinterbeine. Die Brust ist ganz zerdrückt und dadurch unkenntlich geworden. Zwei runde Flecken bezeichnen die Stelle der Gelenkpfannen der Miltelbeine , welche ganz ge- nähert sind. Nach der Stellung derselben scheint das Metaslernum ziemlich gross gewe- sen zu sein. Von den Flügeln gewahrt man nur ein kleines Fragment an der rechten Flügel- deckenspitze. An der linken Seite tritt ein Vorderschenkel hervor. Er ist gross und in der Mille veidickt. Zwisch((n diesem Schenkel und dem Rüssel treten einige undeutliche Glieder hervor. Das erste Stück zunächst dem Rüssel dürfte von der V'orderschiene herrühren, die folgenden den Tarsus darstellen; die ersten zwei Glieder sind braun und \ erkehrt kegelförmig; die zwei anderen sehr undeutlichen nur im Abdruck da und so verwischt, dass ihre Form ni( hl zu bestimmen ist; Ich hielt anfänglich diesen Rüsselkäfer für einen Larinus Schupp. Schh. iRhino- batus Germ,). Der ziemlich lange, etwas gekrümmle Rüssel, der kurze Vorderrücken und die grossen Flügeldecken scheinen für diese Gattung zu sprechen, die Arten ein- schliessl , deren Fühlerrinne bis gegen die Rüssels|)itze hinaus reicht. Bei unserer Art aber beginnt diese Rinne ganz an der Spitze, also wie bei den Kurzrüssleru und nicht nach Art der Langrüssler; der Rüssel ist auf dem Rücken gerinnt, was bei keinem La- linon vorkomml , hi'i denen er drehrund und zuweilen auf dem Rücken mit einer erha- benen Längslinic versehen ist; weiter sind die Flügeldecken einfach gestreift , während sie bei den Larinen , und dies besonders bei den grösseren Arten Larinus Cvnarae L., L. Cariinae F. u. a.; , punklirt gestreift sind. Auch stehen die Schultern nicht so stark hervor , wie bei den grösseren Larinen. Die von der Rüsselspitze ausgehende Rinne, weist unserem Thiere seine Steile unter den Kurzrüssleru (Brachjrhynchen Schocnherr 24 — 186 — an. Unter diesen sind es die Cleoniden und Moljliden, welche Arten mit ziemlich langem Rüssel einschliessen. Die ganze Körperform, wie die Anwesenheit der Flügel, schliesst es aber von den Mulytiden aus, in welche Ahtlieilung die grössten , jetzt bei uns leben- den, Rüsselkäfer gehören, die aber die Grösse des fossilen Thieres nicht erreichen. Es bleiben somit nur die Cleoniden zur Vergleichung übrig. Auf den ersten Rlick will es zwar scheinen, dass es nicht in diese Abtheilung passe; der kurze Vorderrücken und die breiten Flügeldecken scheinen zu widerstreiten; allein wir haben dabei zu berück- sichtigen , dass die Brust durch den starken Druck breit gedrückt worden ist , und was die Flügeldecken betrifft , welche ihre Wölbung grossentheils beibehalten , aber doch breiter sind, als die der bei uns lebenden Arten, dass es anderwärts Cleonen gebe auch mit solchen breitern Flügeldecken , so hat Cl. imperialis Karelin (Schoenherr , genera et spec. Curcul. VI. 2) eiförmige Deckschilde. Diese , in Turcomannien lebende , Art zeigt überdies, dass der Cleonen -Typus auch in der lebenden Welt sehr grosse Formen be- sitze, indem sie über l'/2 Zoll Länge erreicht; also unsere fossile Art an Grösse noch übertrifft. Die Tracht spricht also nicht gegen Cleonus ; für diese Gattung aber die Form des Rüssels und die Streifung der Flügeldecken. Der Bau des Rüssels ist ganz wie beim Cleonus firmus Schoenh. (gen. et spec. Curcul. II. 203) ; wir haben auch bei die- sem einen ziemlich langen, etwas gekrümmten Rüssel, mit einer Rinne auf dem Rücken des Rüssels. Die Streifen der Flügeldecken sind bei den meisten Cleonen zart und fein geschnitten und bei manchen unpunktirt. Bei ihnen verbindet sich der vierte und fünfte Streifen, wie bei unserem Thierc , dann wieder der siebente und achte, während bei Larinus fünf und sechs und sieben und acht sich aussen verbinden. Beim fossilen Thiere haben wir also, wie bei den Cleonen, einen abgekürzten, äusseren Mittelstriemen, der von dem äusseren und inneren Mittelfeld umschlossen ist, während bei den Larinen ein abgekürztes äusseres Mittelfeld , das von dem äusseren Miltelstriemen und dem Schulter- striemen umfasst wird. Gehört in die zweite Abtheilung der Gattung Cleonus von Schoenherr — rostro in mcdio canaliculato — und steht in dieser dem Cleonus lirmus Schoenh. am nächsten, der indessen durch den längeren und rauh gekörnten Vorderrücken und die gekörnten Flügeldecken so sehr von dem C. larinoides abweicht, dass er nicht als analoge Art in Anspruch genommen werden kann. - 187 — 8. C 1 (' o nu s I ) (> u c a I i ü iii s m. TaC. VI. Fig. 1 2. Ovalus, rostro histriato, laevi, pronolo laevi; elytris slrialo-imnclatis. basi obsolete granulatis. Oeningen. Ein sehr scliön erhallenes Kxoniplar aus der CarisrulH'i Sammlung. Stellt das Thier von oben dar, 4 Ganze Länge 6% Lin., der Fliigeldeeken SJVj Lin., des Vorderrückens 1'/, Lin., des Kopfes samml Rüssels 1'/, Lin.; Breite des Rüssels etwas weniger als '% Lin., des \'or(lerrückt'ns vorn \% Lin.. liinlen 2 Lin.; Broile der Deckscliilde an den Schultern 2 Vs Lin., in der Mitte '2Vo Lin. Rüssel massig lang und dick; vorn isl beiderseits die Rinne durcli einen kurzen, iiaih aussen laufenden Slricli angedeutet; über die Mitte des Rüssels laufen zwei Linien, welche Furctieti andeuten, zwisi lien denen eine liervorslehende Leiste sich helindi'l, die aber sehr flach, kaum augedeutet ist. Sonst scheint der Rüssel, wie der Kopf, «rialt gewesen zu sein. Von dem Fühler sieht man auf der rechten Seite einzelne Glieder des Flabeltums (Fig. 12. b) ; doch sind sie undeutlich , die zwei ersten stellen ohne Zweifel das zweite und dritte Fühlerglied dar, die folgenden kurzen, das vierte und fünfte. Der Vorder- rücken ist kurz und breit und nach vorn zu allmählig etwas verschmälert ; an der Rasi>. sieht man eine (Juerlinie; oben isl er, wie der Rüssel, hellbraun; Kanten oder l'uuktc bemerkt man nicht. Die Flügeldecken sind an der Schulter etwas breiter , als der Vor- derrücken , erweitern sich gegen die Mitte nur ein wenig und runden sich hinter der- selben zu. Sie sind mit Punkireihen besetzt. Am deutlichsten sieht man die Punktreihen hinten, die erste der Naht verbindet sich mit der äussersten Randreihe, die zweite Naht- reihe mit der zweiten Randreihe; die übrigen kann man aber nicht mehr so genau ver- folgen , um die Verbindung derselben mit Sicherheit zu bestimmen ; ich glaube zehn Punkireihen unterscheiden zu können. Die Punkte liegen dicht beisammen und hinten werden die Itcihen streifenarlig. Die Zwischenräume scheinen , besonders vorn , .st hwa« li gekörnt zu sein; do(h sind hier die De( kiii slark von Steinsubslanz bekleidet. Durch die Flugeidecken sieht man die Mittcischenkel und einen Hinlerschenkel undeutlich durchscheinen. Stimmt in Sculplur der Flugeidecken und Körperlänge mit dem Cleonus puncli- ventris Oerm. überein, doch isl er breiter, wobei indessen wohl zu berücksichtigen, dass er stark zusammengedrückt ist; Cleonus punctiventris Gm. kuintnl im Schlanime salziger Seen, in Norddeutschland, Sibirien und Südriissland vor. — 188 — 9. Cieonus Leucosiae m. lloslro brevi, pronoto confertitn piinctato; elylris strialo-punctalis. Oeningen? Ein schön erlialtenes Thier, in seitlicher und etwas ge- krüniinter Lage, indem der Thorax an der Oberseite von den Flügeldecken absteht und sainmt dem Rüssel etwas nach unten zu gebogen ist. Man hat eine Seitenansicht des Rüssels und des Prothorax , dann eine Flügeldecke und an ihrer äusseren Seite einen Streifen des Hinterleibes. Sehr wohl erhalten sind die Beine. Länge des Kopfes und Rüssels schwach i'/j Lin., Dicke des Rüssels Vs Lin.; Länge des Prolhorax l'/o Lin., Breite 1^4 Lin.; Länge der Flügel- decke stark BVi Lin., Breite an der Schulter IV., Lin. Wahrscheinliche Länge des Thieres daher 6'/. Lin.; das Petrefakt misst aber von der Rüssel- bis zur Flügeldeckenspitze nur 574 Lin., weil Thorax und Kopf gegen letztere zu gebogen sind. Rüssel kurz und dick ; an seinem Grunde ein elliptisches , querstehendes Auge , das nach unten sich verschmälert. Ein kleiner weisser Streifen , der vom Vorderrande gegen den untern Rand des Auges läuft , scheint den Fiihlerschaft darzustellen und die dort nach unten verlaufende Fühlerrinne. Der Prothorax ist am Rücken sehr schwach ge- wölbt, vor dem Vorderrand ist durch eine querlaufende Linie ein glatter Kragen abge- grenzt, der übrige Theil ist dicht und deutlich punktirt. Die Flügeldecke ist stark ein- gedrückt , und zwar geht ein starker Eindruck innerhalb des Hinterrandes und au( h an dei- Rauchseite hin, wodurch hier die Grenze gegen den Hinterleib, dort die Sculptur verwischt wird. Die Flügeldecke selbst scheint indessen auf den Abdruck gekommen zu sein der nicht vorliegt) , und unser Petrefakt somit nur den Abdruck derselben zu haben. Ks wären demnach die Erhabenheiten als Vertiefungen zu deuten. Der Rücken der Deckschilde war ziemlich stark gewölbt. An der Schulter ist die Decke nach unten etwas erweitert und abgerundet; die Spitze ist stumpflich. .Sic ist mit deutlichen Punkt- reihen besetzt, welche als kleine Höckerchen (nach obiger Deutung deuten diese Ver- tiefungen auf der Decke an) erscheinen. Doch kann man aus oben angegebenen Gründen den Auslauf derselben nicht verfolgen, obwohl man sieht, dass hinten die Streifen 'ergiren. Die Beine haben starke, nach aussen etwas verdickte Schenkel und ziemlich schlanke - 189 — uiiveidicklt' Schioiiltciiif. Das Voiderbfin ist gL-jfcu den Küssc-l zu gcLogcu ; das Schii-n- bciii ist zurückgehügeii uud schlicsst sich an den Schenkel an ; es isl ganz schwach ge- kiümml und etwas länger als der Schenkel. An dem Tarsus, der sich daran anschliesst, ist die Gliederung nicht zu unterscheiden. Von beiden Mittelbeincn liegen die Schenkel über- und die Schienen neben einander. Letzlere sind etwas kürzer , als die Schenkel, aussen scharf abgesetzt. Die Hinlerbeinc haben cbenralls einen starken Schenkel, die Schiene ist etwas länger als derselbe und gerade. Vom Fuss erkennen wir deutlich drei Glieder, nämlich das zweite, dritte und vierte. Das letzte, also das Klauenglied, ist gekrümmt , nach aussen verdickt und mit einer Klaue versehen ; die beiden anderen sind klirzer und seheinen unter sich von gleicher Länge zu sein. Die vcrhältnissmässig langen Schienen sind zwar nicht Cleonusartig , wohl dagegen Form des Rüssels und des Thorax. In Grösse kommt er mit dem vorigen überein, hat aber einen vcrhältnissmässig kürzeren Rüssel , längeren und punktirlen Prolhorax ; auch sind die Punkte der Flügeldecken tiefer. Ich erhielt ihn erst vor ein paar Tagen aus dem Museum zu Neuchälcl ; ohne Be- zeichnung des Fundortes, wahrscheinlich stammt er aber aus Oeningen. Da die Tafeln schon abgezogen , kann ich erst später eine bildliche Darstellung desselben geben. 10. Cleonus Pyrrhac in. Tal. \l. Flg. Ui. Oeningen. Aus der Sanitnlung von Carlsruhe. Stellt das Thier von der Baucliseite dar und ist sehr undeutlich, nur den Körperumriss gebend; ein zweites Exemplar belindet sich in der Universitätssaniniluug zu Zürich, ist aber noch unvollständiger; das Thier ist in seitlicher Lage, und nur der Kopf und Vorderrücken sind erkennbar. Ganze Länge 5 'A Lin.; Länge des Rüssels 1 Lin.; Breile des Körpers in der Mille '2 Lin. Rüssel ziemlich lang, nach vorn zu allmählig etwas verdünnt , an seiner Seite Spuren dei- Fülilergeissel ; doch sind die Glieder niiht zu unterscheiden. Der Vorderbruslring kurz, nach vorn zu etwas verschmälert, die Seiten etwas Kcrundet und der lUirken ziemlich stark gewölbt. Das Metasternum ist breit und gross. Von den .Millelbcinen sind nur Andeutungen der Schenkel da und eben so von den Hinterbeinen; diese scheinen lange Schenkel /u besitzen; von den Vorderbeinen sind beide Schenkel erhallen; sie sind - 190 — in der Mitte ziemlich stark verdickt. Am Abdomen ist nur das letzte kurze Segment zu erkennen. Das ganze Thier ist länglich oval und von der Grösse des Cieonus cinereus F. , mit dem es wohl verwandt sein dürfte. Vierler Stainin: Prisiorliyneliideii m. Rostrum breve, subdeliexum , antrorsum incrassatum, lobatum; scrobs recta; pedes antici basi distanles. Corpus ellipUcum, humeris obtusis. LXVI. Pristorhynchus m. Rostruiu supra verisimililer planum, lateribus bilobum; prosternum sa( magnuni; processu interpedali lato pedes anticos separante. H. P ris to rby nchus eilip Ileus m. Tal'. VI. Fig. iü. Ganze Länge b'Vt Lin.; grösste Breite '2% Lin.; Länge des Rüssels fast 1'/^. Lin., des Vorderrückens Vs Lin., der Flügeldecken 3^8 Lin. e n i n g e n. Ein Exemplar aus der Sammlung des Herrn von Seyfried, auf zwei Platten; die eine stellt die Flügeldecken und Pronolum von der Innern Seite dar, die andere die Bauchseite, ebenfalls von innen; das Thier ist also in der Mitte auseinander gerissen; der Rüssel ist auf die letzlere Platte gekommen. Rüssel kurz und dick, am Grunde etwas verschmälert, mit einer tiefen Fühlorrinne, welche von vorn gegen den Kopf in ziemlich gerader Richtung verläufl ; vorn ist er ab- gerundet, an der oberen Seite mit zwei Lappen 'oder Zähnen versehen; der Rüssel war also an beiden Seiten zweilappig und zwischen diesen Lappen wahrscheinlich flach (Fig .10. c). In der Fühlcrrinne erkennt man nach hinten eine etwas hervorstehende Kante, diese stellt wahrscheinlich das erste Fühlerglied (Schaft) dar, welches dann bis gegen die Basis des Rüssels herabgereicht hätte, hinter derselben sieht man einige undeutliche rundliche Ein- drücke im Steine, welche wahrscheinlich einzelne Glieder des Flagellums darstellen; so bei dem Exemplar, welches die Haucliscite darstellt; bei dem anderen sieht man aut er von allen Sphenophoren, deren man ij;ef;enwärlin; 94 Arten kennt, durch den viel kürzeren und breiteren Vorderrücken ab, und vun denen aus der Al)theilung des Sph. piceus Pall. auch durch die Sculptur der Flügeldecken. Zu den Calandriden aber scheint das Thicr zu gehören wegen des schwach gekrümmten, nach vorn verdünnten Rüssels, des, wie es scheint, flachen Vorderrückens und der Decken, wie des Haues des Abdomens. Die zwei ersten Abdoininalringe sind lang, drei und vier sehr kurz, der letzte dagegen wie- der sehr gross und über die Flügeldecken hervorstehend. Gehört aber das Thier zu der Gruppe der Calandren, so muss es der Gattung Sphenophorus einverleibt werden, nicht nur weil es iti Grösse und Form am meisten mit den Arten dieser Gattung übereinkommt, sondern ;ui( li im Ausiaul' der Streifen. 'Calandra und die nächst verwandten Gattungen gehören zur Abtheilung '■1. h. S. 174; es ist Streifen vier und fünf hinten verbunden; Sphenophorus dagegen zu 1. c. S. 173; es münden Streifen fünf und sechs ineinander, wie beim fossilen Thiere. Wir bringen also unser Thier zu Sphenophorus , ohne ihm aus der Leben - Welt eine analoge Species an die Seite stellen zu können. Am nächsten scheint es dem Sph. piceus Pall. verwandt. Dem scharfsinnigen Physiologen Dr. Karl Nägeli gewidmet. li. SpUonopliorus Kegelianus m. Tai'. M. Fig. 17. Froaolo brevi, aiiterius angustalo; elytris strialo-juinctalis, piincti.s sulxptadratis. Ein Exemplar aus der Lavater'schen Saniniiung. Stellt das Thier in seitlicher Lage dar; i.>;t zerbrochen und es sind die einzelnen Organe zum Theil verschoben. Länge der Flügeldecken 4Vi Lin. Ist dem vorigen nahe verwandt, war aber grösser und die l'iiiiklc ili r Flügeldecken sind nicht rund , s(>niner bestimmten Gattung zuzuweisen. Den ausgezeichneten Entomologen L. und W. Redtenbacher in Wien zugeeignet. XIII. Zuiifl: Pliytopliageii. (Eupoden u. Cyclicen Latr.) Dreissigste Familie: Donaeiden. LXXI. fhnacia F. 1. Donacia Palaeraonis m. Taf. VI. Fig. 4. Elongata, pronolo basi angustato, elytris ovalo-oblongis. subtilissime punctalo - slriatis. Ganze Länge 5V4 Lin. , des Kopfes '/^ Lin., des Vorderrückens 1'/. L.. der Flügeldecken 3% Lin. Breite des Vorderrückens 1 Lin., der beiden Flügeldecken bei der Schuller 1 V4 Lin. Länge des Fühlers 'V/^ Lin. - 201 — Oeninsren. Ein Exemplar aus der Samnilunjr des Herrn Hofrath von Sevfried; ist wohl erhalten, doch ist die Substanz der Flügeldecken grossen- theiis verloren gegangen. Der Grund des Kopfps bedeutend schmäler, als der Vorderrücken und das H.ilsstück darstellend, vorn ist er bedeutend verbreitert und an den Seilen zugerundet. Eine Bogen- linic läuft jederseits von der Seite des Kopfes nach der Stirn. Ausserhalb dieser Linien befinden sich unzweifelhaft die Äugen, doch sind dieselben nicht zu erkennen. Der Vorderrücken ist etwas länger, als breit, am Grunde schmal, an den Vordere(;ken aber erweitert. Diese Vorderecken sind abgerundet. Die Oberseite ist mit einer Längsfurcbe versehen und undeutlich punktirt. Die Flügeldecken sind lang, am Grunde doppell so breit, als die Basis des Vorderrückens; die Schultern hervorstehend, von dort an bis zur Einfügungsstelle der Hinterbeine fast gleich breit, von da an aber sich allmählig gegen die Spitze zu verschniälernd ; die Spitze ist nicht gestutzt. Die Sculptur ist sehr zart, vielleicht aber auch nur, weil die Substanz der Flügeldecken nur iheilweise erhalten ist. Doch erkennt man eine Zahl von feinen Punktreihen und an einzelnen Stellen Spuren von Querstrichelchen. Von dem Hinterleib scheinen die Bauchplalten durch: die erste ist bei weitem die längste , die folgenden vier sind ganz kurz. Der linke Fühler ist in einigen Gliedern, der rechte dagegen vollständig, jedoch nur in Abdruck, erhallen. Das erste Glied ist stark und nach aussen zu verdickt, das zweite sehr kurz, das dritte zwar länger, doch kürzer als das vierte, welches wieder die Länge des ersten hat, aber viel dünner und cvlindrisch isl. Die zwei zunächst folgenden sind von derselben Länge, die weiter nach aussen hin folgenden dagegen werden allmählig kürzer und dünner. Von den Beinen isl das linke Vorderbein, doch zum Theil nur in Abdruck, da; es hat einen massig starken Schenkel und eine ziemlich lange Schiene: der Tarsus isl sehr undeutlich; ferner sieht man Fragmente des rechten Sliltelbeines, den Schenkel des linken Hinlerbeines und Stücke des rechten Schenkels »iiul der Schiene. Die Schien«- des Mittelbeines isl ziemlich lang und schlank; die Schenkel der Hinlerbeine sind nach aussen nur sehr schwach verdickt und unbewalTnel. Hat die Grösse der Donacia Menyanthidis F. und gehört wie diese in die Abtheilung von Donacien mit unbezahnten Hinterbeinen. Auch die Längenverhällnisse des Vorder- rückens und der Flügeldecken, die Form des ersleren und der Beine stimmen mit jener, durch ganz Europa verbreiteten, Art überein. Dagegen verschmälern sich die Flügel- 26 — 202 - (lecken schon früher und stärker nach hinten zu und haben eine viel zartere Sculptur, wodurch sie sich als eigenthümliche , von allen jetzt lebenden verschiedene Art ankün- difjt , die aber der D. Menjanthidis F. am nächsten verwandt ist. Diese lebt vorzüglich auf Phragmiles communis Trin. , seltener auf Phalaris arundinacea und , wie Gyllcnhal sagt, auch auf Iris pseudacorus L. Es ist daher die Vermulhung erlaubt, dass die D. Palaemonis auf dem , unserer Phragmites nahe verwandten , Rohre Oeningens ge- lebt habe. Zwei und dreissigsteJFaniilie: Hispiden. LXXII. Anopiites Kirby. Unter diesem Namen fasse ich diejenigen stachellosen Hispen zusammen, bei denen das dritte Fühlerglied von der Länge des zweiten, oder wenig länger als dasselbe ist. Clievrolat hat diese Gattung wieder in mehrere zerlegt, wie Uroplata, Odontota, Microrhopala, welche mir aber nur aus Dejeans Catalog, also nur dem Namen nach bekannt sind, die aber nur als ünterabtheilungen von Anopiites zu betrachten sind. 2. Anopiites Bremii m. Taf. VII. Fig. 5. Inermis, anlennis antrorsum paulo incrassatis; elytris costatis, sulcis biseriatim punctatis ; parallelogrammis , apice subtruncatis; pronoto antrorsum angustato. Ganze Länge 2%Lin.; Breite bei der Schulter stark 1 Lin.; Länge des V'orderbrustringes kaum % Lin., des Melasternums % Lin.; Länge der Fühler 1 Lin. Oeningen. Zwei Exemplare, welche das Thier von der Bauchseite darstellen; bei einem scheinen die Flügeldecken durch. Das eine in der Sammlung des Herrn Lavater (Nr. 1.), das andere (Nr. 2) gehört Herrn J. J. Bremi, unserem unermüdlichen Entomologen, dessen Namen ich auf dies Thierchen übertragen habe. Ein drittes, und zwar das vollständigste Exem- plar, das Thier von der Bückenseite darstellend, findet sich in der Fürsten- — 203 - berf,nschon Sammlung. Es wurde mir erst bekannt, nachdem Nr. 1. das auf TaC. Ml. Fig. 5 dargestellt ist, bereits gestochen war. Kopf klein und wenig vortretend ; vorn zugerundet. Der Vorderbrustring kurz , von hinten nach vorn verschmälert. Auf der Brustseite erscheint er als eine; l'latte , in der zwei runde Löcher bemerkt werden , welche die Gelenkplannen der Vorderbeine darstellen. Sic sind von einander getrennt durch die hornige Partie der Brust , welche sich zwischen denselben fortsetzt. Der Vorderrücken hat in der Mitle zwei (juerlaufende hervorstehende Kanten, die auf dem Rücken zusammengehen; das Mesosternum ist sehr kurz; seine mittlere Partie ist etwas vorgezogen und verbindet sich mit der Verlängerung des Metasternums. Diese Partie tritt zwischen die Gelenkpfannen der Mittelbcine und hält sie aus einander. Das Mctasternum ist gross, durch eine Längslinie in zwei Par- tien getrennt; an der Seite liegen zwei schmale Seitenplatten. Der Hinterleib zeigt fünf Bauchplatten, von denen die erste ziemlich lang, die zweite bedeutend kürzer ist, noch kürzer ist die dritte und vierte; die letzte ist ganz stumpf zugerundet. Die Flügeldecken scheinen bei Nr. 2 durch und man sieht, dass sie sich hinten ganz stumpf zugerundel haben. Ihre Sculptur ist nicht zu erkennen. Stacheln trugen weder sie, noch Thorax, noch Fühler , indem diese nothwendig sich hätten erhalten müssen. Bei Nr. 3 sind die Flügeldecken erhalten, doch ihre Sculptur nur am Rande, der über den Leib hinausragt, deutlich. Dort sehen wir ein Paar mit dem Rande parallel laufende ziemlich scharfe Rippen , die Furchen zwischen denselben sind breit und in jeder liegen zwei Reihen von Punkten. Es sind diese Flügeldecken an der Schulter bedeutend breiter , als der Grund des Vorderrückens, laufen dann bis hinten parallel und runden sich hinten ganz stumpf zu, so sehr, dass die Deckschilde fast ein Parallelogramm darstellen, dessen hintere Ecken aber abgestumpft sind. Es sind die Flügeldecken hinten so stumpf abgerundet, dass ihre Spitze fast gestutzt erscheint. Die Fühler sind bei allen Exemplaren ziemlich gut erhalten; sie sind dirkgliedrig, nach aussen zu etwas verdickt und ganz nahe neben einander auf der Stirn befesligl. Das erste Glied ist massig lang, cjlindrisch , das zweite sehr kurz und nur undeutlich vom dritten getrennt; dies ist etwas länger als das erste Glied , nach aussen zu etwas verdickt; die folgenden drei sind um die Hälfte kürzer, und breiter ;ils lang; auf diese folgen noch fünf kurze !)reite Glieder, von denen das letzte die unmittelbar vorhergebenden etwas an Länge übertrilft und vorn stumpf zugerundet ist (Fig. o. c). Die ersten sechs Glieder sind mit kleinen Längsslrichelchen versehen, welche von Haaren herrühren dürften. — 204 — Von den Beinen sind nur die Schenkel der Mitlei- und Hinlerbeine [bei Nr. 2 und iN'r. 3) erhalten. Sie sind ziemlich lang, reichen beträchtlich über den Leibrand hinaus und sind nach aussen etwas verdickt. Die Form und Insertion der Fühler, wie der Bau der Brust und des Hinterleibes lassen nicht zweifeln, dass unser Thier zu den Hispiden gehören müsse, dagegen weicht es durch Grösse und den stachellosen Leib gänzlich von den europäischen Arien ab, und stimmt mit den amerikanischen Formen liberein. Es kommen sowohl im tropischen Amerika, wie in den Vereinigten Staaten eine ganze Reihe von Hispen vor , welche sich durch den stachellosen Leib vor den euro- päischen Hispen auszeichnen und von denen die mit kurzem dritten Fühlerglied die Gat- tung Anoplites Kirhy bilden. In Grösse, Form und Sculptur stimmt mit dem unsrigen am meisten die Anoplites (Uroplata Chevr.) quadrala Ol. überein, welche im südlichen Theile der Vereinigten Staaten (Neu-Georgien, Carolina) lebt. Die Grösse stimmt genau ; ferner haben wir auch bei ihr diese parallelen Deckenseiten und dieses stumpfe, fast gestutzte Ende derselben; der Vorderrücken bat dieselbe Länge und ist nach vorn zu ebenfalls allmählig verschmälert. Auf den Flügeldecken sehen wir drei scharfe Rippen und in jedem Zwischenräume zwei Reihen dicht gestellter Punkte. In der dritten Furche von der Naht an gerechnet, bemerken wir am Grunde, wie vor der Spitze, eine abge- kürzte Rippe. Diese Rippenbildung und Punktur stimmt vollständig mit derjenigen der Anopl. Bremii, so weit sie beim fossilen Thiere zu sehen ist, überein. Auch die Fühler sind beim fossilen Thier gebildet, wie bei A. quadrala, sie sind nämlich auch kurzgliedrig, nach aussen etwas verdickt, doch ist das dritte Glied verhältnissmässig noch kürzer. Dies sowohl, als der Mangel der Bczahnung am Deckenrand, und die Eindrücke des Vorderrückens unterscheiden die A. Bremii von der lebenden Art. — Verwandt ist sie auch mit der A. notata Ol. aus Neu-Georgien; wir haben hier dasselbe Grössenver- hältniss der Fühlerglieder, aber der Vorderrücken ist etwas kürzer und nach vorn we- niger verschmälert. Die Flügeldecken haben am Aussenrand auch zwei Rippen und zwischen denselben zwei Punktreihen, allein innerhalb der zweiten Ri])pe folgen vier Punktreihen und dann erst wieder eine Rippe und auf diese nochmals vier Punktreihen. Bei der A. excavala Ol. (Microrhopala Chevr.), die auch in Neu-Georgien zu Hause ist, sind die Flügeldecken anders geformt, indem sie hinten nicht so stumpf enden, die Sculptur ist tiefer, die Rippen sind undeutlicher und die Fühler kürzer. — 205 — Zwei und dreissigste Familie: Cassiden. LXXIII. Cassidd L. 3. Cassida Hermione ni. Tal. VII. Fig. 6. Ovalis, late niarginata. Ganze Länge 4 Lin. ; Länge des Vorderrückens iVs Lin., Breite des- selben am Grunde 2'/^ Lin.; Länge der Flügeldecken 278 Lin.; Breite bei- der in der Mitte last 2% Lin. Breite des Leibes am Grunde der Flügel- decken {% Lin., in der Mitte 1% Lin, Oeningen. Ein Exemplar in der Lavater'schen Sammlung. Stellt das Thier von der Bückenseite dar; die mittlere Partie der Flügeldecken ist auf die andere Platte gekommen , die nicht vorhanden ist ; es liegt daher von den Flügeldecken nur der Rand vor und jene mittlere Partie nehmen die Brust und Bauchplatten ein. Vorderrücken und Flügeldeckenrand sind aber von der Steinmasse bekleidet und sind nur in ihren Umrissen zu erkennen. Der Körper bildet ein fast regelmässiges Oval ; in der Mitte ist er am breitesten und vorn und hinten stumpf zugerundet. Vorderrücken fast halbkreisförmig ; Hinterecken ziemlich scharf. Bildet einen breiten Hand um die Vorderbrust und den Kopf. Durch denselben scheint der Kopf und ein Theil der Vorderbrust durch. Der Kopf ist rund und an seiner Seile deuten zwei Flecken die Augen an. Von seiner Stirn laufen die beiden Fühler aus, von denen aber nur die zwei Glieder zu erkennen sind, welche von der Hornplatte des Vorderrückens bedeckt sind , und auch diese sind sehr undeutlich. Die Flügeldecken bilden einen breiten Saum um den Lt.'ib , welcher ziemlich flach ge- wesen zu sein scheint. Die Sculptur ist nicht genauer zu bestimmen , doch verdient der Beachtung , dass an dem Saume eine Zahl von funkten und am Hinlerrande Andeu- tungen von Streifen bemerkt werden ; sie waren daher wahrscheinlich fein gestreift und am Ilandsaunic punktirl ;Fig. 6. b). Von der Brust bemerkt man unter dem Vorderrücken die schmale Vorderbrust und zwischen dem Fiügeldeckensaum die ziemlich grosse Mi taslernumplalte , an deren Seite die schmalen Epimeren stellen. Vor derselben und durch einen Zahn des Melasternuiiis von einander getrennt, erblicken wir die Gelenkpfannen der Mittelbeine. Am Hinterleib - 206 - sind die fünf Bauchplalten deutlich; die erste ist die längste und sendet einen scharfen Zahn zwischen die Einfügungsstelle der Hinterbeine; die folgenden Segmente sind kurz und unter sich fast gleich lang. Hat die Grösse der Cassida Murraea L. und kann auch in der Form mehr mit die- ser, als mit der C. equestris F., viridis Lalr. und Verwandten verglichen werden; sie ist nämlich vcrhältnissmässig länger und schmäler, als die genannten Arten. Dagegen unterscheidet sie sich von der C. Murraea wesentlich durch den schmälern Leib , daher durch den viel breitern Flügeldeckensaum. Immerhin dürfte aber unter den lebenden Arten diese, auf Disteln und anderen Sjnantheren von ganz Europa vorkommende, Art der fossilen am nächsten stehen. 4. Cassida Megapenthes m. Breviter ovalis, elytris tenue marginatis, margine punctulatis. Ganze Länge 2'/8 Lin.; grösste Breite iVg Lin,; Länge des Vorder- rückens 1 Lin., der Flügeldecken l'/g Lin. Breite des Hinterleibes l'/j Lin. e n i n g e n. Aus der Lavater'schen Sammlung. Lage und Art der Erhaltung, wie bei der vorigen Art. Man sieht den Ropf, die ünlerleib- seite und den Rand von Vorderrücken und Flügeldecken. Ist bedeutend kleiner, als die vorige Art, dabei aber vcrhältnissmässig breiter; hat einen schmälern Flügeldeckenrand, aber vcrhältnissmässig breitern Leib. Der Vorder- rücken ist fast halbkreisförmig; am Grunde fast von der Breite der Flügeldecken, von dort aus aber jederseils nach vorn zu in regelmässigen liogenlinien verlaufend. Sculptur nicht erkennbar. Die Mitte des Vorderrückens nimmt der Kopf ein. Er ist fast kreis- rund und ziemlich gross. Von der Stirn laufen zwei weisse Linien aus , welche die Fühler darstellen , deren Gliederung aber ganz undeutlich ist. Flügeldecken von der Basis bis zum Anfang des Abdomens noch ein wenig sich erweiternd, von dort an aber allmählig nach hinten sich zurundend. Sic bilden nur einen ziemlich schmalen Rand um den Leib herum und dieser ist mit feinen Punkten besetzt. Von der Hrust isl das Me- tasternum gross, in der Mitte durch eine Linie getheilt; die Seitenplatten dagegen sind ganz schmal; nach vorn tritt eine kleine Spitze zwischen die nahe beisammen stehenden Gelenkpfannen der Mittelbeine ; von den Hinterbeinen bemerkt man nur die undeutlichen Eindrücke der Hinterschenkel. Am Hinterleib isl das erste Segment das längste, die drei - 207 — folgenden sind kurz und unler sich von gleicher Lange, das letzte stumpf zugerundele ist wieder etwas länger. Scheint in Grösse und Gestalt am meisten mit Cassida ferruginea F. uberein zu kommen, doch lässt die Art der Erhaltung eine genaue Vergicichung nicht zu. Drei und dre issigste Familie: Chrysomeliden. LXXIV. Lina Meg. 5. Lina Populoti m. Taf. VII. Fig. 7. Ovata, pronoto parvulo, antrorsura paulo angustato, utrinquc impresso; elytris confertissime punctiilalis. Ganze Länge i'^ Lin.; Länge des V^orderrückens % Lin. , Breite am Grunde lY, Lin.; Länge der Flügeldecken S% Lin., Breite der einzelnen am Grunde 1 Vs Lin. Oeningen. Ein Exemplar aus der Lavater'schen Sammlung. Die Flügeldecken gehen in der Mitte etwas auseinander und die ausgespannten Flügel treten unter denselben hervor. Kopf klein , in die Ausrandung des Vorderbrustringes grossentheils eingesenkt. Vor- derrücken klein; er ist kurz und am Vorderrande etwas schmäler, als am hintern; ist also von hinten nach vorn zu etwas verschmälert ; der Scitenrand ist schwach gebogen ; innerhalb des Randes bemerkt man jederseits einen Längseindruck. Auf der linken Seite geht von der Vorderecke eine schief verlaufende Linie aus, welche von dem auf die Brustscite umgebogenen Rande des Vorderrückens herrührt. Die Flügeldecken gross, schon am Grunde viel breiter, als der Vorderrücken, nach hinten /u aber noch mehr sich verbreiternd und hinten sich stumpf zurundend. Sic verlaufen sich an der Spitze (md eben so an der Seite hiiilcrhalb der Milte in den Stein, daher sie da nicht in der ganzen Rreite hervortreten. Sie scheinen stark gewölbt gewesen zu sein ; auch auf dem Stein sind sie nicht zusammengedrückt, sondern haben ihre Wölbung noch thcilweise be- liallon. Sie sind dicht, aber sehr fein punktirt. Sie sind graubraun gefärbt, mit einem rölhlichen Anflug; einzelne Stellen sind dunkler braun. Zwischen den Flügeldecken treten fünf Rauchsegmente hervor, von dcntii das erste das längste ist, das zweite etwas kürzer und noch melir das dritte und vierte, welche unter sich gleiche Länge haben. Der linke Flügel steht weit unter der Flügeldecke hervor, doch lassen sich die Ripfpcn — 208 - auf demselben nicht erkennen ; der rechte ebenfalls hervortretende Flügel ist grossen- theils zerstört. Von den Fühlern ist nur das erste, ziemlich starke Glied deutlich, und am rechten (las zweite kleine darauf folgende, die übrigen sind verwischl- Nach der Form des Thorax und der Flügeldecken gehört dies Thier zu Lina Meg. , welche Gattung eine Zahl von Arten einschlicsst , welche auf Pappeln und Weiden leben. In der Grösse stimmt es mit Lina Populi (Chrysomela Populi L.) überein und der Um- stand , dass die Flügeldecken des fossilen Thieres einen röthlichen Anflug haben , berech- tigt uns zur Vermuthung, dass sie beim lebenden Thiere rolh gefärbt gewesen, wodurch es dann auch in der Färbung sich an die Lina Populi anschliessen würde. Der Haupt- unterschied zwischen dem fossilen und dem lebenden Pappelkäfer besteht im Vorder- rücken , indem dieser bei ersterer Art breiter und nach vorn zu etwas verschmälert ist. Die Lina Populi ist einer der gemeinsten Blattkäfer ganz Europas und lebt auf Pappeln. Da mehrere Pappelarten zu den häufigsten Bäumen des Oeninger Waldes ge- hören , waren unserem Thiere ohne Zweifel diese zur Nahrung angewiesen. LXXV. Chrysomela L. 6. Chrysomela Calami m. Taf. VII. Fig. 8. Pronoto brevi, transverso; elytris suliorbiculalis. Ganze Länge (ohne Kopf) 4% Lin. ; Länge des Vorderrückens 1 Lin., Breite desselben S'/j Lin. Länge der FHigeldecken SVg Lin., Breite in der Mitte aVg Lin. Oeningen. Ein Exemplar aus der Lavater'schen Sammlimg; ist so mit Steinniasse bekleidet, dass nur die Umrisse zu bestimmen sind. Der Kopf fehlt , da an der Stelle der Stein weggebrochen ist. Der Vorderrücken ist kurz, aber verhältnissmässig breit. Der Vorderrand ist schwach ausgebuchtet, der Hinterrand berührt in der Mitte die Flügeldecken, an den Seiten aber, und zwar an der Unken mehr, als an der rechten, weicht er von denselben ab. Die Hinlerecken des Vorderrückens scheinen stunipflicb gewesen zu sein und die Seiten sind nur sehr schwacli gerundet. Vorn ist der Vorderrücken kaum merklich schmäler als am Grunde. Längs des Hinterrandes verläuft eine schwache Querlinie. Die Flügeldecken sind so lang, wie breit und fast kreisförmig; sie erweitern sich - 209 - von der Schuller an bis zur Mitte und runden sich von dort an dann wieder in einer regelmässigen Bogenlinie zu. Sie waren stark gewölbt und scheinen puniitirt gewesen zu sein; wenigstens bemerkt man an einigen Stellen Andeutungen von in Reihen gestell- ten Punkten. Hat Grösse und Form der Chrysomola Graminis L. , einer weit durch Europa ver- breiteten Art; der Vorderriicken war aber etwas kürzer und die Flügeldeckttn in der Mitte noch mehr erweitert. 7. Chrysomcia punctigeram. Tal". VII. Fig. 9. Coleopleris ovaiibus, conl'ertissime evidenter punctatis. Länge der Deckschilde 2 % Lin. , Breite derselben 1 % Lin. Oeningen. Nur die beiden Flügeldecken; in der Sammlung des Hrn. von Seyfried. Es haben diese Flügeldecken die Form und Punktur derjenigen der Chrysonielen und namentlich können sie mit denen der Chrysom. polita F. verglichen werden. Beide zusammen bilden ein ziemlich regelmässiges Oval, welches in der Mitte vorn eine drei- eckige Lücke hat , in welcher das Schildchen lag. Sie sind ziemlich stark gewölbt und sehr dicht mit feinen Punkten besetzt. LXXVI. Oreina Chevr. 8. Oreina Ilellenis m. Taf. VII. Fig. lO. Pronoto .subtransverso , punctato, angulis antici.s aculis; i'lytris oblongis, coniertim punctatis, punclis apicem versus subtilioribus. Länge des Kopfes Vs Lin., des Vorderrückens '/^ Lin., der Flügeldecken 3'/s Lin., daher ganze Länge des Tbieres i% Lin. Breite des Vorder- rückens V/i Lin., Breite der einzelnen Decke fast 1% Lin. Oeningen. Ein ziemlich wohl erhaltenes Exemplar aus der LavateW- schen Sammlung, sammt Abdruck. Die eine Flügeldecke ist aufgeschlagen, die andere deckt den Leib, ist aber nur in Abdruck auf dem Hauptsteine. 27 - 210 — Hierher rechne ich noch ein zweites Exemplar aus derselben Sammlung , von dem aber nur eine Flügeldecke kenntlich geblieben ist. Am Kopfe fehlt der Clypeus , er ist vorn an dieser Stelle ausgerandet; ebenso be- merken wir zwei Ausrandungen an der Seite zu Aufnahme der Äugen , von denen das linke noch wohl erhalten ist. Der Grund des Kopfes ist punklirt. Der Vorderrücken ist breiter als lang, der Vorderrand ist ausgeschweift, der Hinterrand ziemlich gerade verlaufend ; die Seiten sind sehr schwach gerundet und vorn nur wenig nach dem Kopf zulaufend ; der Vorderrücken ist daher nach vorn nur sehr wenig verschmälert. Die Vorderecken sind hervorstehend und scharf. Er ist ziemlich dicht und grob punktirt, besonders längs des Seitenrandes. Die Flügeldecken sind am Grunde beträchtlich breiter als der Vorderrücken, verlaufen dann bis zum dritten Bauchsegmcnt fast gerade, runden sich dann aber stumpf zu. Die Deckschilde sind daher in ('er Mitte lücht bauchig er- weitert , sondern die Seiten laufen ein Stück weit parallel ; hinten aber sind sie stumpf zugerundet. Die Oberseite ist dicht mit feinen Punkten übersäet, welche nach hinlen zu aber seichter und etwas weniger dicht werden. Von dem hintern Brustring tritt das Metasternum deutlich hervor, als eine breite, in der Mitte durch eine Längslinie getheilte, Platte, deren dreieckiger oberer Fortsatz zwischen die Insertionsstelle der Mittelbeine eingeschoben ist. Am Hinterrand dieser Platte liegen beiderseits die Hüften der Hinterbeine. Von den fünf Bauchsegmenten ist das erste das längste , das zweite ist bedeutend kürzer , noch mehr das dritte und vierte, die unter sich gleich lang sind ; das letzte ist stumpf zugerundet. Von den Beinen ist nur das rechte Hinterbein zu erkennen, welches durch die Hauchplatten und Flügeldecken hindurch scheint. Es hat einen ziemlich starken Schen- kel , eine nach aussen schwach verdickte Schiene und einen kurzen Tarsus , dessen Glie- derung aber nur mit Mühe zu erkennen ist. Das erste Glied ist ziemlich lang , das zweite sehr kurz , das dritte verkehrt herzförmig, in seiner Ausrandung das vierte, schmale, haltend. Gehört nach der Form des Vorderrückens und der Flügeldecken , wie der Sculptur derselben, zu jenen Chrysomelen, welche Chevrolat unter dem Namen der Greinen zu- sammengefasst hat. Diese ganze Gruppe kommt in Gebirgs- und Alpengegenden vor; es muss daher sehr aulfallen, dieselbe unter den, im Allgemeinen mehr südlichen, Formen der Oeninger Fauna zu finden. In der Grösse stimmt sie mit der Oreina Sene- cionis Kok. iiberein, weicht aber von derselben, wie den übrigen, lebenden üreinen — 211 — durch die etwas schmälere und verhältnissmässig etwas längere Gestalt ah, wie (lur( h den Umstand, dass hei den Flügeldecken die Punkte nach hinten zarter werden und (li(! Stellen zwischen den Punkten ganz glatt sind. Die Oreinen sind Frühlingsthierc, welche auf verschiedenen Synanthcrcn , hesonders Petasites und Adenostjies, vorkommen. Keine lehen auf Bäumen oder Gesträuchen, und liefern so, nebst manchen andern Insekten, den Beweis, dass am Oeninger See auch krautartiffe Gewächse eeleht hahen. 9- üreina Piologeniae m. Taf. VII. Fig. 11. Elytris oblongis, conferliiii subtililer piinclatis. Ganze Länge des Petrefakles 5 % Lin. ; Länge der Flügeldecken 3 Vj L,, Breite der einzelnen Decke i% Lin. Oeningen. Ein Exemplar aus der Lavater'schen Sammlung. Das Thier ist ganz zerbrochen und sehr schlecht erlialten. Nur ein Fühler , eine Flügeldecke und ein Bein sind in ihren Formen bestimmbar. An der Stelle des Kopfes bemerken wir einen rundlichen Flecken , von demselben laufen die beiden Fühler aus, von denen der rechte auf dem Abdruck (Taf. VII. 10. d) wohl erhalten ist. Das erste Glied ist ziemlich lang, aber undeutlich, so auch das zweite sehr kurze Glied, das dritte dagegen und die drei nächst folgenden sind sehr schön conservirt; das dritte ist das längste, cylindrisch , glaU , das vierte etwas kürzer und von derselben Dicke, das fünfte und sechste wieder etwas kürzer, aber auch \(in derselben Dicke ; die weiter nach aussen liegenden sind nicht mehr deutlich von einander abgegliedert. Die äusseren Glieder, vom fünften an, sind dicht fein gestrichelt, welche Strichelchen unzweifelhaft die Haarbekleidung dieser Glieder andeuten. Die Flügeldecken sind länglich oval , hinten ganz stumpf zugerundet , dicht und gleichmässig mit feinen Punkten bedeckt. Von den Vorderbeinen sind die Hüften und Schenkel und auch lin Schienbein erhalten , aber sehr undeutlich und von Steinmasse verdeckt ; deutlicher ist das linke Mittelbcin mit ziemlich starkem Schenkel und schlanker Schiene ; die Hinter- schenkel sind auseinander gerückt und vor denselben sehen wir einen Theil der Hinter- brustplatte. Steht der vorigen sehr nahe , war aber etwas grösser. Die Flügeldecken in der Mitte etwas mehr erweitert, und etwas dichter, aber feiner punktirt. Kann in der Grösse — 212 — und Form der Flügeldeekcn mit der Oreina gloriosa F. verglichen werden ; auch hei ihr scheinen aber die Flügeldecken nicht runzlig punktirt gewesen zu sein. — Wir wollen noch daran erinnern, dass die Form- und Längenverhältnisse der Fühlerglieder ganz mit denen der Oreinen übereinstimmen. 10. Oreina Amphyctionis m. Taf. VII. Fig. 12. Wahrscheinliche Länge der Flügeldecken 4 Lin. , Breite 2% Lin. Oeningen. Ein ganz zerdrücktes und zerbrochenes Exemplar aus Herrn Lavater's Sammlung, an dem nur ein Fühler und ein paar Beine deutlich sind; von den Flügeldecken sind nur die Umrisse zu erkennen. Am Fühler sind alle Glieder erhalten. Die ersten zwei Glieder sind von den übrigen selrcnnt ; oder vielmehr das linke Vorderbein läuft beim dritten über die Fühler weg und dadurch wird dasselbe verdeckt; das erste Glied ist dick, das zweite sehr kurz, das vierte ist lang, nach aussen sehr schwach verdickt, die folgenden drei etwas kürzer und noch etwas kürzer sind die darauf folgenden vier ; diese sind undeutlich abgegliedert. Die beiden Vorderbeine sind nach vorn gerichtet. Der Schenkel ist ziemlich stark, die Schiene etwas nach aussen verdickt. An der linken ist das erste Tarsenglied erhalten, das ziemlich lang und aussen verdickt ist ; das folgende scheint ganz kurz gewesen zu sein. Die Flügeldecken sind ganz zerdrückt ; sie sind hinten stumpf zugerundet und scheinen in der Mitte erweitert gewesen zu sein. An einzelnen Stellen bemerkt man Punkte, wornach sie mit Punkten besetzt waren. Zwischen den Decken treten einige Bauchsegmente hervor , welche dicht und deutlich punktirt sind ; vor denselben erkennt man den Tarsus des linken Mittelbeines mit dem Schienenende. Das erste Glied ist gross, nach aussen erweitert, das zweite klein, das dritte wieder nach aussen verbreitert, doch verwischt. Nach der Gestalt der Fühlerglieder gehört dies Thier auch zu Ortüna , doch gestattet die Art der Erhaltung keine Vergleichung mit jetzt lebenden Arten. LXXVII. Gonioctena Chevr. (Paropsis Dahl.) 11. Gonioctena Japeti m. Taf. VII. Fig. 13. Ohiongo -ovata, elytris laevibus. — 213 - Ganze Länge 3% Lin. ; Länge des Kopfes V^ Lin., des Vorderrückens fast % Lin., der Flügeldecken 2% Lin. Breile des Vorderrückens am Grunde i% Lin., der einzelnen Decke 1 Lin. Oeningen. Ein Exemplar aus der Zürcher Universitäts-Sammlung. Kopf kurz, vorn abgerundet. Vorderrücken kurz und, wie es scheint, nach vorn zu verschmälert, doch ist er sehr undeutlich und der Rand wird von den Vorderbeinen eingenommen. Diese haben massig lange, schlanke Schienen und wenig verdickte Schenkel. Die Flügeldecken sind etwas geöffnet. Sie sind lang, haben einen fast ge- rade verlaufenden Ausscnrand, welcher erst beim vierten Bauchscgmcnl sich gegen die Nahtecke zu biegt. Die Deckschilde sind am Grunde nicht viel breiter , als der Grund des Vorderrückens , laufen dann mit ziemlich parallelen Seiten nach hinten , wo sie .sich stumpf zurunden. Die JVahtecke ist scharf. Die Oberseite ist ganz glatt , man bemerkt weder Punkte noch Streifen , jedoch ist dabei zu berücksichtigen , dass ein Theil der Flügeldeckensubstanz vielleicht auf den anderen, nicht erhaltenen. Stein gekommen ist, indem die Flügeldecken für Chrjsomcliden- Decken dünn sind. Das Metasternum ist ziemlich gross, nach vorn in der Mitte in einen kleinen Zahn verlängert. Von den fünf Bauchsegmenten ist das erste das längste, die folgenden vier unter sich fast gleich lang. Das Abdomen ist länglich oval. Hat die Grösse und die Gestalt der Gonioctena viminalis Aut. , doch ist sie ver- liältnissmässig etwas länger. LSind die Flügeldecken beim lebenden Thiere wirklich ganz glatt gewesen , würde diese Art sich dadurch vor allen andern Gonioctenen ausgezeichnet haben , bei denen sie mit Punktreihen verschen sind , welche freilich bei der Gonioctena viminalis sehr zart sind und sich auf dem Steine verwischen konnten. Es haben diese Streifen einen ähnlichen Verlauf, wie bei den Curculioniden. Es sind zehn Streifen vorhanden , von denen vier und fünf sich aussen verbinden und die äusseren Mittcl- slrlemen umgeben, der Schulterstriemen und Plaga mediastina sind viel länger, als die Plaga externo - media. Gon. viminalis lebt auf Weidenarten und ist durch ganz Europa verbreitet. 12. Gonioctena Clymene m. Tal. VIL Fig. 14. Oblongo-ovata, elytris punctato-striatis. Oeningen. Zwei Exemplare aus der Carlsrulier Sammlung; nur die Flügeldecken, die zudem stark von Steinmasse bedeckt sind. — 214 - Bei einem Exemplar (Fig. 14 b) sind die Flügeldecken in natürlicher Lage. Die Seiten laufen ein Stück weit ziemlich parallel und runden sich dann gegen die ziemlich scharfen Nahtecken zu. Die Sculptur ist ganz verwischt, doch erkennt man hinten einige Streifen , die punktirt sind. Vorn bemerkt man die beiden runden Gelenkpfannen der Mittclbcinc und hinter denselben den Vorderrand des Metastcrnums. An der linken Seite steht die Schiene des Vorderbeines hervor , mit einem sehr undeutlichen Tarsus , dessen drei erste Glieder breit sind, das dritte ist verkehrt herzförmig. Beim zweiten Exemplar (Fig. 14. c) sind die Flügeldecken von einander gelrennt. Sie haben dieselbe Grösse, wie beim vorhin beschriebenen, nur sind sie etwas breitei- und hinten stumpfer zugerundet , übrigens auch ganz von Steinmasse überkleidet und hinten in den Stein eingesenkt , daher der Hinterrand nicht zu bestimmen ist. Von den Hinterbeinen sind die Schenkel und di(! ziemlich schlanken Schienen erhalten. Kann in Grösse und Form der Flügeldecken mit der Gon. pallida F. verglichen werden, doch waren die Punktstreifen weniger tief. Es lebt die G. pallida auf Hasel- nuss und auf dem Faulbaume. LXXVHl. Cliiira Laich. (Labidostomis Chevr.) 13. Clytra Pandorae m. Taf. VII. Fig. 14. Oblonga , capite rotundato , pronoto antrorsum angiistato ; ely tris puncta- tis, pedibus omnibus longiliidine subaequalibus. Ganze Länge 3 Lin., grösste Breite fast l'/j Lin.; Länge des Kopfes nahezu V4 Lin-, der Flügeldecken fast 2 Lin. Oeningen. Ein Exemplar aus der Sammlung des Herrn v. Seyfried. Ist so stark zusammengedrückt, dass schwer zu unterscheiden ist, ob das Thier von der Bauch- oder Rückenseite vorliegt; das starke Hervortreten der Beine würde mehr für ersteres, der Umstand, dass die Flügeldecken deutUcher sind, als der Hinterleib, für letzteres sprechen. - 215 — Der Kopf ist auf die Brust herabgebogeu; rundlich, etwas länger als breit; die Stirn ist verhältnissmässig gross und breit und mit einer eingedrückten Mittellinie ver- sehen. Vorn ist der Kopf durch eine gerade Linie abgestutzt , vor derselben liegt ein kleines rundliches Plättchen, die Oberlippe, und noch weiter nach vorn zwei convergi- lende Bogenlinien, welche die Oberkiefern andeuten. Von den Fühlern sieht man nur die ersten Glieder und auch diese sind nicht deutlich abgegliedert. Die Beine, welche sämmtlich erhalten sind, haben eingezogene Schienen; sie stehen daher nicht hervor. Sie haben ziemlich starke , nach aussen hin etwas verdickte Schen- kel; die Schienbeine sind von derselben Länge, nach vorn zu auch etwas breiter wer- dend und sehr schwach gekrümmt. Die Vorderbeine sind zwar weniger gut erhalten , als die mittleren imd hinteren , scheinen aber nicht länger als dieselben gewesen zu sein. Die Füsse sind an den minieren und hinteren Beinen erhalten , aber ganz undeutlich gegliedert. Der Vorderrucken ist nur in seinem Umrisse und auch in diesem nur wenig deutlich zu erkennen. Er ist von hinten nach vorn zu verschmälert. Die Deckschilde sind am Grunde von der Breite des Vorderrückens, laufen dann bis gegen die Spitze fast parallel und runden sich dann stumpf zu. Das Thier halte daher sehr wahrscheinlich eine wal- zenförmige Gestalt und war vorn und hinten stumpf zugerundet. Auf den Flügeldecken gewahren wir stellenweise Punkte, welche in unregelmässigen Reihen zu stehen scheinen. Am Grunde sind sie zu Aufnahme eines dreieckigen Schildchens ausgeschnitten. Einige sehr verwischte Querstreifen deuten die Bauchsegmente an. Es ist dies Thierchen nicht leicht zu deuten. Beim ersten Blick dachte ich an einen Heterocerus, bei genauerer Untersuchung überzeugt man sich aber, dass der vordere Kopfrand nicht den Mund , sondern den Scheitelrand darstellt , dass also der Kopf nach unten gebogen sei. Dieser nach der Brust herabgebogene, in den Thorax eingesenkte Kopf lässt bei dieser allgemeinen Körperform nur zwischen einem Bostrichiden, einem Anobium oder Clytraarligen Thiere die Wahl. Ein Rostrichide kann es aber nicht sein, schon wegen den den Leib nicht umfassenden Flügeldecken, von Anobium weicht die Form des Kopfes ab. Bei dieser Gattung ist der Kopf verhältnissmässig kleiner, stark ge>vi)lbt , das Hinterhaupt kürzer und stark gerundet ; gerade in der F'orm des Kopfes stimmt aber unser fossiles Thier ganz mit Cljtra überein. Wir haben hier auch diesen plalleii, breiten Kopf mit grossem Hinterhaupte. In Grösse und Form kann sie mit der, weit durch Europa verbreiteten Cljtra lon- gimana L. , die auf Kleearten lebt, verglichen werden, unterscheidet sicli aber von die- ser und den Verwandten durch die nicht verlängerten Vorderbeine. - 216 — XIV. Zunft: Cocciiielliden. Vier und dreissigste Familie: Coccinellinen. LXXIX. Coccinella L. 1. Coccinella Andromeda m. Taf. VII. Fig. 16. Ganze Länge des Petrefaktes fast ?3y4 Lin. Länge der Flügeldecke '2% Lin.; Breite der einzelnen fast 1 Vj Lin. Oeningen. Ein unvollständig erhaltenes, stark zerdrücktes Exemplar in der Sammlung des Herrn Lavater. Kopf ganz zerdrückt, eben so